Diese Arbeit behandelt die Leitfrage, welche Besonderheiten es für Organisationen der Sozialen Arbeit aufgrund der Dienstleistungseigenschaften ihrer Produkte gibt.
Soziale Arbeit aus einer ökonomischen Perspektive zu betrachten heißt, sie als Dienstleistung mit ihren Besonderheiten zu verstehen. Der erste Abschnitt befasst sich daher mit den Organisationen sozialer Arbeit, welche die Dienstleistungen anbieten. Es folgt zunächst eine Begriffsbestimmung des Begriffes „Organisation“. Daraufhin wird erläutert, was ein Non-Profit-Unternehmen ist und inwiefern diese Art von Unternehmen mit den meisten Organisationen der Sozialen Arbeit zusammenhängen. Daran anschließend werden Beispiele von Non-Profit-Unternehmen angeführt und vorgestellt.
In diesem Zusammenhang wird sich auf die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege bezogen, da diese als größte Anbieter für soziale Dienstleistungen gelten. In welchen Beziehungen die einzelnen Akteure (Nachfrager, Anbieter und Nutzer) zueinanderstehen, wird im darauffolgenden Unterkapitel thematisiert. Der darauffolgende Abschnitt widmet sich den Dienstleistungen und beginnt mit einer Definition. Daraufhin wird erläutert, was die personenbezogenen sozialen Dienstleistungen umfassen und welche Merkmale diese aufweisen. Unter Kapitel 3.3 werden vier Charakteristika sozialer Dienstleistungen erläutert und somit die Besonderheiten gezielt aufgegriffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Organisationen der Sozialen Arbeit
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Non-Profit-Unternehmen
2.3 Beispiele von Organisationen (Freie Wohlfahrtspflege)
2.4 Sozialrechtliches Dreiecksverhältnis
3 Dienstleistungen
3.1 Begriffsbestimmung
3.2 Personenbezogene soziale Dienstleistung
3.3 Vier Charakteristika sozialer Dienstleistungen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Besonderheiten von Organisationen der Sozialen Arbeit unter Berücksichtigung der spezifischen Dienstleistungseigenschaften ihrer Angebote. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, welche Auswirkungen die Dienstleistungsmerkmale auf die Struktur und die Leistungserbringung in diesem Sektor haben.
- Organisationen in der Sozialen Arbeit als Non-Profit-Unternehmen
- Die Rolle der Freien Wohlfahrtspflege als Leistungserbringer
- Das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis zwischen Staat, Anbieter und Nutzer
- Charakteristika sozialer Dienstleistungen (u.a. Uno-acto-Prinzip, Immaterialität)
- Meritorik und die Besonderheiten von Gütern in der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
3.3 Vier Charakteristika sozialer Dienstleistungen
Die erste Eigenschaft der sozialen Dienstleistungen ist die Immaterialität bzw. Intangibilität. Wie zuvor beschrieben, sind Dienstleistungen im Allgemeinen ein Unikat und folgen dem Uno-acto-Prinzip. Sie sind weder lagerfähig noch greifbar oder transportierbar. Das zentrale Element einer sozialen Dienstleistung ist nicht gegenständlich. Normalerweise können ein möglicher zukünftiger Konsument/ eine mögliche zukünftige Konsumentin das jeweilige Sachgut vorher anfassen und prüfen – bei sozialen Dienstleistungen gibt es diese Möglichkeit allerdings nicht. Nachfrager und Konsumenten können sich nur eine Vorstellung von den angebotenen Leistungen und deren Nutzen machen, können aber sowohl vorher als auch nach dem Konsum der Dienstleistung bzw. des immateriellen Gutes nicht sicher sein, ob die versprochene Qualität auch faktisch vorhanden ist.
„So vertraut z.B. ein Klient beim Besuch einer Beratungsstelle darauf, dass der Sozialarbeiter ihn über alle rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten in seinem Fall informiert, ohne nach Abschluss des Beratungsgesprächs mit Sicherheit sagen zu können, dass er tatsächlich eine fachlich qualifizierte Beratung erhalten hat“ (Finis Siegler, 2009, S.135).
Aufgrund dessen spricht man von Vertrauensgütern. Da die Organisationen der Sozialen Arbeit zum größten Teil immaterielle Dienstleistungen anbieten, ist es schwer diese miteinander zu vergleichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der Sozialen Arbeit für die Gesellschaft dar und formuliert die Leitfrage nach den Besonderheiten von Organisationen der Sozialen Arbeit im Kontext von Dienstleistungseigenschaften.
2 Organisationen der Sozialen Arbeit: Das Kapitel definiert den Organisationsbegriff, erläutert die Bedeutung von Non-Profit-Unternehmen und Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege sowie das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis.
3 Dienstleistungen: Hier wird der Dienstleistungsbegriff ökonomisch definiert, zwischen sach- und personenbezogenen Leistungen unterschieden und die vier zentralen Charakteristika sozialer Dienstleistungen erläutert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass soziale Dienstleistungen als meritorische Güter eine Koproduktion zwischen Fachkraft und Adressat erfordern, die mit spezifischen Herausforderungen verbunden ist.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Dienstleistungen, Non-Profit-Unternehmen, Freie Wohlfahrtspflege, sozialrechtliches Dreiecksverhältnis, Uno-acto-Prinzip, Immaterialität, Vertrauensgüter, Koproduktion, Konsumentensouveränität, Meritorische Güter, Marktversagen, Individualität, Organisation, Soziale Dienstleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Soziale Arbeit aus einer ökonomischen Perspektive und untersucht die Rahmenbedingungen für Organisationen, die soziale Dienstleistungen erbringen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die Organisationsformen in der Sozialen Arbeit, die Besonderheiten sozialer Dienstleistungen im Vergleich zu Sachgütern sowie die ökonomische Einordnung dieser Leistungen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es zu analysieren, welche spezifischen Besonderheiten sich für Organisationen der Sozialen Arbeit durch die Dienstleistungseigenschaften ihrer Produkte ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Anwendung ökonomischer Theorien (z.B. Gütertheorie) auf den Bereich der Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Organisationen, der Rolle der Freien Wohlfahrtspflege, dem sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis und den spezifischen Eigenschaften (z.B. Immaterialität, Individualität) sozialer Dienstleistungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Soziale Dienstleistungen, Non-Profit-Unternehmen, Koproduktion, das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis und die Meritorik.
Was versteht man unter dem sozialrechtlichen Dreiecksverhältnis?
Es beschreibt das Verhältnis zwischen dem Staat (Finanzierer), dem Leistungserbringer (z.B. Sozialarbeiter) und dem Bedarfsträger (Nutzer), bei dem der Nutzer die Dienstleistung in Anspruch nimmt, ohne diese direkt zu bezahlen.
Warum gelten soziale Dienstleistungen als Vertrauensgüter?
Da sie immateriell sind, können Konsumenten die Qualität der Leistung vor oder nach dem Konsum oft nur schwer beurteilen und müssen auf die fachliche Qualifikation der Erbringer vertrauen.
Was bedeutet das Uno-acto-Prinzip für die Soziale Arbeit?
Es bedeutet, dass Produktion und Konsum der Dienstleistung zeitlich zusammenfallen, was eine aktive Beteiligung (Koproduktion) des Klienten am Prozess zwingend erforderlich macht.
Welche Rolle spielt die Freie Wohlfahrtspflege?
Sie fungiert als einer der größten Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland und agiert als Non-Profit-Organisation, die nicht gewinnorientiert arbeitet.
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- Anonym (Autor), 2021, Besonderheiten für Organisationen der Sozialen Arbeit aufgrund der Dienstleistungseigenschaften ihrer Produkte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1134857