Um Menschen nach einem fehlgeschlagenem Weaningprozess betreuen zu können, entsteht ein erheblicher logistischer, rechtlicher und finanzieller Aufwand. Dieser muss gut organisiert und strukturiert sein, um eventuelle Versorgungsabbrüche zu verhindern. Wichtig ist deshalb eine frühzeitig organisatorische Planung, welche bereits im Krankenhaus oder in einer Rehabilitationseinrichtung beginnt, um alle notwendigen Weichen zu stellen. Häufig kommt es bereits an dieser Stelle zu Versorgungsabbrüchen durch missglückte Kommunikation, nicht geklärte Finanzierung, mangelhafter Informationsfluss und versäumte Termine der Pflegedienste.
Durch ein erfolgreich gelebtes Case Management (CM), sollen solche Fehler vermieden werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hintergrund
2 Case Management
2.1 Definition Case Management
2.2 Theoretische und geschichtliche Hintergründe
2.3 Das Profil des Case Managers im Krankenhaus
2.4 Das Methodische Vorgehen im Case Management
3 Fall/ Situation
3.1 Weaning- Prozess
3.2 Weaning- Prozess bei Hr. Meier
4 Zuständiges Gesetzbuch /ggf. Finanzierung
5 Case Management am Beispiel
5.1 Intake
5.2 Erstgespräch/-kontakt
5.3 Assessment/Situationsanalyse
5.4 Service-Planning
5.5 Linking
5.6 Monitoring / Angebotssteuerung
5.7 Evaluation des Versorgungsplanes
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Case Management als strukturierte Methode dazu beitragen kann, einen tracheotomierten, prolongiert beatmeten Patienten sicher und ohne Versorgungseinbrüche aus einer Weaningklinik in die häusliche oder eine außerklinische 24-Stunden-Versorgung zu überführen. Zentrale Forschungsfrage ist hierbei die Effektivität des Case Management-Regelkreises zur Sicherstellung einer ganzheitlichen Anschlussversorgung.
- Grundlagen und Definitionen des Case Managements im Gesundheitswesen
- Methodisches Vorgehen anhand des Case Management-Regelkreises
- Kasuistik eines 65-jährigen Patienten mit prolongiertem Weaning
- Rechtliche Grundlagen und Finanzierungsmöglichkeiten in der Patientenüberleitung
- Praktische Anwendung der Case Management-Phasen (Intake bis Evaluation)
Auszug aus dem Buch
3.1 Weaning- Prozess
Um den Weaning Prozess zu verstehen, muss zunächst einmal genauer auf die Phasen der invasiv Positiv- Druckbeatmung eingegangen werden. Sobald man von der mechanischen Ventilation der Lunge mittels Positiv-Druckbeatmung mittels eines Endotrachealtubus spricht, meint man die sechs Phasen (siehe Abb.2):24
1. Behandlung der akuten respiratorischen Insuffizienz
2. Die Ärzte*innen überlegen und diskutieren, ob der Patient bereit für den Start der Weaning Maßnahmen ist
3. Um sich eine Bestätigung der vorangegangenen Vermutung einzuholen, werden erste tägliche Tests gestartet, welche die Bereitschaft zur Entwöhnbarkeit erfassen (z.B. Rapid Shallow Breathing Index)
4. Spontanatmungsversuch (SBT= Sponaneous Breathing Trial)
5. Extubation oder Dekanülierung
6. Ggf. Re-Intubation oder Rekanülierung25
Der eigentliche Prozess beginnt mit der Phase 4, sprich dem ersten Spontanatmungsversuch, dies nimmt ca. 40-50% des gesamten Zeitraums ein. Es ist essenziell den richtigen Zeitpunkt für den Start zu finden, denn sowohl eine vorzeitige Extubation, als auch ein somit bedingtes erhöhtes Risiko für nosokomiale Pneumonien (eine stationär erworbene Lungenentzündung) oder die verspätete Einleitung des Weanings gehen mit einer erhöhten Mortalitätsrate einher.26
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung der intensivpflegerischen Versorgung beatmungspflichtiger Personen und die Relevanz einer frühzeitigen organisatorischen Planung zur Vermeidung von Versorgungsabbrüchen.
2 Case Management: Erläutert das Konzept des Case Managements als Strategie zur Optimierung der Versorgungsqualität sowie die Kernfunktionen und das methodische Vorgehen.
3 Fall/ Situation: Stellt das Fallbeispiel des 65-jährigen Herrn Meier dar, dessen prolongierter Weaning-Prozess nach einer Herzklappen-OP erschwert verläuft.
4 Zuständiges Gesetzbuch /ggf. Finanzierung: Bietet einen Überblick über die relevanten sozialversicherungsrechtlichen Grundlagen (SGB II, III, V, VIII, IX, XI) für die Patientenversorgung.
5 Case Management am Beispiel: Dokumentiert die praktische Anwendung des Case Management-Regelkreises im Fallbeispiel von der Aufnahme bis zur Evaluation der Entlassung.
6 Fazit: Fasst zusammen, dass Case Management eine kontinuierliche und ganzheitliche Versorgung tracheotomierter Patienten gewährleistet und Versorgungslücken durch kontinuierliches Monitoring minimiert.
Schlüsselwörter
Case Management, Weaning, prolongiertes Weaning, Beatmungspflege, Intensivpflege, Versorgungsmanagement, Case Management-Regelkreis, Sozialgesetzbuch, Entlassmanagement, Patientenüberleitung, 24-Stunden-Versorgung, Gesundheitswesen, Pflegemanagement, Fallbeispiel, SMART-Methode
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung des Case Managements bei der Überleitung von Patienten mit prolongiertem Weaning aus einer klinischen stationären Versorgung in eine außerklinische 24-Stunden-Versorgung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Case Managements, das klinische Weaning-Verfahren, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Patientenversorgung sowie die praktische Umsetzung der einzelnen Case Management-Phasen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Case Management eine kontinuierliche Versorgung ohne Brüche sichergestellt werden kann, um Patienten eine hohe Lebensqualität in der häuslichen oder außerklinischen Umgebung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die Fallstudienmethode, um die theoretischen Aspekte des Case Managements an einem konkreten Patientenbeispiel (Hr. Meier) zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in das Case Management, die Darstellung der Weaning-Problematik, eine Analyse relevanter gesetzlicher Grundlagen sowie die detaillierte Beschreibung des Case Management-Prozesses am Beispiel des Patienten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Case Management, Weaning, außerklinische Beatmungspflege, Versorgungsmanagement und der Case Management-Regelkreis.
Warum war bei Herrn Meier ein Case Management notwendig?
Aufgrund des komplizierten Weaning-Verlaufs nach seiner Operation und der Notwendigkeit einer komplexen Anschlussversorgung in einer Beatmungs-WG war eine professionelle Koordination unverzichtbar.
Welche Bedeutung hat die SMART-Methode in diesem Kontext?
Die SMART-Methode dient dem Case Manager dazu, Ziele für den Patienten messbar und realistisch zu formulieren, um den Erfolg der Maßnahmen, wie z.B. die Organisation notwendiger Hilfsmittel, zu überprüfen.
- Citation du texte
- Linda Bödefeld (Auteur), 2021, Überleitung eines prolongierten Weaning-Patienten aus einer Weaningklinik in die häusliche 24-Stunden-Versorgung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1134873