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Das Kommunikationssystem als Basis menschlicher Interaktionen

Das Erziehungsproblem, wenn die Jugendlichen heranwachsen

Title: Das Kommunikationssystem als Basis menschlicher Interaktionen

Seminar Paper , 2008 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Etienne Pflücke (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Die Situationen innerfamiliärer Auseinandersetzungen sind weit verbreitet. In vielen Fällen sind die Betroffenen doch ratlos, langfristig etwas zu ändern, ohne dies vollkommen autoritär auszuführen oder konträr die Akzeptanz zu verlieren. Mit diesen Problemen beschäftigt sich die nachfolgende Arbeit unter Bezug auf gesellschaftliche Strukturen. Im wissenschaftlichen Sinne werden dabei Aspekte der Soziologie, Systemtheorie und Pädagogik herangezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problematik

2. Begriffsdefinitionen

3. Die systemtheoretische Basis

4. Soziale Systeme

4.1 Kontingenz

4.2 Doppelte Kontingenz

4.3 Autopoiesis

5. Operation Kommunikation

6. Pädagogische Relevanz

6.1 Familiäre Einordnung

6.2 Weiterführende Ansätze

7. Lösungsansätze

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Eltern und Heranwachsenden in der Adoleszenz aus systemtheoretischer Perspektive. Das primäre Ziel ist es, die Ursachen für kommunikative Missverständnisse innerhalb der Familie aufzuzeigen und Lösungsansätze zu formulieren, die auf einer zielgerichteten, altersgerechten Kommunikation basieren.

  • Systemtheoretische Analyse sozialer Systeme nach Niklas Luhmann
  • Kommunikation als Grundlage zwischenmenschlicher Interaktion
  • Die Rolle der Pubertät als Anpassungs- und Entwicklungsprozess
  • Umgang mit Kontingenz und dem "Doppelte-Kontingenz-Problem"
  • Pädagogische Handlungsempfehlungen zur Konfliktminimierung

Auszug aus dem Buch

4.1 Kontingenz

Der Terminus Kontingenz leitet sich von dem lateinischen Wort ‚contingere’ ab, was sinngemäß ‚sich ereignen’ heißt. Er grenzt die Begriffe Notwendigkeit und Unmöglichkeit aus und führt zu einer Horizonterweiterung des Systems. Dieses kann psychischer oder in größeren Dimensionen sozialer Art sein. Die Ausgrenzung geht auf Aristoteles zurück, welcher definierte, dass alle Dinge einen Wesenscharakter innehaben. Dinge verfügen über zufällige oder notwendige, aber auf jeden Fall kontingente Eigenschaften. Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz erweiterte diesen Gedanken. Er zeigte Kontingenz als Voraussetzung der Freiheit auf. Zu dieser Erkenntnis gelangte er, da kontingente Wahrheiten nur in einigen möglichen Welten gelten, notwendige aber in Allen. Er schlussfolgerte: der Gottesakt der Schöpfung sei „…die Verwirklichung der besten aller möglichen Welten.“ (MICROSOFT ENCARTA 2005).

Luhmann greift diesen Gedanken auf und bezeichnet den Kontingenzterminus als „Etwas“ zwischen Notwendigkeit und Unmöglichkeit, schlicht als etwas Mögliches. Die Weiterführung der Möglichkeit besagt, dass etwas das ist, immer anders sein kann. Das „Etwas“ beruht auf kognitiven Denkprozessen, Erwartungen, Erfahrungen oder Fantasie. Zusammenfassend „[bezeichnet der Begriff] Gegenstände im Horizont möglicher Abwandlungen.“ (LUHMANN 1984, S. 152).

Der philosophische Ansatz ist hinsichtlich des soziologischen Kontextes auf die Gesellschaft übertragbar. Nach Definition der Kontingenz ist die gesamte menschliche Kultur kontingent. Da die Kultur durch das Wirken des Menschen entstanden ist, unterliegt das menschliche Agieren der Kontingenz. Der Mensch legt kontrovers zu den Lebewesen der Tierwelt eine generelle Verhaltensoffenheit an den Tag, da er die Fähigkeit besitzt innovativ, kreativ und unbestimmbar zu handeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problematik: Die Einleitung beleuchtet die Spannungen zwischen Eltern und Jugendlichen während der Adoleszenz und leitet die Forschungsfrage nach einer gelingenden Kommunikation ab.

2. Begriffsdefinitionen: In diesem Abschnitt werden zentrale Begriffe wie Erziehung, Interaktion, Kommunikation und Pubertät wissenschaftlich und systemtheoretisch definiert.

3. Die systemtheoretische Basis: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen der Systemtheorie nach Luhmann dar, um menschliches Handeln und soziale Prozesse analysierbar zu machen.

4. Soziale Systeme: Hier werden soziale Systeme sowie die Konzepte Kontingenz, doppelte Kontingenz und Autopoiesis als notwendige Voraussetzungen für gesellschaftliche Strukturen beschrieben.

5. Operation Kommunikation: Dieses Kapitel erläutert, wie Kommunikation als interaktiver Prozess zwischen sozialen Systemen funktioniert und welche Rolle Selbst- und Fremdreferenz dabei spielen.

6. Pädagogische Relevanz: Hier wird der Transfer der Systemtheorie auf die pädagogische Praxis vollzogen, insbesondere im Kontext von Familie und Erziehung.

7. Lösungsansätze: Das Kapitel bietet praxisorientierte Strategien zur Konfliktminderung durch zielgerichtete Kommunikation und eine altersgerechte Ist-Analyse innerhalb der Familie.

8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die regelmäßige und offene Kommunikation als wichtigster Faktor zur Harmonisierung familiärer Beziehungen hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Kommunikation, Pubertät, Adoleszenz, Erziehung, Soziale Systeme, Kontingenz, Autopoiesis, Interaktion, Selbstreferenz, Fremdreferenz, Pädagogik, Familiensoziologie, Konfliktlösung, Sozialität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse familiärer Kommunikationsprobleme während der Pubertät aus systemtheoretischer Sicht.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Systemtheorie nach Niklas Luhmann, die Funktionsweise zwischenmenschlicher Kommunikation und pädagogische Ansätze zur Erziehung.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, wie Eltern und Erzieher handeln sollten, damit sie von Jugendlichen in der Pubertät ernst genommen werden und eskalative Konflikte minimiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine systemtheoretische Analyse angewandt, um soziale Interaktionen und das Verhalten von Individuen in komplexen Systemen zu interpretieren.

Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der sozialen Systemtheorie sowie die praktische Übertragung dieser Modelle auf das familiäre Umfeld und Erziehungsfragen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt am besten charakterisieren?

Die wesentlichen Aspekte sind Systemtheorie, Kommunikation, Pubertät, Kontingenz, Selbstreferenz und pädagogische Interaktion.

Was versteht die Arbeit unter einer "black box" in der Kommunikation?

Eine "black box" beschreibt die Unerreichbarkeit des Bewusstseins des jeweiligen Interaktionspartners, wodurch eine direkte Analyse der Gedanken des Gegenübers unmöglich wird.

Warum ist das Konzept der "doppelten Kontingenz" für die Familie wichtig?

Da familiäre Begegnungen oft zufällig und ungeplant ablaufen, hilft das Konzept, die notwendigen Voraussetzungen für einen Konsens im menschlichen Handeln zu verstehen.

Welche Rolle spielen "Re-entry"-Prozesse bei Jugendlichen?

Jugendliche nutzen das Re-entry, um ihr eigenes Handeln kritisch zu analysieren und durch die Wahrnehmung von außen Feedback zu erhalten, was zur Persönlichkeitsreifung beiträgt.

Welchen Stellenwert räumt der Autor der face-to-face-Kommunikation ein?

Die direkte Kommunikation ist laut Autor unerlässlich, da sie Verfälschungen und Missverständnisse, die bei der Kommunikation über Dritte (Gerüchte) entstehen, effektiv verhindert.

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Details

Title
Das Kommunikationssystem als Basis menschlicher Interaktionen
Subtitle
Das Erziehungsproblem, wenn die Jugendlichen heranwachsen
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,3
Author
Etienne Pflücke (Author)
Publication Year
2008
Pages
25
Catalog Number
V113639
ISBN (eBook)
9783640148592
ISBN (Book)
9783640148929
Language
German
Tags
Kommunikationssystem Basis Interaktionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Etienne Pflücke (Author), 2008, Das Kommunikationssystem als Basis menschlicher Interaktionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113639
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