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Existentielle und emotionale Grenzbereiche - Selbstmord als Thema der Literatur in Zeiten des Umbruchs

Titre: Existentielle und emotionale Grenzbereiche - Selbstmord als Thema der Literatur in Zeiten des Umbruchs

Thèse de Bachelor , 2008 , 46 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Daniel Oppermann (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Comparée
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Der Tod ist einer der existentiellen und emotionalen Grenzbereiche. Der Mensch hat die Möglichkeit diese Grenze aktiv und eigenhändig zu überschreiten – freiwillig in den Tod zu gehen, oder etwa nicht? Oder ist der Selbstmord das Produkt des Teufels, vielleicht gar das eines strafenden Gottes? Wenn man an die Existenz eines freien Willens glaubt, dann ist zu diskutieren ob ein Selbstmord als ein moralisch gut entschiedener Akt vollzogen werden kann. Mit der Entwicklung von Modellen der modernen Psyche, die vielleicht nur
physiologischen Prozessen unterwürfig sind, kommt eine weitere Dimension hinzu. Innerhalb dieser ist der Suizid das Ergebnis eines psychischen und körperlichen Misstandes – was heute wohl allgemein als Volkskrankheit Depression gilt.
In der Literatur wird das Phänomen des Selbstmords seit jeher als kulturelles Motiv überliefert, als Problem diskutiert, als Akt der Freiheit verehrt, als Ende eines selbst- oder fremdbestimmten elenden Daseins markiert. Oder es wird einfach nur dargestellt. Der Selbstmord des Sokrates bei Platon, die angedeutet mögliche Selbstentleibung des Iweins von Hartman von Aue, der schändliche Tod des Judas in der Bibel, auch denke man hier an Dantes Göttliche Komödie, in den Kreisen des Infernos begegnet man dem ein oder anderen Selbstmörder, in der Geschichte der Literatur schreckte man nicht davor zurück Jesus zum
Archetypus des christlichen Selbstmörders zu stilisieren, natürlich Johan Wolfgang von Goethes Roman Die Leiden des Jungen Werthers, das Urteil von Franz Kafka, Hermann Hesses Steppenwolf oder Unterm Rad sind nur einige der prominentesten Beispiele.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeiten des Umbruchs

2.1 Die Umbrüche des 18. Jahrhunderts und der Selbstmord

2.2 Der Werther als Paradigma der Umbruchszeit

3. Die Leiden des Jungen Werthers

3.1 Der Urkonflikt und der tragische Weg

3.2 Artverwandte Diskurse und potentielle Wege

3.3 Kritische Stimmen vs. Wertherfieber

4. Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomenologie des Freitods im 18. Jahrhundert, einer Epoche tiefgreifender Umbrüche. Im Fokus steht dabei die Analyse der moralischen, theologischen und philosophischen Selbstmorddebatte sowie deren literarische Spiegelung, insbesondere im Kontext von Goethes "Die Leiden des jungen Werthers".

  • Wandlungen des philosophischen und theologischen Selbstmordverständnisses
  • Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Normen und individueller Autonomie
  • Medizinische Diskursivierung des Suizids im 18. Jahrhundert
  • Strukturanalyse des Romans "Die Leiden des jungen Werthers" als paradigmatisches Werk
  • Die kontroverse zeitgenössische Rezeption des Werther-Romans ("Wertherfieber")

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Urkonflikt und der tragische Weg

Von Beginn an, so Buhr, durchzieht den Roman Werthers Konflikt zwischen Sinnlichem und Rationalem. Bis zum Schluss wird Werthers Rückbezug auf die Natur in den Vordergrund gestellt. Man könnte fast sagen er wird immer wieder eins mit dem sinnlich Schönen der Natur. Als personifizierte Natur kann man natürlich Lotte erkennen. Zudem ist Werther Künstler. Allerdings malt und zeichnet er kaum. Das einzig herausragende Kunsterlebnis ist die Szene, in der er zwei Jungen zeichnet (siehe Abb. 17). Laut Andree ist dies aber kein konventionelles künstlerisches Schaffen im Sinne einer künstlichen Fabrikation. Werther zeichne hier im „Strom des Genies“. Das Schaffen vollzieht sich unbewusst, weil Natur und Genie in diesem Prozess miteinander eins sind. Werthers Zeichnung entsteht geradezu schlafwandlerisch. Weitere empfindsame und naturbezogene Dimensionen Werthers sind beispielsweise die Musik (Siehe Abb. 6) und seine Antike-Lektüre.

Dem gegenüber wird das wissenschaftlich Rationale gestellt, einerseits durch die gesellschaftliche Norm und Werthers Bezügen zu dieser, andererseits natürlich auch durch seine direkten Kontrahenten Albert, den er gleicher Maßen als „braven“ und „ehrlichen“ Mann anerkennt. Laut Buhr ist das Motiv des Herzens das zentrale Motiv des Textes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Phänomen des Selbstmords als existentielles Grenzthema und legt die Zielsetzung der Arbeit dar, die Phänomenologie des Freitods in der Umbruchszeit des 18. Jahrhunderts zu untersuchen.

2. Zeiten des Umbruchs: Dieses Kapitel zeichnet die philosophische und moralische Selbstmordkontroverse des 18. Jahrhunderts nach, beleuchtet die Rolle von Religion und Aufklärung und analysiert den Werther-Roman als kulturelles Paradigma.

3. Die Leiden des Jungen Werthers: Hier wird der innere Konflikt des Protagonisten analysiert, verschiedene potentielle Lebenswege (Ratio, Leidenschaft, Wahnsinn) abgewogen und die heftige, kontroverse zeitgenössische Rezeption des Romans untersucht.

4. Ergebnisse: Das Fazit fasst zusammen, dass im 18. Jahrhundert ein Paradigmenwechsel vom Suizid als "Todsünde" hin zu einer medizinisch-psychologischen Krankheitsdiagnose stattfindet, wobei der Werther als Spiegel dieser mentalitätsgeschichtlichen Umbrüche fungiert.

Schlüsselwörter

Selbstmord, Freitod, 18. Jahrhundert, Goethes Werther, Aufklärung, Moraltheologie, Melancholie, Empfindsamkeit, Suiziddebatte, Literaturgeschichte, Wertherfieber, Wahnsinn, Individuum, Gesellschaft, Anthropologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Debatte um den Selbstmord im 18. Jahrhundert und wie sich das Verständnis dieses Phänomens zwischen theologischer Verurteilung und aufklärerischer bzw. psychologischer Einordnung wandelte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung umfasst die moralisch-philosophische Auseinandersetzung mit dem Freitod, die Entwicklung der modernen Anthropologie und Medizin sowie die literarische Darstellung menschlicher Extremsituationen im Sturm und Drang.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, den Grenzbereich des Suizids in der Umbruchszeit des 18. Jahrhunderts auszuloten und aufzuzeigen, wie Goethes "Werther" als paradigmatisches Werk die damaligen gesellschaftlichen und psychologischen Umwälzungen reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl zeitgenössische philosophische Traktate als auch das literarische Werk selbst sowie dessen zeitgeschichtliche Rezeptionsdokumente in die Betrachtung einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der philosophischen Antike-Rezeption, die aufklärerische Debatte, die medizinhistorische Entwicklung (Pathologisierung des Suizids) und die detaillierte Analyse von Werthers Konflikt und Umfeld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Selbstmord, Werther-Roman, 18. Jahrhundert, Aufklärung, Melancholie, Moral und gesellschaftliche Umbruchsprozesse.

Warum wird im Kontext des Selbstmords oft auf Platon und Aristoteles Bezug genommen?

Die Arbeit zeigt auf, dass die antiken philosophischen Argumente über Pflichten gegenüber Gott, dem Staat und dem Individuum die Basis für die Debatten des 18. Jahrhunderts bildeten und von Denkern wie Hume oder Mendelssohn erneut rezipiert wurden.

Welche Rolle spielt die Figur des "Bauernburschen" im Werther für das Gesamtthema der Arbeit?

Der Bauernbursche dient im Roman als eine Art "Präfiguration" oder Spiegelung von Werthers Schicksal und verdeutlicht die gesellschaftlichen und moralischen Konsequenzen einer ungezügelten Triebhaftigkeit im Vergleich zu Werthers Wahl des Selbstmords.

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Titre
Existentielle und emotionale Grenzbereiche - Selbstmord als Thema der Literatur in Zeiten des Umbruchs
Université
Technical University of Braunschweig
Note
1,3
Auteur
Daniel Oppermann (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
46
N° de catalogue
V113664
ISBN (ebook)
9783640133628
ISBN (Livre)
9783640486984
Langue
allemand
mots-clé
Existentielle Grenzbereiche Selbstmord Thema Literatur Zeiten Umbruchs
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Daniel Oppermann (Auteur), 2008, Existentielle und emotionale Grenzbereiche - Selbstmord als Thema der Literatur in Zeiten des Umbruchs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113664
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