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Handsymbolik in "Ritter Galmy" von Jörg Wickram

Ihre Aussagekraft über die (Liebes-)Beziehung zwischen der Herzogin und dem Ritter Galmy

Titel: Handsymbolik in "Ritter Galmy" von Jörg Wickram

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wird eine mögliche Interpretation der Handsymbolik und ihrer Bedeutungen im Roman „Ritter Galmy“ von Jörg Wickram herausarbeiten. Der Fokus wird auf die Liebeskonzepte zwischen der Herzogin und dem Ritter Galmy gelegt werden, da jene Beziehung eine besonders irreführende und intransparente Komponente dieses Romans darstellt, weil eine aus heutigem Verständnis gewöhnliche Liebesbeziehung als Deutung nicht zufriedenstellt. Es muss in Frage gestellt werden, ob nach eingehender Beschäftigung mit dem Text und den Bildern überhaupt von Liebe auf Seiten der Herzogin und vor allem des Ritters ausgegangen werden darf.

Zur Beantwortung dieser Forschungsfragen wird eine theoretische Grundlage erarbeitet. Zuerst werden Bedeutungen von Handsymbolen- und Gebärden sowie Handreichungen zwischen zwei Personen dargelegt. Dabei werden Quellen herangezogen, die eine Annäherung an die Perspektive des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit und somit die notwendige Historizität ermöglichen. Berücksichtigung finden die für den Gesamtverlauf des Romans und damit für diese Arbeit relevanten Handsymboliken.

Darauf werden die für den Handlungsverlauf wichtigen Handsymboliken analysiert und interpretiert, um eine Annäherung an die eigentliche Beziehung zwischen den zwei ‚Liebenden‘ zu wagen. Hierzu werden die Momente des Sich-Verliebens betrachtet, wobei vorerst von Relevanz ist, wie sich Ritter Galmy in die Herzogin verliebt, dann wie sich die Herzogin wiederum in den Ritter verliebt. Es werden die für die Beziehung der beiden Protagonisten bezeichnenden Liebeskonzepte herausgearbeitet und in ihrer Funktion für den Gesamtverlauf untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kontextrelevante Symboliken der Hand(-reichung)

3 Bedeutung von Händen in Bild und Schrift für die (Liebes-)Beziehung zwischen der Herzogin und Galmy

3.1 Der Moment des Verliebens

3.2 Gründe für das Verlieben der Herzogin in Ritter Galmy

3.3 Die Intrige und ihre Umsetzung mit Hilfe unterschiedlicher Liebeskonzepte

4 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Handsymbolik in Jörg Wickrams Roman „Ritter Galmy“ (1539), um die komplexe und oft widersprüchliche Liebesbeziehung zwischen dem Ritter Galmy und der Herzogin neu zu bewerten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit die in Text und Bild dargestellten Handgesten über eine rein romantische Beziehung hinaus auf ein strategisches Machtstreben des Protagonisten hindeuten.

  • Analyse von Handsymbolik und Handgesten im literarischen und bildlichen Kontext.
  • Untersuchung der Liebeskonzepte und deren Funktion im Handlungsverlauf.
  • Dekonstruktion der Beziehung unter Berücksichtigung von Machtstrukturen und sozialen Aufstiegsaspirationen.
  • Historische Einordnung der Gestik im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kontext.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Moment des Verliebens

Die Ursache dafür, dass der Ritter sich in die Herzogin verliebt habe, schildert Galmy dieser im vierten Kapitel. Dabei habe die Herzogin mit Galmys Hilfe einen gefährlichen Weg überquert (30-35/19). Sie war hilflos und er ihr Retter. Später erfährt der/die Rezipient/in, dass auch der Herzog bereits durch Galmys Hand errettet worden war und dass dies den Ritterschlag Galmys zur Folge hatte (14-17/96). Aufgrund einer solchen, die drei verbindenden Vergangenheit, zeigt sich eine Konstellation, in welcher sowohl der Herzog als auch die Herzogin dem Ritter in gewisser Weise ihr Leben verdanken und ungeachtet ihrer eigentlich höheren gesellschaftlichen Stellung, ihm zumindest in der Vergangenheit hilfsbedürftig unterlegen gewesen sind. Es ist zu vermuten, dass auch der Ritter selbst dies wahrnimmt und der Moment des Sich-Verliebens eigentlich oder ebenfalls ein Moment des Realisierens sein könnte.

Möglicherweise wird ihm an dieser Stelle bewusst, dass die Gemahlin des Herzogs einen Zugang zu dem Kreis der Vertrauten der Herrschenden bieten könnte. Auch wird der Ritter an mancher Stelle von anderen Rittern als hochmuetiger Ritter (17/77) bezeichnet. Galmy selbst benennt den Grund seiner Hilfeleistung gegenüber der Herzogin als Angst vor dem Zorn des Herzogen, sollte ihr etwas zustoßen. Mit den Worten mich ein sorg anfiel / wo eüer Gnaden etwas widerfahren / wir all einen ungnädigen Hertzogen und herren haben würden (13ff./19) begründet er seine Motivation, der Herzogin zu helfen. Dies deutet an, dass es ihm nicht um die Herzogin selbst geht, sondern um ihre Stellung an der Seite des Herzogs.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Handsymbolik ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Intention der Liebesbeziehung zwischen Ritter Galmy und der Herzogin.

2 Kontextrelevante Symboliken der Hand(-reichung): Dieses Kapitel beleuchtet die theoretischen Grundlagen der Handgestik und deren historische Bedeutung in biblischen, politischen und kommunikativen Zusammenhängen.

3 Bedeutung von Händen in Bild und Schrift für die (Liebes-)Beziehung zwischen der Herzogin und Galmy: Der Hauptteil analysiert spezifische Handdarstellungen im Roman und deren Bedeutung für die Beziehung, den Moment des Verliebens und die Umsetzung möglicher Intrigen.

4 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Hypothese, dass die Liebesgeschichte als Fassade für ein politisches Machtstreben dienen könnte.

Schlüsselwörter

Ritter Galmy, Jörg Wickram, Handsymbolik, Handgesten, Liebeskonzepte, Dienstminne, Machtstreben, Emporkömmling, frühneuzeitlicher Prosaroman, Sozialer Aufstieg, Interaktion, Vormoderne, Literaturwissenschaft, Intrige, Symbolinterpretation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung und Funktion der Handsymbolik im Roman „Ritter Galmy“ von Jörg Wickram, um die Tiefe und Aufrichtigkeit der Liebesbeziehung zwischen dem Protagonisten und der Herzogin zu hinterfragen.

Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert auf die Deutung von Handgesten, mittelalterliche Liebeskonzepte wie die Dienstminne und die historische Einordnung gesellschaftlicher Aufstiegsmechanismen im 16. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob die Liebesbeziehung authentisch ist oder ob der Ritter Galmy seine ritterliche Rolle nutzt, um durch geschickte Instrumentalisierung seiner Handlungen Macht am herzoglichen Hof zu gewinnen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den Text als auch die bildlichen Darstellungen im Roman miteinbezieht, und stützt sich dabei auf historische Forschung zur Symbolik der Vormoderne.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Verliebens, die Gründe für das Verhalten der Herzogin und die Untersuchung von Intrigen sowie unterschiedlicher Liebeskonzepte im Romanverlauf.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der Handsymbolik vor allem das Machtstreben, die Dienstminne, der soziale Aufstieg und die Differenzierung zwischen expliziter Liebesdarstellung und impliziter strategischer Handlungsweise.

Welche Rolle spielt die „Hand Gottes“ im Gegensatz zur „ritterlichen Hand“?

Die Hand Gottes steht für göttlichen Segen und Rechtmäßigkeit, während die ritterliche Hand im Roman als Werkzeug für Siege, militärischen Ruhm und schließlich zur Sicherung des sozialen Aufstiegs des Protagonisten dient.

Warum wird die Herzogin im Gegensatz zum Ritter nicht namentlich genannt?

Die Nennung des Ritters mit Namen macht ihn zum Individuum und runden Charakter, während die namenlose Herzogin als Typus fungiert, der primär für eine gesellschaftliche Position steht, die Galmy für seine politischen Ziele benötigt.

Wie bewertet der Text die „züchtige Liebe“ der Figuren?

Die Arbeit stellt fest, dass der Erzähler die „züchtige Liebe“ sehr häufig betont, was möglicherweise dazu dienen soll, einen drohenden oder tatsächlichen Ehebruch der Herzogin zu legitimieren oder moralisch abzumildern.

Zu welcher Schlussfolgerung gelangt die Arbeit?

Die Arbeit schließt mit der Vermutung, dass die Liebesgeschichte eine Strategie zur Machterlangung darstellt und der Ritter Galmy die Liebe als funktionales Mittel einsetzt, um sein Ziel, den Aufstieg ins Amt eines Herzogen, zu erreichen.

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Details

Titel
Handsymbolik in "Ritter Galmy" von Jörg Wickram
Untertitel
Ihre Aussagekraft über die (Liebes-)Beziehung zwischen der Herzogin und dem Ritter Galmy
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
19
Katalognummer
V1137985
ISBN (eBook)
9783346494740
ISBN (Buch)
9783346494757
Sprache
Deutsch
Schlagworte
handsymbolik ritter galmy jörg wickram ihre aussagekraft liebes- beziehung herzogin
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Handsymbolik in "Ritter Galmy" von Jörg Wickram, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1137985
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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