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Die sozialdemokratische Volkspartei Deutschlands? Eine empirische Analyse zum Volksparteistatus der SPD nach der Bundestagswahl 2017

Titel: Die sozialdemokratische Volkspartei Deutschlands? Eine empirische Analyse zum Volksparteistatus der SPD nach der Bundestagswahl 2017

Bachelorarbeit , 2021 , 64 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Um zunächst aus wissenschaftlicher Sicht definieren zu können, welche Merkmale eine Volkspartei aufweisen muss, wird nach der Vorstellung des Forschungsstandes zur Thematik die Volksparteitypologie nach Otto Kirchheimer erläutert, welche als die grundlegende Arbeit zu Volksparteien gilt und den Begriff in der Mitte der 1960er Jahre in die Politikwissenschaft einführte. Darauf folgt eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept und eine Darstellung der Typologie nach Peter Lösche, der bestimmte Punkte Kirchheimers diskutierte und eine Erweiterung des Volksparteikonzepts erarbeitete. Aus dieser Diskussion wird dann die für diese Arbeit grundlegende Definition einer Volkspartei erarbeitet.

Darauf folgt die Beantwortung der Frage, ob die SPD als geeigneter Forschungsgegenstand fungieren kann sowie die Aufstellung der nötigen Hypothesen. Kapitel fünf dient der Erläuterung der empirischen Methodik und der genutzten Datengrundlagen. Dabei ist hervorzuheben, dass aufgrund der Verfügbarkeit von Daten der Volksparteistatus der SPD für den Zeitpunkt nach der Bundestagswahl 2017 analysiert wird. Ziel der Arbeit ist es also letztlich, den Volksparteistatus der SPD nach der Bundestagswahl 2017 durch eine empirische Analyse zu klären. Somit lautet die Forschungsfrage dieser Arbeit: „Kann die SPD nach der Bundestagswahl 2017 noch als Volkspartei definiert werden?“.

Volksparteien haben in der heutigen Zeit einen schweren Stand in der deutschen Politik und Bevölkerung. Während CDU/CSU und SPD als in der Politikwissenschaft stets anerkannte Volksparteien bis ins Jahre 2005 fast immer Zustimmungswerte erreicht haben, die über 35 Prozent lagen, zeigte sich ab der Bundestagswahl 2009 gerade bei der SPD ein stetiger Verlust des Elektorats. Zwischenzeitlich wurden Stimmen laut, die die SPD als „Volkspartei außer Dienst“ sehen, obwohl die älteste Partei Deutschlands derzeit in 11 von 16 Landtagen an der Regierung beteiligt ist und auch an den letzten beiden Bundesregierungen partizipierte. Interessant ist das Ergebnis einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahre 2020, in welcher den Befragten u.a. die Frage gestellt wurde, welche Parteien sie als Volksparteien sehen. 51 Prozent sagten dabei aus, dass sie die SPD immer noch als Volkspartei verstehen und das, obwohl die Partei im Elektorat stets Stimmen verliert. Es kommt unweigerlich die Frage auf, wie es um den Volksparteistatus der SPD steht. Genau dieser Frage soll hier nachgegangen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Volksparteitypologien

3.1. Typologie nach Otto Kirchheimer – Die Catch-All-Party

3.2. Typologie nach Peter Lösche – lose verkoppelte Anarchie

4. Forschungsgegenstand und Hypothesen

4.1. Forschungsgegenstand

4.2. Hypothesen

5. Methodik und Daten

5.1. Soziale Heterogenität SPD-Wählende

5.2. Soziale Heterogenität der SPD-Mitglieder

5.3. Soziale Heterogenität der MdB der SPD-Fraktion

5.4. Stimmenmaximierung

5.5. Koalitions-und Kompromissfähigkeit

6. Analyse: Ist die SPD noch eine Volkspartei?

6.1. Soziale Heterogenität der SPD-Wählenden

6.2. Soziale Heterogenität der SPD-Mitglieder

6.3. Soziale Heterogenität der MdB der SPD-Fraktion

6.4. Stimmenmaximierung

6.5. Koalitions- und Kompromissfähigkeit

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den aktuellen Status der SPD als Volkspartei nach der Bundestagswahl 2017. Ziel ist es, durch eine synchrone empirische Analyse zu prüfen, ob die Partei die theoretischen Kriterien einer Volkspartei – soziale Heterogenität, Stimmenmaximierung sowie Koalitions- und Kompromissfähigkeit – zum Zeitpunkt der Analyse noch erfüllt.

  • Analyse der sozialen Heterogenität von SPD-Wählenden, -Mitgliedern und Abgeordneten
  • Überprüfung der Stimmenmaximierung anhand historischer und aktueller Wahlergebnisse
  • Untersuchung der Koalitions- und Kompromissfähigkeit der SPD im politischen System
  • Diskussion der theoretischen Konzepte von Otto Kirchheimer und Peter Lösche

Auszug aus dem Buch

3.1. Typologie nach Otto Kirchheimer – Die Catch-All-Party

Kirchheimers Aussagen fußen auf den Überlegungen zweier Forscher, die das Problem des Parteienerfolgs bzw. -versagens mit einer neuen Fragestellung erklären wollen. Myron Weiner und Josef La Palombara (1966) gehen davon aus, „[…] dass die soziale Wirklichkeit allen Parteisystemen im Laufe der Zeit gewisse Probleme zur Lösung aufgibt: Schaffung der nationalen Einheit, Errichtung einer Verfassungsordnung, Eingliederung der Gesamtbevölkerung in diese Ordnung und Befriedigung der Bevölkerungswünsche auf Vollbeteiligung an allen zivilisatorischen Errungenschaften“ (Kirchheimer 1965: 20). Für den Erfolg bzw. Misserfolg des Parteiensystems ist entscheidend, dass die Probleme durch die im Parteiensystem agierenden Parteien nacheinander gelöst werden, wobei „[…] das Vermeiden des zeitlichen Zusammenfallens der „Krisen“, die mit der jeweiligen Lösung dieser konkreten Probleme verknüpft sind, […] als eine der Bedingungen für Erfolg oder Mißerfolg für ein Parteiensystem [erscheint]“ (Kirchheimer 1965: 20). Diese Ausgangshypothese ist Kirchheimers Grundlage für seine weiteren Überlegungen. Er sieht mit jedem der genannten Probleme die Möglichkeit des Entstehens einer Krise des Parteiensystems, wenn die darin agierenden Parteien diese nicht lösen können bzw. wollen. Das zeitliche Zusammenfallen mehrerer ungelöster Probleme führt dann unweigerlich zu einer Krise, denn die Problemlösungskapazität der Parteien und somit des Parteiensystems ist überfordert (Mintzel 1984: 97).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Abstieg der SPD als Volkspartei und formuliert die Forschungsfrage, ob die SPD nach der Bundestagswahl 2017 noch als solche bezeichnet werden kann.

2. Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bestehende Parteienforschung und führt in die zentralen Volksparteitypologien ein, wobei besonders die Bedeutung diachroner Verlaufstypologien hervorgehoben wird.

3. Volksparteitypologien: Hier werden die Konzepte von Otto Kirchheimer (Catch-All-Party) und Peter Lösche (lose verkoppelte Anarchie) gegenübergestellt, um den theoretischen Rahmen für die empirische Analyse abzustecken.

4. Forschungsgegenstand und Hypothesen: Das Kapitel begründet die Eignung der SPD als Forschungsgegenstand durch ihren historischen Werdegang und leitet konkrete, überprüfbare Hypothesen aus den theoretischen Indikatoren ab.

5. Methodik und Daten: Hier werden die empirischen Methoden und Datengrundlagen detailliert erläutert, die zur Operationalisierung der Indikatoren soziale Heterogenität, Stimmenmaximierung und Koalitionsfähigkeit herangezogen werden.

6. Analyse: Ist die SPD noch eine Volkspartei?: Dieses Hauptkapitel präsentiert die empirischen Befunde zur sozialen Heterogenität der Wähler, Mitglieder und MdB sowie zur Stimmenmaximierung und Koalitionsfähigkeit der Partei.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die SPD aufgrund des Fehlens zentraler Indikatoren nach der Bundestagswahl 2017 nicht mehr als klassische Volkspartei definiert werden kann.

Schlüsselwörter

SPD, Volkspartei, Bundestagswahl 2017, Parteienforschung, Soziale Heterogenität, Stimmenmaximierung, Koalitionsfähigkeit, Otto Kirchheimer, Peter Lösche, Parteimitglieder, Wahlverhalten, Politische Integration, Catch-All-Party, Lose verkoppelte Anarchie, Politische Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Status der SPD als Volkspartei nach der Bundestagswahl 2017 und untersucht, ob dieser Status unter aktuellen Bedingungen noch haltbar ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die theoretische Definition von Volksparteien sowie die empirische Analyse von Merkmalen wie sozialer Zusammensetzung, Wahlerfolgen und Regierungsfähigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die SPD anhand spezifischer Indikatoren nach dem Stand von 2017 noch als Volkspartei klassifiziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine synchrone empirische Analyse durchgeführt, bei der verschiedene Datensätze (z.B. GLES-Nachwahlquerschnitt) mittels deskriptiver Statistiken und t-Tests ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil prüft systematisch die drei Indikatoren soziale Heterogenität (bei Wählern, Mitgliedern und MdB), Stimmenmaximierung und Koalitionsfähigkeit.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Volkspartei-Typologie, soziale Heterogenität, Stimmenmaximierung, SPD-Mitgliederstudien und das Hamburger Grundsatzprogramm.

Was bedeutet nach dem Autor die „lose verkoppelte Anarchie“?

Dieser Begriff von Peter Lösche beschreibt eine Organisationsform, in der die Partei eher als Sammelbecken verschiedener Interessengruppen agiert, statt einer starren, hierarchischen Struktur zu folgen.

Welches Ergebnis zieht die Arbeit in Bezug auf die SPD?

Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die SPD zwei von drei untersuchten Indikatoren nicht mehr erfüllt und somit als Volkspartei nach der Bundestagswahl 2017 nicht mehr definiert werden kann.

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Details

Titel
Die sozialdemokratische Volkspartei Deutschlands? Eine empirische Analyse zum Volksparteistatus der SPD nach der Bundestagswahl 2017
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
64
Katalognummer
V1131228
ISBN (eBook)
9783346497963
ISBN (Buch)
9783346497970
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SPD Sozialdemokratische Volkspartei Deutschland Volkspartei Bundestagswahl 2017 empirisch Analyse Kirchheimer Lösche t-test Stata soziale Heterogenität Catch all Party lose verkoppelte Anarchie Forschungsgegenstand Stimmenmaximierung Indikatoren chasse gardee deskriptive Statistik Sozialdemokratische Partei Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Die sozialdemokratische Volkspartei Deutschlands? Eine empirische Analyse zum Volksparteistatus der SPD nach der Bundestagswahl 2017, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1131228
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Leseprobe aus  64  Seiten
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