Ziel dieser Arbeit ist, zunächst die polizeiliche Fehlerkultur zu ergründen, die externe Kontrolle und die Kennzeichnungspflicht vorzustellen, einen aktuellen Überblick über den Stand in den einzelnen Bundesländern zu geben und die Für- und Gegenstimmen abzuwägen. Zum Schluss der Arbeit gilt es dann, näher zu betrachten, inwiefern die - durch eine objektive Kontrolle der Polizei und eine obligatorische Kennzeichnungspflicht realisierbare - Transparenz und Kontrolle polizeilichen Handelns Auswirkungen auf die Fehlerkultur innerhalb der Institution Polizei haben würden/könnten.
Polizeiliches Fehlverhalten kann sich in vielfältiger Weise zeigen: Sei es durch die Diskriminierung eines Bürgers auf Grund seiner Ethnie, Herkunft oder seines Geschlechtes, ungerechtfertigte Gewaltanwendung oder schlichtweg negative Umgangsformen. Entscheidender als das Machen von Fehlern ist jedoch der Umgang mit ihnen: Werden Schlüsse aus ihnen gezogen, haben sie Sanktionen für die Beamt/innen zur Folge oder treten die Fehler erst gar nicht öffentlich zu Tage (Stichwort: Mauer des Schweigens)? Probleme in der Publikmachung können die für Bürger erschwerte Identifizierung der jeweiligen Polizeibeamt/innen, das Fehlen einer objektiven Beschwerdestelle, mangelnde rechtliche Kenntnisse und/oder schlechte Erfahrungen in diesem Bereich sein. Um dem entgegenzuwirken, haben sich bereits einige Länder Deutschlands für die Einführung einer individuellen Kennzeichnungspflicht und externer Kontrollinstanzen, zur Entgegennahme von Bürgerbeschwerden - und damit einhergehender detektiver Kontrolle (zur Fehlerfindung) sowie präventiver Kontrolle des polizeilichen Handelns (zur Fehlervermeidung) -, entschieden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Polizeiliche Fehlerkultur
- Fehlerbegriff/Polizeiliches Fehlverhalten
- Polizeikultur
- Staats- und Bürgerpolizei
- Fehlerkultur
- Externe Kontrolle
- Grundvoraussetzungen
- Aktuelle Situation/aktueller Stand
- Übersicht
- Interne Kontrollinstanzen
- Externe Kontrollinstanzen
- Vor- und Nachteile externer Kontrolle
- Kennzeichnungspflicht
- aktuelle Situation
- Vor- und Nachteile einer Kennzeichnungspflicht
- Befürworter/Gegner
- Vor- und Nachteile
- Einfluss von Kontrolle & Transparenz auf die polizeiliche Fehlerkultur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der polizeilichen Fehlerkultur und untersucht, inwiefern externe Kontrolle und die Kennzeichnungspflicht als Instrumente zur Steigerung der Transparenz und Kontrolle polizeilichen Handelns die Fehlerkultur innerhalb der Polizei beeinflussen können.
- Definition und Analyse des Begriffs "polizeiliches Fehlverhalten" sowie der Polizeikultur
- Die Rolle von internen und externen Kontrollinstanzen in der Polizeiarbeit
- Die aktuelle Situation der Kennzeichnungspflicht in Deutschland sowie deren Vor- und Nachteile
- Der Einfluss von Transparenz und Kontrolle auf die polizeiliche Fehlerkultur
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung befasst sich mit der Problematik von polizeilichen Fehlverhalten und den Herausforderungen bei der Veröffentlichung und Bearbeitung von Fehlern. Sie beleuchtet die Wichtigkeit einer objektiven Kontrolle durch externe Beschwerdestellen und die Debatte um eine Kennzeichnungspflicht.
Polizeiliche Fehlerkultur: Dieses Kapitel definiert den Fehlerbegriff und analysiert polizeiliches Fehlverhalten im Kontext der Polizeikultur. Es beleuchtet die Bedeutung von Fehlerkultur und deren Einfluss auf die Polizeiarbeit.
Externe Kontrolle: Dieses Kapitel untersucht die Grundvoraussetzungen für eine externe Kontrolle der Polizei, beleuchtet die aktuelle Situation in Deutschland und analysiert die Vor- und Nachteile externer Kontrollinstanzen.
Kennzeichnungspflicht: Dieses Kapitel untersucht die aktuelle Situation der Kennzeichnungspflicht in Deutschland sowie deren Vor- und Nachteile. Es präsentiert die Argumente von Befürwortern und Gegnern dieser Maßnahme.
Schlüsselwörter
Polizeiliche Fehlerkultur, externe Kontrolle, Kennzeichnungspflicht, Transparenz, Kontrolle, Bürgerbeschwerden, Polizeikultur, Fehlverhalten, Diskriminierung, Gewaltanwendung, Strafanzeige, Objektivität, Fehlervermeidung, Fehlerfindung.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter polizeilicher Fehlerkultur?
Es beschreibt den Umgang der Institution Polizei mit Fehlverhalten, wie z. B. Diskriminierung oder ungerechtfertigter Gewaltanwendung, und ob diese Fehler sanktioniert oder verschwiegen werden.
Was ist der Zweck einer obligatorischen Kennzeichnungspflicht für Polizisten?
Sie soll die Identifizierung einzelner Beamter bei Einsätzen ermöglichen, um Transparenz zu schaffen und die Aufklärung von möglichem Fehlverhalten zu erleichtern.
Welche Vorteile bieten externe Kontrollinstanzen?
Externe Stellen können Beschwerden objektiver bearbeiten als interne Abteilungen und helfen dabei, die „Mauer des Schweigens“ innerhalb der Polizei zu durchbrechen.
Gibt es Gegenargumente zur Kennzeichnungspflicht?
Gegner befürchten eine Stigmatisierung der Beamten, Gefahren für deren Privatsphäre oder eine Zunahme von unbegründeten Anzeigen gegen Polizisten.
Wie beeinflusst Transparenz die Fehlervermeidung?
Durch eine objektive Kontrolle und klare Identifizierbarkeit entsteht ein präventiver Druck, der dazu führen kann, dass Fehler bereits im Vorfeld vermieden werden.
- Citar trabajo
- Lara Haupthoff (Autor), 2021, Polizeiliche Fehlerkultur am Prüfstand. Externe Kontrolle oder obligatorische Kennzeichnungspflicht?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133126