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Libyen - Politische Wende und Regimestabilität

Titre: Libyen - Politische Wende und Regimestabilität

Dossier / Travail , 2008 , 20 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Doreen Kubek (Auteur)

Politique - Région: Afrique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Wie erklärt sich nun der Sinneswandel Qaddafis und die gleichzeitige Resistenz seines Regimes? Oder: Warum kam es zur außenpolitischen Annäherung und ökonomischen Liberalisierung, nicht aber zu einer politischen Öffnung?
Dieser Frage soll in der vorliegenden Ausarbeitung nachgegangen werden. Um hierfür die Argumentationsgrundlage zu schaffen wird zunächst versucht zu erklären, woraus der libysche Autoritarismus prinzipiell seine Stabilität generiert. Dafür werden die Annahmen des Rentierstaatsansatzes als Anhaltspunkt verwendet, da Libyen ein erdölreicher Rentierstaat ist. Im Folgenden wird die ökonomische Krise seit Mitte der 1980er Jahre als Ursache für eine Verminderung der Rentenbasis und damit Verschlechterung der Stabilität des Regimes angenommen und argumentiert, dass dies eine außenpolitische Annäherung und wirtschaftliche Liberalisierung notwendig werden ließ, diese gleichzeitig aber auch als Strategien zur Bestandssicherung des Regimes betrachtet werden können. In Verknüpfung damit wird im Anschluss erläutert, dass sich kleine Anzeichen politischer Öffnung, die es neben den wirtschaftlichen Lockerungen gab, in den Kontext strategischer Politikentscheidungen zur Sicherung der Regimestabilität einreihen und eine weitere politische Liberalisierung daher nicht zu erwarten ist. Begleitet ist dies von der Argumentation, dass der Rentierstaatsansatz strategische Maßnahmen nicht in seinen Erklärungen einbezieht und einer Ergänzung bedarf. Abschließend werden die Erkenntnisse zusammengefasst und Perspektiven kurz umrissen. Begonnen wird zunächst jedoch mit einer kurzen allgemeinen Erläuterung des Rentierstaatsansatzes.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Regimestabilität durch Ölrenten: Rentierstaatlichkeit

2.1 Rentierstaatsansatz

2.2 Libyen als Rentierstaat

3 Außenpolitische Annäherung, wirtschaftliche Öffnung und Regimestabilität

3.1 Wirtschaftliche Krise als Ursache der politischen Wende

3.2 Liberalisierung und außenpolitische Annäherung als logische Reaktion auf die Krise

3.3 Ausbleibende politische Öffnung und Regimestabilität

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gründe für die politische Stabilität des libyschen Regimes unter Muammar al-Qaddafi und analysiert, warum trotz ökonomischer Liberalisierung und außenpolitischer Annäherung keine tiefgreifende politische Demokratisierung erfolgte.

  • Der Rentierstaatsansatz zur Erklärung autoritärer Stabilität in Libyen.
  • Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise seit den 1980er Jahren auf die Regimegrundlagen.
  • Die instrumentelle Nutzung von Liberalisierung zur Sicherung des Machterhalts.
  • Die Rolle internationaler Faktoren und des fehlenden externen Drucks für Reformen.
  • Libyens Strategie der Terrorismusbekämpfung und wirtschaftlichen Öffnung als Mittel zur Wiedereingliederung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Wirtschaftliche Krise als Ursache der politischen Wende

Seit Mitte der 1980er Jahre setzte eine wirtschaftliche Krise ein, die auch eine Reihe an sozioökonomischen Problemen mit sich brachte. Gründe dafür waren unter anderem der sinkende Ölpreis und sich verschlechternde Außenbeziehungen, die in die Verhängung von US- und UN-Sanktionen über Libyen mündeten.

Die USA verhängten zwar bereits 1973 Sanktionen über Libyen, welches als terrorunterstützender Staat angesehen wurde, aber 1986 kam es unter dem Konfrontationskurs Reagans zu einer Intensivierung, nachdem sich zwischen Libyen und den USA eine Spirale der Gewalt in Gang gesetzt hatte (vgl. Seifert/Werner 2005: 106 f.) Die 1986 verhängten Handels- und Finanzsanktionen bewirkten unter anderem auch den Abzug amerikanischer Ölfirmen aus Libyen (vgl. Hinz 2004: 217 ff.). Qaddafi reagierte auf diese Spannungen mit der Unterstützung und Beherbergung verschiedener Terrorgruppen als auch Anschlägen, hauptsächlich auf amerikanische Bürger. Dazu zählen beispielsweise der Bombenanschlag auf die Diskothek „La Belle“ in Berlin am 5. April 1986, das Attentat auf eine Boeing, die unterwegs in die USA am 21.12.1988 über dem schottischen Lockerbie explodierte, aber auch ein Anschlag auf eine französische Maschine über dem Niger am 19. September 1989 (vgl. Seifert/Werner 2005: 105).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsthema ein, beleuchtet die langjährige Herrschaft Qaddafis und stellt die zentrale Frage nach dem Ausbleiben politischer Öffnung trotz wirtschaftlicher Reformen.

2 Regimestabilität durch Ölrenten: Rentierstaatlichkeit: Dieses Kapitel erläutert den Rentierstaatsansatz und analysiert, wie Libyen seine autoritäre Stabilität maßgeblich durch Ölrenten und deren Verteilung zur Patronage und Unterdrückung sichert.

3 Außenpolitische Annäherung, wirtschaftliche Öffnung und Regimestabilität: Es wird untersucht, wie die ökonomische Krise das Regime zu außenpolitischer Annäherung und wirtschaftlicher Liberalisierung zwang, wobei diese Maßnahmen primär als Strategien zur Bestandssicherung dienten.

4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass Reformen keine Demokratisierung einleiteten, sondern der Festigung des autoritären Systems durch die Sicherung der Rentenbasis dienten.

Schlüsselwörter

Libyen, Muammar al-Qaddafi, Rentierstaat, Regimestabilität, Autoritarismus, Ölrenten, politische Liberalisierung, Sanktionen, ökonomische Krise, Herrschaftssicherung, Demokratisierung, Patronagestrukturen, Außenpolitik, Reformresistenz, Terrorismusbekämpfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen, durch die das libysche Regime unter Muammar al-Qaddafi seine politische Stabilität trotz ökonomischer Herausforderungen und Reformen bewahren konnte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Rentierstaatsansatz, die Auswirkungen von Wirtschaftskrisen auf autoritäre Regime, außenpolitische Strategiewechsel und die Frage nach dem Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Öffnung und politischer Demokratisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den scheinbaren Widerspruch zwischen der außenpolitischen Annäherung Libyens an den Westen und der gleichzeitigen Ausbleibe einer politischen Öffnung im Inneren aufzulösen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den Rentierstaatsansatz als theoretisches Fundament und ergänzt diesen um eine analysebasierte Betrachtung rationaler, strategischer Politikentscheidungen der libyschen Führung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der ökonomischen Krise ab den 1980er Jahren, dem Druck durch internationale Sanktionen und der strategischen Entscheidung Qaddafis, durch wirtschaftliche Lockerungen ausländische Investitionen anzuziehen, um die Rentenbasis des Regimes zu stabilisieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Rentierstaat, Regimestabilität, ökonomische Liberalisierung, politische Reformen und das Ausbleiben demokratischer Veränderungen in Libyen.

Warum führte die ökonomische Öffnung in Libyen nicht zur Demokratisierung?

Laut der Arbeit wurden wirtschaftliche Reformen lediglich als Instrument zur Erhöhung der Staatseinnahmen genutzt. Da das Regime die neugewonnenen Renten für den Machterhalt und die Konsolidierung seiner Verteilungsmacht einsetzte, blieb ein echter demokratischer Wandel aus.

Welche Rolle spielte der externe Druck bei den libyschen Reformen?

Der externe Druck durch Sanktionen war anfangs ein Auslöser für die Krise. Nach der erfolgreichen Aufhebung dieser Sanktionen infolge politischer Zugeständnisse (z.B. Massenvernichtungswaffenprogramm) verringerte sich der internationale Druck auf demokratische Reformen jedoch drastisch, was dem Regime weiteren Spielraum gab.

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Résumé des informations

Titre
Libyen - Politische Wende und Regimestabilität
Université
Free University of Berlin
Note
1,3
Auteur
Doreen Kubek (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
20
N° de catalogue
V113699
ISBN (ebook)
9783640142699
ISBN (Livre)
9783640143252
Langue
allemand
mots-clé
Libyen Politische Wende Regimestabilität Thema Libyen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Doreen Kubek (Auteur), 2008, Libyen - Politische Wende und Regimestabilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113699
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Extrait de  20  pages
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