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Die symbolische Bildsprache von Joan Miró. Leben und Persönlichkeit des Künstlers in den Jahren 1893-1941

Titel: Die symbolische Bildsprache von Joan Miró. Leben und Persönlichkeit des Künstlers in den Jahren 1893-1941

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 35 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Magistra Artium Verena Wenz (Autor:in)

Kunst - Übergreifende Betrachtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Grazile Sterne, plakative Farben, skurrile Phantasiewesen – die Bildwelt Joan Mirós ist selbst für den kunstinteressierten Laien unverwechselbar. Zählt der Katalane zu den beliebtesten Künstlern des 20. Jhs., ist dies mit
Sicherheit in erster Linie der für seine Werke scheinbar so typischen leichten und optimistischen Ausstrahlung zu verdanken – einer heiteren „Naivität“, die seine Kunst nur allzu oft als Plädoyer für pure Lebenslust, grenzenlose
Ausgelassenheit und Spontaneität erscheinen lässt. Und doch – wenn dies auch die wohl bekannteste Seite des Schaffens Mirós ist, so sind die oft mit „Kinderbildern“ verglichenen unbeschwerten Spielereien, zumal meist dem Spätwerk zuzurechnen, nur ein Aspekt eines vielfältigen Œuvres, das zu verstehen weit mehr erfordert als den Rückgriff auf ein scheinbar untrübbares Gemüt: „(....) ich bin ein Pessimist. Immer denke ich, dass alles ganz schlimm ausgehen wird. Die humoristischen Elemente, die man vielleicht in meiner Malerei
findet, habe ich nicht gewollt. Wahrscheinlich kommt dieser Humor daher, dass ich versuche, meiner tragischen Veranlagung entgegenzuwirken: ist also Reaktion, nicht Absicht“1, bekennt Miró einmal selbst, und tatsächlich gilt der Maler unter Freunden als eher introvertiert, einzelgängerisch und zurückgezogen. Beschäftigt man sich genauer mit seinem Werk, erkennt man bald, dass es oft geradezu das Finstere, Schreckenerregende, bisweilen sogar ästhetisch Abstoßende ist, das den insgesamt doch rätselhaften Künstler zutiefst bewegt und seine Bilder anregt – ebenso wie die Gesamtheit seiner Arbeiten von einer tief empfundenen naturphilosophischen Weltsicht durchzogen ist, die Mensch und Schöpfung einer allgegenwärtigen, Werden und Vergehen
bestimmenden erotischen Energie unterworfen weiß.
Mehr als dem Spätwerk möchte sich diese Arbeit den frühen Schaffensperioden des Künstlers widmen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den 20er und 30er Jahren liegen soll, eine Zeit, zu der Miró, wenn auch nie wirklich eindeutig dem Surrealismus zugehörig, doch in ständigem Kontakt mit der sich in Paris um André
Breton formierten Künstlergruppe lebte, sich mit ihren Errungenschaften und Vorstellungen auseinandersetzte, sich an ihnen inspirierte und so allmählich immer mehr zu seinem eigenen, auf einer ganz persönlichen Symbolik gründenden Stil fand...

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINFÜHRUNG

1. Erste Schritte in Katalonien: Identitätssuche zwischen Tradition und Moderne

2. Die 20er Jahre: Entwicklung einer symbolischen Bildsprache

2.1. Mystik, Okkultismus, Astrologie – Mirós „magischer Surrealismus“

2.2. Inspiration Literatur: die Werkgruppe der „Traummalereien“

2.3. Zwischen Sehnsucht und Angst: „Paysages imaginaires“ und „Intérieurs hollandais“

3. Das Material als Impulsgeber: Objektkunst und Anti-Ästhetik der 30er Jahre

4. Miró im politischen Spannungsfeld: „Peinture sauvage“ und „Constellations“

SCHLUSSBEMERKUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die frühen Schaffensphasen des katalanischen Künstlers Joan Miró in den 1920er und 1930er Jahren. Dabei wird analysiert, wie sich der Künstler ausgehend von seiner traditionellen Ausbildung hin zu einer höchst persönlichen, symbolisch aufgeladenen Bildsprache entwickelte und dabei in ständigem Austausch mit dem Umfeld der Surrealisten in Paris stand, ohne seine Verbundenheit zu seinen mediterranen Wurzeln zu verlieren.

  • Die Entwicklung einer eigenen, auf persönlichen Symbolen basierenden Bildsprache.
  • Die Rolle von Literatur, Mystik, Astrologie und Okkultismus als Inspirationsquellen.
  • Die Bedeutung des Materials und die Abkehr von konventionellen ästhetischen Idealen.
  • Die politische Dimension in Mirós Werk unter dem Eindruck des Spanischen Bürgerkriegs.
  • Das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Abstraktion und der Verwurzelung in der Heimat.

Auszug aus dem Buch

1. Erste Schritte in Katalonien: Identitätssuche zwischen Tradition und Moderne

„Auf die Erde herunterkommen“ – für Miró bedeutete das vor allem die Ruhe und Beschaulichkeit Montroigs, eines kleinen Dorfes bei Barcelona, wo seine Eltern seit seiner Jugend einen Bauernhof besaßen. Immer wieder kehrte Miró zeit seines Lebens hierher zurück, auf der Suche nach Naturverbundenheit, um der Hektik des Alltags zu entfliehen, zu sich selbst zu finden und nicht zuletzt Inspiration für seine Bilder zu erlangen.

Doch was mehr bedeutete Katalonien für Miró? Ganz frei von Widersprüchen dürfen die Gefühle gegenüber der Heimat bei aller Liebe zum mediterranen Leben im Grunde nicht gewesen sein, so machte gerade seine Herkunft es dem am 20. April 1893 in Barcelona geborenen Joan Miró zunächst nicht einfach. Zum einen waren es die stark bürgerlich geprägten Eltern, die, obwohl die gestalterische Veranlagung in der Familie begründet lag (der Vater war Goldschmied, die Mutter Tochter eines Kunsttischlers), der künstlerischen Neigung des Sohnes nicht entgegenkamen, sodass Miró eine kaufmännische Lehre absolvieren musste, bevor ihm – erst nach einem schweren Nervenzusammenbruch – die Ausbildung zum Maler gestattet wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Erste Schritte in Katalonien: Identitätssuche zwischen Tradition und Moderne: Das Kapitel beleuchtet die schwierigen Anfänge Mirós in Katalonien, die von der Spannung zwischen bürgerlichen Erwartungen und seinem Drang zur künstlerischen Entfaltung geprägt waren.

2. Die 20er Jahre: Entwicklung einer symbolischen Bildsprache: Hier wird der entscheidende Stilwechsel in den 1920er Jahren beschrieben, in dem Miró durch Einflüsse von Mystik und surrealistischer Literatur zu einer eigenen Symbolik fand.

2.1. Mystik, Okkultismus, Astrologie – Mirós „magischer Surrealismus“: Dieses Kapitel untersucht die Rolle tiefgründiger, naturphilosophischer und esoterischer Einflüsse, insbesondere der Schriften Jakob Böhmes, für Mirós frühe surrealistische Phase.

2.2. Inspiration Literatur: die Werkgruppe der „Traummalereien“: Der Fokus liegt hier auf der engen Beziehung zwischen Mirós Malerei und surrealistischer Poesie sowie auf der Entstehung der fast monochromen „Traummalereien“.

2.3. Zwischen Sehnsucht und Angst: „Paysages imaginaires“ und „Intérieurs hollandais“: Das Kapitel thematisiert die Ambivalenz in Mirós Werk zwischen dem Wunsch nach erotischer Verschmelzung und den existenziellen Ängsten des Künstlers.

3. Das Material als Impulsgeber: Objektkunst und Anti-Ästhetik der 30er Jahre: Es wird die künstlerische Krise der 30er Jahre analysiert, die Miró zu radikalen Experimenten mit Materialien und Dada-beeinflussten Objekten führte.

4. Miró im politischen Spannungsfeld: „Peinture sauvage“ und „Constellations“: Das letzte inhaltliche Kapitel zeigt, wie Miró auf den Spanischen Bürgerkrieg reagierte und wie sein Werk schließlich in den „Constellations“ eine friedliche Zuflucht fand.

Schlüsselwörter

Joan Miró, Surrealismus, Katalonien, Symbolsprache, Magischer Surrealismus, Jakob Böhme, Traummalereien, Erotik, Materialexperimente, Objektkunst, Politisches Engagement, Constellations, Identitätssuche, Avantgarde, Naturphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das künstlerische Schaffen von Joan Miró in den Jahren 1893 bis 1941, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der stilistischen Entwicklung und den verschiedenen Inspirationsquellen des Künstlers liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Identitätssuche zwischen Tradition und Moderne, die Bedeutung von Mystik und Literatur, die Rolle des Materials als Gestaltungselement sowie die politische Auseinandersetzung des Künstlers mit seiner Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung von Mirós Bildsprache in den 20er und 30er Jahren anhand ausgewählter Schlüsselwerke zu ergründen und die Einordnung Mirós innerhalb des Surrealismus kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kunsthistorischen Analyse, die formale Bildbeschreibungen mit der Interpretation ikonographischer Symbole und historischer Kontexte verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Mirós frühen Schritten, seiner symbolischen Bildsprache in den 20er Jahren, seinen Materialexperimenten in den 30er Jahren und seiner Reaktion auf politische Krisen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Joan Miró, Surrealismus, Identität, Symbolik, Materialkunst und das Spannungsfeld zwischen Politik und Kunst.

Wie beeinflusste die katalanische Heimat Mirós Kunst?

Die mediterranen Wurzeln und die ländliche Umgebung von Montroig blieben Zeit seines Lebens eine zentrale Quelle, die als Gegenpol zur Pariser Avantgarde fungierte und Erdung bot.

Welche Bedeutung hatten die „Constellations“ für Mirós Spätwerk?

Die Serie „Constellations“ bildet den Schlusspunkt der frühen Phase und markiert einen Rückzug aus der politischen Realität in eine Welt der Harmonie und musikalisch anmutenden Rhythmik.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die symbolische Bildsprache von Joan Miró. Leben und Persönlichkeit des Künstlers in den Jahren 1893-1941
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl II für Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Surrealismus
Note
1,0
Autor
Magistra Artium Verena Wenz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
35
Katalognummer
V113796
ISBN (eBook)
9783640158355
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Joan Miró Surrealismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magistra Artium Verena Wenz (Autor:in), 2006, Die symbolische Bildsprache von Joan Miró. Leben und Persönlichkeit des Künstlers in den Jahren 1893-1941, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113796
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Leseprobe aus  35  Seiten
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