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Die Macht der Berührung. Möglichkeiten, Berührungen in der Behandlung von Depressionen einzusetzen

Titre: Die Macht der Berührung. Möglichkeiten, Berührungen in der Behandlung von Depressionen einzusetzen

Thèse de Master , 2021 , 51 Pages , Note: 1,4

Autor:in: Tatiana Filenius (Auteur)

Psychologie - Psychosociologie
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Résumé Extrait Résumé des informations

Berührungen gehören zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Sie sind Teil unseres biologisch-seelischen Urprogrammes. Die Haut ist unser Organ, an dem unser Selbstbewusstsein sowie Identität hängt und welches über eine eigene Intelligenz verfügt. Berührungen sind somit unentbehrlich für den Erhalt unserer Gesundheit und aktivieren unsere Selbstheilungskräfte.
Depression ist die häufigste psychische Störung bei Erwachsenen und betrifft weltweit über 300 Millionen Menschen. Die Gefahr, im Laufe eines Lebens an einer Depression zu erkranken, liegt bei 16-20%. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation stellen die Einschränkungen durch Depressionen die Hauptursache für verlorene Lebensjahre dar. In Deutschland konnte in den vergangenen Jahren stets eine Erhöhung der Diagnose Depression als Grund für Arbeitsunfähigkeit und als Diagnose einer stationären Behandlung beobachtet werden. Somit gehören Depressionen aktuell zu den wichtigsten Erkrankungen. Betroffene Patienten leiden unter Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Freudlosigkeit, Interessenverlust, Antriebsmangel, häufig begleitet von Ängstlichkeit und erhöhter Müdigkeit.

Die häufigste verwendete Behandlungsform sind pharmakologische sowie psychotherapeutische Behandlungen sowie eine Kombination hieraus. Hierdurch erfolgt eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes. Einige essentielle Probleme sind jedoch bis heute nicht gelöst. Aus diesem Grund erfolgte eine alternative Forschung, um den Betroffenen Mut zu machen und um zur Linderung der Symptomatik beitragen zu können. In diesem Zusammenhang wurde das größte Organ des Körpers, die Haut, mit einer positiven Wirkung auf die Psyche näher beleuchtet. Die Haut enthält Millionen von Berührungsrezeptoren, über die wir Wärme und Kälte spüren. Von den Haut-Rezeptoren aus werden die Signale über Nervenbahnen an das Gehirn geschickt. Neben Struktur und Ort wird auch eine emotionale Bewertung der Berührung vorgenommen. Diese Verbindung besteht aus CT-Nervenbahnen und wird bei langsamen und sanften Streicheleinheiten aktiviert. Dies führt im Gehirn zur Ausschüttung des Glückshormons Oxytoxin, welches die Empfindlichkeit für Endorphine verändert und infolgedessen den Abbau des Stresshormons Cortisols aktiviert. Eine Oxytoxinausschüttung wirkt somit ähnlich eines Antidepressivums mit einer möglichen positiven Wirkung auf die Symptomatik bei Depressionen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Einleitung

1.2 Ziel

1.3 Forschungsfragen

2. Methodik

3. Berührung

3.1 Wissensstand

3.1.1 Geschichtlicher Hintergrund

3.1.2 Kulturelle Betrachtung

3.2 Definition von Berührung

3.2.1 Physische Ebene der Berührung

3.2.2 Psychische Ebene der Berührung

3.3 Bindungsforschung

3.4 Studienlage

4. Depression

4.1 Definition

4.2 Formen der Depression

4.2.1 Unipolare Depression

4.2.2 Bipolare Depression

4.3 Entstehung von Depression

5. Berührung in der Behandlung von Depressionen

5.1 Grundlagen der Psychotherapie

5.1.1 Die Bedeutung der Berührung in der Psychotherapie

5.1.1.1 Berührung und verbale Komponenten

5.1.1.2 Berührung und nonverbale Komponenten

5.1.2 Funktionen der Berührung in der Psychotherapie

5.1.3 Studienlage

5.1.4 Auswirkungen auf die Symptomatik bei Depressionen

5.1.4.1 Zusammenhang von Depressionen und Berührungen

5.1.4.2 Studienlage

5.2 Komplementäre Therapien - Achtsame Berührungstherapie

5.2.1 Vorgehensweise bei der achtsamen Berührungstherapie

5.2.2 Auswirkungen auf die Symptomatik bei Depressionen

5.2.3 Studienlage

6. Berührung und Neurobiologie

7. Diskussion

7.1 Forschungsfragen

7.2 Limitationen

7.3 Zukünftige Forschungsfragen

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den aktuellen Forschungsstand zu den positiven Auswirkungen von Berührungen in der Behandlung von Depressionen systematisch aufzuarbeiten und zu prüfen, ob diese Methodik zur Linderung der Symptomatik beitragen kann. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse von therapeutischen Möglichkeiten und neurologischen Wirkungsweisen.

  • Grundlagen der Berührung und Bindungsforschung
  • Klinische Formen der Depression und deren Ursachen
  • Einsatzmöglichkeiten von Berührung in der psychotherapeutischen Praxis
  • Neurobiologische Wirkmechanismen (u.a. Oxytocin)
  • Evaluation der Studienlage zu körperpsychotherapeutischen Ansätzen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Physische Ebene der Berührung

Für die Betrachtung der physischen Ebene ist es notwendig, den Begriff „physisch“ zu definieren. Der Begriff „physisch“ wird als „in der Natur begründet“ bzw. „natürlich“ bezeichnet (Biographisches Institut GmbH, Dudenverlag). Die physische Berührung wird ursprünglich mit dem Körper in Verbindung gebracht. Darüber hinaus wird die physische Berührung als taktile Sinneserfahrung verstanden - hier steht der Tastsinn im Vordergrund. Der Tastsinn schenkt menschlichen Berührungen eine besondere Beachtung. Dieser Nahsinn dient nicht nur dem unmittelbaren Begreifen der Welt, sondern steht ebenso für die Verbindung mit anderen Menschen. Diese „sozialen“ Berührungen gehen „tief unter die Haut“ - sie schaffen Nähe, schenken Geborgenheit, spenden Trost (GEO, 2018). Somit findet die Berührung über den Tastsinn an unserer Haut statt. Die Haut ist unsere äußere Grenze unseres Körpers. Hier findet ein enormer Teil des Kontaktes zu anderen Menschen und zur Umwelt statt. Mit der Haut nehmen wir Reize von außen auf, gleichzeitig schützt sie uns. Je nachdem, wie dünn- oder dickhäutig wir sind, geht uns dennoch etwas unter die Haut und kann uns verletzen.

Die Haut hat somit etwas mit unserer eigenen Empfindsamkeit zu tun – im ungünstigen Fall mit Schutzlosigkeit. Unsere aktive Berührung findet vorwiegend mit der Hand statt. Sie ist der geschickteste Körperteil, um andere Menschen zu berühren. Die Hände haben darüber hinaus auch eine symbolische Wirkung und werden mit Sicherheit, Zusicherung und Versicherung in Verbindung gebracht (Wagener, 2000). Dies verdeutlicht, dass die Berührung im körperlichen Sinne eine wichtige Rolle spielt und somit als Körperkontakt und „taktile Kommunikation“ verstanden wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel legt die Relevanz der Thematik dar und formuliert das zentrale Ziel sowie die Forschungsfragen der Arbeit.

2. Methodik: Es wird die Vorgehensweise der systematischen Literaturrecherche erläutert, wobei insbesondere die Schneeballmethode zur Anwendung kommt.

3. Berührung: Hier werden der geschichtliche Kontext, definitorische Grundlagen sowie bindungstheoretische Aspekte und die aktuelle Studienlage zur Berührung dargelegt.

4. Depression: Dieses Kapitel bietet eine Übersicht über Definitionen, verschiedene Formen der Depression sowie Theorien zu deren Entstehung.

5. Berührung in der Behandlung von Depressionen: Der Hauptteil untersucht die Anwendung und Wirkung von Berührungen und achtsamen Berührungstherapien im psychotherapeutischen Kontext.

6. Berührung und Neurobiologie: Dieser Abschnitt beleuchtet die biologischen Grundlagen, insbesondere die Rolle von Hormonen wie Oxytocin bei Berührungen.

7. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, Forschungsfragen beantwortet und Limitationen sowie Ausblicke auf zukünftige Forschung thematisiert.

8. Zusammenfassung: Es erfolgt eine abschließende Synthese der Kernergebnisse bezüglich der therapeutischen Wirksamkeit von Berührungen bei depressiven Patienten.

Schlüsselwörter

Berührung, Depression, Körperpsychotherapie, Psychotherapie, Oxytocin, Achtsamkeit, Bindungsforschung, Tastsinn, körperliche Berührung, psychische Gesundheit, Stressreduktion, taktile Kommunikation, Heilung, Neurobiologie, Wohlbefinden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das therapeutische Potenzial von physischen und psychischen Berührungen bei der Behandlung von depressiven Störungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen des menschlichen Berührungsbedürfnisses, der klinischen Depressionsforschung und den Methoden der Körperpsychotherapie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den Auswirkungen von Berührungsarbeit auf depressive Symptomatiken zu erfassen und deren Wirksamkeit zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine wissenschaftliche Literaturarbeit, die mittels systematischer Recherche und der Schneeballmethode relevante Fachbeiträge analysiert.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Im Hauptteil wird beleuchtet, wie Berührungen in der Psychotherapie eingesetzt werden, welche Funktionen sie erfüllen und welche Rolle die Neurobiologie, insbesondere das Hormon Oxytocin, dabei spielt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Berührung und Depression vor allem Körperpsychotherapie, Achtsamkeit und die neurobiologischen Aspekte der sozialen Interaktion.

Wie beeinflusst Oxytocin die therapeutische Wirkung von Berührungen?

Oxytocin wird durch Berührungen ausgeschüttet, wirkt stressmindernd, senkt den Cortisolspiegel und fördert das Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen, was den therapeutischen Prozess unterstützen kann.

Warum ist die Abgrenzung von "physischer" und "psychischer" Berührung wichtig?

Die Differenzierung hilft zu verstehen, dass Berührung nicht nur durch den direkten Hautkontakt (physisch) wirkt, sondern auch durch emotionale und symbolische Ebenen (psychisch) tiefgreifende Veränderungen in der Selbstwahrnehmung bewirken kann.

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Résumé des informations

Titre
Die Macht der Berührung. Möglichkeiten, Berührungen in der Behandlung von Depressionen einzusetzen
Note
1,4
Auteur
Tatiana Filenius (Auteur)
Année de publication
2021
Pages
51
N° de catalogue
V1132149
ISBN (ebook)
9783346498496
ISBN (Livre)
9783346498502
Langue
allemand
mots-clé
Depression Berührung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tatiana Filenius (Auteur), 2021, Die Macht der Berührung. Möglichkeiten, Berührungen in der Behandlung von Depressionen einzusetzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132149
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Extrait de  51  pages
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