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Kritische Bewertung der Unternehmenssteuerreform 2008 im Hinblick auf die Änderungen im Einkommen- und Körperschaftsteuerrecht

Title: Kritische Bewertung der Unternehmenssteuerreform 2008 im Hinblick auf die Änderungen im Einkommen- und Körperschaftsteuerrecht

Seminar Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thomas Müller (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Am 5.2.2007 veröffentlichte das Bundesfinanzministerium den Referentenentwurf zur Unternehmenssteuerreform 2008. Daraufhin hat die Bundesregierung am 14.3.2007 beschlossen, den Regierungsentwurf in das Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Nachdem durch den Bundestags-Finanzausschuss einzelne Verbesserungsvorschläge zum Gesetzentwurf aufgenommen wurden, fasste der Bundestag am 25.5.2007 über den Gesetzentwurf seinen Beschluss. Am 6.7.2007 stimmte der Bundesrat dem Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 zu.
Die Bundesregierung sieht die Ertragssteuerbelastung von Kapitalgesellschaften und ertragsstarken Personenunternehmen im europäischen Vergleich als zu hoch an, und sieht deshalb einen Wettbewerbsnachteil für den Standort Deutschland. Als Hauptziele der Unternehmenssteuerreform gibt die Regierung zum einen die Erhöhung der Standortattraktivität und zum anderen die längerfristige Sicherung des deutschen Steuersubstrats an. Zur Erhöhung der Attraktivität des Standortes Deutschland werden durch die Unter-nehmenssteuerreform der Körperschaftssteuersatz von 25 % auf 15 %, sowie die Gewerbesteuermesszahl auf 3,5 % gesenkt. Dadurch soll die Gesamtsteuerbelastung bei Kapitalgesellschaften von 38,8 % auf 29,8% gesenkt werden.
Der Anrechnungsfaktor der Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer wird von 1,8 % auf 3,8 % angehoben.
Für bilanzierende Unternehmen wird eine Thesaurierungsrücklage eingeführt, durch die die Steuerbelastung von Einzelunternehmen und Personengesellschaften an die einer Kapitalgesellschaft angeglichen wird.
Für kleine und mittlere Betriebe wird die Investitionsrücklage des § 7g EStG umgestaltet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Überblick über die wesentlichen Maßnahmen

2.1 Entlastende Maßnahmen

2.2 Gegenfinanzierungsmaßnahmen

3 Entlastende Maßnahmen

3.1 Neuregelung des § 7 g EStG

3.1.1 Begünstigte Wirtschaftsgüter

3.1.2 Betriebsgrößenmerkmale

3.1.3 Dokumentation

3.1.4 Investitionszeitraum und Nutzungsvoraussetzung

3.1.5 Sonderabschreibung

3.1.6 Nichteinhaltung der Nutzungsvoraussetzungen

4. Gegenfinanzierungsmaßnahmen

4.1 Abschaffung der degressiven Abschreibung

4.2 Änderung der Regelungen zu geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG)

4.2.1 Absenkung des maßgeblichen Wertes

4.2.2 Bildung eines Sammelpostens

4.3 Einführung der Zinsschranke

4.3.1 Aufbau der Gesetzesregelung

4.3.2 Tatbestandsvoraussetzungen des Betriebsausgabenabzugs für Zinsaufwendungen

4.3.3 Zinsvortrag

4.3.4 Ausnahmen von der Abzugsbeschränkung

4.3.4.1 Freigrenze (§ 4h Abs. 2 Satz 1 Buchstabe a) EStG)

4.3.4.2 Konzernklausel (§ 4h Abs. 2 Buchstabe b) EStG)

4.3.4.3 Escape Klausel (§ 4h Abs. 2 Buchstabe c) EStG)

4.3.5 Erstmalige Anwendung der Zinsschrankenregelung

5. Kritik zu den erläuterten Änderungen

5.1 Kritik zu der Neuregelung des § 7 g EStG

5.2 Kritik zu der Abschaffung der degressiven Abschreibung

5.3 Kritik zu der Neuregelung zu geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG)

5.4 Kritik zu der Zinsschranke

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert kritisch die Unternehmenssteuerreform 2008 mit dem Fokus auf die Änderungen im Einkommen- und Körperschaftsteuerrecht. Das primäre Ziel besteht darin, die Effektivität der entlastenden Maßnahmen sowie der kompensatorischen Gegenfinanzierungsregeln zu bewerten und deren Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland zu untersuchen.

  • Neuregelung des Investitionsabzugsbetrags nach § 7g EStG
  • Auswirkungen der Abschaffung der degressiven Abschreibung
  • Neuregelung bei geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG)
  • Einführung und Wirkungsweise der Zinsschranke (§ 4h EStG / § 8a KStG)
  • Kritische Würdigung der steuerlichen Belastungswirkungen

Auszug aus dem Buch

4.3 Einführung der Zinsschranke

Mit der Unternehmenssteuerreform 2008 wurde die so genannte Zinsschranke eingeführt. Die Regelungen finden sich in einem neuen § 4h EStG für Nicht-Kapitalgesellschaften, sowie in einem neu gefassten § 8a KStG für Kapitalgesellschaften. Intention der Zinsschranke ist die Begrenzung des Betriebsausgabenabzugs der Nettozinsaufwendung auf 30 % des steuerlichen EBITDA (EBITDA = Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen).

Der Gesetzgeber verfolgt mit der Zinsschranke die Absicht, inländisches Steuersubstrat zu sichern und für internationale Konzerne Anreize zu schaffen, Gewinne ins Inland zu verlagern. Ab 1994 ergreift der Gesetzgeber mit § 8a KStG a. F. Maßnahmen gegen die Gesellschafterfremdfinanzierung indem an wesentlich beteiligten Gesellschaftern gezahlte Zinsen als verdeckte Gewinnausschüttungen dem Gewinn wieder hinzugerechnet werden. Allerdings bestanden Umgehungsmöglichkeiten, welche den Gesetzgeber im Rahmen der Unternehmenssteuerreform 2008 dazu veranlasste, die Zinsschranke einzuführen.

Die Einführung des Abzugsverbots richtet sich hauptsächlich gegen konzernabhängige Betriebe, wobei durch die Einführung des § 4h EStG die Zinsschranke auch Unabhängig von der Rechtsform auf Personengesellschaftskonzerne sowie auf den Kapitalgesellschaften nachgeschalteten Personengesellschaften greift.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung gibt einen Überblick über den Entstehungsprozess der Unternehmenssteuerreform 2008 und definiert die Hauptziele der Bundesregierung zur Erhöhung der Standortattraktivität.

2 Überblick über die wesentlichen Maßnahmen: Dieses Kapitel skizziert die zweigeteilte Strategie der Reform, bestehend aus entlastenden Elementen für Unternehmen und flankierenden Gegenfinanzierungsmaßnahmen.

3 Entlastende Maßnahmen: Hier wird detailliert die Neuregelung des § 7g EStG erläutert, insbesondere der Übergang von der Ansparabschreibung zum Investitionsabzugsbetrag.

4. Gegenfinanzierungsmaßnahmen: Dieser Abschnitt behandelt die Maßnahmen zur Finanzierung der Reform, darunter die Abschaffung degressiver Abschreibungen, Änderungen bei GWG und die Einführung der Zinsschranke.

5. Kritik zu den erläuterten Änderungen: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Reformmaßnahmen, wobei sowohl methodische Schwierigkeiten als auch die Belastungswirkungen für Unternehmen diskutiert werden.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Reform aufgrund der Heterogenität der Unternehmen nur bedingt mittelstandsfreundlich ist und eine Vereinfachung des Steuerrechts erstrebenswert bleibt.

Schlüsselwörter

Unternehmenssteuerreform 2008, EStG, KStG, Zinsschranke, Investitionsabzugsbetrag, EBITDA, Gegenfinanzierung, Steuerbelastung, Standortwettbewerb, degressive Abschreibung, geringwertige Wirtschaftsgüter, GWG, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften, Steuerrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Unternehmenssteuerreform 2008 in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf das Einkommen- und Körperschaftsteuerrecht.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Themen sind Investitionsförderungen für kleine und mittlere Betriebe, Änderungen bei Abschreibungsmöglichkeiten und die neue Beschränkung des Zinsabzugs durch die Zinsschranke.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel der Arbeit ist es zu bewerten, inwieweit die Reform ihre Ziele der Erhöhung der Standortattraktivität erreicht und welche Konsequenzen die Gegenfinanzierungsmaßnahmen für Unternehmen haben.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Steuergesetze, Entwürfe und fachwissenschaftlicher Publikationen, um die rechtlichen Änderungen und deren ökonomische Auswirkungen einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der entlastenden Maßnahmen (Investitionsabzugsbetrag) sowie der Gegenfinanzierungsmaßnahmen (Abschaffung degressiver Abschreibung, GWG-Regelungen und Einführung der Zinsschranke).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Reform?

Wichtige Begriffe sind Zinsschranke, Investitionsabzugsbetrag, EBITDA, Steuerbelastung und Standortwettbewerb.

Warum wird die Escape-Klausel bei der Zinsschranke kritisiert?

Die Kritik entzündet sich am erheblichen verwaltungsmäßigen Aufwand für größere Unternehmen sowie an der Manipulierbarkeit der Eigenkapitalquote, etwa durch die Auslagerung von Pensionsrückstellungen.

Warum wird die Neuregelung der geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG) oft als Verschärfung gesehen?

Da die Wertgrenze für die Sofortabschreibung gesenkt wurde und Wirtschaftsgüter zwischen 411 € und 1000 € nun über fünf Jahre abgeschrieben werden müssen, ergibt sich für viele Unternehmen eine höhere steuerliche Belastung.

Welche Auswirkungen hat die Zinsschranke auf Holdinggesellschaften?

Holdinggesellschaften stehen vor Problemen, da ihre Einnahmen primär aus Beteiligungserträgen bestehen, die sich steuerlich nicht auf das EBITDA auswirken, wodurch der Spielraum für den Zinsabzug eingeschränkt wird.

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Details

Title
Kritische Bewertung der Unternehmenssteuerreform 2008 im Hinblick auf die Änderungen im Einkommen- und Körperschaftsteuerrecht
College
University of Applied Sciences Rosenheim  (Fakultät für Betriebswirtschaft)
Course
Ertragsteuern
Grade
2,0
Author
Thomas Müller (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V113386
ISBN (eBook)
9783640141876
ISBN (Book)
9783640141944
Language
German
Tags
Kritische Bewertung Unternehmenssteuerreform Hinblick Einkommen- Körperschaftsteuerrecht Ertragsteuern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Müller (Author), 2008, Kritische Bewertung der Unternehmenssteuerreform 2008 im Hinblick auf die Änderungen im Einkommen- und Körperschaftsteuerrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113386
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