Gegenstand dieser Arbeit wird es sein, den Themenkomplex des Schiller- und Goethedenkmals im Zuge der Gedenk- und Memorialkultur im Zeitraum des 19. Jahrhunderts näher zu beleuchten und hinsichtlich seiner national-ästhetischen Wirkung zu untersuchen. Dabei soll der vordergründigen Frage nachgegangen werden, inwiefern es möglich war, dass sich die in vielerlei Hinsicht so unterschiedlichen Individuen letztlich im Weimarer Doppeldenkmal vereinen lassen konnten. Um diesen Tatbestand umfassend untersuchen zu können wird es zunächst notwendig sein, einen fragmentarischen biographischen Exkurs zu den Personen Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) und Johann Christoph Friedrich Schiller (1759–1805) und deren Werk voranzustellen, um deren äußerst konträr zueinander verlaufenden Lebenswege und Schaffensperioden nachzuzeichnen, die sich auch in den für sie errichteten Memorialdenkmäler widerspiegeln.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Goethe und Schiller – Ein biographischer Exkurs
- Goethes Weg in die Weimarer Gesellschaft
- Schillers Weg in die Weimarer Gesellschaft
- Das Verhältnis zwischen Goethe und Schiller
- Goethe und Schiller in der Portraitkunst
- Goethe im Portrait
- Schiller im Portrait
- Der Typus des Schiller- und Goethedenkmals
- Das Schillerdenkmal
- Das Goethedenkmal
- Das Weimarer Doppeldenkmal
- Das Weimarer Doppeldenkmal nach der Reichsgründung (1871)
- Die Wurzel eines neuen Nationalbewusstseins?
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit widmet sich der Analyse des Schiller- und Goethedenkmals im Kontext der Gedenk- und Memorialkultur des 19. Jahrhunderts. Sie untersucht die Entstehung des Weimarer Doppeldenkmals, die biographischen Hintergründe von Goethe und Schiller, deren Darstellung in der Portraitkunst sowie die Bedeutung des Denkmals für die Entwicklung eines neuen Nationalbewusstseins.
- Die Entwicklung der Gedenk- und Memorialkultur um 1800
- Die biographischen Hintergründe von Goethe und Schiller
- Die Darstellung von Goethe und Schiller in der Portraitkunst
- Der Typus des Schiller- und Goethedenkmals
- Die Bedeutung des Weimarer Doppeldenkmals für die nationale Identität
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung liefert einen historischen Überblick über die Entwicklung der Denkmalkultur von der Antike bis zur Frühphase des 19. Jahrhunderts.
- Das zweite Kapitel widmet sich den Biografien von Goethe und Schiller und zeichnet deren unterschiedliche Lebenswege und Schaffensperioden nach.
- Das dritte Kapitel untersucht die Darstellung von Goethe und Schiller in der Portraitkunst des 19. Jahrhunderts, um den zeitgenössischen Blick auf die beiden Dichter zu beleuchten.
- Das vierte Kapitel analysiert den Typus des Schiller- und Goethedenkmals, indem es die Besonderheiten der jeweiligen Denkmäler hervorhebt.
- Das fünfte Kapitel befasst sich mit dem Weimarer Doppeldenkmal und seiner Entstehung.
- Das sechste Kapitel beleuchtet die Bedeutung des Weimarer Doppeldenkmals für die Entwicklung eines neuen deutschen Nationalbewusstseins im Zuge der Reichsgründung von 1871.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselbegriffe der Arbeit sind Memorialkultur, Denkmal, Portraitkunst, Nationalbewusstsein, Goethe, Schiller, Weimarer Doppeldenkmal, Reichsgründung 1871.
Häufig gestellte Fragen
Was symbolisiert das Weimarer Doppeldenkmal von Goethe und Schiller?
Es symbolisiert die geistige Einheit der deutschen Nation und die Verbindung zweier sehr unterschiedlicher Dichterpersönlichkeiten zu einem nationalen Identitätssymbol.
Wie unterschieden sich die Lebenswege von Goethe und Schiller?
Goethe stammte aus einem wohlhabenden Frankfurter Elternhaus und war früh in die Weimarer Hofgesellschaft integriert, während Schiller sich seinen Weg mühsam erkämpfen musste und erst später nach Weimar kam.
Welche Rolle spielte das Denkmal nach der Reichsgründung 1871?
Nach 1871 wurde das Denkmal zu einer „Wurzel eines neuen Nationalbewusstseins“ und diente der kulturellen Legitimierung des neu geschaffenen deutschen Kaiserreichs.
Warum wurden die beiden Dichter gemeinsam in einem Denkmal vereint?
Trotz ihrer Unterschiede bildeten sie durch ihre Freundschaft und Zusammenarbeit (Weimarer Klassik) ein kulturelles Fundament, das im 19. Jahrhundert als Vorbild für nationale Größe galt.
Was untersucht die Memorialkultur des 19. Jahrhunderts?
Sie untersucht, wie durch Denkmäler und öffentliche Erinnerung ein kollektives Gedächtnis und eine nationale Identität geschaffen und gepflegt wurden.
- Arbeit zitieren
- Hanno Dampf (Autor:in), 2018, Goethe und Schiller im Memorialdenkmal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1134739