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Psalm 139 - Eine Exegese anhand von Leitfragen

Title: Psalm 139 - Eine Exegese anhand von Leitfragen

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Melanie Kloke (Author)

Theology - Biblical Theology
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Bei der Exegese des Psalms 139 stehen die Ausleger stets vor einem Interpretationsproblem. Es ist unklar, ob der Beter dieses Psalms die Allgegenwärtigkeit und Allwissenheit Gottes preist oder als beängstigend empfindet, was zu kontroversen Aussagen der Exegeten bezüglich der dem Psalm zugrunde liegenden Situation führt. So stellen einige Ausleger, wie Rudolf Kilian oder Klaus Seybold, die These auf, der Psalm schildere eine Gerichtsszene. Klaus Seybold behauptet, der Text stelle das Gebet eines fälschlich der Bilderverehrung Beschuldigten dar, dessen Fall in Kürze vor dem Gericht untersucht werden soll. In seiner Not wendet er sich an Jahwe, der, weil er alles über sein Leben weiß, als Zeuge für ihn eintreten und die bösen Ankläger bestrafen soll.2 Zusätzlich dazu enthält Psalm 139 laut Rudolf Kilian eine tiefe Vertrauensäußerung des Beters gegenüber Gott, weil er weiß dass Gott sich für ihn einsetzen wird, da er die Wahrheit über ihn kennt. Rudolf Kilian meint weiterhin, dass der Beter durch das Vertrauen, das er Gott entgegen bringt, auch andere zum Beten motivieren will. Andere Exegeten, wie zum Beispiel Walter Groß, haben eine andere, deutlich
negativere Betrachtungsweise. Für Walter Groß ist der Psalm ein Erfahrungsbericht eines Einzelnen, der sich von Gott belagert und ausgeforscht fühlt. Er beschreibt, so Groß, die vergeblichen Fluchtversuche des Beters aus der Belagerung Gottes. Im Gegensatz dazu wird der Psalm von einigen Auslegern auch sehr positiv verstanden. Erich Zenger sieht den Psalm als einen Text, der Hoffnung stiften will in einer Welt, die von gottlosen Menschen beherrscht wird. Es geht in ihm um einen Einzelnen, der sein persönliches Gottesverhältnis durch die Herrschaft der Frevler gefährdet sieht. Um ein tieferes Verständnis für den Text zu gewinnen wird Psalm 139 im Folgenden sowohl auf anthropologischer, als auch auf kulturspezifischer Ebene betrachtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzungsvergleich

2.1 Übersetzung des Münsterschwarzacher Psalters

2.2 Vergleich mit anderen Bibelübersetzungen

3. Literarkritik

3.1 Aufbau des Psalms

3.2 Die Bedeutung der Verse 19-22 im Psalm

4. Gattungskritik

4.1 Einordnung in die Anthropologie des Gebets

4.1.1 Die vier Arten des Gebets

4.1.2 Einordnung des Psalms 139

4.2 Persönliche Frömmigkeit

4.2.1 Das Phänomen der Persönlichen Frömmigkeit

4.2.2 Persönliche Frömmigkeit im Psalm 139

5. Motivkritik

5.1 Bedeutung des Ausdrucks: „Du legtest Deine Hand auf mich“ (Vers 5)

5.2 Biblische Parallelen zu Vers 13: „Du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter“

5.3 Bedeutung des Ausdrucks “In deinem Buch war alles schon verzeichnet” (Vers 16)

5.4 Fühlt sich der Beter von Gott geborgen oder von Gott verfolgt?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, Psalm 139 mittels einer exegetischen Analyse anhand spezifischer Leitfragen zu untersuchen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Ambivalenz der Gottesbeziehung, die je nach Auslegung als vertrauensvolles Geborgensein oder als bedrängende Verfolgung durch die Allgegenwärtigkeit Gottes gedeutet werden kann.

  • Exegese und Interpretation von Psalm 139 unter Berücksichtigung verschiedener Auslegungsansätze.
  • Vergleichende Analyse unterschiedlicher Bibelübersetzungen (Münsterschwarzacher Psalter, Einheitsübersetzung, Luther, Elberfelder).
  • Literarkritische Strukturierung und Einordnung des Psalms in die Anthropologie des Gebets.
  • Untersuchung zentraler Motive wie Gottes Allgegenwart, Schöpfungstheologie und das Verhältnis zu Frevlern.

Auszug aus dem Buch

5.4 Fühlt sich der Beter von Gott geborgen oder von Gott verfolgt?

Das Hauptproblem bei der Auslegung des Psalms 139 ist die Frage nach dem Verhältnis des Beters zu Gott. Fühlt er sich durch seine Allgegenwärtigkeit geschützt und geborgen oder empfindet er sie als bedrängend und einengend? Die meisten Ausleger interpretieren den Text positiv. Rudolf Kilian, für den das wesentliche Motiv des Psalms das Vertrauen des Psalmisten in Gott ist, ist der Ansicht, dass der Beter sich durch Gottes Gegenwart und Allwissenheit vollkommen sicher und geborgen fühlt. Da er den Psalm als Gerichtsszene versteht, ist für ihn eindeutig, dass der Psalmist sich in seiner Notsituation voll Vertrauen an Gott wendet und durch dessen Allgegenwart und Allwissenheit weiß, dass er sich auf ihn verlassen kann.

Auch Erich Zenger ist der Meinung, dass die Auslegung des Psalms als bedrohlicher und Angst einflößender Text ein großes Missverständnis ist. Gott will den Menschen nicht einengen, ihm seine Freiheit nehmen und dem Leser dadurch Angst machen, sondern, ganz im Gegenteil, Hoffnung und Mut stiften, indem er deutlich macht, dass jeder Einzelne auf seinem Lebensweg von Gott begleitet und geschützt wird. Gottes Allgegenwart und Nähe wird demnach absolut positiv bewertet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Interpretationsproblem des Psalms dar, insbesondere die Frage, ob der Beter Gottes Allgegenwart als Segen oder Bedrängnis empfindet, und führt in die exegetischen Kontroversen ein.

2. Übersetzungsvergleich: Untersucht die Nuancen in verschiedenen Bibelübersetzungen und zeigt auf, wie unterschiedliche Wortwahl und Zeitformen das Gottesbild (belagernd vs. schützend) beeinflussen.

3. Literarkritik: Analysiert den Aufbau des Psalms und befasst sich intensiv mit der umstrittenen Rolle der Verse 19-22 im Gesamtkontext des Gebets.

4. Gattungskritik: Ordnet den Psalm in die Anthropologie des Gebets ein und untersucht das Phänomen der persönlichen Frömmigkeit anhand der intensiven Gottesbeziehung im Psalm.

5. Motivkritik: Erläutert zentrale Motive wie das „Auflegen der Hand“, das „Weben im Mutterschoß“ und das „Buch Gottes“, um das Verhältnis von Gott und Beter weiter zu ergründen.

6. Fazit: Führt die unterschiedlichen Interpretationsergebnisse zusammen und betont die Abhängigkeit der Deutung vom Gesamtverständnis des Textes.

Schlüsselwörter

Psalm 139, Exegese, Gottesbild, Allgegenwärtigkeit, Allwissenheit, Schöpfung, Gebet, Persönliche Frömmigkeit, Bibelübersetzung, Gerichtsszene, Gottvertrauen, Motivkritik, Anthropologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse von Psalm 139 und untersucht die unterschiedlichen, teils kontroversen Interpretationsmöglichkeiten des Textes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Verhältnis von Gott und Beter, die Erfahrung von Gottes Allgegenwart, die persönliche Frömmigkeit und die Frage nach dem Schöpfungsbezug.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die im Psalm beschriebene Allgegenwart Gottes vom Beter eher als Schutz und Geborgenheit oder als einengende Bedrängnis wahrgenommen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine exegetische Methode angewandt, die Literarkritik, Gattungskritik, Motivkritik und einen sprachwissenschaftlichen Übersetzungsvergleich umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Struktur des Psalms, vergleicht Bibelübersetzungen, diskutiert die umstrittenen Verse 19-22 und beleuchtet zentrale Motive wie das „Weben im Mutterschoß“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Exegese, Gottesbild, Allgegenwart, Schöpfungstheologie, persönliche Frömmigkeit und Psalm 139.

Warum wird den Versen 19-22 so viel Aufmerksamkeit gewidmet?

Diese Verse wirken durch ihren grimmigen Ton gegenüber Feinden im Kontrast zum restlichen Lobpreis Gottes oft befremdlich, weshalb ihre Bedeutung für die Einheit des Psalms intensiv diskutiert wird.

Welche unterschiedliche Rolle spielt das Motiv der „Hand Gottes“ im Psalm?

Es wird entweder als Bild für einengende Belagerung und Kontrolle (negativ) oder als schützende, segnende Hand des Schöpfers (positiv) interpretiert.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Psalm 139 - Eine Exegese anhand von Leitfragen
College
University of Paderborn
Grade
2,0
Author
Melanie Kloke (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V113603
ISBN (eBook)
9783640140305
Language
German
Tags
Psalm Eine Exegese Leitfragen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Kloke (Author), 2006, Psalm 139 - Eine Exegese anhand von Leitfragen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113603
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