Trotz der wiederholten Versicherung, „que lo que en este libro se contiene, va muy verdadero“ , die der Autor der Eroberungschronik Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España, Bernal Díaz del Castillo, dem Leser vom ersten Kapitel an gibt, ist dieser Wahrheitsgehalt bereits – und das zu Recht – kritisch hinterfragt und angezweifelt worden. Die insgesamt 214 Kapitel der Historia Verdadera des Soldaten, der sowohl unter dem Kommando von Francisco Hernández de Córdoba als auch Juan de Grijalva, hauptsächlich jedoch unter der Führung von Hernán Cortés an der Eroberung Mexikos und Guatemalas mitwirkte, dokumentieren einen Zeitabschnitt von ungefähr 54 Jahren, der seinen Auftakt im Jahre 1514 hat und bis zur Fertigstellung des Buches im Jahre 1568 reicht.
Nicht genug, dass allein das weit vorangeschrittene Alter des Autors von über 70 Jahren berechtigte Zweifel an der Verlässlichkeit der geschilderten Ereignisse aufkommen lässt; darüber hinaus ist es insbesondere der zeitliche Abstand zu den Geschehnissen, die Bernal Díaz zum Teil in Zitaten wiedergeben zu können meint, der die dem Text so oft attestierte Wahrheitstreue aus kritischer Sicht zuweilen nur schwierig nachvollziehen lässt.
Inhaltsverzeichnis
Über die Wahrheit in der Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España des Hauptmanns Bernal Díaz del Castillo
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wahrheitsanspruch und die rhetorischen Strategien in Bernal Díaz del Castillos Chronik "Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España", um zu klären, inwiefern seine Selbstdarstellung als Augenzeuge im Vergleich zu zeitgenössischen Darstellungen tatsächlich eine höhere historische Authentizität aufweist.
- Analyse des Wahrheitsanspruchs und der Motivlage des Autors
- Untersuchung der stilistischen Mittel zur Simulation von Unmittelbarkeit
- Darstellung der Polemik gegen den Chronisten Gómara
- Kritische Reflexion der eigenen Glaubwürdigkeit und subjektiver Interessen
- Diskussion der ökonomischen Motivation hinter der Niederschrift
Auszug aus dem Buch
Über die Wahrheit in der Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España
Trotz der wiederholten Versicherung, „que lo que en este libro se contiene, va muy verdadero“, die der Autor der Eroberungschronik Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España, Bernal Díaz del Castillo, dem Leser vom ersten Kapitel an gibt, ist dieser Wahrheitsgehalt bereits – und das zu Recht – kritisch hinterfragt und angezweifelt worden.
Die insgesamt 214 Kapitel der Historia Verdadera des Soldaten, der sowohl unter dem Kommando von Francisco Hernández de Córdoba als auch Juan de Grijalva, hauptsächlich jedoch unter der Führung von Hernán Cortés an der Eroberung Mexikos und Guatemalas mitwirkte, dokumentieren einen Zeitabschnitt von ungefähr 54 Jahren, der seinen Auftakt im Jahre 1514 hat und bis zur Fertigstellung des Buches im Jahre 1568 reicht.
Nicht genug, dass allein das weit vorangeschrittene Alter des Autors von über 70 Jahren berechtigte Zweifel an der Verlässlichkeit der geschilderten Ereignisse aufkommen lässt; darüber hinaus ist es insbesondere der zeitliche Abstand zu den Geschehnissen, die Bernal Díaz zum Teil in Zitaten wiedergeben zu können meint, der die dem Text so oft attestierte Wahrheitstreue aus kritischer Sicht zuweilen nur schwierig nachvollziehen lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
Über die Wahrheit in der Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España des Hauptmanns Bernal Díaz del Castillo: Die Einleitung und Analyse beleuchtet den kritisch hinterfragten Wahrheitsanspruch des Autors, dessen Motivation zur Korrektur zeitgenössischer Geschichtsschreibung sowie die stilistische Simulation von Authentizität und die eigene ökonomische Interessenlage des Verfassers.
Schlüsselwörter
Bernal Díaz del Castillo, Historia Verdadera, Eroberung Mexikos, Hernán Cortés, Francisco López de Gómara, Historiographie, Wahrheitsanspruch, Authentizität, Augenzeugenbericht, Chronik, Literaturanalyse, Spanische Eroberung, Rhetorik, Selbstdarstellung, Rekompensation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Wahrheitsanspruch der Eroberungschronik von Bernal Díaz del Castillo und analysiert, warum der Autor sich als glaubwürdigeren Chronisten gegenüber seinen Zeitgenossen inszeniert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die historiographische Verfälschung durch andere Chronisten, der rhetorische Stil als Mittel zur Authentizitätsbildung und die persönlichen Interessen des Autors, insbesondere sein Wunsch nach materieller Anerkennung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit hinterfragt, ob der von Bernal Díaz beanspruchte Wahrheitsgehalt seines Werkes angesichts seines hohen Alters, des großen zeitlichen Abstands zu den Ereignissen und eigener Übertreibungen tatsächlich eine höhere Glaubwürdigkeit besitzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Analyse stützt sich auf eine philologische Untersuchung des Textes, den Abgleich mit zeitgenössischen Quellen und eine kritische Auseinandersetzung mit der Intention des Autors innerhalb seines historischen Kontextes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der polemischen Abgrenzung Díaz’ gegen Gómara, der stilistischen Funktion der Schlichtheit im Text und der strategischen Verknüpfung von Heldentum mit Forderungen nach wirtschaftlicher Entschädigung.
Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Historiographie, Authentizität, rhetorische Strategien, Augenzeugenbericht und die kritische Analyse der Eroberungsgeschichte charakterisiert.
Warum greift Bernal Díaz explizit Gómara und Illescas an?
Er wirft ihnen vor, Eroberungsgeschichten zu schreiben, ohne jemals selbst vor Ort gewesen zu sein, und lediglich auf dem Diktat ihres Dienstherrn Cortés zu basieren, was er als Verfälschung der wahren Ereignisse interpretiert.
Welche Rolle spielt die ökonomische Lage des Autors?
Die wirtschaftliche Not im Alter dient dem Autor als strategisches Mittel, um den König als Leser zu adressieren und seine Ansprüche auf materielle Rekompensation für seine treuen Dienste zu rechtfertigen.
Wie erzeugt der Autor den Eindruck von Wahrheit?
Díaz nutzt einen schlichten, oft enumerativen Erzählstil und betont seine Rolle als einfacher Soldat, um Spontaneität und Unmittelbarkeit zu suggerieren, die den Leser emotional an seine "Veteranengeschichte" binden sollen.
Ist Bernal Díaz’ Werk letztlich glaubwürdiger als das von Gómara?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass auch Díaz’ Text aufgrund von Übertreibungen, Übernahmen aus den kritisierten Quellen und der langen zeitlichen Distanz keine wesentlich höhere historische Verlässlichkeit aufweist.
- Quote paper
- Alexander Zuckschwerdt (Author), 2008, Über die Wahrheit in der "Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España" des Bernal Díaz del Castillo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113409