Diese Arbeit beschäftigt sich mit Mikrolernen und beleuchtet die App "Blinkist". Dabei werden folgende Fragen gestellt: Wie umfänglich kann das Lernen in kurzer Zeit und mit kleinen Einheiten sein? Welche Potentiale knüpfen sich an das Konzept des Mikrolernens und welche Grenzen gehen damit einher? Wie sollten Mikrolernprozesse gestaltet sein, um ein effektives Lernen zu ermöglichen?
Um diese Fragen zu beantworten, soll zunächst das Konzept des Mikrolernens hinsichtlich seiner geschichtlichen Aspekte, seiner Definition(en) und Merkmale, sowie in Bezug auf die mit ihm verbundenen Potentiale und Grenzen einer näheren Betrachtung unterzogen werden. Anschließend werden Anforderungen an die Gestaltung von Mikrolernprozessen erwogen. Im dritten Kapitel soll schließlich die App "Blinkist" eingehender in ihrer Nutzungsmöglichkeit als Mikrolernanwendung untersucht werden: Das Angebot der App und ihr Aufbau werden erläutert, es wird nachvollzogen, welche typischen Merkmale des Mikrolernens sie aufweist und zuletzt wird ein exemplarischer Blink, also eine von "Blinkist" erstellte Buchzusammenfassung, analysiert, wobei die Gestaltung des Lernprozesses bzw. der einzelnen Lerneinheiten im Fokus stehen wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Mikrolernen
1.1 Geschichtliche Aspekte
1.2 Definition(en), Dimensionen und Abgrenzung
1.3 Potentiale und Grenzen
2 Didaktiken des Mikrolernens: Anforderungen an die Gestaltung von Mikrolernprozessen
2.1 Mikrolerneinheiten: Anforderungen und didaktische Gestaltung
2.2 Technologische Anforderungen
3 Blinkist: Informelles lernen in kleinen Einheiten per App
3.1 Angebot und Aufbau der App
3.2 Blinkist als Mikrolernanwendung
3.3 Blink-Analyse: Gestaltung der Lerneinheiten und des Lernprozesses
3.3.1 Zu analysierender Blink
3.3.2 Gestaltung der Lerneinheiten und des Lernprozesses
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Mikrolernens unter besonderer Berücksichtigung der App Blinkist. Ziel ist es, die Potentiale und Grenzen dieser Lernform zu erörtern, Anforderungen an die didaktische Gestaltung von Mikrolernprozessen abzuleiten und zu analysieren, inwiefern eine kommerzielle App wie Blinkist tatsächlich zur selbstständigen Weiterbildung und zum Erwerb komplexer Fähigkeiten beitragen kann.
- Theoretische Fundierung des Mikrolernens und dessen historische Entwicklung
- Dimensionen und Abgrenzung von Mikrolernprozessen
- Didaktische und technologische Gestaltungsanforderungen an Mikrolerneinheiten
- Strukturanalyse der App Blinkist als praktisches Anwendungsbeispiel
- Kritische Reflexion der Eignung von Mikrolernanwendungen für tiefgreifende Lernprozesse
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Gestaltung der Lerneinheiten und des Lernprozesses
Die einzelnen Abschnitte bzw. Blinks, in die der Blink-Titel eingeteilt ist, werden hinsichtlich der von Eibl (2007) definierten Anforderungen analysiert (vgl. Kap. 2.1). Untersucht werden soll demnach: (a) Inwiefern es sich bei den einzelnen Abschnitten zum einen um autonome und in sich geschlossene Lerneinheiten handelt und (b) inwiefern diese zugleich zielorientiert sind, also Schritt für Schritt in Richtung eines übergeordneten Lernziels leiten. Außerdem soll untersucht werden, (c) wie umfänglich das Lernen und der Erwerb neuer (praktischer) Kenntnisse mit Blinkist potentiell sein kann.
Zu (a): Der Eindruck in sich geschlossener und autonomer Abschnitte entsteht zunächst dadurch, dass die einzelnen Blinks jeweils durch eine Ziffer und einen Untertitel gekennzeichnet sind, der die Lernenden auf den darin enthaltenen Teilaspekt des besprochenen Themas fokussiert (z.b. Blink 4: „Mit Körpersprache beeinflusst du, wie dich andere wahrnehmen“). Weiterhin scheint jeder Abschnitt in seinem Aufbau einem bestimmten Schema (‚vom Großen ins Kleine‘) zu folgen:
1) Nennung des Abschnitts und seines Titels („Blink Nummer 8. Die Digitalisierung verändert, wie wir mit wem kommunizieren“). Dies trägt zudem zur eigenen Verortung im Lernprozess bei.
2) Es folgt eine Art gedankliche Einleitung in den Aspekt (z.B. Blink 10: „Natürlich machen sich auch Unternehmen Gedanken darüber, wie sie unsere inzwischen chronisch kurze Aufmerksamkeitsspanne effektiv nutzen können. Eine der beliebtesten modernen Kommunikationsstrategien ist das Storytelling (…)“).
3) In einigen Blinks wird daraufhin ein bestimmter Begriff näher erläutert, seine historische Relevanz wird angesprochen und es werden Beispiele genannt (z.B. Blink 10: Der Begriff des „Storytellings“).
4) Erwähnt werden schließlich einige wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema (z.B. Blink 10: Neurobiologische Erkenntnisse zur Rolle von Geschichten bei der Informationsaufnahme).
5) Ein Abschnitt endet meist, indem Bezug auf konkrete Anwendungsbeispiele genommen wird (z.B. Blink 10: Die „Unternehmensgeschichte“) oder durch die Nennung konkreter und praktischer Tipps (z.B. Blink 5: „Leite deine Sätze mit Wendungen ein, wie: Aus meiner Sicht oder ich habe den Eindruck, dass“).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Mikrolernen ein und beschreibt Blinkist als ein Beispiel für die zunehmende Bedeutung informeller Lernformen in einer digitalen Wissensgesellschaft.
1 Mikrolernen: Dieses Kapitel erarbeitet eine theoretische Basis, beleuchtet die bildungsgeschichtlichen Hintergründe, definiert den Begriff und diskutiert die Potentiale sowie Grenzen dieses Lernkonzepts.
2 Didaktiken des Mikrolernens: Anforderungen an die Gestaltung von Mikrolernprozessen: Hier werden didaktische und technologische Anforderungen an die Gestaltung von Lerneinheiten abgeleitet, um ein effektives Lernen zu ermöglichen.
3 Blinkist: Informelles lernen in kleinen Einheiten per App: Das Kapitel bietet eine detaillierte Analyse der App Blinkist, ihres Angebots, ihrer Merkmale als Mikrolernanwendung und eine exemplarische Untersuchung eines ausgewählten "Blinks".
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Blinkist primär als Einstiegsinstrument geeignet ist, aber kaum die Anforderungen an tiefgreifendes, kompetenzorientiertes Lernen erfüllt.
Schlüsselwörter
Mikrolernen, Microlearning, Blinkist, Informelles Lernen, Didaktik, Lernprozesse, Digitale Medien, Wissenstransfer, Lernmotivation, Wissensgesellschaft, Mobile Learning, Lerntechnologie, Kompetenzerwerb, Wissensmanagement, Kurzzeitpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Konzept des Mikrolernens und analysiert dessen Umsetzung anhand der App Blinkist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Definition von Mikrolernen, die didaktische Gestaltung von Mikrolernprozessen und eine kritische Auseinandersetzung mit mobilen Lernanwendungen.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Eignung von Mikrolernanwendungen wie Blinkist für den Erwerb komplexer Fähigkeiten und echter Weiterbildung zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung sowie eine analytische Fallstudie der App Blinkist anhand definierter Gestaltungsanforderungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Konzepts Mikrolernen, die Ableitung didaktischer Anforderungen und die konkrete Analyse der App Blinkist inklusive eines exemplarischen "Blinks".
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Mikrolernen, Informelles Lernen, Didaktik, Blinkist und Digitale Medien.
Wie unterscheidet sich Blinkist von anderen Lernformen?
Blinkist zeichnet sich durch die extrem kurze Zeitdauer der Lerneinheiten (ca. 15 Minuten) und die Reduktion komplexer Inhalte auf handliche "Blinks" aus.
Ergänzt Blinkist durch die App effektiv formale Bildung?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Blinkist zwar den Einstieg in ein Thema ermöglicht, aber aufgrund fehlenden Feedbacks und fehlender Reflexion kaum komplexe Fähigkeiten vermitteln kann.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Mikrolernen mit der App "Blinkist". Anforderungen an die Gestaltung von Mikrolernprozessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1134730