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Innere Pressefreiheit und Redaktionsstatuten in der Bundesrepublik

Title: Innere Pressefreiheit und Redaktionsstatuten in der Bundesrepublik

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katharina Petzi (Author)

Communications - Media History
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Eckart Spoo, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Journalisten-Union, prangerte 1972 in seinem Vorwort zu Klaus-Detlef Funkes Buch „Innere Pressefreiheit“ die Situation im Pressewesen der Bundesrepublik folgendermaßen an: „Industriewerbung verdrängt die Information[...] Die meisten Zeitschriften sind ausschließlich als Transportmittel für Werbung konzipiert [...]. Der redaktionelle Teil ist Begleitmusik. Er darf das Geschäft verschönern, aber bitte nicht stören.“
An der von Spoo damals kritisierten negativen Entwicklung der immer mehr von
publizistischen Monopolen geprägten Medienlandschaft hat sich in den Folgejahren nicht wirklich viel verändert. Journalistisch wertvolle publizistische Inhalte treten zurück hinter privatwirtschaftliche Interessen von Herausgebern und Verlegern. Der journalistische Qualitätsverfall ist eine logische Folge und bei Betrachtung vieler heutiger Presseprodukte
evident. Journalisten fühlen sich in ihrer Freiheit, wichtige Informationen seriös und sachlich aufzubereiten, beschnitten und kämpfen seit Jahren um mehr redaktionelles Mitbestimmungsrecht in den hierarchisch viel zu starren Medienstrukturen. Sie wollen ihre sogenannte „innere Pressefreiheit“ zurückerobern, bewahren und ausbauen.
Die Geschichte dieser inneren Pressefreiheit, die angewandten Mittel seitens der Journalisten, die rechtlichen Grundlagen zur inneren Publizistikfreiheit sowie eine kurze Analyse der heutigen Situation sollen im Folgenden näher erläutert werden. In der Regel wird mit dem Begriff „Pressefreiheit“ in erster Linie die sogenannte „äußere Pressefreiheit“ verbunden. Sie meint die durch Artikel 5 des Grundgesetzes garantierte freie Presse im Verhältnis zum Staat. Der Grundgesetzartikel beinhaltet das Recht auf freie Meinungsäußerung ohne jegliche Zensur.
Neben der äußeren Pressefreiheit gibt es die außerhalb der betroffenen Fachkreise weniger bekannte „innere Pressefreiheit“. Diese ist bisher nicht konkret gesetzlich verankert. Die Bezeichnung „innere Pressefreiheit“ hatte ihre Entstehungsgeschichte in den zwanziger Jahren.

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Inhaltsverzeichnis

1. Der Verfall der Informationsqualität

2. Definition und Abgrenzung „Äußere - Innere Pressefreiheit“

3. Die geschichtliche Entwicklung der inneren Pressefreiheit

3.1. Von der Gesinnungs- zur Geschäftspresse

3.2. Entstehung und Kampf von Interessensverbänden für die Unabhängigkeit der Redaktionen

3.3. Einschnitt und Stillstand im Dritten Reich

3.4. Ungleiche Kompetenzverteilung im Verleger-Redakteur-Verhältnis

4. Die rechtlichen Grundlagen

4.1. Die fehlende rechtliche Verankerung der „öffentlichen Aufgabe“ der Presse

4.2. Der „Tendenzschutzparagraf“ - Vorteil für die Verleger

4.3. Mangelnde Rechtsgrundlagen blockieren Bestrebungen der Journalisten

5. Die Statutenbewegung

5.1. Definition von Redaktionsstatuten

5.2. Die Anfänge der Statutenbewegung

5.3. Besondere Beispiele : „Stern“ und „Spiegel“

5.4. Redaktionsstatuten im Rundfunk

5.5. Die heutige Situation

6. Redaktionsstatute und weiter? – Der Kampf um die innere Pressefreiheit braucht neue Mittel

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen journalistischer Freiheit und wirtschaftlichen Interessen von Verlegern in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, die Entwicklung der sogenannten „inneren Pressefreiheit“ aufzuzeigen, die rechtlichen Barrieren zu analysieren und die Wirksamkeit von Redaktionsstatuten als Instrument zur Stärkung redaktioneller Mitbestimmungsrechte kritisch zu bewerten.

  • Historische Entwicklung des Journalismus von der Gesinnungs- zur Geschäftspresse
  • Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere des Tendenzschutzparagrafen
  • Die Entstehung und der Stellenwert der Statutenbewegung in Print und Rundfunk
  • Herausforderungen für die Unabhängigkeit der Berichterstattung durch ökonomischen Druck

Auszug aus dem Buch

3.1. Von der Gesinnungs- zur Geschäftspresse

Als sich die Presse während der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts europaweit immer mehr von einer Gesinnungs- in Richtung einer Geschäftspresse entwickelte, waren Folgen privatwirtschaftlicher Interessen auf den Charakter der Zeitung vorhersehbar. Während zuvor das publizistische Ziel im Vordergrund stand, wurde die Zeitung nun mehr und mehr Opfer „[...] betriebsfremder Interessen, die zwangsläufig auf sie Einfluss nahmen“. Im Zuge der Technisierung und Umstrukturierung des Pressewesens von einem nicht primär auf Rentabilität bedachten zu einem kapitalistischen Pressewesen, grenzten sich auch immer mehr die Funktionen von Verlegern und Journalisten ab. Überschnitten sich zuvor die Aufgabenbereiche und Bestimmungsrechte, entwickelte sich nach und nach eine Polarisierung der Berufsfelder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Verfall der Informationsqualität: Kritische Bestandsaufnahme über den Einfluss von Industriewerbung auf journalistische Inhalte und den daraus resultierenden Qualitätsverlust.

2. Definition und Abgrenzung „Äußere - Innere Pressefreiheit“: Differenzierung zwischen staatlicher Zensurfreiheit (äußere) und der redaktionellen Unabhängigkeit gegenüber Verlegern (innere Pressefreiheit).

3. Die geschichtliche Entwicklung der inneren Pressefreiheit: Historischer Rückblick auf die Kommerzialisierung der Presse, die Rolle von Verbänden und den Einfluss politischer Umbrüche.

4. Die rechtlichen Grundlagen: Untersuchung der fehlenden gesetzlichen Verankerung der „öffentlichen Aufgabe“ und der einschränkenden Wirkung des Tendenzschutzparagrafen.

5. Die Statutenbewegung: Analyse der Entstehung und des Scheiterns von Redaktionsstatuten als Mittel zur internen Mitsprache in Zeitungsredaktionen und Rundfunkanstalten.

6. Redaktionsstatute und weiter? – Der Kampf um die innere Pressefreiheit braucht neue Mittel: Reflexion über die Aktualität der Thematik angesichts moderner Medientrends und die Suche nach neuen Lösungsansätzen.

Schlüsselwörter

Innere Pressefreiheit, Redaktionsstatuten, Tendenzschutzparagraf, Journalismus, Verleger-Redakteur-Verhältnis, Medienethik, Mitbestimmungsrechte, Geschäftspresse, Publizistische Freiheit, Medienkonzentration, Rundfunkstatut, Meinungsfreiheit, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit thematisiert die Diskrepanz zwischen der redaktionellen Freiheit von Journalisten und den wirtschaftlichen Interessen der Medienunternehmer in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung, die rechtliche Situation sowie die Versuche der Journalisten, durch Statuten eine größere Unabhängigkeit zu erreichen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, den Kampf um die „innere Pressefreiheit“ zu dokumentieren und aufzuzeigen, warum bisherige Lösungsansätze wie Redaktionsstatuten nur begrenzt erfolgreich waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine deskriptive und historische Analyse, die auf Fachliteratur und Dokumenten zur Medienpolitik basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine rechtliche Prüfung der Rahmenbedingungen und eine detaillierte Betrachtung der Statutenbewegung im Print- und Rundfunkbereich.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der inneren Pressefreiheit und den Redaktionsstatuten vor allem der Tendenzschutz sowie das Spannungsverhältnis zwischen ökonomischen Zielen und der publizistischen Verantwortung.

Welche Rolle spielt der sogenannte „Tendenzschutzparagraf“ konkret?

Er limitiert die betriebliche Mitbestimmung in Presseunternehmen erheblich, da Verlegern das Recht zugestanden wird, die ideologische Ausrichtung ihrer Medien allein zu bestimmen.

Warum wird das Schicksal der Redaktionsstatuten als „trist“ bezeichnet?

Viele der in den 70er und 80er Jahren geschlossenen Vereinbarungen wurden gekündigt oder existieren nur noch als wirkungslose „tote Materie“, ohne die tatsächliche Arbeitsweise der Redaktionen zu beeinflussen.

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Details

Title
Innere Pressefreiheit und Redaktionsstatuten in der Bundesrepublik
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft)
Course
Journalismus gestern und heute
Grade
2,0
Author
Katharina Petzi (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V113648
ISBN (eBook)
9783640150007
ISBN (Book)
9783640150359
Language
German
Tags
Innere Pressefreiheit Redaktionsstatuten Bundesrepublik Journalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Petzi (Author), 2007, Innere Pressefreiheit und Redaktionsstatuten in der Bundesrepublik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113648
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