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Formen und Bedeutung von Gewalt zwischen Mädchen im Kontext von Grundschule

Title: Formen und Bedeutung von Gewalt zwischen Mädchen im Kontext von Grundschule

Examination Thesis , 2004 , 113 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bettina Kemper (Author)

Pedagogy - General
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Summary Excerpt Details

1. Vorwort
Gewalt an Schulen ist ein Jungenphänomen – so zitiert Ulrike Popp in ihrer Untersuchung zur Gewalt an Schulen Freitag und Hurrelmann (1993). Doch was ist mit den Mädchen? Diese Frage stellt sich mir und dem werde ich mit dieser Arbeit nachgehen. Üben Mädchen keine oder nur kaum Gewalt aus? Und wenn sie entgegen der provozierenden These vom Jungenphänomen doch Gewalt ausüben, wie sieht diese aus? Um diesen Fragen nachzugehen, werde ich mich jedoch nicht nur auf die vielfältige Literatur zu diesem Thema stützen, sondern eine eigene Befragung durchführen, die die Praxis näher beleuchten soll. Denn möglicherweise kann wie bei vielen Dingen eventuell auch hier gesagt werden: Theorie und Praxis liegen weit voneinander entfernt.
Beginnen werde ich meine Arbeit jedoch mit einem theoretischen Teil, der mehrere
Teilaspekte zu diesem Thema beinhaltet. Bevor ich zu diesen kurz etwas sage, eine Bemerkung zur Literatur vorweg. Diese ist im wahrsten Sinne des Wortes vielfältig. Es gibt mehrere Werke, die diese oben genannte These vertreten und sich beim Thema Gewalt ausschließlich auf Jungen beziehen, eventuell mit der Bemerkung, dass es natürlich Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gibt. Diese werden aber weder weiter ausgeführt noch wird die Seite der Mädchen näher beleuchtet. Auf Grund dessen verwende ich in dieser Arbeit mehrere neuere Studien von Holtappels/Meier, Schubarth und Popp, die sich dem Begriff der Mädchengewalt widmen.
Bevor ich jedoch spezifisch auf die Mädchen eingehe, beschäftige ich mich vorerst allgemein zu der Gewalt an Schulen...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Klärung der Begriffe Gewalt und Aggression

3. Gewalt an verschiedenen Schulformen

3.1. Erscheinungsformen von Schülergewalt und ihre Vorkommenshäufigkeit

3.2. Verbale Gewalt

4. Gibt es eine Geschlechterdifferenz bei Gewalt?

4.1. Gewaltwahrnehmungen

4.1.1. Allgemeines

4.1.2. Geschlechtsspezifische Gewaltwahrnehmung

4.2. Ausgeübte Gewalt bei Jungen

4.3. Ausgeübte Gewalt bei Mädchen

4.3.1. Erscheinungsformen

4.3.2. Weitere Unterformen

4.3.2.1. Die Anführerin

4.3.2.2. Delegierte Gewalt

4.3.2.3. Autoaggressionen

5. Ursachen und Gründe für unterschiedliches Gewaltverhalten

6. Qualitative Untersuchung

6.1. Durchführung / Anwendung von Forschungsmethoden

6.1.1. Problemzentriertes Interview

6.1.2. Interviewleitfaden

6.1.3. Wahl der Befragten / Beschreibung der Interviewsituation

6.1.4. Aufbereitungsverfahren

6.1.5. Gesprächsprotokolle

6.2. Aufbereitungsverfahren / Analyse

6.2.1. Qualitative Inhaltsanalyse

6.2.2. Interview mit den Lehrerinnen

6.2.2.1. Kodierleitfaden / Kategorienbildung

6.2.2.2. Analyse

6.2.3. Interview mit den Schülerinnen

6.2.3.1. Kodierleitfaden / Kategorienbildung

6.2.3.2. Analyse

6.3. Interpretation der Ergebnisse mit Bezug auf die Literatur

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Gewaltverhalten von Mädchen in der Grundschule, um der verbreiteten Annahme entgegenzuwirken, dass Gewalt an Schulen primär ein „Jungenphänomen“ sei. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Literatur sowie die Durchführung eigener qualitativer Befragungen aufzuzeigen, wie Mädchen Gewalt ausüben, welche Funktionen diese erfüllt und wie sich das Gewaltverhalten zwischen den Geschlechtern differenziert.

  • Phänomenologie der Gewalt an Grundschulen
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede in Wahrnehmung und Ausübung von Gewalt
  • Bedeutung von psychischer und verbaler Gewalt bei Mädchen
  • Einfluss von Sozialisation, Lehrerverhalten und Rollenerwartungen
  • Qualitative Analyse von Interviews mit Lehrkräften und Schülerinnen

Auszug aus dem Buch

3.2 Verbale Gewalt

Wie sich im vorherigen Kapitel gezeigt hat, steht die zur Gewalt gehörende verbale Gewalt an der Spitze der Vorkommenshäufigkeit verschiedener Gewaltformen. Kurz erläutert wurde dieser Begriff bereits bei der Begriffsklärung „Gewalt“ im zweiten Kapitel, jedoch werde ich in diesem Zusammenhang diese Erscheinungsform noch einmal näher betrachten, da sie, wie aus den Grafiken hervorgeht, keine unbeachtliche Rolle im Schulleben spielt.

Unter verbale Gewalt fallen alle aggressiven Kraftausdrücke, wie: Ich hau dir in die Fresse, Arschloch, Wichser, blöde Lesbe, alte/schwule Sau, Hurensohn, Fick deine Mutter und ähnliche. Durch solche Ausdrücke wird über unsere Sprache Gewalt verübt. Die Sprache ist ein wichtiger Teil des Lebens, über sie erfassen wir Dinge und kommunizieren mit anderen Menschen. Aufgrund dieser bedeutenden Rolle kann die Sprache besonders wirkungsvoll als Macht- und Gewaltmittel eingesetzt werden. Denn beinahe jeder ist einer Sprache mächtig und kann diese in verschiedensten Situationen einsetzen, so auch als Mittel zur Umsetzung von Gewalt. Aber nicht jeder ist in der Lage, auf diese Art von Gewalt zu antworten und mit verbalen Gegenangriffen zu reagieren. Es bedarf also nicht nur der Fähigkeit zu sprechen, sondern auch der Fähigkeit, die Sprache für diese Mittel einzusetzen.

Neben diesen Beleidigungen in Form von aggressiven Kraftausdrücken zählen auch Ironie, Verhöhnung, Lächerlichmachen, Fluchen, Toben, Schreien, Ignorieren und Verleumdung zur verbalen Gewalt. Verbale Gewalt ist also jene Verhaltensweise, die auf sprachlicher Ebene andere Menschen absichtlich verletzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einführung in die Thematik und die Forschungsfrage zur geschlechtsspezifischen Gewaltwahrnehmung.

2. Klärung der Begriffe Gewalt und Aggression: Theoretische Abgrenzung der zentralen Begriffe als Grundlage für die Untersuchung.

3. Gewalt an verschiedenen Schulformen: Darstellung der Erscheinungsformen und Verbreitung von Gewalt in Schulen.

4. Gibt es eine Geschlechterdifferenz bei Gewalt?: Analyse von Unterschieden in Wahrnehmung und Ausübung zwischen Jungen und Mädchen.

5. Ursachen und Gründe für unterschiedliches Gewaltverhalten: Untersuchung soziologischer und schulischer Einflussfaktoren auf das Verhalten.

6. Qualitative Untersuchung: Durchführung, Aufbereitung und Analyse von Experten- und Schülerinnen-Interviews zur Gewalt in Grundschulen.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflexion des „Jungenphänomens“.

Schlüsselwörter

Gewalt, Grundschule, Mädchen, Jungen, Geschlechterdifferenz, verbale Gewalt, psychische Gewalt, Aggression, Schulalltag, Sozialisation, Rollenerwartungen, qualitative Untersuchung, Prävention, Lehrerverhalten, Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Gewaltverhalten von Mädchen in der Grundschule und hinterfragt das gängige Vorurteil, dass Gewalt in der Schule ein reines Jungenphänomen sei.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition von Gewalt, die geschlechtsspezifische Gewaltwahrnehmung, die unterschiedliche Ausübung von physischer und psychischer Gewalt sowie die Ursachen für dieses Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die verborgenen Formen der Mädchengewalt (z. B. verbale Angriffe, Ausgrenzung) sichtbar zu machen und zu analysieren, wie sich diese von der eher physisch orientierten Jungengewalt unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin nutzt eine qualitative Methode in Form von problemzentrierten Interviews mit Lehrkräften und Grundschülerinnen, um tiefere Einblicke in die Schulpraxis zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Gewaltformen und Geschlechterdifferenzen sowie eine detaillierte qualitative Untersuchung, bei der Experten- und Schülerinneninterviews ausgewertet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mädchengewalt, Grundschule, psychische Aggression, Geschlechterdifferenz, Rollenerwartungen und qualitative Sozialforschung.

Warum ist verbale Gewalt laut der Autorin bei Mädchen so stark vertreten?

Die Autorin argumentiert, dass Mädchen aufgrund körperlicher Unterlegenheit und sozialer Rollenerwartungen eher auf sprachliche Mittel ausweichen, da diese als „sozialer“ gelten und seltener sanktioniert werden.

Spielt der Freundeskreis bei Mädchengewalt eine Rolle?

Ja, laut der Autorin sind soziale Beziehungen oft Zielscheibe von Gewalt; Ausgrenzung und Intrigen innerhalb von Mädchencliquen werden als gezielte Machtinstrumente eingesetzt.

Excerpt out of 113 pages  - scroll top

Details

Title
Formen und Bedeutung von Gewalt zwischen Mädchen im Kontext von Grundschule
College
University of Osnabrück
Grade
2,0
Author
Bettina Kemper (Author)
Publication Year
2004
Pages
113
Catalog Number
V113226
ISBN (eBook)
9783640139958
ISBN (Book)
9783640140060
Language
German
Tags
Formen Bedeutung Gewalt Mädchen Kontext Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Kemper (Author), 2004, Formen und Bedeutung von Gewalt zwischen Mädchen im Kontext von Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113226
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