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„Aller manne schœne bluomen kranz“: Parzival als Objekt der Wahrnehmung im III. Buch

Titre: „Aller manne schœne bluomen kranz“: Parzival als Objekt der Wahrnehmung im III. Buch

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 28 Pages , Note: 1

Autor:in: Steffi Lehmann (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Parzival wäre nicht der Protagonist des höfischen Romans Wolframs von Eschenbach, wenn er eindeutig und ohne großes Aufsehen zu erregen in eine Gemeinschaft integriert dargestellt wäre. Als Sohn eines hervorragenden Ritters und der Schwester des Gralskönig Anfortas vereint er unterschiedliche Merkmale, die ihn nach dem Eintritt in die Welt als Fremden auftreten lassen. Während er sein ambivalentes Wesen in der Einsamkeit von Soltane vor allem dem Rezipienten demonstriert, wird er sukzessive im Laufe des III. Buches "Wahrnehmungsobjekt" anderer Romanfiguren. Ihre identitätsstiftenden Reaktionsmuster auf die Erscheinung Parzivals sollen Gegenstand dieser Arbeit sein.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Basis: Parzivals art

3. Parzivals Habitus im außerhöfischen Bereich: „an küneclîcher fuore betrogn“

3.1 Parzival zwischen Sehnsucht und Not

3.2 Parzivals lîp als „gotes kunst“

3.3 Parzivals „antlütze minneclîch“

4. Parzivals Eintritt in die höfische Gesellschaft

4.1 Parzival als Wahrnehmungsobjekt am Artushof

4.1.1 Artus’ zwîvel

4.1.2 Prophezeiung durch Cunneware und Anator

4.2 Aneignung der roten Rüstung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle Parzivals im III. Buch des Romans von Wolfram von Eschenbach, wobei der Fokus auf Parzival als Objekt der Wahrnehmung liegt. Ziel ist es, die identitätsstiftenden Auswirkungen der Reaktionen unterschiedlicher Handlungsfiguren auf die Erscheinung des Protagonisten zu analysieren, wobei zwischen dem außerhöfischen Bereich und der höfischen Öffentlichkeit differenziert wird.

  • Analyse von Parzivals Habitus und seiner ambivalenten „art“
  • Untersuchung der Wahrnehmung Parzivals durch andere Figuren im außerhöfischen Kontext
  • Bedeutung von Erscheinung und Körperbild als Informationsträger für soziale Identität
  • Darstellung von Parzivals Eintritt in die höfische Gesellschaft und der Aneignung der roten Rüstung

Auszug aus dem Buch

3.1 Parzival zwischen Sehnsucht und Not

Das in Parzival verankerte ritterliche Erbe seines Vaters und sein höfisches Wesen deuten sich als erstes in seinem Jagdinstinkt an. Als Kind beweist er Geschicklichkeit, als er Pfeil und Bogen schnitzt, um damit Vögel zu erschießen: „ez enmöht an eime site sîn: / bogen unde bölzelîn / die sneit er mit sîn selbes hant“ (V. 118,3–5). Die Kräftigkeit seines Körpers, die er später in allen Kämpfen unter Beweis stellt, wird dadurch betont, dass er die mit einem gabylôt erlegten Hirsche nach der Jagd im Ganzen nach Hause trägt: „swennerrschôz daz swære, / des wære ein mûl geladen genuoc, / als unzerworht hin heim erz truoc.“ (V. 120,8–10)

Während Jagdinstinkt und Manneskraft, Zeichen für Parzivals ritterliche Herkunft und Adligkeit, zu keinerlei Reaktionen bei Herzeloyde führen, wird die Aufmerksamkeit seiner Mutter durch eine ihm innewohnende, ihr fremd zu sein scheinende Sehnsucht, die sich durch Tränen äußert, geweckt

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt Parzival als Protagonisten vor, der außerhalb der höfischen Gesellschaft als „Wahrnehmungsobjekt“ existiert, und skizziert das Untersuchungsziel, wie Figuren auf seine Erscheinung reagieren.

2. Basis: Parzivals art: Dieses Kapitel erläutert die Abstammung Parzivals als Grundlage für seine „art“ (Gesamtheit der Merkmale) und die daraus resultierende Ambivalenz seiner Figur.

3. Parzivals Habitus im außerhöfischen Bereich: „an küneclîcher fuore betrogn“: Es wird untersucht, wie Parzival als Kind abseits des Hofes aufwächst, wobei sein Erbe trotz fehlender Erziehung in seinem Verhalten durchscheint.

3.1 Parzival zwischen Sehnsucht und Not: Das Kapitel analysiert die Vogelepisode, in der Parzivals widersprüchliche Natur zwischen Aggression und Mitleid deutlich wird.

3.2 Parzivals lîp als „gotes kunst“: Die Begegnung mit Rittern im Wald wird behandelt, bei der Parzivals Schönheit und seine unbewusste ritterliche Ausstrahlung thematisiert werden.

3.3 Parzivals „antlütze minneclîch“: Der Fokus liegt hier auf der Wirkung von Parzivals Erscheinung auf Frauen wie Jeschute und Sigune, die in ihm Tugend und Minne-Fähigkeit erkennen.

4. Parzivals Eintritt in die höfische Gesellschaft: Hier wird der Prozess beschrieben, wie Parzival in die höfische Öffentlichkeit gelangt und seine Identität über die Rolle als Ritter definiert.

4.1 Parzival als Wahrnehmungsobjekt am Artushof: Das Kapitel beschreibt das Aufsehen, das Parzival am Artushof erregt, und die damit verbundene Identitätsstiftung.

4.1.1 Artus’ zwîvel: Es wird analysiert, warum Artus trotz Bewunderung für Parzivals Erscheinung zögert, ihn zum Ritter zu machen.

4.1.2 Prophezeiung durch Cunneware und Anator: Die Reaktionen von Cunneware und Anator auf Parzival werden als zeichenhafte Prophezeiung für den weiteren Romanverlauf interpretiert.

4.2 Aneignung der roten Rüstung: Das Kapitel beleuchtet den gewaltsamen Prozess, in dem Parzival Ithers Rüstung gewinnt und damit seine höfische Identität annimmt.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert, wie sich Parzivals Identität durch die Wahrnehmung anderer und die symbolische Aneignung der Rüstung konstituiert.

Schlüsselwörter

Parzival, Wolfram von Eschenbach, mittelalterliche Literatur, höfische Gesellschaft, Identitätsstiftung, art, Habitus, Wahrnehmung, Rote Rüstung, Ither, Artushof, Minne, Schönheit, tumpheit, III. Buch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle Parzivals im III. Buch des Romans von Wolfram von Eschenbach unter dem Aspekt, wie der Protagonist als „Wahrnehmungsobjekt“ von anderen Figuren im außerhöfischen und höfischen Raum gesehen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Parzivals angeborenem Habitus („art“), der Bedeutung seiner äußeren Erscheinung für seine soziale Identität und der Transformation durch den Eintritt in die höfische Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll analysiert werden, welche identitätsstiftenden Auswirkungen die Reaktionen verschiedener Handlungsfiguren im III. Buch auf die Erscheinung Parzivals haben und wie diese seine Entwicklung prägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse, die intensiv mit dem Quellentext und der vorliegenden Forschungsliteratur arbeitet, um narrative Muster und die Bedeutung symbolischer Akte (z.B. das Lachen Cunnewares) zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Parzivals Habitus im außerhöfischen Bereich (inklusive der Vogelepisode und Begegnungen im Wald) sowie seinen Eintritt in die höfische Gesellschaft am Artushof und den daraus resultierenden Kampf um die Rüstung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Parzival, höfische Gesellschaft, Identitätsstiftung, art, Wahrnehmung, Rote Rüstung, Ither und Minne-Fähigkeit.

Welche Bedeutung kommt der Vogelepisode im III. Buch zu?

Die Vogelepisode ist zentral, da sie erstmals Parzivals „zwiespältige art“ verdeutlicht – das Konfliktfeld zwischen dem unbewussten Trieb zu ritterlicher Gewalt und einer natürlichen Regung von Mitleid und Trauer.

Warum wird Parzival am Artushof ambivalent wahrgenommen?

Obwohl er durch seine Schönheit als imago Dei erscheint, ist sein Auftreten in Narrenkleidern und sein „tumphes“ Verhalten ein Kontrast, der die Artusgesellschaft in Erstaunen versetzt und Zweifel an seiner ritterlichen Tauglichkeit hervorruft.

Welche Rolle spielt die rote Rüstung für den Protagonisten?

Die Rüstung des Roten Ritters dient Parzival als „gesellschaftliche Hülle“, die ihm hilft, seine Identität als Ritter zu manifestieren, wobei die rote Farbe gleichzeitig symbolisch auf die mit dem Mord an Ither verbundene Schuld verweist.

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Résumé des informations

Titre
„Aller manne schœne bluomen kranz“: Parzival als Objekt der Wahrnehmung im III. Buch
Université
Dresden Technical University
Cours
Hauptseminar: Parzival
Note
1
Auteur
Steffi Lehmann (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
28
N° de catalogue
V113832
ISBN (ebook)
9783640144686
ISBN (Livre)
9783640145911
Langue
allemand
mots-clé
Objekt Wahrnehmung Buch Hauptseminar Drittes Parzival
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Steffi Lehmann (Auteur), 2008, „Aller manne schœne bluomen kranz“: Parzival als Objekt der Wahrnehmung im III. Buch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113832
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Extrait de  28  pages
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