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Tizians "Zinsgroschen"

Titre: Tizians "Zinsgroschen"

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2006 , 34 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Josephine Klingebeil (Auteur)

Art - Peinture
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Sprache der Kunst war im 16. Jahrhundert keine einfache glatte Gesamtheit von unabhängigen Zeichen, vielmehr war sie opak, mysteriös, rätselhaft, vermischte sich mit Figuren aus der Welt und bildet ein Zeichennetz. Das Symbolmilieu verbindet auf intellektueller Ebene Kundige und die Patrone in einer ihnen angemessenen Sprache. Lesbarkeit der Kunst war also nichts für den gemeinen Mann.
Am Beispiel des Zinsgroschens (Abb. 1) von Tizian werde ich durch verschiedene Ansätze einen Einblick geben, in die Masse der Möglichkeiten auf deren verschiedenen Ebenen es möglich ist, ein Werk des 16. Jahrhunderts zu hinterfragen und zu interpretieren.

Der sich bei uns in Dresden befindende Zinsgroschen (Abb. 1) Tizians gilt als die klassische Formulierung der Konfrontation Jesu mit den Pharisäern schlechthin. Er ist nicht nur für die Gemäldegalerie Alte Meister ein bedeutendes Werk Tizians, sondern bezeichnet auch innerhalb seines Schaffens eine wichtige Position. Deutlich sind die venezianischen Besonderheiten der Malerei zu erkennen und der Zinsgroschen ist ein gutes Beispiel für den für Tizian so charakteristischen Stil.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das biblische Thema des Zinsgroschens

2. Darstellungen des Zinsgroschens vor Tizian

3. Tizian: Der Zinsgroschen, um 1516, Dresden Alte Meister

3.1 Das Kryptoporträt Tizians

3.2 Vita activa et Vita contemplativa im Zinsgroschen

3.3 Die Münze – Das Geld

3.4 Die Handstellung

4. Darstellungen des Zinsgroschens nach Tizian

4.1 Tizian: Der Zinsgroschen, 1568, London National Gallery

Schlusswort

Bibliographie

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Gemälde "Der Zinsgroschen" von Tizian als ein komplexes, symbolisch aufgeladenes Werk des 16. Jahrhunderts. Das Ziel besteht darin, den Betrachter durch verschiedene kunsthistorische Ansätze zu führen, um die tiefere Bedeutungsebene, die Funktion des Bildes als privates Andachtsstück für den Auftraggeber sowie die ikonographischen Besonderheiten wie die Handstellung Jesu zu entschlüsseln.

  • Analyse des biblischen Hintergrunds und der künstlerischen Tradition vor Tizian.
  • Untersuchung der Komposition, des Kolorits und der psychologischen Dimensionen im Dresdner Gemälde.
  • Interpretation der ikonographischen Details, insbesondere der Handhaltung, der Geldmünze und der Vita-Thematik.
  • Vergleichende Betrachtung von Tizians späterer Fassung des Zinsgroschens in London.

Auszug aus dem Buch

3. Tizian: Der Zinsgroschen, um 1516, Dresden Alte Meister

Nach Vasari ist der Dresdner Zinsgroschen (Abb. 1) für den Herzog Alfonso d’Este von Ferrara gemalt wurden, wo er eine Schranktür schmückte.9 Da Beziehungen Tizians zum Herzog erst 1516 urkundlich nachzuweisen sind, einigten sich die meisten Kunsthistoriker auf ein Entstehungsdatum in diesem Jahr.10 1746 konnte August III das Bild für seine Dresdner Sammlung erwerben, und es befindet sich heute in der Gemäldegalerie Alte Meister Dresden.11 Der Zinsgroschen misst Höhe vor Breite 75 x 56 cm und ist am Kragen des Pharisäers bezeichnet mit TICIANVS F.12

Vasari definiert das Dargestellte mit den Worten, es handle sich um das “wunderbare und herrliche Brustbild von Christus, dem ein böser Jude die Münze des Kaisers zeigt“.13 Am Thema des Dargestellten gibt es also keinen Zweifel. Es stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang der Bedeutung der Szene und der Funktion des Bildes.

Christus und der Pharisäer sind als Halbfiguren gegeben, dicht beisammen vor neutralem, dunklem Hintergrund. Der Körper des Pharisäers wird vom rechten Rahmen überschnitten, nur das Profil seines Kopfes und sein linker Arm kommen ins Bild. In der Hand hält er das Geldstück und sieht gespannt, etwas von unten her, ins Antlitz Christi, das von einem feinen kreuzförmigen Nimbus umgeben ist. Seinem fast aggressiven Vordrängen steht Christus ruhig gegenüber. Das Grobe des Pharisäers wird betont durch seine urig-männlichen, herb-kantigen Gesichtszüge und seinen Ohrring.

Der Oberkörper Christi, ein wenig nach links zurückgedreht, erfüllt das Bild. Sein Gesicht ist dem Pharisäer leicht zugewandt. Es erstrahlt in einer milden Helligkeit und ist von dunklem Haar und Bart umgeben. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand weist er, ohne es zu berühren auf das Geldstück. Durch das helle Inkarnat und die Feingliedrigkeit steht diese Hand in einem starken Kontrast zu der groben, gebräunten Hand des Pharisäers. Die linke Hand Christi wird vom unteren Bildrand verdeckt, vielleicht hält er damit, den um die Schultern gelegten blauen Mantel zusammen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die komplexe Zeichensprache der Kunst des 16. Jahrhunderts und Zielsetzung der Untersuchung des Zinsgroschens.

1. Das biblische Thema des Zinsgroschens: Darstellung der relevanten biblischen Quellen und Szenen, die dem Werk zugrunde liegen.

2. Darstellungen des Zinsgroschens vor Tizian: Analyse der kunsthistorischen Einordnung und Suche nach Vergleichsbeispielen vor der Etablierung des Themas durch Tizian.

3. Tizian: Der Zinsgroschen, um 1516, Dresden Alte Meister: Detaillierte Betrachtung von Herkunft, Komposition, Farbgebung und Bedeutung des Dresdner Werkes.

3.1 Das Kryptoporträt Tizians: Untersuchung der Hypothese, dass Tizian sich selbst in der Figur des Pharisäers porträtiert hat.

3.2 Vita activa et Vita contemplativa im Zinsgroschen: Interpretation der Szene im Kontext der philosophischen Denkmodelle über das aktive und das beschauliche Leben.

3.3 Die Münze – Das Geld: Erörterung der theologischen und gesellschaftlichen Symbolik des Geldes im 16. Jahrhundert am Beispiel des Werkes.

3.4 Die Handstellung: Deutung der spezifischen Gebärden der Akteure und deren ikonographische Bedeutung.

4. Darstellungen des Zinsgroschens nach Tizian: Untersuchung des Einflusses des Dresdner Werkes auf die spätere Kunstgeschichte.

4.1 Tizian: Der Zinsgroschen, 1568, London National Gallery: Vergleich der späteren Londoner Version mit dem Dresdner Original.

Schlusswort: Zusammenfassung der Ergebnisse zur tiefgründigen Bedeutung und Funktion des Zinsgroschens.

Schlüsselwörter

Tizian, Zinsgroschen, Dresdner Gemäldegalerie, italienische Renaissance, Ikonographie, Christus, Pharisäer, Kunstpatronage, Vita activa, Vita contemplativa, Kryptoporträt, Symbolik, Handstellung, Geld, Andachtsbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit widmet sich einer eingehenden Analyse von Tizians "Zinsgroschen" und untersucht, wie das Werk als symbolgeladenes, privates Andachtsbild für den Auftraggeber Alfonso d’Este fungierte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die religiöse Ikonographie, die zeitgenössische Interpretation von Geld und Besitz, die philosophische Unterscheidung zwischen Vita activa und Vita contemplativa sowie die Rolle des Künstlers als Auftragswerk-Gestalter.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den "Zinsgroschen" über seine rein oberflächliche Betrachtung hinaus zu hinterfragen und die vielschichtigen Bedeutungsebenen, die im 16. Jahrhundert für gebildete Betrachter lesbar waren, offenzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Analyse, die formale Bildbetrachtung (Komposition, Farbe, Handhaltung) mit ikonographischen und historischen Quellenstudien sowie vergleichenden Analysen anderer Werke verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Dresdner Meisterwerks (inklusive Kryptoporträt-Theorie, Vita-Modellen, Geld-Symbolik und Gestik) sowie eine vergleichende Analyse mit der späteren Londoner Fassung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Tizian, Zinsgroschen, Ikonographie, Kunstpatronage, Vita activa, Vita contemplativa und die Symbolik des Geldes.

Inwieweit deutet die Autorin die Handstellung im Bild?

Die Autorin betrachtet die spezifische Handhaltung Jesu mit den gespreizten Fingern als ein Zeichen, das auf die "Uneinigkeit" oder die "Wahl" zwischen irdischem und göttlichem Pfad hindeutet und den Betrachter zur moralischen Entscheidung auffordert.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der Schranktür bei, auf der das Bild angebracht war?

Die Anbringung auf einer Schranktür wird als Hinweis darauf gedeutet, dass das Bild ein privates, intimes Andachtsstück war, das den Auftraggeber bei der Nutzung seines Hab und Gutes regelmäßig an seine christlichen Pflichten und die Relativität irdischen Besitzes erinnern sollte.

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Résumé des informations

Titre
Tizians "Zinsgroschen"
Université
Dresden Technical University  (Institut für Kunstgeschichte)
Cours
Proseminar: Venezianische Malerei des 16. Jahrhunderts
Note
1,3
Auteur
Josephine Klingebeil (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
34
N° de catalogue
V113202
ISBN (ebook)
9783640136612
Langue
allemand
mots-clé
Tizians Zinsgroschen Proseminar Venezianische Malerei Jahrhunderts
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Josephine Klingebeil (Auteur), 2006, Tizians "Zinsgroschen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113202
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Extrait de  34  pages
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