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Italophonie als geographischer und sozialer Raum: Malta

Titel: Italophonie als geographischer und sozialer Raum: Malta

Seminararbeit , 2006 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Josephine Klingebeil (Autor:in)

Romanistik - Italianistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Eine Mittelmeerinsel wie jede andere? Nein, eine Welt für sich. >Einen Schock der Freude<, hat einmal der englische Gouverneur Sir Harry Luke Malta genannt.“
Malta liegt am strategischen Kreuzungspunkt im Mittelmeer. Nicht zuletzt diese Lage bestimmte seit jeher das Geschick der im ganzen 316 km2 großen Inseln Malta, Gozo, Comino, Cominotto und Filfla. Mitten auf der Handelsroute zwischen Sizilien, Italien und Afrika übten sie dadurch schon von frühester Zeit einen Einfluss aus, der in deutlichem Gegensatz zu ihrer Größe steht. Abb.1
In dieser Hausarbeit werde ich anhand der sehr interessanten und vielseitigen Geschichte Maltas versuchen aufzuzeigen, welchen Einfluss die italienische Sprache auf die Entwicklung des Maltesischen nahm und inwieweit man auch noch heute von einer Italophonie auf Malta sprechen kann. Die erste Besiedlung Maltas erfolgte etwa 5200 v.Chr. von Sizilien aus. Die Einwanderer lebten nomadisch in Höhlen und in erste Linie vom Fischfang. Abb.2 Etwa 4000 v.Chr. entwickelte sich durch die isolierte Insellage eine Megalithkultur, noch heute zeugen davon die Überreste großer Steintempel.Abb.3 Warum diese Kultur 2500 v.Chr. ihr Ende fand, ist ungeklärt. Da die Menschen dort sehr friedfertig lebten, nimmt man an, dass sie einer Epidemie infolge einer Dürrekatastrophe zum Opfer fielen. In der Bronzezeit, ab etwa 2000 v.Chr. wurde die Insel erneut von Sizilien und Unteritalien aus besiedelt. Um 1000 v.Chr. wurde Malta von den Phöniziern kolonisiert, die Malta als sicheren Stützpunkt für ihren Seehandel sahen. Daher leitet Malta vielleicht auch seinen Namen ab, denn das phönizische Wort malet bedeutet soviel wie Zufluchtsort. Zum Punischen Reich gehörte Malta etwa ab 650 v.Chr., als die Insel Karthago unterstellt wurde. Infolge des 2. Punischen Krieges gelang es den Römern die Insel zu unterwerfen, Malta wurde Teil des Römischen Reiches. In dieser Zeit hieß die Insel Melita, in Anlehnung an die griechischen Worte méli „Honig“ und mélitta „Biene“, denn Malta war in erster Linie für seinen Honig berühmt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der historische Hintergrund

1.1 Malta – Spielball der Kulturen

1.2 Der Malteser-Orden

1.3 Malta ab 1800

2. Die maltesische Sprache

2.1 Die Sprachgeschichte Maltas

2.2 Die Sprachsituation heute

2.3 Herkunft des Wortschatzes

2.4 Italienisch im Maltesischen

Schlusswort

Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und gegenwärtige Rolle des Italienischen im Maltesischen und erörtert, inwieweit Malta aufgrund seiner komplexen Sprachgeschichte als ein Raum der Italophonie betrachtet werden kann.

  • Historische Entwicklung Maltas unter verschiedenen kulturellen Einflüssen
  • Einfluss der italienischen Sprache auf die maltesische Sprachentwicklung
  • Gegenwärtige Sprachsituation und das Zusammenspiel von Maltesisch, Englisch und Italienisch
  • Einfluss von Medien und Tourismus auf die Rezeption des Italienischen
  • Analyse der Etymologie und grammatikalischer Strukturen des maltesischen Wortschatzes

Auszug aus dem Buch

2.4 Italienisch im Maltesischen

Grundsätzlich erfolgt die Entlehnung der Vokale aus dem Sizilianischen, erst später aus dem Standard-Italienischen mit deren ursprünglichen Vokalen. Allerdings besteht häufig die Tendenz, dass unbetonte Vokale in offener Silbe elidiert werden, wie es oft im arabischen Wortgut die Regel ist: vittima „Opfer“ > vittma; marittimo „maritim“ > marittm. Die (Standard-)Italienische Endung –o erscheint entweder in der sizilianischen Form –u oder sie ist abgfallen: prologo „Prolog“ > prologu; gelato „(Speise)Eis“ > ġelat.

Auch die Betonung wurde übernommen, deswegen findet sich häufig die Betonung des drittletzten Vokals, wie es in arabischen Wörtern nicht vorkommt. Ebenso treten betonte Endvokale auf, diese werden nach dem Vorbild in der Originalschreibung mit dem Gravis-Akzentzeichen versehen: virtù „Tugend“, varjetà „Abwechslung“.

Der Genus der italienischen Wörter wurde in der Regel übernommen, in der Praxis heißt die Grundregel, dass alle übernommenen Substantive auf –u und Konsonant maskulin, die auf –a und –i feminin sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die geografische und historische Bedeutung Maltas sowie die Darlegung der Forschungsfrage bezüglich des Einflusses der italienischen Sprache.

1. Der historische Hintergrund: Überblick über die Besiedlungsgeschichte Maltas von der Vorzeit bis zum 20. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der wechselnden Herrschaftsverhältnisse.

2. Die maltesische Sprache: Detaillierte Analyse der sprachgeschichtlichen Entwicklung, der aktuellen Sprachsituation und der etymologischen Herkunft des maltesischen Wortschatzes mit Fokus auf italienische Einflüsse.

Schlusswort: Synthese der Ergebnisse mit der Schlussfolgerung, dass trotz der dominanten arabischen Basis und des englischen Einflusses von einer historischen Italophonie auf Malta gesprochen werden kann.

Bibliographie: Verzeichnis der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Malta, Maltesische Sprache, Italophonie, Arabisch, Sizilianisch, Lehnwörter, Sprachgeschichte, Sprachkontakt, Malteserorden, Etymologie, Zweisprachigkeit, Diglossie, Kolonialgeschichte, Mediterraner Raum, Philologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Entwicklung Maltas und analysiert, welchen Einfluss das Italienische über die Jahrhunderte auf das Maltesische ausgeübt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Insel, der Sprachgeschichte des Maltesischen, dem etymologischen Ursprung des Wortschatzes sowie der aktuellen Rolle des Italienischen im Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und inwieweit man auch heute noch von einer „Italophonie“ auf Malta sprechen kann, basierend auf den historischen und kulturellen Einflüssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine linguistische und historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, historischen Dokumenten und linguistischen Statistiken basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung Maltas sowie eine detaillierte sprachwissenschaftliche Betrachtung, inklusive Lautlehre, Etymologie und soziolinguistischer Aspekte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Maltesisch, Sprachkontakt, Italienisch, Arabisch, Sizilianisch, Diglossie und Sprachgeschichte.

Welche Bedeutung hatte das Italienische für die maltesische Gerichtsbarkeit?

Das Italienische konnte über längere Zeit das Lateinische zurückdrängen und fungierte eine Zeit lang als die beherrschende Schriftsprache Maltas, insbesondere im Bereich der Rechtsprechung.

Wie beeinflussen heutige Medien die Verbreitung des Italienischen auf Malta?

Neben dem Tourismus tragen italienische Fernsehprogramme, die auf Malta empfangen werden können, maßgeblich dazu bei, dass viele Malteser die italienische Sprache weiterhin verstehen und ein gewisses „Comeback“ des Italienischen fördern.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Italophonie als geographischer und sozialer Raum: Malta
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
Italophonie
Note
1,0
Autor
Josephine Klingebeil (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
24
Katalognummer
V113206
ISBN (eBook)
9783640136117
ISBN (Buch)
9783640336593
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Italophonie Raum Malta Italophonie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josephine Klingebeil (Autor:in), 2006, Italophonie als geographischer und sozialer Raum: Malta, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113206
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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