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Die Illusion der Chancengleichheit: Pierre Bourdieus These vom „Mythos der befreienden Schule“ im Spiegel von PISA 2000

Title: Die Illusion der Chancengleichheit: Pierre Bourdieus These vom „Mythos der befreienden Schule“ im Spiegel von PISA 2000

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: René Klug (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Diese Arbeit befasst sich mit den Analysen des französischen Soziologen, Kulturphilosophen und Zeitkritikers Pierre Bourdieu. Ziel soll es dabei sein, seine hauptsächlich in den 60er und 70er Jahren aufgestellten Thesen zum Thema soziale Ungleichheit im (französischen) Bildungswesen darzustellen, um diese in einem nächsten Schritt auf das gegenwärtige Bildungssystem in Deutschland zu beziehen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht damit die Frage, ob – und falls ja, auf welche Art und Weise – sich die im eingangs erwähnten Zitat beschriebene soziale Selektivität des Bildungssystems mithilfe der Terminologie Bourdieus im Einzelnen beschreiben und belegen lässt.
Ausgehend von einigen kurzen biographischen Notizen zum Werdegang und Schaffen
Bourdieus gilt es demnach zunächst die zentralen Begrifflichkeiten zu nennen
sowie im Detail zu erläutern, welche für die nachfolgenden Analysen von Bedeutung sein werden. Im Einzelnen sind dies die Begriffe des Habitus sowie des Kapitals (und seiner spezifischen Formen). Im Anschluss daran werden diese Begriffe in den Kontext von Bourdieus Untersuchungen zur Selektivität des französischen Bildungssystems der 60er Jahre zurückgebunden um somit die Mechanismen aufzeigen zu können, mittels derer nach Bourdieu die Schule eine herrschaftssichernde bzw. den gesellschaftlichen Status quo aufrechterhaltende Funktion ausübt.
Im Folgenden richtet sich der Fokus dieser Arbeit dann auf das gegenwärtige Bildungssystem in Deutschland. Als Diagnoseinstrument dient hierbei die internationale Vergleichsstudie PISA 2000, deren zentrale Ergebnisse vorgestellt werden, um diese schließlich mit den Analysen Bourdieus in Verbindung zu bringen sowie einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Abschließen wird die Arbeit mit einer kurzen Zusammenfassung der gewonnenen Ergebnisse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. PIERRE BOURDIEU – EINE KURZE BIOGRAPHISCHE NOTIZ

3. HABITUS

4. KAPITAL

4.1 ÖKONOMISCHES KAPITAL

4.2 KULTURELLES KAPITAL

4.2.1. Objektiviertes Kulturkapital

4.2.2. Inkorporiertes Kulturkapital

4.2.3. Institutionalisiertes Kulturkapital

4.3 SOZIALES KAPITAL

4.4 SYMBOLISCHES KAPITAL

5. BILDUNG: REPRODUKTIONSMECHANISMEN SOZIALER UNGLEICHHEIT

6. SOZIALE SELEKTIVITÄT IM DEUTSCHEN BILDUNGSSYSTEM

6.1 DIE INTERNATIONALE VERGLEICHSSTUDIE PISA

6.2 PISA 2000: OPERATIONALISIERUNG & DURCHFÜHRUNG

6.3 PISA 2000: ZENTRALE BEFUNDE

6.4 PISA 2006: AKTUELLE ERGEBNISSE IM VERGLEICH

7. ÜBERPRÜFUNG UND KRITIK DER THESEN BOURDIEUS

8. RESÜMEE

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die bildungssoziologischen Theorien von Pierre Bourdieu, insbesondere sein Konzept zur sozialen Ungleichheit im Bildungssystem, und überprüft deren Anwendbarkeit auf das deutsche Schulsystem unter Einbeziehung der PISA-Studien.

  • Grundlagen von Habitus und Kapitalformen nach Pierre Bourdieu
  • Mechanismen der sozialen Reproduktion von Ungleichheit durch Bildungsinstitutionen
  • Analyse der sozialen Selektivität im deutschen Bildungssystem anhand von PISA 2000 und 2006
  • Kritische Reflexion der Übertragbarkeit bourdieusianischer Thesen auf aktuelle Bildungsdebatten

Auszug aus dem Buch

3. Habitus

Der Habitus kann grundsätzlich als Angelpunkt, als zentrales theoretisches Konzept Pierre Bourdieus angesehen werden. Begriffsgeschichtlich nennt Bourdieu selbst die französischen Soziologen Émile Durkheim und Marcel Mauss, den Kunsthistoriker Erwin Panofsky sowie die mittelalterliche Scholastik als Quellen, wobei auch Max Weber und Werner Sombart als wichtige Einflüsse gelten. Wie oben bereits kurz erwähnt, entsteht das Habitus-Konzept bereits während seiner frühen Forschungen in Algerien und dient dabei zunächst als Abgrenzung zu der in den letzten Jahrzehnten in den Sozialwissenschaften vieldiskutierten Rational-Choice-Theorie, welche – stark verkürzt – auf dem Menschenbild des homo oeconomicus basiert und Akteuren als handelnden Subjekten ein rationales Verhalten zuschreibt, wobei diese Subjekte aufgrund gewisser Präferenzen ein nutzenmaximierendes Verhalten zeigen. Entgegen dieser Auffassung vom Individuum als „selbständige[m] Kalkulator der eigenen Lebensführung“ sieht Bourdieu den Akteur als „auch in seinem Inneren vergesellschaftetes Individuum, ausgestattet (und auch begrenzt) durch präformierte Denk- und Handlungsdispositionen, die es zur sozialen Praxis befähigen“.

Diese Auffassung Bourdieus kann als Paradigmenwechsel im sozialwissenschaftlichen Denken begriffen werden, indem soziales Handeln nicht länger als Ergebnis bewusst getroffener Entscheidungen – im Sinne von Planen und Operieren – bzw. als Befolgen von Regeln (die man kennen und eine Bereitschaft zum Gehorsam haben müsste) verstanden wird. Dennoch bestimmt der Habitus die soziale Praxis, „auch wenn sich die Handelnden dieser Wirksamkeit des Habitus für ihre soziale Wahrnehmung und ihr konkretes Handeln nicht oder nur selten bewusst sind“, wobei „bewusst“ hier nicht im Sinne der Freudschen Tiefenpsychologie gemeint ist, sondern in dem Sinne, dass das Individuum nicht um die Herkunft bzw. Aneignung des Habitus weiß. Weil das so ist ergibt sich allerdings ein Problem.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der sozialen Selektivität im Bildungswesen und Zielsetzung der Arbeit unter Bezugnahme auf Pierre Bourdieu.

2. PIERRE BOURDIEU – EINE KURZE BIOGRAPHISCHE NOTIZ: Ein kurzer Abriss des Lebensweges von Pierre Bourdieu und der Entwicklung seines soziologischen Denkens.

3. HABITUS: Darstellung des zentralen Begriffs Habitus als vermittelndes Prinzip zwischen sozialen Bedingungen und individuellem Handeln.

4. KAPITAL: Analyse der verschiedenen Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial, symbolisch) und deren Bedeutung für die soziale Positionierung.

5. BILDUNG: REPRODUKTIONSMECHANISMEN SOZIALER UNGLEICHHEIT: Diskussion der Rolle des Schulsystems als Instanz zur Aufrechterhaltung sozialer Ungleichheiten.

6. SOZIALE SELEKTIVITÄT IM DEUTSCHEN BILDUNGSSYSTEM: Empirische Untersuchung des deutschen Bildungswesens anhand der PISA-Studien 2000 und 2006.

7. ÜBERPRÜFUNG UND KRITIK DER THESEN BOURDIEUS: Kritische Reflexion der Anwendbarkeit von Bourdieus Thesen auf das moderne deutsche Bildungssystem und empirische Gegenperspektiven.

8. RESÜMEE: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz bourdieusianischer Analysen für aktuelle bildungspolitische Reformbestrebungen.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Habitus, Kulturelles Kapital, Soziales Kapital, PISA-Studie, Soziale Selektivität, Bildungsbenachteiligung, Reproduktion, Schulerfolg, Bildungschancen, Sozialisation, Klassenhabitus, Distinktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungschancen, indem sie die bildungssoziologischen Theorien von Pierre Bourdieu mit den Ergebnissen der PISA-Studien verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören das Konzept des Habitus, die verschiedenen Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial), die Reproduktion sozialer Ungleichheit durch das Bildungswesen sowie die empirische Analyse der sozialen Selektivität in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Bourdieus Thesen über die „konservative Schule“ auf das gegenwärtige Bildungssystem in Deutschland zu beziehen und zu prüfen, ob die soziale Selektivität damit erklärbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse zu den Konzepten Bourdieus, kombiniert mit einer Auswertung empirischer Daten aus den PISA-Studien 2000 und 2006 zur Belegung der Thesen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der Begriffe Habitus und Kapital sowie die Anwendung dieser Theorie auf das deutsche Bildungssystem mittels Diagnose durch die PISA-Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind soziale Ungleichheit, Habitus, kulturelles Kapital, Bildungschancen und die PISA-Studien.

Welche Bedeutung hat das kulturelle Kapital für Schüler?

Das kulturelle Kapital im Elternhaus beeinflusst maßgeblich den Schulerfolg, da es eine frühe Vertrautheit mit den in der Schule geforderten Werten und Sprachnormen schafft, was Kinder aus privilegierten Schichten bevorteilt.

Was bedeutet der „Mythos der befreienden Schule“ bei Bourdieu?

Bourdieu entlarvt die Vorstellung, dass Schule unabhängig vom Klassensystem gleiche Chancen für alle bietet, als Ideologie, da das System faktisch die soziale Ungleichheit reproduziert.

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Details

Title
Die Illusion der Chancengleichheit: Pierre Bourdieus These vom „Mythos der befreienden Schule“ im Spiegel von PISA 2000
College
Ruhr-University of Bochum  (Institut für Pädagogik)
Course
Bildungssystem und Soziale Ungleichheit
Grade
1,3
Author
René Klug (Author)
Publication Year
2008
Pages
30
Catalog Number
V113355
ISBN (eBook)
9783640141272
Language
German
Tags
Pierre Bourdieu Illusion der Chancengleichheit Habitus Kapital Soziale Ungleichheit Bildungssystem PISA
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
René Klug (Author), 2008, Die Illusion der Chancengleichheit: Pierre Bourdieus These vom „Mythos der befreienden Schule“ im Spiegel von PISA 2000, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113355
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