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Die Strategie der punitiven Segregation von Garland

Dargestellt am Beispiel der aktuellen politischen Debatte zu vermeintlichen Anstieg der Jugendkriminalität von Tätern oder Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund

Title: Die Strategie der punitiven Segregation von Garland

Seminar Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom Jessica Knipping (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Aus einer politischen Diskussion zu dem Überfall auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn
am 20. Dezember 2007, heraus entstand die Idee zu dieser Hausarbeit, die nun verwirklicht
werden soll. Die Diskussion warf die Frage nach der Macht der Medien auf, neue Gesetze
und Verordnungen durch die Macht der Bilder und der Worte und deren Präsentation in der
Öffentlichkeit zu steuern bzw. zu erzwingen. In wieweit ist die Politik noch frei in Ihren
Entscheidungen, wenn einzelne Presseorgane eine Kampagne starten? Oder ist die Presse
abhängig von der Reaktion der Politik auf ihre Berichte?
Diese Untersuchungen würden den Rahmen dieser Arbeit deutlich sprengen. Aus diesem
Grunde möchte ich mich in dieser Arbeit auf zwei zentrale Themen konzentrieren. Am
Beispiel des Landtagswahlkampfes in Hessen im Dezember und Januar 2007/08 und den
Wahlkampf zur Bürgerschaftswahl in Hamburg im Jahre 2001. In Kapitel 3 möchte ich diese
Wahlkämpfe und ihre Wechselwirkungen mit den Medien analysieren. Zuvor möchte ich im
zweiten Kapitel eine theoretische Grundlage zu dieser Wechselwirkung erarbeiten und als
Grundlage hierfür auf die Theorie der High Crime Societies von David Garland zurückgreifen.
Entgegen dem allgemeinen Sprachgebrauch, werde ich in dieser Arbeit auf eine
geschlechterdifferenzierte Schreibweise verzichten. Ich möchte an dieser Stelle darauf
hinweisen, dass in allen pauschalen Nennungen beide Geschlechter mit bedacht sind. Im Rahmen eines Aufsatzes für das „British Journal of Criminology“ hat David Garland die
‚Kultur der High Crime Societies‘ vorgestellt. Garland ist Dozent für Soziologie und Recht an
der Universität von New York und hat sich als Gesellschaftsanalytiker und Strafrechts- bzw.
Strafvollzugsrechtkritiker einen Namen gemacht. Inhalt des Aufsatzes ist die Untersuchung
des Wandels und der Entwicklung neuer Strategien der Kriminalitätskontrollen unter
Berücksichtigung der kulturellen Empfindsamkeiten in Großbritannien und den Vereinigten
Staaten von Amerika.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kultur der „High Crime Societies“

2.1. Die Politik von „Law & Order“

2.2. Die Strategie der punitiven Segregation

2.2.1. Expressives Bestrafen

2.2.2. Populistisches Politisieren

2.2.3. Die Neue Figur des Opfers

3. Aktuelle politische Bezüge zu dieser Theorie

3.1. Der Landtagswahlkampf in Hessen im Januar 2008

3.2. Der Wahlkampf zur Bürgerschaftswahl im September 2001

3.3. Das Problem mit der Statistik

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Relevanz der Theorie der „High Crime Societies“ von David Garland im Kontext aktueller politischer Debatten in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie mediale Berichterstattung und populistische Strategien während Wahlkämpfen dazu genutzt werden, Kriminalisierungsprozesse voranzutreiben und punitives Handeln gegenüber Straftätern mit Migrationshintergrund zu legitimieren.

  • Die Theorie der „High Crime Societies“ und das Konzept der punitiven Segregation.
  • Die Rolle der Medien als Verstärker populistischer Kriminalpolitik.
  • Analyse des Landtagswahlkampfs in Hessen 2008 als Fallbeispiel.
  • Analyse des Bürgerschaftswahlkampfs in Hamburg 2001.
  • Kritische Reflexion über den zweckmäßigen Einsatz von Kriminalstatistiken.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Expressives Bestrafen

Der expressive Modus der Bestrafung beinhaltet die „Bestrafung um der Bestrafung Willen“, diese Maßnahme dient dem Ansprechen der öffentlichen Gefühle, zum verdeutlichen des staatlichen Krisenmanagements sowie der Stigmatisierung des Straftäters über das Ende seiner Haftzeit hinaus. Zur Säule des expressiven Bestrafens zählen auch die Verschärfung der Haftbedingungen und die Verminderung der Chance auf vorzeitige Haftentlassung. Das Ergebnis ist stigmatisierend, der Straftäter wird auch nach dem Abbüßen seiner Haftstrafe aus der Gesellschaft gedrängt bzw. bekommt keine reelle Chance auf eine Resozialisierung, hier wird auch eine Verbindung zur Etikettierungstheorie von Sutherland, das Labeling Approach deutlich. Abweichung wird als Zuschreibungsprozess des Attributes der Devianz zu bestimmten Verhaltensweisen im Rahmen von Interaktionen verstanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung der Arbeit aus einer politischen Diskussion über mediale Einflussnahme und stellt die Untersuchung der Wahlkämpfe in Hessen und Hamburg in den Fokus.

2. Die Kultur der „High Crime Societies“: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen von David Garland ein und definiert Strategien wie „Law & Order“ sowie die punitive Segregation.

3. Aktuelle politische Bezüge zu dieser Theorie: Hier werden die theoretischen Konzepte anhand der konkreten Beispiele der Landtagswahl in Hessen 2008 und der Bürgerschaftswahl in Hamburg 2001 sowie der medialen Nutzung von Statistiken analysiert.

4. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, wie politische Akteure Medien nutzen, um gesellschaftliche Ängste zu bedienen, und betont die Notwendigkeit für die Soziale Arbeit, diese Prozesse kritisch zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Punitive Segregation, High Crime Societies, Jugendkriminalität, Migrationshintergrund, Law & Order, Medien, Populismus, Stigmatisierung, Wahlkampf, Kriminalstatistik, Resozialisierung, soziale Arbeit, Opferrolle, politische Debatte, Strafrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das theoretische Konzept der „punitiven Segregation“ von David Garland in deutschen Wahlkämpfen angewendet wird, um politische Ziele zu erreichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Wechselwirkung zwischen Medien und Politik, die Instrumentalisierung von Jugendkriminalität und die Stigmatisierung von Menschen mit Migrationshintergrund.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch eine „Law & Order“-Rhetorik und die Fokussierung auf Opferinteressen eine gesellschaftliche Spaltung gefördert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse auf Basis soziologischer Konzepte sowie eine inhaltsanalytische Betrachtung medialer Berichterstattung während spezifischer Wahlkämpfe.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in Garlands Thesen sowie deren Anwendung auf den hessischen Landtagswahlkampf 2008 und die Hamburger Bürgerschaftswahl 2001.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören punitive Segregation, populistisches Politisieren, mediale Inszenierung und Kriminalpolitik.

Inwiefern spielt das Opferbild eine Rolle für die Politik?

Laut Garland nimmt das Opfer eine neue, repräsentative Figur ein, die genutzt wird, um Gesetzesverschärfungen emotional zu legitimieren, anstatt die Ursachen von Kriminalität sachlich zu diskutieren.

Warum ist die Statistik-Kritik für die Autorin wichtig?

Sie zeigt auf, dass Statistiken oft aus dem Zusammenhang gerissen werden, um ein verzerrtes Sicherheitsgefühl zu erzeugen und horrende Kosten für den Steuerzahler zu suggerieren.

Was bedeutet die „punitive Segregation“ konkret für die Soziale Arbeit?

Die Autorin mahnt, dass Soziale Arbeit wachsam gegenüber neoliberalen Sicherheitskonzepten sein muss, da diese Errungenschaften der Resozialisierung und soziale Rechte gefährden könnten.

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Details

Title
Die Strategie der punitiven Segregation von Garland
Subtitle
Dargestellt am Beispiel der aktuellen politischen Debatte zu vermeintlichen Anstieg der Jugendkriminalität von Tätern oder Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund
College
Hamburg University of Applied Sciences  (Fakultät Wirtschaft und Soziales)
Course
Migrationsrecht
Grade
1,3
Author
Diplom Jessica Knipping (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V113133
ISBN (eBook)
9783640133307
ISBN (Book)
9783640134915
Language
German
Tags
Strategie Segregation Garland Migrationsrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Jessica Knipping (Author), 2008, Die Strategie der punitiven Segregation von Garland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113133
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