Mediatisierung der Kindheit. Die Auswirkung der Medien auf die Entwicklung der Kinder


Hausarbeit, 2018

18 Seiten

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Nutzung der Medien heute
JIM-Studie
KIM-Studie

3 Gewalt verbirgt sich überall
3.1 Definition Gewalt und Aggression
Personale Gewalt
Strukturelle Gewalt
Mediengewalt
Aggression
3.2 Folgen des Medienkonsums
Gewalt in Computerspielen

4 Vorteile digitaler Medien

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Digitale Medien spielen eine große Rolle in unserem Leben. Sie sind in allen Lebensbereichen zu finden. In der Schule, im Beruf, im Haushalt und in der Freizeit. Es prägt vor allem die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Viele Menschen können sich ein Leben ohne soziale Netzwerke, wie Facebook, Google oder Instagram kaum vorstellen. Die Gehirnforschung stellt fest, dass es allen Grund zur Sorge gibt, weil die digitalen Medien uns negativ beeinflussen. Laut einer Studie, nutzen in Deutschland Neuntjährige knapp 7,5 Stunden täglich die Medien (Spritzer, 2012, S. 11). Eltern statten ihre Kinder mit Computer aus, um sie auf die digitale Welt vorzubereiten. Sie hoffen einen positiven Effekt, aber merken nicht, dass sie ihrem Kind damit auch schaden (Spritzer, 2012, S. 23). In meiner Ausarbeitung werde ich den Gebrauch der Medien bei Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 19 Jahren, anhand der JIM- und KIM- Studie offenlegen. Die negativen Folgen für die Entwicklung der Kinder werden durch wissenschaftliche Studien und Ausarbeitungen erläutert. Dabei gehe ich speziell auf die Folgen von Computerspielen ein. Die Auswirkung auf schulische Leistungen und die Gesundheit werden ebenso behandelt. Um diese Aspekte aufzugreifen definiere ich zunächst die Begriffe Gewalt und Aggressionen mit ihrem unterschiedlichen Arten. Digitale Medien können auch positive Aspekte mit sich bringen, auch wenn diese relativ geringgehalten sind. Im Letzen Kapitel greife ich alle Punkte auf und ziehe ein Fazit.

2 Nutzung der Medien heute

Hartmut Hentig, ein bekannter Pädagoge sagt einmal „Kindheit heute ist Fernseherkindheit“. Da Kinder heutzutage immer früher mit Medien in Kontakt kommen, liegt Hentig mit seiner These nicht falsch. Durch die zunehmende Digitalisierung nutzen mehr Kinder das Internet. Schon im Grundschulalter besitzen Kinder ein Handy.

JIM- Studie

Für die JIM- Studie 2017 wurden 1200 Jugendlichen, die zwischen 12 und 19 Jahren sind und die deutsche Sprache beherrschen befragt. Fast alle Haushalte in Deutschland sind mit Medien (Smartphones, Tabletts etc.) ausgestattet. Dreiviertel der Haushalte verfügen sogar über Spielkonsolen, welche den Kindern den freien Zugang zu Computerspielen schafft. Von Jahr zu Jahr steigt die Vielfalt der Mediengeräte. Jedes Jahr werden neue Technologien erfunden, die ihren Platz in den Haushalten finden. Im Vergleich zur JIM- Studie 2016 ist ein Anstieg des Besitzes von Smart- TVs um 6% zu beobachten. Während MP3 Player immer mehr an Bedeutung verlieren, weil sie zu den älteren Technologien gehören. Nicht nur technische Geräte, sondern auch Programme schmücken den Haushalt. Netflix, Sky, Amazon Prime werden von vielen Familien abonniert (JIM- Studie 2017: Jugend, Information (Multi-) Media, 2017, S. 6). Mit Rückblick auf die JIM- Studien von 2013, 2014 und folgende, ist eine deutliche Steigerung in Umgang mit Medien zu betrachten. Jedes Jahr werden die Haushalte mit neuen Technologien ausgestattet. Der Gebrauch von Smartphones ist bei 97 Prozent der Jugendlichen zu betrachten. Außer dem Fernseher, der dem gesamten Haushalt gehört, haben 53% der Jugendlichen einen eignen Fernseher. Die Spielkonsole gehört mit 67% zu den beliebten Mediengeräten. Die Mädchen besitzen zu 31% eine stationäre Spielkonsole (PlayStation, Xbox etc.). Es ist ein deutlicher Unterschied zwischen Jungen und Mädchen zu erkennen. Die Männer besitzen zu 63% eine stationäre Spielkonsole. Auch der Besitz eines Computers weist deutliche Unterschiede auf. Während nur 16 % der Mädchen ein Computer besitzen, sind es bei den Jungen 41 % (JIM- Studie 2017: Jugend, Information (Multi-) Media, 2017, S. 8). Die Mädchen sind überwiegend ausgestattet mit Laptops, MP3 Playern oder E­Book Readern (JIM- Studie 2017: Jugend, Information (Multi-) Media, 2017, S. 8).In Ihrer Freizeit beschäftigen sich Jugendliche meist mit ihrem Smartphone, nutzen das Internet oder hören Musik.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die meisten Freizeitaktivitäten, die beliebt sind können Jugendliche ausführen, ohne dass sie den Haushalt verlassen müssen. Ein Besuch im Kino ist mit 1 % sehr unbeliebt. Insgesamt sind die Prozentangaben bei Mädchen und Jungen relativ beieinander. Einen deutlichen Unterschied zwischen Junge und Mädchen ist bei den Digitalen Spielen und Büchern erkennbar. Während 83% der Jungs ihre Freizeit mit Spielkonsolen verbringen, sind es bei den Mädchen 41%. Bücher lesen ist für 49% der Mädchen eine sinnvolle Freizeitaktivität. Die Jungs lesen um 16% weniger Bücher (JIM- Studie 2017: Jugend, Information (Multi-) Media, 2017, S. 14).Seit der JIM-Studie 2007 bis heute ist zu betrachten, dass die Anzahl der Leser um 40 Prozent liegt. Eine hohe Schwankung innerhalb der Jahre ist nicht festzustellen.

KIM- Studie

Für die KIM- Studie 2016 wurden insgesamt 1229 deutschsprachige Kinder, zwischen sechs und 13 Jahren befragt. Die Kinder haben 17 Themenfelder als interessant oder uninteressant eingestuft. Das Ergebnis zeigt, dass 95 Prozent der Kinder das Themenfeld Freundschaft interessant finden. Direkt danach folgen die Schule, das Smartphone und die Musik mit ungefähr 70 %. Als uninteressant werden aktuelle Geschehnisse auf der Welt, fremde Länder, Technik und Bücher angegeben. Umso älter das Kind, umso stärker entwickelt sich das Interesse für Handy/Smartphones, Onlinespiele, Internet und Computer. Während das Interesse an Büchern, Technik und Umwelt mit zunehmenden Alter sinkt (KIM- Studie 2016. Kindheit, Internet und Medien, 2017, S. 7)

Wie auch bei der JIM- Studie nachweisbar, ist bei der KIM- Studie eine hohe Ausstattung der Haushalte mit technischen Geräten zu betrachten. In allen Haushalten befindet sich ein Fernseher und in fast allen Handys, Computer und Internetzugang. Mehr als die Hälfte der Kinder (51 %) besitzen ein eigenes Handy. Das sind 53% aller Mädchen und 49% aller Jungen (KIM- Studie 2016. Kindheit, Internet und Medien, 2017, S. 8).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kindheit, Internet und Medien, 2017, S. 8).

Einen deutlichen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen ist beim Besitz einer Spielkonsole erkennbar. Knapp die Hälfte der sechs bis 13- jährigen besitzen eine Spielkonsole. Insgesamt besitzen 39 % der Mädchen und 50 Prozent der Jungen eine tragbare oder stationäre Spielkonsole (netto). Mit zunehmendem Alter steigt auch der Besitz technischer Geräte. Während Jungen mehr Spielkonsolen besitzen, besitzen Mädchen CD- Player und Smartphones (KIM- Studie 2016. Kindheit, Internet und Medien, 2017, S. 9).

Kinder zwischen sechs und 13 Jahren nutzen zu 77 % täglich den Fernseher in ihrer Freizeit. Das Treffen mit Freunden rückt mit 59 % auf den zweiten Platz, zu den Aktivitäten, die nur ein oder mehrmals pro Woche gemacht werden. Die Kinder erledigen zu 70% täglich ihre Hausaufgaben. Das Malen, Zeichnen und Basteln gehört zu den Aktivitäten, die Kinder am wenigsten ausüben. Dieser Statistik ist zu entnehmen, dass der Fernseher zum Alltag der sechs bis 13­jährigen gehört. Auch das Beschäftigen mit dem Handy oder Computer ist für knapp 60 % ein fester Bestandteil ihres Lebens (KIM- Studie 2016. Kindheit, Internet und Medien, 2017, S. 10). In der Studie wurden Kinder gebeten, die wichtigsten Medien zu nennen, wenn sie alleine zu Hause sind. Knapp jedes zweite Kind gibt das Fernsehen als wichtigstes Medium an. Auch bei gemeinsamen Familienaktivitäten gehört das Fernsehen zu den wichtigen Medien (KIM- Studie 2016. Kindheit, Internet und Medien, 2017, S. 19). Die Kinder entwickeln, durch die Bildschirmübertragung Vorbilder und Idole, die meistens aus der Film-, Musik- und Sportbranche kommen. Aus dem persönlichen Umfeld nehmen nur 11% der Kinder ein Vorbild. Kleinkinder suchen sich vermehrt Idole aus dem Fernseher. Mit steigendem Alter steigt die Vorbildfunktion aus dem persönlichen Umfeld. Unter diese Idole fallen Justin Biber, Barbie, Elsa die Eiskönigin oder Sportler wie Christiano Ronaldo (KIM- Studie 2016. Kindheit, Internet und Medien, 2017, S. 20).

3 Gewalt verbirgt sich überall

Übermäßiger Medienkonsum kann vielerlei negativen Einfluss auf Kinder haben. Jedes Kind lebt in einer anderen Umgebung. Die Familie, das Kindergarten, die Schule, die Freunde und die unterschiedlichen Lebensumstände in denen sie aufwachsen prägen ihre Entwicklung. Durch die Medien werden Kinder mit Symbolen, Interpretationen, Lebensentwürfen und- stilen konfrontiert. Diese reichen über das Wissen hinaus, welches Sie von den Eltern und Lehrern vermittelt bekommen. Die Kinder schaffen sich ein eigenes Bild der Welt (Hengst, 1991, S. 22). Ihre Vorstellungen, Traditionen und Orientierungen verändern sich. Sie werden mit Informationen überflutet. Dem können die Eltern nicht gegensteuern und die Informationenaufnahme ihrer Kinder enorm beschränken, da die Medien frei und einfach zugänglich sind (Hengst, 1991, S. 23).

Gewalt in Schulen, Kinder die sich strafbar machen und aggressiv verhalten sind in der heutigen Gesellschaft keine Seltenheit. Doch hängt diese zunehmende Gewaltbereitschaft der Kinder und Jugendlichen mit der Gewaltdarstellung in den Medien zusammen? Nach einer Studie „Das Weltbild des Fernsehers“ von Prof. Dr. Helmut Lukesch beinhalten 78,7 % aller Sendungen in Deutschland Aggressionen und Gewalt (Lukesch, 2004, S. 7). Im Vergleich zur den 90er Jahren ist der Medienkonsum der Kinder drastisch gestiegen. Jeder vierte Sechsjährige hat in seinem eigenen Zimmer ein Fernsehergerät. Vor allem Kinder interessieren sich für Actionfilme und Horrorfilme, die einen hohen Maß an Gewalt austragen. Es besteht die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche eine akzeptierende Haltung gegenüber Gewalt und Aggressionen entwickeln. Diese tragen sie dann wiederum in ihrem Alltag aus (Hipfl, 1991, S. 123). Im folgenden Kapitel werden die gesundheitlichen Auswirkungen von Mediengewalt aufgegriffen. Die größte Gefahr stellen Computerspiele dar. Diese haben auch Auswirkung auf schulische Leistungen, da es ein Suchtverhalten verursachen kann. Um auf diese Aspekte einzugehen muss zunächst zwischen den Gewaltbegriffen unterschieden werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Mediatisierung der Kindheit. Die Auswirkung der Medien auf die Entwicklung der Kinder
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Jahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V1132325
ISBN (eBook)
9783346499028
ISBN (Buch)
9783346499035
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mediatisierung, kindheit, auswirkung, medien, entwicklung, kinder
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Mediatisierung der Kindheit. Die Auswirkung der Medien auf die Entwicklung der Kinder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132325

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