Zunächst möchte ich meine Facharbeit mit der Begriffsbestimmung beginnen. Anschließend gehe ich auf die Symptome und Verhaltensmuster ein, speziell auf das selbstverletzende Verhalten, da dies meiner Meinung nach das häufigste Erscheinungsbild ist und Borderline häufig mit selbstverletzendem Verhalten wie Ritzen in Verbindung gebracht wird. Wie wird diese psychische Erkrankung erklärt, welche Ursachen sind möglich und was spielt die Borderline-Persönlichkeitsstörung für eine Rolle in Verbindung mit den sozialen Beziehungen. Schlussendlich möchte ich auf das Ergebnis kommen, warum Menschen mit der Diagnose Borderline Schwierigkeiten beim Aufrechterhalten einer Beziehung haben und wie dies gegebenenfalls therapeutisch behandelt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
0 Vorwort
1 Borderline – Persönlichkeitsstörung
1.1 Borderline nach dem ICD- 10
1.2 Borderline nach dem DSM
1.3 Häufigkeit und Komorbidität
2 Symptome und Verhaltensmuster
2.1 Emotionsregulation
2.2 Selbstverletzendes Verhalten
2.3 Suizidalität
3 Ursachen und Erklärungsansätze
3.1 psychoanalytisches Erklärungsmodell
3.2 Weitere Ursachen
4 Auswirkungen auf soziale Beziehungen
4.1 Partnerschaft
4.2 Liebe und Sexualität
4.3 Freundschaft
4.4 Familie
4.5 Mutter- Kind- Interaktion
5 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die psychischen Hintergründe der Borderline-Persönlichkeitsstörung und analysiert, warum betroffene Personen signifikante Schwierigkeiten bei der Etablierung und Aufrechterhaltung stabiler sozialer Beziehungen sowie Partnerschaften erfahren.
- Klinische Einordnung der Borderline-Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 und DSM-5
- Psychologische Analyse von Emotionsregulation und selbstverletzendem Verhalten
- Ursachenforschung unter Berücksichtigung psychoanalytischer Erklärungsmodelle
- Einfluss der Störung auf Partnerschaft, Freundschaft und das familiäre Umfeld
- Besonderheiten der Mutter-Kind-Interaktion bei betroffenen Elternteilen
Auszug aus dem Buch
2.1 Emotionsregulation
Leitsymptome einer Borderline- Persönlichkeitsstörung sind mitunter die schwere Emotionsregulation, da die Emotionen zu schwach oder zu stark wahrgenommen werden. Somit entsteht die Herausforderung mit den eigenen Problemen umzugehen. Die wahrgenommenen Gefühle sind wesentlich intensiver als von einem gesunden Menschen und ebenfalls länger anhaltend. Emotionen sind dazu da, dem Körper einen Handlungsimpuls zu geben und sich dementsprechend zu verhalten. Borderline-Patienten empfinden intensiver und können die Gefühle schwer regulieren, sodass sie sich selbst als ‚Opfer ihrer Gefühle‘ beschreiben und eine unerträgliche Anspannung in sich tragen. Die extremen Verhaltensweisen und Reaktionen im Umgang mit den Gefühlen sind für Außenstehende schwer nachzuvollziehen. Nach Abklang der starken Gefühlslage ist den Betroffenen oft nicht bewusst, weshalb so extrem gehandelt wurde und Peinlichkeit entsteht (vgl. Bohus & Reicherzer 2020, S.12f.).
Borderline- Betroffene sind oftmals von intensiven kurzweiligen Beziehungen geprägt. Oft enden solche Beziehungen nach intensivem Kontakt durch emotionale Abwertung. Anderen Mitmenschen vertrauen fällt ihnen schwer. Sie können sich auch nicht gut in den anderen hineinversetzen und somit nicht genau die Ambitionen des anderen wahrnehmen und deuten. Für viele Borderliner und auch Selbstverletzende ist es schwer, eine stabile sichere Identität aufzubauen. Es herrscht mehr Unsicherheit und Ungewissheit in vielen Bereichen, zum Beispiel führt dies auch zur Vermeidung von Auseinandersetzungen mit Entwicklungsaufgaben, wie den Schulabschluss (vgl. Schmid 2017, S. 309f.).
Zusammenfassung der Kapitel
0 Vorwort: Einleitung in das Thema mit persönlicher Motivation und der zentralen Forschungsfrage zur Beziehungsfähigkeit von Borderline-Betroffenen.
1 Borderline – Persönlichkeitsstörung: Definition und Klassifikation der Erkrankung nach ICD-10 und DSM-5 sowie statistische Daten zur Häufigkeit und Komorbidität.
2 Symptome und Verhaltensmuster: Detaillierte Betrachtung zentraler Symptome wie Emotionsregulation, selbstverletzendes Verhalten und Suizidalität.
3 Ursachen und Erklärungsansätze: Diskussion von Entstehungsfaktoren, insbesondere das psychoanalytische Spaltungsmodell sowie weitere psychosoziale Risikofaktoren.
4 Auswirkungen auf soziale Beziehungen: Untersuchung, wie sich die Borderline-Symptomatik auf verschiedene soziale Bereiche wie Partnerschaft, Familie und Elternschaft auswirkt.
5 Schlusswort: Fazit der Arbeit, welches die Schwierigkeiten von Betroffenen zusammenfasst und die Notwendigkeit therapeutischer Ansätze hervorhebt.
Schlüsselwörter
Borderline-Persönlichkeitsstörung, Emotionsregulation, Selbstverletzendes Verhalten, soziale Beziehungen, Partnerschaft, Identitätsstörung, Spaltungsmodell, Objektkonstanz, Traumatisierung, Psychotherapie, psychische Störungen, familiäre Strukturen, Mutter-Kind-Interaktion, Suizidalität, Bindungsstörung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung und der zentralen Fragestellung, warum Betroffene Schwierigkeiten haben, stabile soziale Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die medizinische Definition des Krankheitsbildes, die psychologische Analyse von Symptomen, mögliche Ursachen in der Biografie sowie die Auswirkungen der Störung auf soziale Interaktionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, wie Borderline-Patienten auf Beziehungen reagieren und welche Faktoren ihre Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich erklären.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Facharbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung psychiatrischer Fachliteratur basiert.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung klinischer Symptome, die Erörterung psychoanalytischer Erklärungsmodelle für die Entstehung der Störung sowie eine differenzierte Betrachtung verschiedener Beziehungsformen wie Partnerschaft und Familie.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Emotionsregulation, das Spaltungsmodell, die Objektkonstanz sowie die Auswirkungen traumatischer Kindheitserfahrungen auf das spätere Bindungsverhalten.
Welche Rolle spielen "Übergangsobjekte" für die Betroffenen?
Übergangsobjekte dienen Borderline-Betroffenen als externe Hilfsmittel, um bei Stress emotionale Stabilität zu finden und sich an das Vorhandensein einer sicheren Bezugsperson zu erinnern.
Wie beeinflusst die Borderline-Störung die Mutter-Kind-Interaktion?
Durch eine eingeschränkte Mentalisierungsfähigkeit fällt es betroffenen Müttern schwerer, die Bedürfnisse des Kindes sensitiv wahrzunehmen, was den Aufbau einer sicheren Bindung erschweren kann.
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- Anonym (Author), 2021, Borderline-Patienten und ihre sozialen Beziehungen. Warum haben Menschen mit einer diagnostizierten Borderline-Persönlichkeitsstörung Schwierigkeiten, Beziehungen aufrecht zu erhalten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1137510