„Aller manne schœne bluomen kranz“: Parzival als Objekt der Wahrnehmung im III. Buch


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

28 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Basis: Parzivals art

3. Parzivals Habitus im außerhöfischen Bereich: „anküneclîcher fuore betrogn“
3.1 Parzival zwischen Sehnsucht und Not
3.2 Parzivals lîp als „gotes kunst “
3.3 Parzivals „antlütze minneclîch “

4. Parzivals Eintritt in die höfische Gesellschaft
4.1 Parzival als Wahrnehmungsobjekt am Artushof
4.1.1 Artus’ zwîvel
4.1.2 Prophezeiung durch Cunneware und Anator
4.2 Aneignung der roten Rüstung

5. Zusammenfassung

Bibliographie

1. Einleitung

Der Adlige kann nur in der höfischen Konfiguration angemessen leben: Höfisches Leben ist gebunden an die wechselseitige Wahrnehmung, höfische êre an die öffentliche Anerkennung für eine zustimmungsfähige Darstellung und Behauptung des eigenen Status […][1]

Parzival wäre nicht der Protagonist des Romans Wolframs von Eschenbach, wenn er ohne eine besondere Stellung zu haben in die höfische Gesellschaft integriert dargestellt wäre und darin „angemessen leben“ würde. Der Rezipient begegnet einem von außergewöhnlichen Attributen gekennzeichneten Sohn eines Ritters und der Schwester des Gralskönigs Anfortas. Vom Hof entfernt, wächst er in der Einsamkeit Soltane auf und fungiert dort zunächst nur als ‚Wahrnehmungsobjekt’ des Zuhörers bzw. Lesers. „Vereinzelung erscheint in der höfischen Literatur als ein

Absterben gegenüber der Gesellschaft, als gesellschaftlicher Tod, der nur in der lebendigen, verlebendigenden Gemeinschaft aufgehoben werden kann.“[2] Parzivals Drang, Soltane zu verlassen, kann aber nicht nur als Sehnsucht nach Eingliederung in die höfische Gesellschaft betrachtet werden, vielmehr ist der Grund seines Fortgangs aus der Einöde das von der Erscheinung des Ritters Karnahkarnanz ausgehende Leuchten, das er mit Gott verbunden hat und anstrebt. Dabei ist er von Geburt an ein imago Dei: Parzival wird immer wieder als leuchtend schön und kräftig beschrieben. Seine herausragenden körperlichen Merkmale sind daneben auch Zeichen seiner Adligkeit. Vor der Geburt kündigt der Erzähler an, dass er „aller ritter bluome wirt“ (V. 109,11).[3] Der Protagonist wird im gesamten Roman aber keine Ritterschaft ausüben, auch wenn er sich nach dem Tod Ithers eine dafür ausgezeichnete Rüstung aneignet. Parzival ist keinem Stand und keiner Gemeinschaft eindeutig zuzuordnen, er tritt als Fremder auf und vereint unterschiedliche Eigenschaften in seiner Person.

Von den Merkmalen ausgehend, die Parzival bereits ohne Erziehung durch sein väterliches und mütterliches Erbe besitzt, beschäftigt sich die folgende Untersuchung mit den Reaktionen der im III. Buch auftretenden Handlungsfiguren auf die Erscheinung Parzivals. Diese haben für ihn identitätsstiftende Auswirkungen. Dabei wird zwischen dem Blick einzelner Figuren im außerhöfischen Bereich und der Wahrnehmung der höfischen Öffentlichkeit unterschieden. „Schritt für Schritt und Stück für Stück wird Parzival aus seiner alten Identität, seiner ‚Jugend’ in eine neue, sein ‚Erwachsenenalter’ hinübergeführt.“[4] Durch die Tötung Ithers erkämpft sich der Protagonist nicht nur eine Rüstung, die seinem schönen Körper adäquat erscheint, sondern einen gesellschaftsfähigen Habitus, mit dem er im gesamten Roman agieren wird.

2. Basis:Parzivals art

Parzivals Abstammung ist die Voraussetzung für seine art, d.h. für die Gesamtheit der Merkmale, die er weder durch Erziehung noch durch Aneignung von Wissen besitzt.[5] „Das Vatererbe, das Muttererbe und die angeborenen Körpergüter machen Parzivals Habitus aus.“[6] Dass der Protagonist als einzige Figur des Romans sowohl Mitglied des Artus- als auch Abkomme des Gralsgeschlechts ist, bedingt die Ambivalenz seiner art.[7] Parzival ist der Sohn des rastlosen Ritters Gahmuret – dessen Geschichte wird in den ersten beiden Büchern erzählt[8] – und der schönen Herzeloyde, Schwester des Gralskönig Anfortas.[9] Das Erbe seines Vaters zeigt sich im Protagonisten durch sein intuitiv auftretendes anfängliches Streben nach Ritterschaft, seine „Kampfesnot“[10] und Kraft. Als Abkomme seiner Mutter besitzt er „Liebes- und Mitleidsnot“[11], triuwe (V. 451,6 f.) und wird im Laufe des Romans ein den Gral Suchender.

Parzivals immer wieder thematisierte zwiespältige art, die im Folgenden an der Vogelepisode gezeigt werden soll, kann als Resultat seiner Abstammung gelten. Sie ist dafür verantwortlich, dass jede auf der Erzählebene auf ihn treffende Figur in Parzival etwas Eigenes oder etwas ihm Unbekanntes erkennen kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Protagonist bereits durch seine Abstammung an keinem Ort vollkommen integrationsfähig,[12] gleichzeitig aber auch nicht vollkommen fremd ist, da er sowohl Vertrautes als auch Ungewohntes verkörpert. Je nachdem, in welcher Situation er sich befindet und welchen Aspekt seiner zwiespältigen art er zeigt, reagiert sein Gegenüber fasziniert (Karnahkarnanz), belustigt (Gurnemanz), erstaunt (Iwanet) oder auch abweisend. Nicht nur Cundrie bezeugt im VI. Buch ihre Abneigung gegenüber Parzivals unpassendem Verhalten auf Munsalvæsche, auch seine Mutter Herzeloyde möchte den für sie fremden Teil in ihm unterdrücken, weshalb sie nach der Geburt ihres Sohnes den Hof verlässt und sich mit ihm in die Einöde Soltane begibt. Einerseits will sie ihm mit dieser Maßnahme „das Schicksal des Vaters ersparen“[13], das aufgrund einer Sehnsucht nach aventiuren seinen Lauf genommen hat; andererseits schützt sie sich mit dieser Präventivmaßnahme selbst vor einer möglichen Wiederholung ihres Leidens, welches sie durch den Tod Gahmurets erfahren hat.[14]

3. Parzivals Habitus im außerhöfischen Bereich: „ an küneclîcher fuore betrogn“

Mit der Entscheidung, in die waste Soltane zu ziehen, bringt Herzeloyde Parzival um seine höfische Identität. Er „[…] weiß weder um seine küneclîche fuore (118,2), seine Vorrangstellung innerhalb der höfischen Gesellschaft, noch weiß er um seine dynastische Abstammung.“[15] Parzival kennt bis zur ersten Begegnung mit Sigune nicht einmal seinen eigenen Namen.[16]

Parzival erlebt seine Kindheit abseits des Hofes, was als Voraussetzung für seine Wahrnehmungsschwierigkeiten angesehen werden kann, die er nach der Rückkehr in die Gesellschaft hat. Er tritt sowohl am Artushof als auch auf der Gralsburg als Fremder auf, der keine Kenntnis über Ritterschaft oder ein den Konventionen angemessenes Auftreten besitzt. Allerdings ist die Funktion der Beschreibung seiner Jugend weniger darin zu liefern, Gründe für sein zum Teil unverständliches Verhalten in der Welt zu sehen, als eher seine Erwähltheit zu betonen. Trotz fehlendem höfischen Umfeld und fehlendem Wissen über seine Genealogie, Ritterschaft und Gott entwickelt er als Kind Verhaltensweisen, die auf sein väterliches und mütterliches Erbe zurückzuführen sind. Er besitzt auch abseits vom Hof, im Wald von Soltane, seine art.[17]

3.1 Parzival zwischen Sehnsucht und Not

Das in Parzival verankerte ritterliche Erbe seines Vaters und sein höfisches Wesen deuten sich als erstes in seinem Jagdinstinkt an. Als Kind beweist er Geschicklichkeit, als er Pfeil und Bogen schnitzt, um damit Vögel zu erschießen: „ez enmöht an eime site sîn: / bogen unde bölzelîn / die sneit er mit sîn selbes hant“ (V. 118,3–5). Die Kräftigkeit seines Körpers, die er später in allen Kämpfen unter Beweis stellt, wird dadurch betont, dass er die mit einem gabylôt erlegten Hirsche nach der Jagd im Ganzen nach Hause trägt: „swennerrschôz daz swære, / des wæreein mûl geladen genuoc, / als unzerworht hin heim erz truoc.“ (V. 120,8–10)[18] Während Jagdinstinkt und Manneskraft, Zeichen für Parzivals ritterliche Herkunft und Adligkeit, zu keinerlei Reaktionen bei Herzeloyde führen, wird die Aufmerksamkeit seiner Mutter durch eine ihm innewohnende, ihr fremd zu sein scheinende Sehnsucht, die sich durch Tränen äußert, geweckt:

Swenne abr er den vogel erschôz, des schal von sange ê was sô grôz, sô weinder unde roufte sich,

an sîn hâr kêrt er gerich. sîn lîp was clâr unde fier: ûf dem plân am rivier twuog er sich alle morgen. erne kunde niht gesorgen,

ez enwære ob im der vogelsanc, die süeze in sîn herze dranc: daz erstracte im sîniu brüstelîn.

al weinde er lief zer künegîn. (V. 118,7–18)

In der Vogelepsiode[19] zeigt sich sowohl für den Rezipienten als auch für Herzeloyde erstmals Parzivals zwiespältige art. „Zwei widersprüchliche, gegeneinandergerichtete Kräfte sind hier am Werk: ein Aggressionstrieb, der töten und Gewalt ausüben will; und ein Schmerz, ein Mitleiden und Bedauern in Bezug auf das eigene Tun, auf den angerichteten Schaden.“[20] Nachdem Parzival aus eigenem Antrieb die Vögel tötet, muss er aufgrund des Verstummens ihres Gesanges weinen. Neben der Trauer, die der Erzähler in Zusammenhang mit seinem klaren Körperbild – Zeichen seiner

Reinheit – bringt, wird von einer zu Kummer führenden Sehnsucht des Protagonisten berichtet, die er stillen möchte. „art und gelust, das Erbe seines Vaters, machen es Parzival unmöglich, vreude haft auf den Gesang zu reagieren: Sowohl sein Handeln, als auch sein Nicht-Handeln bedeuten Trauer und Leid.“[21] Sich im Konflikt zwischen

„leidvoller Sehnsucht“ und „ritterlicher Betätigung“ befindend, läuft er weinend zu seiner Mutter, kann aber nicht artikulieren, was ihn bewegt.[22] Aus Sorge beginnt Herzeloyde Parzivals Verhalten zu beobachten. Dabei erkennt sie seine Sehnsucht, die vom Erzähler mit dem Erbe des Vaters verbunden wird.

eins tages si in kapfen sach

ûf die boume nâch der vogele schal. si wart wol innen daz zeswal

von der stimme ir kindes brust.

des twang in art und sîn gelust. (V. 118,24–28)

Auf seine art und sein gelust reagiert Herzeloyde intuitiv mit Hass.[23] Sie lässt die Vögel töten: „sie wolt ir schal verkrenken “ (V. 119,1). Die Vogelepisode demonstriert aber nicht nur die Eigenschaft Herzeloydes, das väterliche Erbe in ihrem Sohn mit unbedingtem Willen zu unterdrücken, sondern auch ein Verhalten Parzivals, das im Zusammenhang mit dem späteren Geschehen auf Munsalvæsche wichtig erscheint, bei dem der Protagonist keine Mitleids- oder Fragefähigkeit besitzt. „[…] Parzival, der noch vor kurzem selbst die Vögel mit Pfeil und Bogen erlegt hatte, wird […] zu deren ‚Schutzvogt’.“[24] Nachdem die Königin auch ihren Knechten angeordnet hat, die Vögel zu fangen und zu würgen, schaltet er sich mit einer Frage ein: „’waz wîzet man den vogelîn? ’“ (V. 119,10) Mit diesen Worten bringt er seine Mutter zur Besinnung; sie sieht ein, nicht in die von Gott geschaffene Ordnung eingreifen zu können.[25] Die danach folgende Gotteslehre[26] Herzeloydes erfolgt somit zu einem Zeitpunkt, als eine aus den Fugen geratene Welt durch Parzival in Einklang gebracht worden ist.

3.2 Parzivals lîp als „gotes kunst “

Kurz nachdem Parzival von Herzeloyde erfahren hat, wer Gott ist, kreuzt sich sein Weg auf einem weideganc mit dem von drei Rittern, die sich gerade in Soltane befinden.[27]

[...]


[1] Wenzel 2000, S. 248.

[2] Ebd., S. 250.

[3] Alle folgenden Verse aus Lachmann / Knecht 2003.

[4] Delabar 1990, S. 75 f. „Die Reihe der Episoden, die Parzival durchläuft, ist darüber hinaus als Einführung, Initiation in den Habitus des weltlichen Ritters zu verstehen.“ Ebd., S. 75.

[5] „Auch der nackte Mensch hat eine Natur, ein Wesen; Wolfram benutzt dafür das Wort art. “ Bumke 2001, S. 81. Dieselbe Bedeutung haben die Begriffe natura und ingenium, die man bei Hugo von St. Victor bzw. Johannes von Salisbury findet. Vgl. ebd.

[6] Ebd., S. 85.

[7] Im I. Buch wird erwähnt, dass sich die genealogischen Linien des Artus- und des Gralsgeschlechts durch die Heirat von Kaylet und der Tochter des Gralskönigs Titurel bereits vor der Geburt Parzivals verbunden haben, allerdings entstanden aus dieser Ehe keine Nachkommen. Vgl. Bumke 2004, S. 47.

[8] Während Chrétiens >Conte du Graal< mit Percevals Begegnung mit den Rittern beginnt, wird im >Parzival< Wolframs von Eschenbach nach dem Prolog zunächst von Gahmuret berichtet, dessen Vater, König Gandin, gestorben ist. Vgl. Bumke 2001, S. 33. Aufgrund des in Anschouwe geltenden Gesetzes der Primogenitur erbt dieser als Zweitgeborener nichts, weshalb er in die Fremde zieht, um êre und ein „noch nicht in erstrebter Weise erwirktes lop vor der Welt“ zu erlangen. Russ 2000, S. 28. Als vorbildlicher Ritter – der Erzähler schreibt ihm Tugenden wie zuht (V. 12,24), muot (V. 12,26) und mâze (V. 13,4) zu – befreit er die im Königreich Zazamanc gelegene, belagerte Stadt Patelamunt. Vgl. Ebd., S. 29. Daraufhin verliebt sich die dort herrschende schwarze Königin Belakane in ihn, welche ihn dazu bringt, sie zu heiraten. Nach dreimonatiger Ehe, in der der elsternfarbige Feirefiz gezeugt wird, regt sich in Gahmuret eine für ihn typische Sehnsucht nach aventiuren, die ihn dazu bewegt, seine schwangere Frau heimlich zu verlassen. Er hinterlässt einen Brief, in dem er einen seiner Vorfahren, Utepandragun (V. 56,12), nennt, „der den literarisch Gebildeten als der Name von König Artus’ Vater bekannt war.“ Bumke 2004, S. 48. Er gelangt danach in die Stadt Kanvoleiz, wo er am Vorabend eines Turniers – zu welchem die Königin Waleis’ aufgerufen hat, um einen passenden Ehepartner zu finden – an einem harten Kampf teilnimmt, den er gewinnt. Mit dem Sieg als bester Kandidat für die Ehe herausgestellt, möchte ihm Herzeloyde ihre Liebe schenken und ihre Länder übergeben. Obwohl er sich anfänglich gegen eine Ehe mit ihr wehrt – er bezeugt, Belakane zu lieben –, setzt die Königin ihren Willen mit einem Richterspruch durch. Wolframs Konstruktion der Schwierigkeiten, die durch die Dreieckskonstellation zwischen Belakane, Gahmuret und Herzeloyde auftreten, betont "erzähltechnisch die Notwendigkeit [der] Minne" zwischen den Eltern Parzivals. Russ 2000, S. 33.

[9] Durch den Kyot-Exkurs im IX. Buch, in dem die Familienchroniken Mazadans und Titurels zusammengefasst werden, erfährt der Rezipient zum ersten Mal, dass Herzeloyde die Schwester Anfortas’ ist und damit aus dem Gralsgeschlecht stammt. Parzival wird von diesen Verwandtschaftsverhältnissen daraufhin von Tevrizent berichtet. Vgl. Bumke 2004, S. 89.

[10] Bumke 2001, S. 83.

[11] Ebd.

[12] „Überall ist Parzival ein Fremder, der wegen seiner Schönheit, seiner Kraft und seiner

Hochherzigkeit bestaunt wird, dem die höchsten Ehren des Rittertums zuteil werden und dem die Damen ihre Zuneigung bezeugen, der aber auch eine Ära der Distanz um sich verbreitet, die im Verlauf der Handlung immer größer wird.“ Bumke 2004, S. 155.

[13] Stein 1993, S. 73.

[14] Sie weicht zwar dem Fremden in ihm aus, gleichzeitig stellt Parzival schon kurz nach der Geburt Ersatz für das ‚Fremde’ – ihren verstorbenen Ehemann – dar: „si dûht, si hete Gahmureten / wider an ir arm erbeten. “ (V. 113,13 f.)

[15] Stein 1993, S. 73. Herzeloyde bringt Parzival um die ihm zustehenden Länder Anschouwe, Waleis und Norgals. Der Erzähler wertet ihre Entscheidung ab: V. 112,13 f.; V, 112,19; V. 117,28; V. 117,30; V. 118,2.

[16] Seine Mutter nennt ihn nur „’bon fîz, scher fîz, bêâ fîz. “ (V. 113,4) Der Rezipient kennt seinen Namen schon seit dem I. Buch (V. 39,26). Die Diskrepanz zwischen dem, was der Rezipient weiß und dem, was die Figuren wissen, führt zu Spannung.

[17] Vgl. Stein 1993, S. 75 u. S. 80.

[18] Vgl. Bumke 2001, S. 82 u. 84. Zu seiner angeborenen Manneskraft vgl. auch V. 174,25.

[19] Zur Vogelepisode vgl. Russ 2000, S. 46.

[20] Bumke 2001, S. 82. „[…] der Drang nach außen, der sich in Form von Gewalt, Kampf, Tötung, Schädigung darstellt, und die Bewegung von innen, die sich körperlich durch das Weinen manifestiert und die aus einer Regung der Anteilnahme, des Mitleids und des Bereuens gespeist wird, bestimmen Parzivals art.“

[21] Stein 1993, S. 75.

[22] Ebd., S. 77. „Parzival hat keine Sprache für das, was er tut, weil er nicht weiß, wer er ist.“ Ebd., S. 77.

[23] Vgl. ebd., S. 78.

[24] Ebd.

[25] Vgl. ebd. Erst ist Parzival sprachlos, dann nutzt er die Sprache, um das Vorgehen seiner Mutter zu beenden. Das Verhalten Herzeloydes, einen begangenen Fehler später – nach einem Hinweis von einer anderen Person – wieder gutmachen zu wollen, besitzt auch der Protagonist, z.B. in Bezug auf Jeschute oder der unterlassenen Frage in Munsalvæsche.

[26] Herzeloyde trifft drei Aussagen über Gott, nachdem Parzival gefragt hat, wer Gott sei: Erstens sei Gott heller als der Tag ist, zweitens habe er menschliche Gestalt angenommen und drittens helfe er Menschen in Not (V. 119,19 ff.). Herzeloyde thematisiert somit die Transzendenz, die Barmherzigkeit und die Inkarnation Gottes. Anja Russ ist der Ansicht, dass ihre Lehre für ein Kind zu abstrakt sei, um sie zu verstehen. Vgl. Russ, S. 44. Gott wird nicht nur von Herzeloyde, sondern auch später von Tevrizent mit Licht in Verbindung gebracht: V. 466,3; V. 466,20–22. Vgl. Ernst 2000, S. 184.

[27] Die Ritter sind auf der Suche nach Meljakanz. Der Name spielt auf die Figur Meleaganz aus Chrétiens Lancelot und Yvain an. Diese entführt die Königin Ginover. Vgl. Bumke 2004, S. 57.

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Details

Titel
„Aller manne schœne bluomen kranz“: Parzival als Objekt der Wahrnehmung im III. Buch
Hochschule
Technische Universität Dresden
Veranstaltung
Hauptseminar: Parzival
Note
1
Autor
Jahr
2008
Seiten
28
Katalognummer
V113832
ISBN (eBook)
9783640144686
ISBN (Buch)
9783640145911
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Objekt, Wahrnehmung, Buch, Hauptseminar, Drittes, Parzival
Arbeit zitieren
Steffi Lehmann (Autor:in), 2008, „Aller manne schœne bluomen kranz“: Parzival als Objekt der Wahrnehmung im III. Buch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113832

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