Auf sich selbst achten, physisch und psychisch Gesundbleiben und am Arbeitsplatz Überforderung und Burnout vermeiden, nur so können die heutigen Arbeitsbelastungen dauerhaft bewältigt und bestenfalls vermieden werden. Für viele Pflegende ist die Gesundheit der Patienten entscheidender als die Eigene. Meist ist diese Berufsgruppe nicht nur körperlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt, sondern wird mit täglich belastenden emotionalen Balanceakten konfrontiert.
Auf lange Sicht führen diese Arbeitsbedingungen zur Überforderung, speziell bei engagierten und motivierten Fachkräften. Dies besagen die im Vergleich mit anderen Branchen überproportional hohen krankheitsbedingten Ausfalltagen. Ebenso auffällig ist die Zunahme psychosomatischer Erkrankungen bei den Beschäftigten in der Pflege. Umso wichtiger ist es, die eigene Resilienz zu stärken und wertschätzend sowie achtsam für sich selbst zu sorgen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Problemdarstellung
2 Resilienz als Widerstandskraft der Pflegekräfte
2.1 Definition des Begriffs Resilienz
2.2 Resilienzforschung
2.3 Anwendung des Resilienzkonzepts
2.4 Fördernde Faktoren für den Aufbau von Resilienz
2.5 Relevanz des Resilienzkonzept für Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen
3 Resilienzförderprogramm
3.1 Methodisches Vorgehen zur Entwicklung des Resilienzförderprogramm
3.2 Ziel des Resilienzförderprogramm
3.3 Aufbau des Resilienzförderprogramm
3.4 Einführung des Resilienzförderprogramm
3.5 Inhalt und Ablaufplan des Workshop-Tages
3.6 Herausforderung
3.7 Evaluation
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich mit der steigenden psychischen Belastung von Mitarbeitenden im Gesundheitswesen und entwickelt ein Konzept für ein Resilienzförderprogramm, das Pflegekräfte befähigen soll, ihre Widerstandskraft im Arbeitsalltag zu stärken und somit langfristig gesund zu bleiben.
- Analyse der psychischen Belastungsfaktoren im Pflegeberuf
- Definition und wissenschaftliche Grundlagen der Resilienz
- Identifikation förderlicher Faktoren für den Aufbau mentaler Widerstandskraft
- Entwicklung eines strukturierten Resilienzförderprogramms für den Klinikalltag
- Evaluation von Strategien zur Burn-Out-Prävention
Auszug aus dem Buch
1.1 Hintergrund
Wenn Müdigkeit, Erschöpfung und das Gefühl ausgebrannt zu sein zum Dauerzustand werden, dann sprechen Berufstätige schnell vom Burn-Out. So ziemlich jeder Berufstätige hat diesen Begriff zumindest schon gehört, kennt jemanden oder war vielleicht selbst einmal betroffen. Während früher vor allem die helfenden und lehrenden Berufe, wie Krankenschwestern, Lehrer, Ärzte und Therapeuten von einem Burn-Out betroffen waren, lassen sich heutzutage keine Unterscheidungen mehr treffen. Demnach tritt ein Burn-Out berufsübergreifend auf und kann somit jeden treffen.
Psychische Erkrankungen, zu denen auch ein Burn-Out zählt, kommen in der Pflegebranche überproportional häufig vor. Circa 30 Tage im Jahr sind Deutschlands Pflegekräfte laut TK-Gesundheitsreport 2019 „Pflegefall Pflegebranche? So geht’s Deutschlands Pflegekräften“ nicht arbeitsfähig. Im Alltag werden die Pflegenden mit immer wieder neuen beruflichen Herausforderungen konfrontiert. Sei es der Umgang mit provozierenden oder auch verängstigten als auch zum Teil aggressiven Patienten. Der Umgang mit Gefühlen bei Patientenschicksalen bei schweren Diagnosen, ebenso wie der Kontakt mit dem Tod. Auch Konflikte im Team, aufgrund von steigender Arbeitsverdichtung oder der aktuellen Covid-19-Pandemie stellen für einige Arbeitnehmer*innen eine weitere Schwierigkeit dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Relevanz von Burn-Out und psychischen Belastungen im Pflegeberuf als gesamtgesellschaftliches und berufsspezifisches Problem.
2 Resilienz als Widerstandskraft der Pflegekräfte: Es werden die theoretischen Grundlagen der Resilienz sowie relevante Faktoren für deren Aufbau und die spezifische Bedeutung für den Gesundheitssektor dargelegt.
3 Resilienzförderprogramm: Das Kapitel beschreibt die methodische Entwicklung, die Zielsetzung sowie den konkreten Ablauf und die Herausforderungen eines Resilienztrainings für Klinikmitarbeitende.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass durch gezielte Resilienzförderung das Wohlbefinden und die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten nachhaltig gesichert werden können.
Schlüsselwörter
Resilienz, Pflegebranche, Burn-Out, psychische Belastung, Gesundheitswesen, Resilienzförderprogramm, Stressbewältigung, Arbeitsplatzgesundheit, Krisenmanagement, Mentale Stärke, Arbeitszufriedenheit, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die psychische Belastungssituation von Pflegekräften und entwickelt ein praktisches Resilienzförderprogramm, um die Widerstandskraft der Mitarbeitenden zu erhöhen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die Ursachen von Burn-Out im Pflegebereich, die Definition und Anwendung von Resilienzkonzepten sowie die Gestaltung von Interventionsmaßnahmen im Klinikalltag.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch eine Bedarfsermittlung ein strukturiertes Training zu entwickeln, das Pflegekräfte befähigt, professionell mit psychosozialen Belastungen umzugehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das auf Fokusgruppeninterviews mit Klinikpersonal basiert, um Bedarfe inhaltsanalytisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Resilienzkonzepts und die detaillierte Ausarbeitung eines Workshop-Programms inklusive methodischem Ablauf und Evaluationsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind die Begriffe Resilienz, Burn-Out-Prävention, Pflegebranche und Arbeitsplatzgesundheit.
Warum ist das Thema Resilienz gerade für Pflegekräfte so wichtig?
Pflegekräfte sind aufgrund von hoher Arbeitsdichte, emotionalem Stress durch Patientenschicksale und Personalmangel einem besonders hohen Risiko für psychische Erkrankungen ausgesetzt.
Welche Rolle spielen die „Sieben Säulen der Resilienz“ in diesem Konzept?
Diese Säulen dienen als methodischer Rahmen, um durch Kompetenzen wie Optimismus, Akzeptanz und Lösungsorientierung eine flexible Haltung gegenüber Krisen zu entwickeln.
Wie soll das Resilienzförderprogramm evaluiert werden?
Die Evaluation erfolgt durch Reflexionsbögen, die unmittelbar nach dem Training sowie zwei Monate später ausgefüllt werden, um den Transfer in den Alltag zu prüfen.
Welchen Einfluss hatte die Corona-Pandemie auf das Projekt?
Die Pandemie wird als zusätzliche Herausforderung betrachtet, die den Bedarf an mentaler Unterstützung verdeutlicht hat, aber gleichzeitig neue Formen der Vermittlung, wie Onlinekurse, notwendig macht.
- Citation du texte
- B.A. Linda Bödefeld (Auteur), 2020, Resilienz bei Mitarbeitenden im Gesundheitswesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1134869