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Ein theologisch-existenzialphilosophischer Vergleich Martin Luthers und Søren Kierkegaards

Titel: Ein theologisch-existenzialphilosophischer Vergleich Martin Luthers und Søren Kierkegaards

Hausarbeit , 2020 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Roman Rogg (Autor:in)

Theologie - Vergleichende Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der dänische Philosoph und Theologe Søren Kierkegaard gilt als der Initiator des Existenzialismus. Die theologisch-historische Gegenüberstellung Kierkegaards und Luthers soll die zentralen Inhalte von Sünden- und Gewissenslehre beider Denker zutage bringen.

Die vorliegende Arbeit bemüht sich um eine Darstellung der Theologie der lutherischen Reformation unter Bezugnahme ihrer Umstände zunächst in Hinsicht auf die ihre Zeit sowie im Folgenden auf die noch integraleren Bedingungen menschlicher wie christlicher Grunderfahrung der Existenz. Diese hingegen, wenn sie auch in ihren jeweiligen Kontexten differieren mag, ist als zeitloses Phänomen zentraler Bestandteil christlicher Anthropologie und demnach unverzichtbar für jede Reflexion Martin Luthers. Hierbei dient uns Luthers Klagelied Aus tiefer Not schrei ich zu dir als hervorragendes Zeugnis seines Lebens und Denkens und bereitet uns auf die anschließende Gegenüberstellung mit einem in vergleichbarer Weise von den Wogen des Lebens gezeichneten theologischen Denker: dem Dänen Søren Kierkegaard. Uns interessieren innerhalb dieses Rezeptionsrahmens ihre jeweiligen Konzeptionen des Gewissens als Orientierungsinstanz und Spiegel der eigenen Existenz.
Es wird sich zeigen, dass die Reformation der Katholischen Kirche zur Zeit Luthers ein in keiner Weise zufälliges Ereignis, sondern die logische Konsequenz der Kombination aus den eigenen Missständen sowie der Person des Reformators war. Zudem markieren die beiden Denker Luther und Kierkegaard einen Versuch des theologischen Paradigmenwechsels hin zum Menschen und seinen Nöten. Will die Kirche weiterhin erste Anlaufstelle für den Menschen in der Bewältigung seines Lebens bleiben, ist sie auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit angewiesen und steht dabei in der Tradition der Bemühungen von Psychologie wie Soziologie und damit unter dem Dach philosophischer Reflexion. Genauer: der Philosophie der Existenz

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITENDE BEMERKUNGEN: MUSIK ALS ZEUGNIS DER ERFAHRUNG

II. DIE LUTHERISCHE REFORMATION

A. Historischer Hintergrund

B. Person

C. Theologie

1. Theologische Schuldanthropologie

2. Solus Christus, Sola Scriptura, Sola Gratia, Sola Fide

D. Musik

1. Luther und die Musica practica

2. Aus tiefer Not schrei ich zu Dir

III. DAS VERÄNGSTIGTE GEWISSEN

A. Abriss von Leben und Denken Søren Kierkegaards

B. Gewissensmodell Søren Kierkegaards

C. Gewissenskonzeption Martin Luthers

IV. ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Theologie der lutherischen Reformation im Kontext der existentiellen Grunderfahrung des Menschen. Dabei wird insbesondere Luthers Klagelied "Aus tiefer Not schrei ich zu dir" als zentrales Zeugnis seines Denkens analysiert und in einen interdisziplinären Dialog mit der Gewissensphilosophie von Søren Kierkegaard gestellt, um ein tieferes Verständnis für die Bedeutung des Gewissens als Orientierungsinstanz in der heutigen Zeit zu gewinnen.

  • Historische Voraussetzungen und Hintergründe der Reformation
  • Die Theologie Martin Luthers unter Berücksichtigung der "vier Soli"
  • Die Rolle der Kirchenmusik als Ausdruck existentieller Nöte und Glaubensvermittlung
  • Vergleichende Analyse der Gewissenskonzeptionen von Luther und Kierkegaard
  • Existenztheologische Perspektiven auf das moderne Christentum

Auszug aus dem Buch

1. Luther und die Musica practica

Luther selbst wurde schon in Kindertagen mit dem Hymnus konfrontiert und verinnerlichte ihn während seiner Unterrichtung, zusätzlich zu seinem Engagement im Knabenchor. Im Rahmen seines eigenen Werkes entsprangen seiner Feder neben Hymnen ebenfalls Vertonungen des Katechismus, Leisen, liturgische Gesänge und Psalmlieder, bei deren musikalischer Ausgestaltung ihm der Torgauer Kantor Johann Walter als kompetenter Partner diente, der für die Konzeption des Gottesdienste zur maßgeblichen Gestalt wurde. Stilprägend für die Reformation als „Neues Lied“ im biblischen Sinne blieb allerdings der Hymnus.

Neben den eigens (um-)komponierten Texten Luthers machte er es sich auch im Rahmen der Kirchenmusik zur Aufgabe, die Christen durch Übersetzungen ins Deutsche teilhaben zu lassen, da für ihn, unabhängig von der flächendeckenden Unbeflissenheit im Lateinischen, die Muttersprache – als Sprache der Seele – die einzige für den Gesang geeignete darstellt: „[i]ch wolt heute gerne eyne deutsche Messe haben [...]. Es mus beyde text und notten, accent, weyse und geperde aus rechter mutter sprach und stimme kommen, sonst ists eyn nachomen, wie die affen thun“.

Die Bandbreite an Verwendungszwecken orientiert sich wiederum an den vier Soli: beginnend mit der liturgischen Funktion, dient der Gesang zunächst der lebendigen Kommunikation der Schrift – „viva vox evangelii“ -, worin durchaus auch eine missionarische Komponente in der Verbreitung der frohen Botschaft inkludiert ist. Der Gesang ist der Königsweg für die Mittelung der Schrift für die Gläubigen. Über die Auslegung von Hebr. 10,18 führt Luther den Leitspruch an: „solae aures sunt organa Christiani hominis [...]“. Hier dient die Musik als Teil der sieben Künste zur Heranbildung der Menschen, welche „durch sein heiliges [W]ort, mit süssem Gesang jns Hertz getrieben, gebessert und gesterckt werden im glauben“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITENDE BEMERKUNGEN: MUSIK ALS ZEUGNIS DER ERFAHRUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Bedeutung der Musik als Medium der Kommunikation existentieller Erfahrungen im Kontext der lutherischen Reformation.

II. DIE LUTHERISCHE REFORMATION: Es werden der historische Hintergrund, die Person Luthers sowie seine Theologie und sein Verständnis von Musik als theologisches Ausdrucksmittel dargestellt.

III. DAS VERÄNGSTIGTE GEWISSEN: Dieses Kapitel kontrastiert Luthers Gewissenskonzeption mit derjenigen Søren Kierkegaards, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der existentiellen Reflexion aufzuzeigen.

IV. ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN: Hier werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Relevanz der existentiellen Theologie für die heutige Kirche kritisch reflektiert.

Schlüsselwörter

Luther, Reformation, Rechtfertigungstheologie, Gewissen, Existenz, Musik, Kierkegaard, Theologia crucis, Glaube, Christus, Gnade, Schuldanthropologie, Existentialphilosophie, Christentum, Musica practica.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Denken Martin Luthers, insbesondere seine Rechtfertigungstheologie und seine Auffassung von Kirchenmusik, im Licht existentieller Grunderfahrungen und stellt diese in einen Dialog mit der Philosophie Søren Kierkegaards.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die historische Reformation, die Theologie der "vier Soli", die Bedeutung der Musik im Reformationskontext sowie die existenzielle Deutung des Gewissens.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie Luther und Kierkegaard das Gewissen als Spiegel der Existenz begreifen und inwiefern diese existenzielle Theologie der heutigen Kirche als Orientierung dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine historisch-kritische Methode und eine vergleichende religionsphilosophische Analyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Luthers Lehre, seiner Komposition "Aus tiefer Not schrei ich zu dir" sowie einer vergleichenden Studie zu Kierkegaards Gewissensmodell.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rechtfertigungstheologie, Gewissenskonzeption, Existenz, Glauben und Theologia crucis charakterisiert.

Welche Rolle spielt das Klagelied "Aus tiefer Not schrei ich zu dir" konkret?

Das Lied dient als exemplarisches Zeugnis für Luthers Theologie, insbesondere für das "Sola Fide", und fungiert als Brücke zwischen seiner Person und der existentiellen Reflexion über Schuld und Gnade.

Wie unterscheidet sich Luthers Gewissensverständnis von dem Kierkegaards?

Während Luther das Gewissen primär als durch den Glauben an Christus beruhigte Instanz sieht, integriert Kierkegaard stärker psychologische und soziale Faktoren sowie eine ethische Komponente der individuellen Entscheidung.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein theologisch-existenzialphilosophischer Vergleich Martin Luthers und Søren Kierkegaards
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für katholische Theologie)
Note
1,0
Autor
Roman Rogg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
20
Katalognummer
V1137571
ISBN (eBook)
9783346509758
ISBN (Buch)
9783346509765
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Luther Kierkegaard Theodizee Existenzialismus Rechtfertigungstheologie Reformation Kirchenmusik Philosophie Theologie katholisch evangelisch Musik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Roman Rogg (Autor:in), 2020, Ein theologisch-existenzialphilosophischer Vergleich Martin Luthers und Søren Kierkegaards, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1137571
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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