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Der deutsche Föderalismus und die Europäische Union

Title: Der deutsche Föderalismus und die Europäische Union

Term Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Klinge (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Die feierliche Eröffnung der (von der Presse gern als „Neuwahnstein“ bezeichneten) bayerischen Landesvertretung im Zentrum Brüssels im September 2004 war wohl eines der medienwirksameren Zeichen von Veränderungen, die die zunehmende Integration in die Europäische Union (EU) für Deutschland mit sich bringt. Dass es überhaupt Landesvertretungen in der EU gibt, ist eine Folge des föderalistischen Aufbaus der Bundesrepublik und unter anderem des Artikel 23 GG,
welcher die deutschen Bundesländer in die politische Entscheidungen auf der europäische Ebene mit einbezieht. Dieser Aspekt brachte deshalb vor allem in Bezug auf deren Mitbestimmungskompetenzen viele Veränderungen. Diese Veränderungen sollen in vorliegender Hausarbeit thematisiert werden: Welche Herausforderungen stellt die Europäisierung den Ländern? Bedeutet die europäische Integration einen Zuwachs oder eine Verringerung der politischen Mitbestimmungsmöglichkeiten für die Länder? Verliert der Föderalismus in Deutschland durch die Europäisierung an Bedeutung? Und welche Auswirkungen hat die Kompetenzverschiebung auf die deutsche Politik? Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Struktur des deutschen Föderalismus und in
die Entwicklung der EU in Kapitel zwei, sollen diese Fragen erörtert und geklärt werden. Im dritten Kapitel werde ich mich dann mit den Einschnitten und den Erweiterungen der Mitbestimmungsmöglichkeiten der deutschen Länder beschäftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Grundlagen und Begriffsklärung

2.1. Der deutsche Föderalismus und der Bundesrat

2.2. Deutschland und die Europäische Union

3. Die Länder in der EU

3.1. Einschnitte in Länderkompetenzen

3.2. Neue Mitwirkungsmöglichkeiten

3.2.1. Mitwirkungsrechte der Länder bis Maastricht

3.2.2. Mitwirkungsrechte der Länder seit Maastricht

3.2.3. Der Ausschuss der Regionen

4. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der europäischen Integration auf den deutschen Föderalismus und analysiert, inwieweit die deutschen Bundesländer durch die zunehmende Europäisierung ihre politischen Mitgestaltungsmöglichkeiten eingebüßt haben oder durch neue Strukturen kompensieren konnten.

  • Struktur und Entwicklung des deutschen Föderalismus im europäischen Kontext.
  • Die Kompetenzverschiebung von den Bundesländern auf die europäische Ebene.
  • Wandel der Mitwirkungsrechte der Länder (vor und nach dem Vertrag von Maastricht).
  • Die Rolle des Bundesrates und des Ausschusses der Regionen bei der Interessenartikulation.
  • Herausforderungen der Politikverflechtung und die Zukunft des Föderalismus.

Auszug aus dem Buch

3.1. Einschnitte in Länderkompetenzen

Als das erste Mal in Länderkompetenzen eingegriffen wurde, hatte dies noch überhaupt nichts mit der EU-Integration zu tun (des besseren Verständnis halber sollen auch diese Einschnitte an dieser Stelle kurz erläutert werden), vielmehr wollte man im Jahre 1976 im Sinne des Sozialstaatsprinzips einheitliche Lebensverhältnisse schaffen. Im Zuge dessen wurden zahlreiche Kompetenzübertragungen von den Ländern auf den Bund durchgeführt, die nach dem Prinzip „Mitbestimmung statt Selbstbestimmung“ (Kisker, zitiert in: Müller-Brandeck-Bocquet 1992: 164) mit mehr Zustimmungskompetenzen der Länder in der Bundesgesetzgebung kompensiert wurden. Somit –und durch die bereits 1969 festgelegten Gemeinschaftsaufgaben und Finanzhilfen des Bundes- „wurde der bisher nicht beteiligte Bund in die Entscheidungsbefugnisse einbezogen, die konkrete Entscheidungsfindung jedoch an die Zustimmung aller Beteiligten gebunden“. Dieser Beteiligungsföderalismus“ (Klatt 1999: 136) führte zu einer „Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners“ (Müller-Brandeck-Bocquet 1992: 164) und enttäuschte letztendlich alle.

Diese Entwicklung zum kooperativen Föderalismus prägte neben der erwähnten Unitarisierung auch die horizontale und vertikale Politikverflechtung mit ihren unzähligen Koordinationsgremien zwischen Bund und Ländern. Der kooperative Föderalismus wurde deswegen oft wegen mangelnder Effizienz und Transparenz, starker Bürokratisierung, des Machtverlustes der Parlamente und beunruhigender Demokratiedefizite stark kritisiert (Müller-Brandeck-Bocquet 1992: 164). Entflechtungsbemühungen während der siebziger Jahre brachten keine nennenswerten Erfolge, die Vergrößerung der Bundesrepublik durch die Wiedervereinigung verkomplizierte stattdessen die Situation erheblich. Somit ist nachvollziehbar, dass der deutsche Föderalismus bemüht war, innerhalb seiner Möglichkeiten heftig gegen weitere EU-integrationsbedingte Kompetenzabgaben und einen daraus resultierenden weiteren Bedeutungsverlust anzukämpfen. Da Deutschland eines der wenigen Mitgliedsländer der Europäischen Union „mit einer ausgeprägten föderalen Struktur“ ist (Klatt 1999: 137), bot der fortschreitende Integrationsprozess besonders viel Anlass dazu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der zunehmenden Europäisierung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob die Integration die politische Mitbestimmung der Bundesländer verringert oder neue Mitwirkungsmöglichkeiten schafft.

2. Historische Grundlagen und Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die föderale Struktur der Bundesrepublik sowie den Integrationsprozess der Europäischen Union und erläutert relevante Fachbegriffe wie Europäisierung und Subsidiarität.

3. Die Länder in der EU: Das Hauptkapitel analysiert die historischen Einschnitte in die Länderkompetenzen sowie die Entwicklung der Mitwirkungsrechte von der Vor-Maastricht-Ära bis hin zur Etablierung des Ausschusses der Regionen.

4. Schlussbetrachtungen: Das Fazit resümiert die Entwicklung, konstatiert eine Verschiebung der Bedeutung des Föderalismus und betont, dass die Länder durch kreative Anpassungsstrategien als politische Mitspieler auf EU-Ebene agieren.

Schlüsselwörter

Deutscher Föderalismus, Europäische Union, Europäisierung, Bundesrat, Länderkompetenzen, Mitbestimmungsrechte, Politikverflechtung, Vertrag von Maastricht, Ausschuss der Regionen, Subsidiaritätsprinzip, Kooperativer Föderalismus, Integration, EU-Politik, Bundesstaatlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Wechselwirkung zwischen dem föderalen System Deutschlands und der fortschreitenden politischen Integration in der Europäischen Union.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Kompetenzverteilung zwischen Bund, Ländern und EU sowie die Mechanismen, mit denen die Bundesländer versuchen, ihre Interessen auf europäischer Ebene zu wahren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob die Europäisierung einen Bedeutungsverlust des Föderalismus und eine Verringerung politischer Mitgestaltungsmöglichkeiten für die deutschen Länder bedeutet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse und wertet verfassungsrechtliche Grundlagen sowie Dokumente der EU-Integration aus, um die Rolle der Länder zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Kompetenzbeschneidungen, die Evolution der Mitwirkungsrechte in den verschiedenen Phasen der EU-Integration und die Rolle spezifischer Organe wie des Ausschusses der Regionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Deutscher Föderalismus, Europäisierung, Bundesrat, Mitbestimmungsrechte und Politikverflechtung.

Warum wird im Text der Begriff "Neuwahnstein" in Bezug auf die bayerische Landesvertretung erwähnt?

Der Begriff illustriert als medienwirksames Beispiel die wachsende Bedeutung und Präsenz deutscher Bundesländer im Brüsseler Machtzentrum im Zuge der europäischen Integration.

Welche Funktion hat die "Europa-Kammer" des Bundesrates?

Sie fungiert als ein "Bundesrat en miniature", um schnelle Reaktionen auf EU-Vorlagen zu ermöglichen, ohne an den starren Rhythmus der Plenarsitzungen gebunden zu sein.

Wie ist die politische Stellung des Ausschusses der Regionen einzuschätzen?

Juristisch ist seine Stellung eher schwach, da er nur beratende Funktion hat; politisch ist er jedoch wichtig, da er die Anerkennung der Regionen als unverzichtbare Ebene für das Aufbauprojekt Europa symbolisiert.

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Details

Title
Der deutsche Föderalismus und die Europäische Union
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Grundseminar: Das politische System der BRD
Grade
1,0
Author
Katharina Klinge (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V113753
ISBN (eBook)
9783640144563
ISBN (Book)
9783640145843
Language
German
Tags
Föderalismus Europäische Union Grundseminar System
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Klinge (Author), 2005, Der deutsche Föderalismus und die Europäische Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113753
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