Einführung in die Psychologie. Auswirkungen von Erkenntnissen der klassischen Philosophie auf die heutige Psychologie als Wissenschaft

Erkenntnisgewinnung in der Emotionsforschung


Einsendeaufgabe, 2019

21 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Die Auswirkung der grundlegenden Erkenntnisse der klassischen Philosophie auf die heutige Psychologie als Wissenschaft
1.1 Erkenntnisse der Psychologie in der griechischen Antike
1.1.1 Erkenntnisse des Philosophen Sokrates
1.1.2 Erkenntnisse des Philosophen Platon
1.1.3 Erkenntnisse des Philosophen Aristoteles
1.2 Persönlichkeitspsychologie
1.3 Erkenntnisse der Psychologie in der griechischen Antike auf die heutige Psychologie anhand eines Beispiels aus der Persönlichkeitspsychologie

2 Relevanz psychologischer Methodenfächer für die Ausbildung von Psychologinnen und Psychologen
2.1 Quantitative und qualitative Methoden
2.2 Psychologische Methodenfächer in der Psychologie
2.3 Notwendigkeit psychologischer Methodenfächer in der Psychologie

3 Erkenntnisgewinnung im menschlichen Erleben und Verhalten in der Emotionsforschung
3.1 Das Konstrukt Emotion
3.2 Forschung in der Allgemeinpsychologie
3.3 Anwendungsorientierte Forschung
3.4 Neue Erkenntnisgewinnung in der Psychologie des Erlebens und Verhaltens im Hinblick der Interaktion allgemeinpsychologischer Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Die Auswirkung der grundlegenden Erkenntnisse der klassischen Philosophie auf die heutige Psychologie als Wissenschaft

1.1 Erkenntnisse der Psychologie in der griechischen Antike

Die Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche geht zurück bis in die Antike. Erste Theorien über die Seele des Menschen entsprangen der Philosophie im antiken Griechenland. Der Begriff der Seele findet in der heutigen Psychologie keinen Gebrauch mehr. Die Verwendung des Begriffes fand sich in der antiken Philosophie, bevor sich die Psychologie als ein wissenschaftliches, eigenständiges Fach etablierte. Auch ohne die Erkenntnisse der heutigen Psychologie, versuchten die Philosophen der griechischen Antike durch rationales Denken die Persönlichkeit des Menschen zu erfassen.1

1.1.1 Erkenntnisse des Philosophen Sokrates

Obwohl der Philosoph Sokrates (469 – 399 v. Chr.) keine seiner Gedanken verschriftlichte, konnten diese durch seine Lehrlinge überliefert werden. Auf diesem Weg erschuf er die sogenannte Mäeutik, eine sokratische Fragetechnik. Diese Technik setzte kein logisches Denken voraus, denn sie lebte davon, den Gegenüber durch Fragen zu den richtigen Erkenntnissen zu führen. Viel wichtiger war hierbei die Einschätzung des Gesprächspartners, um neue Fragen zu stellen, die dem Ziel der Erkenntnisgewinnung für beide Gesprächsteilnehmer näherkommen. Der Begriff Mäeutik beschreibt die Geburt des Wissens und wird aufgrund dessen als Hebammenkunst bezeichnet.2

1.1.2 Erkenntnisse des Philosophen Platon

Platon (427 – ca. 347 v. Chr.), Schüler von Sokrates, lässt erkennen, dass nach einer mythischen ( mythos ) Denkweise, eine rationale ( logos ) Reflexion folgt. Zudem spricht er von einer Trennung zwischen Körper ( soma ) und Seele ( psyche ), die in einem widerkehrenden Konflikt stehen. Der Kern des Menschen, also seine Lenkung, ist die psyche und sein Selbst ( autos ).3 Der soma des Menschen hat eine zeitliche und räumliche Begrenzung, wobei die psyche als unsterblich gilt. Die Seele als Zentrum des Menschen wird von Platon wie folgt in drei Bereiche unterteilt: die Vernunft ( logistikon ), der Mut bzw. Zorn ( thymoeides ) und die Begierde ( epithym êtikon ).4 Das heißt hier finden Prozesse wie Erkennen, Wahrnehmen, Fühlen/Empfinden, Begehren/Streben und Bewegung statt. Dies wird durch die Zusammenführung aller Sinnesorgane ermöglicht. Ob und wie ein Sinn wahrgenommen wird, hängt dabei vom wahrgenommenen Objekt sowie der Verarbeitung ab. Eine Empfindung betrachtet Platon als eine im Affekt entstandene Handlung, während Phänomene wie die Begierde, Lust, Schmerz und Freude als ein primär seelischer Zustand charakterisiert werden. Eine Definition für Affekt findet sich in Platons Schriften nicht, dennoch verbindet er die Thematik des Affekts mit der der Lust- und Schmerzempfindung. Hierbei werden Lustgewinn sowie Schmerzvermeidung in den Vordergrund gestellt.5

1.1.3 Erkenntnisse des Philosophen Aristoteles

Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) befasste sich mit der Psychologie, vor allem in der Rolle als Politiker. Er grenzte den Begriff der psyche ab, denn für sein Verständnis weisen auch Tiere und Pflanzen eine psyche auf, was einer höheren emotionalen und geistigen Funktion entgegensteht. Diese setze er nämlich voraus, um eine Entfaltung psychische Potenziale zu entwickeln.6 Während die pflanzliche Seele, auch vegetative Seele genannt, nur die Fähigkeiten der Ernährung, des Wachstums und der Reproduktion aufweist, ist die tierische Seele, auch animalische (wahrnehmende) Seele, zusätzlich mit Fähigkeiten der Wahrnehmung, dem Begehren und der zielgerichteten Bewegung, ausgestattet. Die menschliche Seele, als ausgeprägteste von allen, bietet zu allen Fähigkeiten der vegetativen und animalischen Seele, noch das Denken und gilt daher als die Seele der Vernunft .7 Da Aristoteles die Seele dreiteilt, ist diese Theorie auch als dreistufige Seelentheorie bekannt.8 Auch sieht Aristoteles keine strikte Trennung wie sein Vorgänger Platon von Leib und Seele vor, sondern betrachtet den Körper als eine Materie und die Seele als die Form, die ihn belebt.9 Die Seele ist zwar kein Teil des Körpers im direkten Sinne, kann jedoch nicht unabhängig vom Körper existieren.10 Mit der Auseinandersetzung der Thematik von Leib und Seele, stieß Aristoteles auf das sogenannte „Leib-Seele-Problem“. Dieser Begriff wird vor allem mit Aristoteles in Verbindung gebracht, da er in seiner ersten Schrift Peri psych ē s vor allem die Erkenntnisse Platons hinterfragt und das Thema neu beleuchtet. Das „Leib-Seele-Problem“ befasst sich mit der Frage der Konsistenz der Seele. Es wird dabei erörtert, ob die Seele eine materielle Substanz ist, die haptisch ist oder als etwas Unantastbares und Höheres definiert werden muss.11

Aristoteles‘ Seelenlehre befasste sich in der Nikomachischen Ethik erweitert zu der platonischen Vierheit der Tugend ( Aretai ), worunter Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit fällt. Ebenso beschäftigte er sich mit Großzügigkeit, Hochsinnigkeit, Ehrliebe, ruhiges Wesen, Freundschaft, Gewandtheit und Schamgefühl. Diese Tugenden nähren das Seelenleben, um in Kontakt mit der Außenwelt zu treten. Hier stoßen Menschen jedoch auf die Schwierigkeit der Vorstellung einerseits und Umsetzung andererseits. Das Streben nach Glück (Eudämonie) geht einher mit der Erfüllung und Einhaltung der Tugenden. Die Komplexität der Umsetzung dieser Tugenden wird durch Betrachtung der Ebenen der Beherrschtheit und Unbeherrschtheit sowie Lust und Unlust deutlich.12

Aristoteles wird aufgrund seiner Erkenntnisse, auch im Hinblick auf den heutigen Wissenstand der Psychologie als „der erste Psychologe“ der Psychologiegeschichte bezeichnet.13

1.2 Persönlichkeitspsychologie

Die Persönlichkeit des Menschen kann als Gesamtkonzept seiner einzigartigen Erscheinung und Konstanz seines Erlebens und Verhaltens verstanden werden. Sie entwickelt und verändert sich im Laufe des Lebens eines Menschen und wird in komplexer und differentieller Weise von der Umwelt geprägt.14 Die Psychologie der Persönlichkeit kann allgemein – oder differentialpsychologisch ausgeführt werden, wird jedoch meistens als Differentielle Psychologie identifiziert. Die Differentielle Psychologie widmet sich nicht-pathologischen und pathologischen traits und states . Die Persönlichkeitspsychologie nur nicht-pathologischen traits .15 States sind von der Situation und Umgebung abhängige im Laufe der Zeit instabile Eigenschaften. Traits hingegen sind stabil ausgeprägt und von anderen inneren wie auch äußeren Faktoren kaum beeinflusst.16 Die Persönlichkeitspsychologie als Wissenschaft legt ihren Fokus im Gegensatz zur allgemeinen Psychologie auf die Unterschiede in den Persönlichkeiten.17

Die Forschung in der Persönlichkeitspsychologie geht von einem Vergleich zu einer Referenzpopulation von Menschen gleichen Alters und gleicher Kultur aus.18

1.3 Erkenntnisse der Psychologie in der griechischen Antike auf die heutige Psychologie anhand eines Beispiels aus der Persönlichkeitspsychologie

Das Selbst ist seit Platons und vor allem Aristoteles` Erkenntnissen ein weitläufiges Thema in der Psychologie, speziell in der Persönlichkeitspsychologie. Die derzeitige Forschung legt dabei das Hauptaugenmerk auf den Vergleich zwischen Real- und Ideal-Selbst. Geforscht wird auch, inwieweit die Umwelt, z.B. soziale Normen einen Einfluss auf das Selbst haben und ob damit eine Einstellungs-Verhaltens-Konsistenz einhergeht.19 Anfängliche Theorien hierzu wurden vor allem in Aristoteles` Nikomachischen Ethik thematisiert. Die heutige Forschung in der Psychologie erkannte, dass es nur wenige Untersuchungen gibt, die die Selbstaufmerksamkeit in Verbindung mit motorischen Fähigkeiten untersuchen. Daher war es das Ziel der Forschenden der Untersuchung „Self-Focused Attention and Motor Skill Failure“ aus dem Jahr 2016 herauszufinden, ob zwei unterschiedliche Persönlichkeitstypen (verstands- und handlungsorientiert) bei Einflussnahme auf ihre Selbstaufmerksamkeit in ihren motorischen Fähigkeiten unterscheiden. Die Verbindung zur Aristoteles Seelenlehre kann hierbei übergreifend herangezogen werden. Er differenzierte die vegetative Seele, die animalische Seele und die Seele der Vernunft . Während die Bewegung ein Teil der animalischen Seele darstellt, ist der Verstand ein Teil der Seele der Vernunft . Genauer ist hier eine klare Unterscheidung der Motorik zur menschlichen Gedankenwelt, die auch eine Aufmerksamkeit des Selbst innehält, erkennbar. Grundlegend ist dabei zu beachten, dass die Intensität des Effekts der Selbstaufmerksamkeit abhängig von dem Persönlichkeitstyp des Individuums ist. Hierbei unterscheidet man elementar zwischen der handlungsorientierten Persönlichkeit, welche den Fokus auf praktisches Handeln als Mittel der Aufmerksamkeit nutzt und der verstandsorientierten Persönlichkeit, welche den Fokus im Wesentlichen auf sich selbst beziehungsweise ihren Verstand legt.

Ebenfalls von Relevanz ist hierbei, dass der motorische Lernprozess im Wesentlichen aus drei Stufen besteht. Zunächst befindet sich der Lernende in der kognitiven Stufe, der Anfängerstufe, in der er Schritt-für-Schritt Übungen durchführt, um sich grobes Wissen über den Bewegungsablauf aneignet. Ab einem gewissen Lernstand kann der Lernende die motorischen Bewegungen mit ausführlicherem Wissen und Verhaltenserfahrungen kombinieren. Dies ist die assoziative Stufe. Somit kann der Lernende seine motorische Leistung weiter verbessern. Sobald der Lernende die autonome Stufe erreicht hat, ist es ihm, ohne (oder mit sehr geringer) Anstrengung möglich die Tätigkeit auszuführen.

Wenn nun eine Versuchsperson aus der assoziativen Stufe einer bestimmten Fähigkeit, beispielsweise dem professionellen Gitarre spielen, während des Spielens mit sich selbst konfrontiert wird (z. B. Spiegel, Kameras oder auf Fähigkeiten ansprechen), können daraus zwei verschiedene Folgen gezogen werden. Gemäß dem Fall, dass derjenige eine handlungsorientierte Persönlichkeit hat, so ist es wahrscheinlich, dass diese Konfrontation keine oder kaum negative Folgen auf sein Spiel, sondern womöglich sogar positive, haben wird. Wobei derjenige, wenn er verstandsorientiert ist, wahrscheinlich stärkere Qualitätseinbußen haben wird, da die Versuchsperson anfangen wird über das Spielen, das Aussehen dabei o.ä. nachzudenken, und somit den Fokus des Spielens selbst vernachlässigt. Da die verstandsorientierte Persönlichkeit leichter auf das Selbst fokussiert wird und diesen Fokus schwerer wieder ablegen kann.

Die Untersuchung wurde in einer Sporthalle, in der Basketballspielen möglich ist mit allen Beteiligten und normalen Materialien (Halle, Korb, Basketball) in Amerika durchgeführt. Es nahmen insgesamt 62 semiprofessionelle Basketballspieler (14 Frauen, 48 Männer) freiwillig an der Studie teil, die zumindest schon einmal in der regionalen Basketballliga teilnahmen oder regelmäßig an Wettbewerben teilnehmen. Das Durchschnittsalter betrug dabei 25,02 Jahre. Alle Versuchspersonen wurden vor Durchführung der Studie allgemein, jedoch nicht über die genauen Inhalte der Studie informiert und willigten den Teilnahmebedingungen ein. Die Teilnehmer schossen gemäß den Regelungen der internen Basketball Föderation Freiwürfe aus dem standardisierten Abstand (Freiwurfweite 4,6m und Backbord-Höhe 3,05m). Die Leistung der Teilnehmer wurde hierbei von oben gefilmt und nach einem festgelegten Bewertungssystem (Likertskala von 6 bester Wurf bis 1 kompletter Fehlschlag) bewertet. Die Spieler mussten während des Versuchs zwei Selbstreflexionstests machen.

Die Studie wurde im Rahmen eines Experimentes mit festgelegten Bedingungen durchgeführt. Messinstrumente der Studie waren zum einen Fragebögen und zum anderen das Bewertungssystem der Würfe, die alle nach Likertskalenniveau bewertet wurden. Die unabhängige Variable war das Schießen der Freiwürfe. Als abhängige Variable wurde die Selbstreflexion der Versuchsperson gemessen.

Das Experiment setzte sich zum einen aus dem Fragebogen zur Erfassung der Handlungskontrolle (Hakemp 90; [ Eng. ACS-90 ]), bei dem zwölf Situationsbeschreibungen mit je zwei Antwortalternativen vorhanden sind. Diese Situationen werden jeweils entweder handlungsorientiert oder verstandsorientiert ausgelegt. Zweck hiervon war es die Intensität der Handlungsorientierung nach Misserfolgen bei der Tätigkeitsausführung oder bei Entscheidungs-/Handlungsprozessen zu ermitteln. Daraus basierend konnte die Versuchsperson als handlungs- oder verstandsorientiert eingeordnet werden. Zum anderen mussten die Basketballer den Fragebogen zur Messung von wettkampfbezogenen Angstzuständen (WAI-S; [ Eng. CSAI-2 ]) ausfüllen, welcher ebenfalls aus 12 Fragen besteht, die mit einer Skala von 1-4 beantwortet wird (1= trifft gar nicht zu bis 4=trifft genau zu). Dieser kann durch das Versuchssetting im Zusammenhang mit der Orientierung der Versuchsperson unterschiedlich stark ausfallen. Zu Beginn des Versuchs führten die Versuchspersonen den Hakemp 90-Fragebogen durch, dann spielten sie sich warm und machten Übungswürfe. Anhand der Leistung während des Warmspielens wurde anschließend der WAI-S Fragebogen bearbeitet. Darauffolgend wurden 10 Freiwürfe gemacht und mit einer verstecken Kamera aufgezeichnet und ohne die Spieler darüber aufzuklären bewertet. Bewertet wurden die einzelnen Würfe mit einem 6-Punkte-System (Nach Hardy & Parfitt). Nach diesem „Ersten-Durchgang“ wurden die Spieler nun mit der Selbstaufmerksamkeit konfrontiert, indem die Kamera offensichtlich aufgestellt wurde. Zusätzlich wurde ihnen noch einmal die richtige Wurftechnik gezeigt und ihnen wurden Hinweise wie „Pass auf, was du tust“ oder „Achte auch deine Wurftechnik“ gegeben. Daraufhin sollten sie erneut den WAI-S Fragebogen ausfüllen und weitere 10 Freiwürfe machen, welche ebenfalls bewertet wurden. Zuletzt wurden die Versuchspersonen über den Versuchsgrund in Kenntnis gesetzt und verabschiedet.20

Die Rückführung zu Sokrates` Fragentechnik kann aufgegriffen werden, da er als Pionier für den Ablauf psychologische Forschungen gesehen werden kann. Für die heutige Psychologie sind Forschungen mit Hilfe von Fragenbögen elementar. Bereits Sokrates erkannte, dass diese zu neuen Erkenntnissen verhalfen. Das Beispiel der Studie soll zum einen zeigen, inwiefern die griechischen Philosophen für heutige Studien und Forschungen der Psychologie beitrugen, da etliche Elemente ihrer Erkenntnisse wiedererkennbar sind und auf sie zurückführbar und zum anderen aufzeigen, wie weit die heutige Forschung ist, mit was sie sich beschäftigt und auch vor allem, wie wichtig und notwendig Methodenfächer, die wissenschaftliches Arbeiten ermöglichen, für die Psychologie sind. Die Weiterführung der Relevanz psychologischer Methodenfächer sowie die der quantitativen und qualitativen Forschung wird im nächsten Kapitel behandelt.

2 Relevanz psychologischer Methodenfächer für die Ausbildung von Psychologinnen und Psychologen

2.1 Quantitative und qualitative Methoden

Verschiedene Fragestellungen und Forschungsgegenstände der Psychologie verlangen eine unterschiedliche Herangehensweise an die jeweilige Thematik ab. Die Wissenschaft bedient sich quantitativer und qualitativer Methoden. Der quantitative Ansatz bedient sich objektiv messbaren (standardisierten) Verfahren, wobei der qualitative Ansatz auf sinnverstehende (nicht standardisierte) Verfahren zurückgreift. Bei Möglichkeit allgemeingültige Aussagen treffen zu können und Zusammenhänge zu einer Forschungsfrage im Bezug auf konkrete Variablen zu stellen, wird quantitativ wissenschaftlich agiert. Quantitative Forschungsmethoden sind beispielsweise standardisierte Tests zur Korrelation und Datenerhebung, Inferenzstatistische Auswertungsverfahren sowie Experimente. Konkreter werden beispielsweise am Forschungsgegenstand „Ist häufiges Fernsehen ursächlich für geringeren Schulerfolg?“ die Variablen, zum einen der Häufigkeit des Fernsehens und zum anderen der Schulerfolg, anhand einer aussagekräftigen Stichprobe von Versuchspersonen mit Hilfe psychologischer Messinstrumente so genau wie möglich gemessen und in Zusammenhang gebracht. Die Erhebung der Ergebnisse wird letztendlich inferenzstatistisch, durch Berechnung des Korrelationskoeffizienten, ausgewertet.

Die qualitative Herangehensweise bietet die Möglichkeit einer Abbildung von psychologischen Faktoren in konkrete Zahlenwerte nicht. Zu ihren Methoden zählen unstandardisierte Interviews, teilnehmende Beobachtungen, Gruppendiskussionen oder die qualitative Inhaltsanalyse. Eine Forschungsfrage im Rahmen einer qualitativen Methode wäre beispielsweise „Welche Auswirkung hat Stress auf den Berufsalltag im Polizeiberuf?“. Hierfür werden Gesprächsmethoden angewandt, Tagesabläufe beobachtet und analysiert und freie Interviews geführt. Qualitative Methoden werden vor allem zur Erschließung neuer Themengebiete und Generierung neuer Forschungsfragen eingesetzt. Ein bestmöglicher Erfolg im Hinblick auf den Erkenntnisgewinn einer Forschungsfrage kann durch die Kombination beider Methoden erzielt werden, da die Vorteile beider Methoden genutzt werden können.21

[...]


1 Vgl. Sprung/Sprung (2010), S. 20; Schmithüsen (2015), S.

2 Vgl. Reuter (2014), S.

3 Vgl. Høystad (2017), S.

4 Vgl, Knoll (2017), S. 223 –

5 Vgl. Horn et al. (2017), S. 147–

6 Vgl. Knoll (2017), S. 279–

7 Vgl. Beckermann (2011), S.

8 Vgl. Carrier/Mittelstrass (1989), S.

9 Vgl. Knoll (2017), S. 279–

10 Vgl. Beckermann (2011), S.

11 Vgl. Reuter (2014), S. 36–

12 Vgl. Reuter (2014), S. 38–

13 Vgl. Høystad (2017), S.

14 Vgl. Herzberg/Roth (2014), S.

15 Vgl. Rauthmann (2017), S. 4–

16 Vgl. Buddeberg (2004), S.

17 Vgl. Asendorpf (2012), S.

18 Vgl. Asendorpf (2012), S.

19 Vgl. Bergius (2018)

20 Vgl. Gröpel (2016)

21 Vgl. Hussy et al. (2013), S. 9–

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Einführung in die Psychologie. Auswirkungen von Erkenntnissen der klassischen Philosophie auf die heutige Psychologie als Wissenschaft
Untertitel
Erkenntnisgewinnung in der Emotionsforschung
Hochschule
SRH Fernhochschule
Note
1,0
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V1132973
ISBN (eBook)
9783346504944
ISBN (Buch)
9783346504951
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Anmerkung des Dozenten: Eine hervorragend bearbeitete Einsendeaufgabe!
Schlagworte
Philosophie, griechische Antike, Erkenntnisse, Sokrates, Platon, Aristoteles, Persönlichkeitspsychologie, Emotion, Forschung, Allgemeinpsychologie, Erleben, Verhalten, Grundlagenforschung, Quantitative Methoden, Qualitative Methoden, Methodenfächer, Notwendigkeit
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Einführung in die Psychologie. Auswirkungen von Erkenntnissen der klassischen Philosophie auf die heutige Psychologie als Wissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1132973

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