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Annibale Caracci "Die Himmelfahrt Mariens" als erstes Werk des "Neuen Stils"

Titel: Annibale Caracci "Die Himmelfahrt Mariens" als erstes Werk des "Neuen Stils"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Josephine Klingebeil (Autor:in)

Kunst - Malerei
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Agostino, Annibale, Antonio und Ludovico Carracci gelten als Begründer der sogenannten Bologneser Schule, welche als Vorläufer der neuzeitlichen Kunstakademie gilt. Die Lehre dieser Accademia degli Incamminati (Schule der auf den rechten Weg Gebrachten, 1585) basiert auf der Grundlage der bewussten Rückbesinnung auf die bedeutendsten Künstler der italienischen Hochrenaissance, wie Raffael, Michelangelo, Correggio, Tintoretto oder Bassano und dem Natur- und Modellstudium. Die frühbarocke Kunst der Carracci ist dem erstarrten Formalismus des Manierismus entgegengerichtet. Sie bedeutet einen wichtigen Schritt in Richtung der wirklichkeitsnahen Kunst der 17. Jahrhunderts, ohne jedoch den klassischen Idealen eine Absage zu erteilen. Das harmonische Weltbild der Antike und der Renaissance galt den Carracci als „kulturelle“ Errungenschaft, als Objekt der Bewunderung und schöpferischer Nachahmung, deren äußeres Erscheinungsbild mit aktuellem Gehalt erfüllt werden sollte. Annibale gilt als der vielseitigste und begabteste der Carracci, auch wenn bei ihm ein Hang zu heroischer Idealität deutlich wird. Für Benati ist diese Himmelfahrt Mariae (Abb. 1) dasjenige Werk, das Annibale gegenüber den anderen Carracci auszeichnet. Mit diesem Bild beginnt der wichtige Schritt in der Nachahmung Correggios, durch die es bei Carracci zur offenen antiklassischen Ausstrahlung kommt, die den Übergang vom Manierismus zum Barock kennzeichnet.
Der Dresdner Altar gehört zu den ersten bedeutenden Werken des neuen pathetischen Stils, den es im Folgenden zu untersuchen gilt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zum Leben und Umfeld Annibale Carraccis

2. Die apokryphe Schilderung der Himmelfahrt Mariens

3. Annibale Carracci: Die Himmelfahrt Mariens

3.1 Provenienz des Dresdner Werkes

3.2 Die Figuren und der Versuch einer Deutung

3.3 Komposition, Kontraste und Wirkung

3.4 Die Aussage des Gemäldes

3.5 Rezeption und der Weg zum neuen Stil

Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Gemälde „Die Himmelfahrt Mariens“ von Annibale Carracci als ein Schlüsselwerk für den Übergang vom Manierismus zum barocken Naturalismus. Dabei wird analysiert, wie der Künstler traditionelle ikonographische Motive mit einer neuen, realistischen und dramatischen Bildsprache vereint.

  • Biografischer Kontext und künstlerische Ausbildung von Annibale Carracci.
  • Apokryphe Ursprünge der Himmelfahrtsdarstellung.
  • Analytische Untersuchung der Komposition, Farbgestaltung und Figurenkonstellation.
  • Ikonographische Deutung der symbolischen Elemente wie Säulen und Reliefs.
  • Vergleichende Analyse der stilistischen Entwicklung zu späteren Werken des Künstlers.

Auszug aus dem Buch

3. Annibale Carracci: Die Himmelfahrt Mariens

Carracci bedient den populärsten und weitverbreitetsten Typen der Himmelfahrt Mariens im 16. Jahrhundert. Die Apostel sind um das Grab der Jungfrau Maria versammelt. Einige schauen schockiert in das leere Grab, während andere erstaunt Maria hinterher sehen, die von Engeln umgeben in einer Lichtgloriole in den Himmel getragen wird. Affektreich werden den Aposteln Trauer und Überraschung angesichts der Himmelfahrt Mariens in vielfachen Schattierungen eingeschrieben. Das Werk (Abb. 1) ist auf 1587 datiert und misst Höhe vor Breite 381 auf 245 cm. Das Leinwandgemälde wurde 1746 aus Modena eingekauft und gehört mit der Galerienummer 303 zum ständigen Hängebestand der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden.

Rechts im Vordergrund ist einer der Apostel auf die Knie gefallen, den Oberkörper weit zurückgelehnt verfolgt er mit fast apathischem Blick das Wunder. Seine Hände hat er gleichsam ehrfurchtsvoll, wie demütig und bestürzt auf die Brust gelegt. Neben ihm kniet ein junger Apostel, der wehmütig in Gedanken versunken auf den Boden blickt und Halt am Grab Mariens sucht. Von dem Geschehen um ihn herum, scheint er kaum etwas mitzubekommen. Rechts hinter den beiden befindet sich ein Gruppe von vier Aposteln, die fassungslos gen Himmel starren, die Hände zusammenschlagen oder nach oben zeigen, als würden sie sich fragen: „Siehst du auch, was ich sehe?“. Im Bildzentrum steht ein Apostel im Schatten Mariens an den steinernen Sarkophag gelehnt. Ergriffen, fast erschrocken, drückt er sein Gewand an die Brust und versucht doch, ihr nachzugreifen, die Erscheinung zu berühren, um sich ihrer Realität zu vergewissern. Auf der linken Seite des Grabes stehen zwei Apostel, die sich ungläubig ansehen, während ein dritter skeptisch ins Grab hineinschaut, als könne er nicht glauben, was gerade geschieht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Carracci-Schule und die Rolle von Annibale Carracci als Wegbereiter für eine wirklichkeitsnahe Kunst des 17. Jahrhunderts.

1. Zum Leben und Umfeld Annibale Carraccis: Skizzierung der Herkunft, Ausbildung und der frühen künstlerischen Entwicklung des Malers in Bologna.

2. Die apokryphe Schilderung der Himmelfahrt Mariens: Erläuterung der theologischen und literarischen Hintergründe zur Himmelfahrt Mariens basierend auf den Apokryphen und der Legenda aurea.

3. Annibale Carracci: Die Himmelfahrt Mariens: Zentrale Analyse des Dresdner Werkes in Bezug auf Provenienz, Figuren, Komposition, Ikonographie und stilistische Rezeption.

3.1 Provenienz des Dresdner Werkes: Detaillierte Darstellung der Geschichte des Gemäldes von der Entstehung in der Kirche San Rocco bis zur Überführung in die Dresdner Gemäldegalerie.

3.2 Die Figuren und der Versuch einer Deutung: Identifizierung der dargestellten Apostel und Analyse ihrer individuellen Reaktionen auf das göttliche Ereignis.

3.3 Komposition, Kontraste und Wirkung: Untersuchung der formalen Gestaltungsmittel wie Lichtführung, Diagonalen und der räumlichen Anordnung.

3.4 Die Aussage des Gemäldes: Deutung der symbolischen Elemente sowie der Verbindung von irdischer und himmlischer Sphäre innerhalb der Heilsgeschichte.

3.5 Rezeption und der Weg zum neuen Stil: Einordnung des Werkes im Kontext der stilistischen Entwicklung Carraccis hin zur Barockmalerei.

Schlusswort: Zusammenfassende Würdigung von Carraccis Beitrag zur Wende vom Manierismus zum barocken Naturalismus.

Schlüsselwörter

Annibale Carracci, Himmelfahrt Mariens, Bologneser Schule, Barock, Manierismus, Kunstgeschichte, Gemäldegalerie Alte Meister, Ikonographie, Komposition, Sakrale Malerei, Italienische Renaissance, Apostel, Naturstudium, Licht-Schatten-Kontrast, Heilsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Annibale Carraccis Gemälde „Die Himmelfahrt Mariens“ von 1587 als ein stilistisch wegweisendes Werk, das die Distanz zum erstarrten Manierismus überwindet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Biografie Carraccis, die Analyse der Bildkomposition und Ikonographie sowie die Einordnung des Werkes in den kunsthistorischen Übergang zwischen Renaissance und Barock.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Carracci durch die Verbindung von Realismus und klassischer Ideale einen „neuen Stil“ entwickelte, der die Betrachter emotional stärker in das religiöse Geschehen einbindet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Bildanalyse, die formale Kriterien (Komposition, Licht, Stil) mit ikonographischen Deutungen und historischen Quellen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Bildbeschreibung, die Herkunft (Provenienz) des Werkes, die Bedeutung der Figuren, die Komposition und den Vergleich mit anderen Versionen Carraccis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Namen des Künstlers und dem Titel des Werkes sind Begriffe wie Barock, Naturalismus, Ikonographie und Bologneser Schule für das Verständnis der Arbeit essenziell.

Warum ist die Anwesenheit von nur elf Aposteln ein interessanter Punkt?

Dies stellt eine Abweichung von den zwölf Jüngern dar, die üblicherweise in biblischen Texten genannt werden, was Raum für verschiedene Deutungsansätze lässt, etwa den des „fehlenden“ Apostels, der durch den Betrachter ersetzt wird.

Wie beeinflusst der Dresdner Altar das Verständnis von Carraccis Entwicklung?

Er gilt als eines der ersten bedeutenden Werke seines pathetischen Stils, an dem sich der Prozess weg vom linearen Manierismus hin zu einer dynamischen, dramatischen Malweise besonders gut ablesen lässt.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Annibale Caracci "Die Himmelfahrt Mariens" als erstes Werk des "Neuen Stils"
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar vor Originalen, Alte Meister Dresden
Note
1,0
Autor
Josephine Klingebeil (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
31
Katalognummer
V113201
ISBN (eBook)
9783640136605
ISBN (Buch)
9783640336586
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Annibale Caracci Himmelfahrt Mariens Werk Neuen Stils Hauptseminar Originalen Alte Meister Dresden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josephine Klingebeil (Autor:in), 2007, Annibale Caracci "Die Himmelfahrt Mariens" als erstes Werk des "Neuen Stils", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113201
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Leseprobe aus  31  Seiten
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