Die Arbeit wird den Versuch unternehmen, den gesellschaftlichen Strukturwandel der letzten dreißig Jahre mit dem innerhalb dieses Zeitraumes in den westeuropäischen Ländern zu beobachtenden Parteiwandel und dem damit verbundenen Funktionswandel zu verknüpfen.
Es liegt nahe, dass ein Funktionswandel von Parteien nicht isoliert, sondern in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachtet werden muss, da Parteien aus traditioneller Sicht letztlich Teile der Gesellschaft repräsentieren und einer Veränderung von Parteifunktionen zwangsläufig ein sozialer Wandel vorausgeht.
Sind die politischen Parteien in Deutschland funktionsfähig? Ist das politische Parteiensystem in Deutschland zeitgemäß und in der Lage, politischen Willen auszudrücken? Haben sich die Funktionen von Parteien in Deutschland verändert?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Sozialer Wandel und Wertewandel
3 Medienwandel
3.1. Der quantitative Medienwandel
3.2. Der qualitative Medienwandel
4 Die Parteien im Wandel
4.1. Stadien der Parteienentwicklung
4.2 Krisensymptome
4.3 Funktionen und Funktionswandel der Parteien
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den gesellschaftlichen Strukturwandel der letzten dreißig Jahre und dessen Auswirkungen auf westeuropäische Parteien, um zu klären, ob ein systematischer Funktionswandel vorliegt und wie Parteien auf veränderte Umweltbedingungen reagieren.
- Gesellschaftlicher Wertewandel und soziale Diversifizierung
- Medialer Strukturwandel und seine Folgen für politische Prozesse
- Typologien der Parteienentwicklung von der Massen- zur Kartellpartei
- Krisensymptome und Legitimationsfragen moderner Parteien
- Wandel von Parteifunktionen wie Partizipation, Selektion und Integration
Auszug aus dem Buch
4.1. Stadien der Parteienentwicklung
Katz und Mair unterscheiden 1995 vier Stadien der Parteienentwicklung:
1. Elitenparteien im 19. Jahrhundert
2. Massenparteien (1880 – 1960)
3. Volksparteien (Catch-all-parties)
4. Kartellparteien, seit 1970
Während es sich bei den Elitenparteien des 19. Jahrhunderts um Parteien handelte, die von der Oberschicht als ein Herrschaftsinstrument benutzt wurden, kann man anhand des klar abgegrenzten Zeitraumes schon erkennen, welche Partei hier als klassisches Symbol für die Massenpartei dient: die SPD.
Deren Entstehung verläuft entlang der Konfliktlinie „Arbeit – Kapital“. Ihre Parteiideologie war stark ausgeprägt und sie konnte sich auf das starke Wählersegment der Arbeiterklasse, eine große Mitgliedschaft und auf weltanschaulich sowie organisatorisch gefestigte „Kollateralorganisationen“ (Poguntke, 2000:18) stützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit verknüpft den gesellschaftlichen Strukturwandel der letzten Jahrzehnte mit dem damit verbundenen Funktionswandel politischer Parteien in Westeuropa.
2 Sozialer Wandel und Wertewandel: Dieser Abschnitt analysiert den Wertewandel hin zum Postmaterialismus und die damit einhergehende Individualisierung und Fragmentierung der Gesellschaft.
3 Medienwandel: Das Kapitel beleuchtet sowohl die quantitative Zunahme von Medien als auch die qualitative Ökonomisierung der Medienlandschaft und deren Einfluss auf die politische Kommunikation.
4 Die Parteien im Wandel: Hier werden die historischen Stadien der Parteienentwicklung untersucht, Krisensymptome identifiziert und die sich wandelnden Funktionen von Parteien in einer Dienstleistungsgesellschaft diskutiert.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert den unstrittigen Parteienwandel und hinterfragt die Überlebensfähigkeit der Parteien angesichts einer zunehmenden Professionalisierung und Entfremdung vom Bürger.
Schlüsselwörter
Parteienwandel, Funktionswandel, Wertewandel, Medienwandel, Kartellpartei, Politische Klasse, Sozialer Wandel, Parteienkrise, Postmaterialismus, Repräsentation, Professionalisierung, Demokratie, Strukturwandel, Politische Kommunikation, Parteiensystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Wandel und dem Funktionswandel politischer Parteien in westeuropäischen Ländern in den letzten dreißig Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen den gesellschaftlichen Wertewandel, den Wandel des Mediensystems, die historische Entwicklung von Parteitypen sowie die Krise der Parteiendemokratie.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu analysieren, ob moderne Parteien die ihnen traditionell zugedachten Funktionen in einer sich wandelnden Umwelt überhaupt noch erfüllen können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche und parteiensoziologische Analyse, indem er Funktionskataloge verschiedener Parteienforscher wie v. Alemann und v. Beyme vergleicht und auf aktuelle Entwicklungen anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Ursachen des sozialen und medialen Wandels, den verschiedenen Stadien der Parteienentwicklung (insb. der Kartellpartei) und der kritischen Prüfung von Parteifunktionen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Parteienwandel, Kartellpartei, Postmaterialismus, Professionalisierung, Mediatisierung und Funktionsverlust.
Was versteht man in der Arbeit unter einer "Kartellpartei"?
Eine Kartellpartei zeichnet sich durch eine von der Mitgliederbasis abgehobene Führungselite aus, die stark professionalisiert ist und deren Handeln eher auf "demokratischer Responsivität" und Medienarbeit als auf traditioneller Bindung an die Basis beruht.
Warum wird die Sozialisationsfunktion von Parteien als gefährdet angesehen?
Durch den Bedeutungszuwachs der Medien in der Kommunikation mit dem Bürger nimmt die Bedeutung organisatorischer Vermittlung durch Parteien ab, was zu einem Reichweitenverlust der Parteien in der Sozialisation führt.
Was sagt die Arbeit über die Rolle der Medien aus?
Die Medien fungieren nicht mehr nur als Vermittlungsinstanz zwischen Bürger und Politik, sondern entwickeln sich zunehmend zu einem autonomen Wirtschaftsbereich, der die politische Kommunikation durch Medialisierung und Personalisierung maßgeblich verändert.
- Arbeit zitieren
- Robin Lackas (Autor:in), 2002, Funktionswandel der Parteien. Können moderne Parteien die ihnen zugedachten Funktionen erfüllen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133688