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Die Sachsengeschichte von Widukind von Corvey

Title: Die Sachsengeschichte von Widukind von Corvey

Term Paper , 2008 , 12 Pages

Autor:in: Birk Grüling (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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In dieser Hausarbeit werde ich mich mit der Person Widukind von Corvey und seinem Wirken als mittelalterlicher Historiograph beschäftigen. Ich lege dabei mein Hauptaugenmerk auf die Intention, die hinter der Sachsengeschichte von Widukind von Corvey steht. Zur Erschließung des Themenkomplexes dient mir dabei einerseits die Übersetzung der Sachsengeschichte und anderseits die Darstellung führender Historiker, wie zum Beispiel von Eduard Hlawitschka , über den von Widukind beschriebenen Zeitraum.
Zu Beginn meiner Arbeit gebe ich einen Überblick über Widukinds Sachsengeschichte.
Darauf folgend werde ich an ausgewählten Kapiteln Widukinds Intention hinter der Sachsengeschichte näher beleuchten. Dabei stehen exemplarisch zwei Abschnitte im Mittelpunkt. Zum einen der Übergang der Herrschaft Heinrich I auf seinen Sohn Otto I und die damit verbundene Aachener Königswahl sowie die Beschreibung der Schlacht auf dem Lechfeld und der Kaiserkrönung Otto I.
Abschließend befasse ich mich im Allgemeinem mit den von Widukind verwendeten Quellen und der allgemeinen Deutung Widukinds Werkes. Welche Gründe hat Widukind für seine Auslegung der Sachsengeschichte? Wohl weniger eine genau Wiedergabe von Fakten als eine Art Herrschaftslegimitation.
In diesem Zusammenhang soll auch die Verwendbarkeit der Forschung thematisiert werden. Gerade die Verwendbarkeit für die Geschichtswissenschaft ist eine der Hauptkontroversen zu diesem Thema.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Überblick über die Sachsengeschichte:

3.) Thronfolge und Aachener Wahl

3.1) Thronfolge und Herrschaftslegitimation von Otto I.

3.2) Aachener Königswahl

4.) Schlacht auf dem Lechfeld und die Kaisererhebung

5.)Mögliche Vorbilder und Quellen der Sachsengeschichte

6.) Quellenwert der Sachsengeschichte:

7.) Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Intention des mittelalterlichen Historiographen Widukind von Corvey in seinem Werk "Sachsengeschichte" (Res gestae Saxonicae). Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, inwiefern das Werk weniger als neutrale Faktenwiedergabe, sondern vielmehr als Instrument zur Herrschaftslegitimation für Otto den Großen konzipiert wurde.

  • Analyse der Intention Widukinds von Corvey als Historiograph
  • Untersuchung der Herrschaftslegitimation von Otto I.
  • Beleuchtung des Konzepts eines "romfreien" Heerkaisertums
  • Bewertung des Quellenwertes mittelalterlicher Geschichtsschreibung
  • Diskussion der Verwendbarkeit der Forschung für die moderne Geschichtswissenschaft

Auszug aus dem Buch

3.2) Aachener Königswahl

Am 7.August 936 wurde Otto I offiziell von den Großen und Edlen des Reiches zum König gewählt. Sie setzten ihn auf den Thron Karl des Großen und gelobten ihm Treue.

Dabei ist die Wahl, nach Meinungen der Historiker, nicht als Wahlvorgang an sich zu verstehen, sondern als Teil der Krönungszeremonie. Von dem „summus pontifex“, dem Obersten der Kirche, erhielt Otto I. im Lauf der Zeremonie die Königsinsignien, das Schwert, den Mantel mit den Spangen, den Stab mit dem Zepter und das Diadem. Nun war er nicht nur Herrscher über alle Franken und Sachsen, sondern auch Verteidiger der Christenheit gegen alle „Fremdvölker und schlechte Christen“. Für Widukind scheint vor allem der Umstand im Vordergrund zu stehen, die Königserhebung sei der Höhepunkt einer göttlichen Bestimmung. Verwunderlich dabei ist, dass der summus pontifex nicht der Papst in Rom ist, sondern Hildebert, der Erzbischof von Mainz.

Hier wird, genau wie bei der Beschreibung der Schlacht auf dem Lechfeld klar, dass Widukind die Idee eines „romfreien“ bzw. „papstfreien“ Herrschertums vertritt. Widukinds Beschreibung der Königswahl in Aachen gilt als eine der detailreichsten Beschreibungen einer Krönungszeremonie des Mittelalters. Eben diese Schilderung wirft die Vermutung auf, Widukind sei sogar Augenzeuge der Königserhebung gewesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Intention Widukinds von Corvey durch die Analyse ausgewählter Kapitel und den Vergleich mit historischer Fachliteratur zu entschlüsseln.

2.) Überblick über die Sachsengeschichte:: Dieses Kapitel bietet eine inhaltliche Einführung in das dreibändige Werk Widukinds, das im Auftrag Otto des Großen entstand und dessen Herrschaftsanspruch legitimieren sollte.

3.) Thronfolge und Aachener Wahl: Das Kapitel behandelt den Übergang der Macht von Heinrich I. auf Otto I. sowie die Bedeutung der Aachener Zeremonie für den ottonischen Herrschaftsanspruch.

3.1) Thronfolge und Herrschaftslegitimation von Otto I.: Es wird erläutert, wie Widukind Otto durch die Darstellung seines Vaters als weisen Herrscher legitimiert und die Unteilbarkeit des Reiches unterstreicht.

3.2) Aachener Königswahl: Dieses Kapitel analysiert die Krönungszeremonie in Aachen als Ausdruck eines "romfreien" Herrschaftsverständnisses, das den Erzbischof von Mainz und nicht den Papst in den Mittelpunkt stellt.

4.) Schlacht auf dem Lechfeld und die Kaisererhebung: Die Darstellung des Sieges über die Ungarn dient bei Widukind dazu, Otto als Retter der Christenheit und "Heerkaiser" zu stilisieren.

5.)Mögliche Vorbilder und Quellen der Sachsengeschichte: Hier wird der Schreibstil Widukinds untersucht und auf Einflüsse klassischer sowie biblischer Werke zurückgeführt.

6.) Quellenwert der Sachsengeschichte:: Das Kapitel kritisiert die mangelnde Objektivität der Sachsengeschichte, betont jedoch ihren Wert als Einblick in das höfische Weltbild des Mittelalters.

7.) Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Sachsengeschichte trotz ihrer fehlenden Wirklichkeitsnähe ein wertvolles Dokument zur Erforschung der mittelalterlichen Herrschaftslegitimation bleibt.

Schlüsselwörter

Widukind von Corvey, Sachsengeschichte, Res gestae Saxonicae, Otto der Große, Ottonen, Herrschaftslegitimation, Mittelalterliche Historiographie, Aachener Königswahl, Schlacht auf dem Lechfeld, Heerkaisertum, Quellenwert, Geschichtsschreibung, Mittelalter, Kaisertum, Quellenkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Werk "Sachsengeschichte" des mittelalterlichen Historiographen Widukind von Corvey und untersucht dessen Rolle bei der Herrschaftslegitimation der ottonischen Könige.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Thronfolgeregelung der Ottonen, die Aachener Königswahl, die Schlacht auf dem Lechfeld sowie die Frage nach der Objektivität und der Intention mittelalterlicher Geschichtsschreibung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Widukinds Werk weniger eine objektive historische Chronik darstellt, als vielmehr ein gezieltes Instrument zur Überhöhung und Legitimation der Person Otto I.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische Herangehensweise, bei der die "Sachsengeschichte" mit der Darstellung führender Historiker wie Hagen Keller oder Eduard Hlawitschka verglichen wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zentrale Ereignisse wie der Herrschaftsübergang von Heinrich I. zu Otto I., die Krönung in Aachen und der Sieg auf dem Lechfeld detailliert auf ihre historiographische Intention hin untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Herrschaftslegitimation", "Ottonen", "Sachsengeschichte", "Historiographie" und "Heerkaisertum" definiert.

Warum spielt die "romfreie" Darstellung des Kaisertums eine so große Rolle?

Widukind versucht durch die Betonung der Aachener Krönung und des Heerkaisertums die Unabhängigkeit der ottonischen Herrschaft von der päpstlichen Autorität in Rom zu demonstrieren.

Inwiefern ist die "Sachsengeschichte" heute noch eine wertvolle Quelle?

Obwohl das Werk historisch nicht in jeder Hinsicht als faktengetreu gilt, bietet es einen unverzichtbaren Einblick in die Gedankenwelt des ottonischen Hofes und die zeitgenössische Diskussion über das Kaisertum.

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Details

Title
Die Sachsengeschichte von Widukind von Corvey
College
University of Hannover  (Historisches Seminar )
Course
Vom Frankenreich zum Deutschen Reich
Author
Birk Grüling (Author)
Publication Year
2008
Pages
12
Catalog Number
V113444
ISBN (eBook)
9783640137909
Language
German
Tags
Sachsengeschichte Widukind Corvey Frankenreich Deutschen Reich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Birk Grüling (Author), 2008, Die Sachsengeschichte von Widukind von Corvey, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113444
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