Das Ziel dieser Arbeit ist es, die dem Augustus im Jahr 27 v.Chr. übergebenen Ehrung
zu klären und erläutern. Hierzu wird im folgenden zuerst die Res Gestae divi
Augusti besonders das relevante Kapitel 34, als die Hauptquelle, betrachtet um dann
anschließend systematisch die einzelnen Ehrungen zu analysieren. Darüber hinaus
sollen dann die Ehrungen im Bezug zu dem Herrschaftsverständnis des Augustus gestellt
werden, sodass auch das Verhältnis auctoritas und potestas zu klären ist.
Die verwendeten Quellen sind zualler erst die Res Gestae, als die „Königin der
Inschriften“ nach Theodor Mommsen; als weitere sind vorallem die Augustusvita des
Sueton und Cassius Dio, sowie einer Vielzahl weiteren, als Quellen zu erwähnen. Nach dem Tod des Augustus 14 n.Chr. wurde sein Testament im Senat verlesen, darunter
auch sein, von ihm selbst verfasster, Tatenbericht. Er hatte nachweislich noch
im Jahr 14 n.Chr. an seinem Werk geschrieben, in den Grundzügen hingegen muss es
jedoch schon um die Jahrtausendwende fertig gestellt worden sein. In seinem Testament
ist eine Anweisung enthalten gewesen, seinen verfassten Tatenbericht auf Tafeln
an seinem Mausoleum, für jedermann sichtbar, zu befestigen. Der relativ exakte Wortlaut
des Tatenberichtes wird heute vorallem durch das Monumentum Ancyranum
überliefert, die orginalen Tafeln des Augustus–Mausoleum sind hingegen nicht mehr
erhalten.
Die Res gestae lässt sich in vier Teilabschnitten gliedern, wobei hierzu nur die letztend
beiden, im speziellen Kapitel 34, von gesonderter Wichtigkeit sind.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
1. Intention der Arbeit
2. Die Res gestae divi Augusti
3. Die Machtrückgabe im Jahr 27 v.Chr.
B. Hauptteil
1. Der Augustusname
2. Die Lorbeerbäume
3. Die corona civica
4. Der clupeus aureus
5. Die potestas und auctoritas
C. Schluss
D. Wissenschaftlicher Apparat
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die dem Kaiser Augustus im Jahr 27 v. Chr. verliehenen Ehrungen, um deren Bedeutung für sein Herrschaftsverständnis und das Verhältnis zwischen auctoritas und potestas zu klären.
- Analyse der Res Gestae als zentrale Quelle
- Untersuchung der spezifischen Ehrungen: Augustusname, Lorbeerbäume, corona civica und clupeus aureus
- Interpretation der vier Kardinaltugenden des Augustus
- Darstellung der Transformation der Machtverhältnisse bei der Etablierung des Prinzipats
Auszug aus dem Buch
4. Der clupeus aureus
„[E]in goldener Schild wurde in die Curia Iulia aufgestellt, den mir der Senat und das römische Volk verliehen haben wegen meiner Tapferkeit und Milde, meiner Gerechtigkeit und fromme Pflichterfüllung, wie es durch die Inschrift auf diesem Schild bezeugt ist.“ So Augustus selbst in den Res Gestae über seine Ehrung. Man geht davon aus, dass ihm das Schild am 16. Januar 27 v. Chr. verliehen wurde. Die unmittelbar folgende Formulierung des Tatenberichtes ergibt nämlich nur so einen sinnvollen Zusammenhang, denn Augustus schreibt selbst nun „post id tempus auctoritate omnibus praestiti“. Man kann daher davon ausgehen, dass auch das clupeus aureus mit den anderen Ehrungen verliehen bekommen hat, da es sonst als „Baustein“ seiner auctoritas gefehlt hätte und dieser bekannteste Satz nicht stimmig sein würde.
Der goldene Schild ist uns selbst nicht mehr erhalten, jedoch ist eine Mamornachbildung des Schildes in einem Kryptoportikus in Arles, bei Nîmes, gefunden worden. Darauf ist zu lesen:
„Senatus | populusque Romanus | Imp(eratori) Caesari Divi f(ilio) Augusto | co(n)s(uli) VIII dedit clupeum | virtutis, clementiae, | iustitiae, pietatis erga | deos patriamque.“
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Hintergründe der Res Gestae zu beleuchten und das politische Klima der Machtrückgabe im Jahr 27 v. Chr. darzustellen.
B. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert systematisch die einzelnen Ehrungen wie den Augustusnamen, die Lorbeerbäume, die corona civica und den clupeus aureus sowie deren Bezug zur potestas und auctoritas.
C. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Ehrungen nicht nur Auszeichnungen waren, sondern das notwendige Fundament für die Akzeptanz und Legitimation der augusteischen Herrschaftsordnung bildeten.
D. Wissenschaftlicher Apparat: Dieser Abschnitt enthält das vollständige Quellen- und Literaturverzeichnis der Arbeit.
Schlüsselwörter
Augustus, Res Gestae, 27 v. Chr., Prinzipat, Ehrungen, auctoritas, potestas, corona civica, clupeus aureus, Lorbeerbäume, römische Geschichte, Selbstdarstellung, Senat, Tugenden, Herrschaftslegitimation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der politischen Inszenierung des Kaisers Augustus durch die ihm im Jahr 27 v. Chr. verliehenen Ehrungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Interpretation der Res Gestae, die Untersuchung kaiserlicher Symbolik und die konzeptionelle Unterscheidung von Machtbefugnissen (potestas) und persönlichem Ansehen (auctoritas).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, wie Augustus durch die bewusste Annahme von Ehrungen seine Herrschaft legitimierte und sein Verhältnis zu den traditionellen republikanischen Strukturen definierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philologisch-historische Methode, indem sie antike Quellen (vor allem die Res Gestae und Autoren wie Sueton und Cassius Dio) auswertet und diese durch moderne wissenschaftliche Sekundärliteratur einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelbetrachtung der vier Haupt-Ehrungen (Name, Lorbeer, Bürgerkrone, Schild) sowie eine philosophische Reflexion über die augusteischen Tugenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Augustus, Prinzipat, auctoritas, potestas, Res Gestae und die verschiedenen symbolischen Ehrenzeichen, die den Wandel der römischen Regierungsform markieren.
Warum war der Augustusname aus Sicht der Forschung so wichtig?
Der Name signalisierte eine Nähe zu den Göttern und die Erhabenheit des Princeps, ohne jedoch explizit einen monarchischen Anspruch zu erheben, der in der römischen Tradition abgelehnt wurde.
Welche Bedeutung hatte der "clupeus aureus"?
Der goldene Schild diente als Träger der vier Kardinaltugenden und verdeutlichte bildlich den moralischen Anspruch des Augustus, der durch seine Tapferkeit, Milde, Gerechtigkeit und Pflichterfüllung das Gemeinwesen rettete.
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- Yves V. Grossmann (Autor), 2008, Die Ehrungen des Kaiser Augustus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113540