War es in den letzten Jahrzehnten möglich bzw. wird es in naher Zukunft voraussichtlich möglich sein, Wirtschaftswachstum von ökologischen Schäden und dem Erdressourcenverbrauch zu entkoppeln?
Der vergangenheitsorientierte Teil der Frage soll durch Untersuchung ökologisch-ökonomischer Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und anhand einer Momentaufnahme geklärt werden. Der Blick in die nahe Zukunft erfolgt durch genauere Betrachtung der Instrumente, welche heute mit dem Ziel einer Realisierung der ökologischen Wende angewendet werden.
Paechs Argumentation über die Unmöglichkeit einer Entkopplung geht seinem Entwurf einer „Postwachstumsökonomie“ voraus. In diesem skizziert er den Weg zu einer wachstumslosen Wirtschaft sowie deren Erscheinungsbild.
Aus der Fragestellung soll eine Aussage über die ökologische Notwendigkeit einer wachstumslosen Wirtschaft und damit auch über die ökologische Notwendigkeit der Postwachstumsökonomie folgen, welche dieser Arbeit als konkretes, stellvertretendes Konzept für eine Wirtschaft ohne Wachstum dienen soll. War die Entkopplung möglich oder wird sie dies voraussichtlich in naher Zukunft sein, so soll weiteres Wachstum als nicht problematisch und eine Wirtschaft ohne Wachstum bzw. eine Postwachstumsökonomie als ökologisch nicht notwendig gelten. Im gegensätzlichen Fall gelte die beschriebene Schlussfolgerung in invertierter Form. Die Arbeit soll klären, ob bisher gewählte Maßnahmen in der Lage waren, die ökologische Wende einzuleiten bzw. ob sie dazu in naher Zukunft in der Lage sein könnten oder ob eine Wende einzig über nachhaltige Lebensstile und eine Wirtschaft ohne Wachstum zu erreichen ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ansätze und Kritik von Ökonomien ohne Wirtschaftswachstum
2.1 Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit
2.2 Postwachstumsökonomie nach Niko Paech
2.3 Probleme bei der Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umwelt
2.4 Kritische Betrachtung
3 Untersuchung ökologisch-ökonomischer Entwicklungen
3.1 Verbrauch fossiler Brennstoffe
3.2 Klimawandel
4 Zwischenfazit
5 Instrumente und Beispiele zur Realisierung der ökologischen Wende
5.1 Effektive Klimaschutzpolitik: Pro-Kopf-CO2-Budget
5.2 Ökologisch sinnvolle Energieversorgung: Ausbau Erneuerbarer Energien
5.3 Innovative Technologien: Kernfusionsenergie, Carbon capture and storage
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht die Notwendigkeit und Realisierbarkeit einer Postwachstumsökonomie, indem sie analysiert, ob Wirtschaftswachstum von ökologischen Schäden und Ressourcenverbrauch entkoppelt werden kann oder ob eine wachstumslose Wirtschaft für den Erhalt der Lebensgrundlagen zwingend ist.
- Wachstumskritik und Konzepte einer Postwachstumsökonomie
- Analyse der Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltbelastung
- Empirische Untersuchung des Energieverbrauchs und Klimawandels
- Potenziale technischer Lösungen und Innovationen
- Notwendigkeit einer Änderung von Lebensstilen für eine ökologische Wende
Auszug aus dem Buch
Postwachstumsökonomie nach Niko Paech
Niko Paech gilt als renommierter, zeitgenössischer Vertreter der Postwachstums-Bewegung. Er entwickelt die Darlegungen der ersten Welle der Wachstumskritik aus den 1970er Jahren weiter und setzt sich „systematisch mit Ansätzen zu einer ökologischen Ökonomie jenseits des Wachstums“ auseinander. Seine Postwachstumsökonomik bietet einen analytischen Rahmen zur Untersuchung des Zusammenhangs „zwischen nachhaltiger Entwicklung und Wirtschaftswachstum“, während die Postwachstumsökonomie als konkreter Zukunftsentwurf zu verstehen ist, welcher im Folgenden näher beschrieben wird. Im Normalfall wird in dieser Arbeit unter dem Begriff der Postwachstumsökonomie eine Wirtschaft ohne Wachstum verstanden. Ist ausschließlich von Paechs Entwurf die Rede, so wird dies explizit erwähnt.
Während Umweltökonomik und Ökologische Ökonomik „auf eine ökologische Entkopplung“ des Bruttoweltprodukts (BWP) abzielen, so ist diese laut Paech nicht zu erreichen. Bei seinem Entwurf liegt der Fokus auf der Reduktion arbeitsteiliger und monetarisierter Wertschöpfung und deren Substitution „durch entmonetarisierte Versorgungspraktiken“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Problematik von Umweltschäden dar und hinterfragt die Möglichkeit, Wirtschaftswachstum von ökologischen Belastungen zu entkoppeln.
2 Ansätze und Kritik von Ökonomien ohne Wirtschaftswachstum: Das Kapitel definiert den Begriff des Wirtschaftswachstums, stellt das Konzept der Postwachstumsökonomie nach Niko Paech vor und beleuchtet die Problematik der Entkopplung sowie kritische Gegenpositionen.
3 Untersuchung ökologisch-ökonomischer Entwicklungen: Es erfolgt eine Analyse von Rohdaten zu fossilen Brennstoffen und dem Klimawandel, um den Status quo der ökologischen Entwicklung im Zeitraum 1980–2015 zu evaluieren.
4 Zwischenfazit: Dieses Kapitel fasst die bisherigen Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass eine absolute Entkopplung bisher nicht gelungen ist.
5 Instrumente und Beispiele zur Realisierung der ökologischen Wende: Hier werden verschiedene Ansätze wie CO2-Budgets, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie innovative Technologien hinsichtlich ihres Potenzials zur Erreichung der ökologischen Wende analysiert.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Frage, ob sich nachhaltige Lebensstile langfristig in der Gesellschaft verankern lassen.
7 Literaturverzeichnis: Verzeichnis der in der Arbeit verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Postwachstumsökonomie, Wirtschaftswachstum, ökologische Entkopplung, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Ressourcenverbrauch, CO2-Budget, Erneuerbare Energien, Green New Deal, Rebound-Effekt, Suffizienz, Subsistenz, Energiewende, ökologische Modernisierung, ökologische Notwendigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Wirtschaftswachstum ökologisch nachhaltig gestaltet werden kann oder ob eine Postwachstumsökonomie (Wirtschaft ohne Wachstum) notwendig ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen Wachstumskritik, Entkopplung von Wirtschaft und Umwelt, Klimawandel, Energieversorgung sowie Instrumente für eine ökologische Wende.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, ob bisherige Maßnahmen zur Entkopplung erfolgreich waren und ob künftige technische Innovationen ausreichen, um ohne einen grundlegenden Systemwandel die ökologische Notwendigkeit zu wahren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie die Analyse von Zeitreihen und ökologisch-ökonomischen Daten des Zeitraums 1980–2015.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Kapitel 2), die empirische Datenanalyse (Kapitel 3) und die Bewertung von politischen sowie technologischen Instrumenten (Kapitel 5).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Postwachstumsökonomie, Entkopplung, CO2-Budget, Rebound-Effekt und ökologische Notwendigkeit.
Wie bewertet der Autor die Rolle des technischen Fortschritts?
Der Autor zeigt sich skeptisch gegenüber einem rein technikbasierten Ansatz, da bisherige Effizienzsteigerungen oft durch Rebound-Effekte zunichtegemacht wurden und die globalen Emissionen weiter steigen.
Welche Bedeutung hat das CO2-Budget in der Arbeit?
Das CO2-Budget dient als Orientierungsrahmen für eine effektive Klimaschutzpolitik und verdeutlicht die Notwendigkeit drastischer Emissionsminderungen, um die 2-Grad-Grenze nicht zu überschreiten.
- Citar trabajo
- Moritz Renner (Autor), 2017, Untersuchung einer Postwachstumsökonomie auf Notwendigkeit und Realisierbarkeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1131866