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Erinnerungsformen des Adels im Hochmittelalter. Staufer und Welfen und ihr historisches Gedächtnis

Titel: Erinnerungsformen des Adels im Hochmittelalter. Staufer und Welfen und ihr historisches Gedächtnis

Hausarbeit , 2018 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Legitimation von Herrschaft stützte sich in mittelalterlichen Adelsdynastien auf das eigene Selbstverständnis. Die Erinnerungskultur oder Memoria nahm hierfür unterschiedliche Ausdrucksformen an. Diese Arbeit beantwortet die Frage, welche unterschiedlichen Prägungen der Erinnerungskultur bei Staufern und Welfen vorliegen. Darüber hinaus nimmt sie eine Untergliederung dieser Ausdrucksformen in chronologischer Weise vor. Die Arbeit wirft zu diesem Zweck ein Licht auf die Genealogia Welforum, die Sächsische Welfenquelle und die Historia Welforum.

Worauf gründete das Selbstverständnis eines Adelshauses? In diesem gesellschaftlichen Bereich, in dem die Tradition ohnehin eine große Bedeutung zu spielen scheint, wirft der Blick auf das historische Erinnern einige Fragen auf. Im Hochmittelalter war die Bedeutung dieser Erinnerung ungleich größer, als in unseren neuzeitlichen Tagen, in denen Adelstitel als schmuckvolle Relikte der Vergangenheit erscheinen. Denn die Dynastie zog die Legitimation der eigenen Herrschaft in besonderer Weise aus ihrer Geschichte und Herkunft . Der Verlust von Memoria bedeutete sogleich den Verlust von Adelsqualität. Die Memoria der Adelshäuser stellt damit eine wertvolle Forschungsquelle dar, die sogleich einen Blick auf die Selbstwahrnehmung der Geschlechter eröffnet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Adlige Memoria im Hochmittelalter

2.1. Formen und Funktionen der Memoria

2.2. Namensgebung als Ausdruck des Selbstverständnisses

2.3. Bauliche Ausdrucksformen der Memoria

2.4. Literarische Ausdrucksformen der Memoria

2.4.1 Die Genealogia Welforum

2.4.2 Die Sächsische Welfenquelle

2.4.3. Die Historia Welforum

2.5. Bildliche Ausdrucksformen der Memoria

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische Selbstverständnis des Adelsgeschlechts der Welfen im Hochmittelalter und analysiert, wie diese durch verschiedene Ausdrucksformen der Memoria ihre dynastische Identität sowie ihre Machtansprüche legitimierten und konservierten.

  • Phasen der welfischen Memoria im Kontext der Herrschaftsentwicklung
  • Bedeutung der Namensgebung für das dynastische Selbstverständnis
  • Bauliche Repräsentation von Macht durch Grablegen und Kirchenbauten
  • Literarische Hausüberlieferungen als Instrument der Identitätsbildung
  • Bildliche Inszenierung der Genealogie im Welfenstammbaum

Auszug aus dem Buch

2.4.3. Die Historia Welforum

Die am Hofe Welfs VI. entstandene „Historia Welforum“ bietet ebenfalls Anreize, über das Selbstverständnis der Welfen zu diskutieren. Es handelt sich um das erste Geschichtswerk des europäischen Mittelalters, das sich in seiner Darstellung klar auf das adlige Haus bezieht und unzweifelhaft war es Kernbestandteil der dritten Phase welfischer Memoria. Verfasst wurde die Historia Welforum im Jahr 1170 am oberschwäbischen Hof, vermutlich von einem Kaplan, was für einen starken Einfluss der welfischen Auftraggeber spricht. Das erste Kapitel beginnt mit der Beschreibung der Forschungen, die den Verfasser schließlich zu einem Grafen Welf führten, „der in der Zeit Karls des Großen gelebt hat“. Eticho aus der Genealogia Welforum (in der sächsischen Welfenquelle Eticho-Welf) tritt derweil in den Hintergrund. Die Historia Welforum hebt stattdessen die Ereignisse um seinen Sohn Heinrich hervor. Zum Spitzenahn schwingt sich der Großvater Heinrichs auf, der bereits im ersten Satz der Quelle benannte Graf Welf. Nicht weiter definierte Vorfahren des Grafen werden vom Verfasser zur Herkunft der Franken gezählt, die sich im Rahmen der Frankensage mit den Trojanern verknüpft.

„Wir wissen indes aus vielen Umständen, dass es vor ihm [Anm. Graf Welf] schon andere gegeben hat, die sogar noch vor Annahme des christlichen Glaubens in großen Reichtümern und Ehren dieses Hauses Häupter gewesen sind und ihren Namen, während langer Zeiträume einer dem andern folgend, in verschiedenen Ländern durch ihre große Tüchtigkeit bekannt gemacht haben.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des adligen Selbstverständnisses ein und erläutert die Bedeutung der Memorialforschung für die Legitimation der Herrschaft im Hochmittelalter.

2. Adlige Memoria im Hochmittelalter: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen und die spezifischen Phasen welfischer Erinnerungskultur dargelegt.

2.1. Formen und Funktionen der Memoria: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen historischer und sozialer Erinnerung sowie deren Relevanz für die Konstruktion von Adel.

2.2. Namensgebung als Ausdruck des Selbstverständnisses: Das Kapitel untersucht, wie die Namensgebung und die Verbindung zu Stammsitzen als mentale Konstruktionen zur Dynastiebildung beitrugen.

2.3. Bauliche Ausdrucksformen der Memoria: Hier wird analysiert, wie Klosterbauten und Grablegen als physische Orte des Gedenkens zur Festigung der Herrschaft dienten.

2.4. Literarische Ausdrucksformen der Memoria: Dieser Abschnitt widmet sich den schriftlichen Fixierungen der Hausgeschichte als Mittel der internen und externen Identitätsbildung.

2.4.1 Die Genealogia Welforum: Analyse dieser frühen Familiengeschichte, die der ersten Memorialphase zuzuordnen ist und die Rolle von Bischof Konrad von Konstanz hervorhebt.

2.4.2 Die Sächsische Welfenquelle: Betrachtung der erweiterten Hausüberlieferung, die Motive der Machtlegitimation nach der Verlagerung des Herrschaftsbereiches nach Sachsen beleuchtet.

2.4.3. Die Historia Welforum: Untersuchung des ersten adligen Geschichtswerks des Mittelalters und dessen Funktion als Kernbestandteil der dritten Memorialphase.

2.5. Bildliche Ausdrucksformen der Memoria: Analyse des Welfenstammbaums als innovative Form der bildlichen Genealogie und Inszenierung des Herrschaftsanspruchs.

3. Fazit: Die Zusammenfassung der Ergebnisse unterstreicht den Prozess der Bewusstseinsbildung, durch den sich die Welfen von einem lockeren Verbund zur bedeutenden Dynastie wandelten.

Schlüsselwörter

Memoria, Welfen, Hochmittelalter, Geschlechterbewusstsein, Herrschaftslegitimation, Genealogia Welforum, Sächsische Welfenquelle, Historia Welforum, Staufer, Adel, Erinnerungskultur, Identitätsbildung, Familiengeschichte, Weingarten, Heinrich der Löwe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Erforschung der adligen Memoria des Hochmittelalters am Beispiel des Welfenhauses.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die bauliche, literarische und bildliche Inszenierung von Herrschaft und dynastischem Selbstverständnis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Prozess der Bewusstseinsbildung innerhalb der Welfen nachzuvollziehen, der sie vom häuslichen Verbund zur Dynastie mit Machtanspruch formte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine diachrone Analyse von Quellen, insbesondere Memorialzeugnissen wie Chroniken und Stammbäumen, sowie ein Abgleich mit moderner Memorialforschung (z.B. Otto Gerhard Oexle) vorgenommen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Erscheinungsformen der Erinnerung, von der Namensgebung bis hin zu monumentalen Bauwerken und Geschichtsschreibungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Memoria, Welfen, Selbstverständnis, Dynastiebildung und Herrschaftslegitimation.

Wie wichtig war der Einfluss des Klosters Weingarten für die Welfen?

Weingarten fungierte als zentraler Ort der Machtkonsolidierung, an dem durch die Grablege der Vorfahren die historische Kontinuität und Identität des Geschlechts untermauert wurde.

Warum spielt die Historia Welforum eine so besondere Rolle?

Sie gilt als das erste Geschichtswerk des europäischen Mittelalters, das sich dezidiert auf ein Adelsgeschlecht bezieht und damit eine neue Qualität der dynastischen Selbstinszenierung einläutet.

Inwiefern beeinflusste die Namensgebung das Welfenhaus?

Die Namensgebung wandelte sich im 12. Jahrhundert von einer Herkunftsbezeichnung hin zu einem Leitnamen, der zur Sammelbezeichnung für die Dynastie wurde und so den Zusammenhalt stärkte.

Welche Funktion erfüllte der Welfenstammbaum?

Der Stammbaum visualisierte die Geschlossenheit des Geschlechts und verknüpfte die Welfen durch die Einordnung Friedrich Barbarossas wirkungsvoll mit der kaiserlichen Macht.

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Details

Titel
Erinnerungsformen des Adels im Hochmittelalter. Staufer und Welfen und ihr historisches Gedächtnis
Hochschule
Universität Stuttgart
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V1133948
ISBN (eBook)
9783346508492
ISBN (Buch)
9783346508508
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Welfen Staufer Barbarossa Erinnerungskultur Memoria Historia Welforum Sächsische Welfenquelle Genealogia Welforum Eticho
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2018, Erinnerungsformen des Adels im Hochmittelalter. Staufer und Welfen und ihr historisches Gedächtnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1133948
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Leseprobe aus  15  Seiten
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