Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Methoden des Motivational Interviewings im Umgang mit Reaktanz bei Drogenabhängigen

Title: Methoden des Motivational Interviewings im Umgang mit Reaktanz bei Drogenabhängigen

Term Paper , 2002 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christine Hölzmann (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der Sozialpsychologie wird Reaktanz als „durch äußeren Druck ausgelöstes Widerstandsmotiv, das beim Betroffenen die verstärkte Tendenz auslöst, in der unerwünschten Weise zu handeln“ definiert.

Brehm prägte den Begriff der „psychologischen Reaktanz“ als einen motivationalen Erregungszustand mit dem Ziel, eine bedrohte, abnehmende oder gänzlich eliminierte Freiheit wiederherzustellen. Werden Menschen mit unkontrollierbaren Situationen konfrontiert, dann reagieren sie üblicherweise mit einer gesteigerten Motivation, um verlorene Kontrolle und damit Freiheit zurückzugewinnen. Verhaltensmöglichkeiten und Objekte gewinnen besonders dann an Attraktivität, wenn die Verfügbarkeit als gefährdet angesehen wird. Menschen neigen zu psychologischer Reaktanz, wenn sie zu sehr gedrängt werden, bestimmte Einstellungen oder Ansichten zu übernehmen. Um die Handlungsfreiheit zu sichern, werden entgegensetzte Positionen vehement vertreten. Dieses Verhalten tritt insbesondere in „face-to-face“-Interaktionen auf.

Widerstand ist also grundsätzlich als reaktives Verhalten zu verstehen und nicht als Persönlichkeitseigenschaft. Reaktanz ist ein typisches Verhalten, das durch äußere Bedingungen hervorgerufen wird. Ein alltägliches Beispiel für psychologischen Widerstand ist die stark ansteigende Nachfrage nach Büchern und dergleichen, wenn ihnen die Zensur droht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 PSYCHOLOGISCHE REAKTANZ

1.1 DER BEGRIFF REAKTANZ

1.2 URSACHEN VON REAKTANZ IN BERATUNG UND THERAPIE BEI ABHÄNGIGEN

2 THERAPEUTISCHER UMGANG MIT REAKTANZ

2.1 KONFRONTATIVE METHODEN

2.2 STRATEGIEN DES MOTIVATIONAL INTERVIEWING IM UMGANG MIT WIDERSTAND

2.3 FALLBEISPIEL

3 RESÜMEE

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz des Motivational Interviewing als Beratungsstil, um psychologische Reaktanz und Widerstand bei drogenabhängigen Klienten konstruktiv zu begegnen und die therapeutische Zusammenarbeit zu fördern.

  • Definition und sozialpsychologische Grundlagen der psychologischen Reaktanz.
  • Analyse der Ursachen von Widerstand im Kontext von Beratung und Therapie bei Suchterkrankungen.
  • Gegenüberstellung konfrontativer Methoden mit dem Ansatz des Motivational Interviewing.
  • Praxisnahe Anwendung der Gesprächsführungstechniken anhand eines Fallbeispiels aus einer Methadonambulanz.

Auszug aus dem Buch

2.2 Strategien des Motivational Interviewing im Umgang mit Widerstand

Durch den Beratungsstil des Motivational Interviewings wird Reaktanz schon vor der Entstehung gering gehalten. Dafür ist neben den therapeutischen Techniken das Menschenbild, das dahinter steht, wichtig. Die Zusammenarbeit zwischen Klient und Therapeut beinhaltet kein Machtgefälle. Der Therapeut gibt keine Ziele und Wege in der Behandlung vor, sondern unterstützt den Klienten dabei, eigene Ziele zu entwickeln. Der Klient ist autonom in seinen Entscheidungen. Die vier Prinzipien von MI: Emphatie, Widersprüche aufzeigen, Nachgiebig auf Widerstand reagieren („Roll with Resistance“) sowie Selbstvertrauen erhöhen und die damit verbundenen Methoden reduzieren psychologische Reaktanz. Insbesondere in der Anfangsphase ist es wichtig Widerstand zu vermeiden, da sich sonst die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß der Klient die Behandlung abbricht. Wenn sich noch keine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung zwischen Therapeutin und Klient gebildet hat, dann reagiert der Klient auf konfrontative Methoden eher mit Reaktanz. Das verhindert außerdem eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Ambivalenzen des Klienten, weil der Konflikt zwischen Therapeutin und Klient im Vordergrund steht. Je mehr Widerstand ein Klient zeigt, desto unwahrscheinlicher ist es, daß er sich verändert. Methoden zu Beginn der Behandlung sind: Offene Fragen stellen, aktiv Zuhören, Anerkennung ausdrücken, Zusammenfassen und selbstmotivierende Aussagen hervorrufen. Reaktanz ist also ein Therapeutenproblem und bedeutet, daß die Strategie der Gesprächsführung verändert werden muß.

Zusammenfassung der Kapitel

1 PSYCHOLOGISCHE REAKTANZ: Dieses Kapitel definiert Reaktanz als Widerstandsmotiv bei bedrohter Freiheit und beleuchtet deren Entstehung sowie Ursachen speziell im therapeutischen Kontext mit Abhängigen.

2 THERAPEUTISCHER UMGANG MIT REAKTANZ: Hier werden traditionell konfrontative Ansätze kritisch hinterfragt und die Prinzipien sowie konkreten Strategien des Motivational Interviewing zur Widerstandsbearbeitung vorgestellt, ergänzt durch ein Praxisbeispiel.

3 RESÜMEE: Das abschließende Kapitel reflektiert die Anwendbarkeit der vorgestellten Methoden bei Regelverstößen und betont die Notwendigkeit interner Absprachen und Transparenz im therapeutischen Team.

Schlüsselwörter

Motivational Interviewing, psychologische Reaktanz, Suchthilfe, Widerstand, Gesprächsführung, Drogenabhängigkeit, Therapie, Ambivalenz, Konfrontation, Methadonambulanz, Beziehungsgestaltung, Veränderungsmotivation, Urinscreening, Klientenzentrierung, Suchttherapie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert den professionellen Umgang mit Widerstand und psychologischer Reaktanz bei Drogenabhängigen innerhalb der Suchthilfe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen der Reaktanz, die Abgrenzung von konfrontativen Ansätzen zu motivierenden Methoden sowie die praktische Umsetzung in der psychosozialen Betreuung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch den Einsatz von Motivational Interviewing Widerstand abgebaut und eine effektive therapeutische Arbeitsbeziehung aufgebaut werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Fundierung ergänzt durch eine methodenreflektierte Fallstudie aus der täglichen Arbeit in einer Methadonambulanz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die Ursachen von Widerstand bei Klienten als auch spezifische Gesprächstechniken zur Deeskalation und Motivationsförderung detailliert erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Motivational Interviewing, Reaktanz, Suchthilfe und therapeutische Beziehungsgestaltung geprägt.

Warum ist das Thema Reaktanz gerade in der Methadon-Substitution relevant?

In der Substitution entstehen häufig Machtkämpfe durch Kontrollmaßnahmen wie Urinscreenings; ein falscher Umgang damit kann den Therapieerfolg gefährden und zu Therapieabbrüchen führen.

Welche Rolle spielen Laborbefunde im gezeigten Fallbeispiel?

Die Laborbefunde dienen als Ausgangspunkt für Konflikte, bei denen die Therapeutin durch gezielte Reflexion und Akzeptanz versucht, den Fokus von der bloßen Sanktionierung weg auf die Lebensplanung des Klienten zu lenken.

Wie sollte ein Therapeut laut der Autorin auf Regelverstöße reagieren?

Die Autorin plädiert dafür, den Klienten trotz Regelverstößen wertschätzend zu behandeln, aber gleichzeitig die notwendige Transparenz über rechtliche Rahmenbedingungen und Sanktionen zu wahren, um Willkür zu vermeiden.

Excerpt out of 11 pages  - scroll top

Details

Title
Methoden des Motivational Interviewings im Umgang mit Reaktanz bei Drogenabhängigen
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Köln  (Masterstudiengang Suchthilfe)
Course
Motivational Interviewing
Grade
1,0
Author
Christine Hölzmann (Author)
Publication Year
2002
Pages
11
Catalog Number
V113680
ISBN (eBook)
9783668335622
ISBN (Book)
9783668335639
Language
German
Tags
Methoden Motivational Interviewings Umgang Reaktanz Drogenabhängigen Interviewing
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Hölzmann (Author), 2002, Methoden des Motivational Interviewings im Umgang mit Reaktanz bei Drogenabhängigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113680
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  11  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint