Parzival wäre nicht der Protagonist des höfischen Romans Wolframs von Eschenbach, wenn er eindeutig und ohne großes Aufsehen zu erregen in eine Gemeinschaft integriert dargestellt wäre. Als Sohn eines hervorragenden Ritters und der Schwester des Gralskönig Anfortas vereint er unterschiedliche Merkmale, die ihn nach dem Eintritt in die Welt als Fremden auftreten lassen. Während er sein ambivalentes Wesen in der Einsamkeit von Soltane vor allem dem Rezipienten demonstriert, wird er sukzessive im Laufe des III. Buches "Wahrnehmungsobjekt" anderer Romanfiguren. Ihre identitätsstiftenden Reaktionsmuster auf die Erscheinung Parzivals sollen Gegenstand dieser Arbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Basis: Parzivals art
- Parzivals Habitus im außerhöfischen Bereich: „an küneclîcher fuore betrogn“
- Parzival zwischen Sehnsucht und Not
- Parzivals lip als „gotes kunst"
- Parzivals „antlütze minneclîch"
- Parzivals Eintritt in die höfische Gesellschaft
- Parzival als Wahrnehmungsobjekt am Artushof
- Artus' zwîvel
- Prophezeiung durch Cunneware und Anator
- Aneignung der roten Rüstung
- Parzival als Wahrnehmungsobjekt am Artushof
- Zusammenfassung
- Bibliographie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wahrnehmung des Protagonisten Parzival im III. Buch des Romans Wolframs von Eschenbach. Ziel ist es, die Reaktionen der Handlungsfiguren auf Parzivals Erscheinung zu analysieren und deren identitätsstiftende Auswirkungen auf ihn zu beleuchten. Dabei wird zwischen der Wahrnehmung im außerhöfischen Bereich und der höfischen Öffentlichkeit unterschieden.
- Parzivals art und seine Abstammung als Grundlage für seine Wahrnehmung
- Die Rolle von Parzivals Habitus im außerhöfischen Bereich
- Parzivals Eintritt in die höfische Gesellschaft und seine Wahrnehmung am Artushof
- Die Bedeutung der roten Rüstung für Parzivals Identität
- Die Auswirkungen der Wahrnehmung auf Parzivals Entwicklung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz der Wahrnehmung für den höfischen Kontext dar und führt in die Thematik der Untersuchung ein. Kapitel 2 beleuchtet Parzivals art, die durch seine Abstammung von Gahmuret und Herzeloyde geprägt ist. Es wird gezeigt, dass Parzivals zwiespältige art ihn sowohl integrationsfähig als auch fremd macht.
Kapitel 3 analysiert Parzivals Habitus im außerhöfischen Bereich. Es werden die Reaktionen von Figuren wie Karnahkarnanz, Gurnemanz und Iwanet auf Parzivals Erscheinung untersucht. Dabei wird deutlich, dass Parzivals Schönheit, Kraft und Hochherzigkeit Bewunderung, aber auch Distanz hervorrufen.
Kapitel 4 befasst sich mit Parzivals Eintritt in die höfische Gesellschaft und seiner Wahrnehmung am Artushof. Es werden die Reaktionen von Artus, Cunneware und Anator auf Parzival analysiert. Die Prophezeiung durch Cunneware und Anator sowie Artus' Zweifel an Parzivals Identität spielen eine wichtige Rolle.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen Parzival, Wahrnehmung, höfische Gesellschaft, Artus-Hof, Gralsgeschlecht, Habitus, Identität, Rüstung, zwiespältige art, Fremdheit, Integration, Wahrnehmungsobjekt, Reaktionen, Handlungsfiguren, außerhöfischer Bereich, höfische Öffentlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Was untersucht die Arbeit im III. Buch von Wolframs "Parzival"?
Die Arbeit analysiert Parzival als "Wahrnehmungsobjekt" und wie die Reaktionen anderer Figuren auf seine Erscheinung seine Identitätsbildung beeinflussen.
Warum wird Parzival im Text als "Fremder" beschrieben?
Aufgrund seiner Isolation in Soltane und seiner ambivalenten Herkunft (Sohn eines Ritters und einer Gralsverwandten) tritt er beim Eintritt in die Welt als Außenseiter auf.
Welche Bedeutung hat die "rote Rüstung" für Parzival?
Die Aneignung der roten Rüstung ist ein zentraler Schritt für Parzivals äußere Identität und seine Wahrnehmung innerhalb der höfischen Gesellschaft.
Welche Figuren nehmen Parzival am Artushof wahr?
Besonders untersucht werden die Reaktionen von Artus sowie die Prophezeiungen durch Cunneware und Anator.
Was ist mit Parzivals "antlütze minneclîch" gemeint?
Es bezieht sich auf seine außergewöhnliche Schönheit, die als "Gottes Kunst" wahrgenommen wird und Bewunderung bei seinen Mitmenschen auslöst.
- Arbeit zitieren
- Steffi Lehmann (Autor:in), 2008, „Aller manne schœne bluomen kranz“: Parzival als Objekt der Wahrnehmung im III. Buch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113832