In dieser Arbeit wurden alle technischen Möglichkeiten, welche einen nennenswerten Reinigungseffekt erzielen, zusammengefasst und nach Verfahren sowie Entwicklungsstand strukturiert.
Seife ist die älteste und bekannteste Tensidverbindung, deren einfache Hauptaufgabe darin bestand, Schmutzpartikel von Oberflächen zu lösen und eine Dispersion zu bilden. Die Bestandteile waren zu Beginn hauptsächlich Gemische aus Fetten und Laugen. Heute existieren tausende synthetisch hergestellte Tensidverbindungen mit unterschiedlichen Eigenschaften für industrielle Anwendungen und Alltagsgegenstände. Gerade perfluorierte Tenside (PFT) mit ihren Fluor-Kohlenstoffbindungen standen mit ihren Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit in den letzten Jahren immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit.
Durch ihre persistenten und akkumulierenden Eigenschaften nehmen die Konzentrationen mit der Kontaminierungszeit in der Umwelt zu. Insbesondere die Nutzung von filmbildenden Feuerlöschschäumen und das illegale Entsorgen belasteter Abfälle führen zu sehr hohen Werten in den umliegenden Grund- und Oberflächengewässern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Perfluorierte Tenside (PFT)
2.1 Bezeichnungen und Eingruppierung
2.2 Eigenschaften
2.3 Einsatzbereiche
3 Quellen und Eintragswege in das (Grund-)Wasser
4 Ausgangslage, ökologische und rechtliche Notwendigkeiten
5 Verfügbare Technologien
5.1 Marktreife und etablierte Ex-situ-Verfahren
5.1.1 Sorption an Aktivkohle und Ionentauscher
5.1.2 Fällung / Flockung
5.1.3 Advanced Oxidation Process (AOP) mittels Ozonung
5.1.4 Membranfiltration
5.2 Marktreife und etablierte In-situ-Verfahren
5.2.1 Passive Trennwände
5.2.2 Aktivkohleinjektion als Barriere
6 Pilotstudien
6.1 AOP mittels Persulfat
6.2 AOP mittels Aquasonolyse
6.3 AOP mittels elektrochemischer Oxidation
6.4 AOP mittels Plasmastrahl
7 Konzepte und Laborphasen
7.1 Weitere AOP-Verfahren
7.2 In-situ-Schaumfraktionierung als Trennkonzept
7.3 Neue Sorptionsmaterialien
8 Zusammenfassung mit Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den aktuellen Stand der Technik bei der Sanierung von mit per- und polyfluorierten Tensiden (PFT) belastetem Grundwasser, bewertet bestehende und innovative Reinigungsverfahren hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und Effizienz und diskutiert dabei notwendige regulatorische und technologische Rahmenbedingungen.
- Grundlagen zu Eigenschaften und Eintragsquellen von PFT/PFAS
- Ökologische und rechtliche Notwendigkeiten für die Sanierung
- Vergleich von etablierten Ex-situ- und In-situ-Reinigungsverfahren
- Untersuchung von Pilotstudien zu Destruktionsverfahren mittels erweiterter Oxidation
- Diskussion zukünftiger Konzepte und Laboransätze
Auszug aus dem Buch
5.1.1 Sorption an Aktivkohle und Ionentauscher
Die Haftung von PFC an der Oberfläche bis in das Innere eines festen Körpers erfolgt durch hydrophobe oder elektrostatische Anziehungskräfte. Als Trägermaterial kommen spezielle Aktivkohleprodukte und Ionentauscher zur Anwendung.
Aktivkohle enthält mehr als 90 % Kohlenstoff und wird durch Dehydrierung mit Hilfe von Dehydrationsmitteln unter hohen Temperaturen hergestellt. Die Rohstoffe dafür sind in der Regel Stein- oder Braunkohle, Bitumen, Torf oder Holz.
Um PFAS an Aktivkohle anzureichern, wird das belastete Wasser kontinuierlich durch mindestens zwei in Reihe geschaltete Festbettreaktoren gepumpt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung und die Problematik persistenter Tenside in der Umwelt und Trinkwasserversorgung.
2 Perfluorierte Tenside (PFT): Erläutert die Klassifizierung, chemischen Eigenschaften und vielfältigen Einsatzbereiche perfluorierter Verbindungen.
3 Quellen und Eintragswege in das (Grund-)Wasser: Analysiert punktuelle und diffuse Emissionsquellen sowie die Transportwege von PFT in die Gewässer.
4 Ausgangslage, ökologische und rechtliche Notwendigkeiten: Diskutiert Gesundheitsrisiken, regulatorische Maßnahmen der EU und Schwellenwerte für Grundwasser.
5 Verfügbare Technologien: Detaillierte Darstellung etablierter Ex-situ- und In-situ-Sanierungsverfahren wie Sorption, Fällung, Ozonung und Membranfiltration.
6 Pilotstudien: Untersuchung innovativer Oxidationsverfahren im Pilotmaßstab zur gezielten Zerstörung von PFT-Molekülen.
7 Konzepte und Laborphasen: Ausblick auf zukunftsorientierte Verfahren und neuartige Sorptionsmaterialien, die sich aktuell im Forschungsstadium befinden.
8 Zusammenfassung mit Ausblick: Resümee über den Stand der Sanierungstechnologien und Notwendigkeit weiterer Forschung für eine nachhaltige Elimination.
Schlüsselwörter
PFT, PFAS, Grundwasserreinigung, Aktivkohle, Ionentauscher, Pump-and-Treat, AOP, Ozonung, Membranfiltration, Perfluoroctansäure, PFOS, Umweltschutz, Schadstoffelimination, Sanierungsverfahren, Wasseraufbereitung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der technischen Elimination von per- und polyfluorierten Tensiden (PFT) aus belastetem Grundwasser und bewertet verschiedene Verfahren zur Sanierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernpunkten gehören die Stoffeigenschaften von PFT, deren Eintragswege, rechtliche Rahmenbedingungen sowie der technische Vergleich von Sanierungstechnologien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik zur Sanierung von mit PFT belasteten Wässern zu geben und verschiedene Verfahren nach Anwendungsreife zu strukturieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verfügbare Technologien, aktuelle Pilotstudien und regulatorische Anforderungen zusammenfasst und bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in etablierte Ex-situ- und In-situ-Verfahren, ergänzt durch Pilotstudien zu Destruktionsverfahren wie der erweiterten Oxidation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
PFT, PFAS, Aktivkohle, Ionentauscher, Membranfiltration, AOP und Grundwassersanierung sind zentrale Begriffe der Arbeit.
Welche Herausforderungen bestehen bei kurzkettigen Verbindungen?
Kurzkettige Verbindungen sind schwerer zu adsorbieren und abzubauen, was bestehende Reinigungsstufen vor hohe technische Anforderungen stellt.
Warum spielt die thermische Nachbehandlung eine Rolle?
Da viele Sorptionsverfahren PFT nur anreichern, müssen die beladenen Materialien in Hochtemperaturöfen zerstört werden, um eine erneute Emission zu verhindern.
- Quote paper
- Kai Schöpe (Author), 2021, Sanierungstechnologien für PFT-belastete Gewässer. Elimination von perfluorierten Tensiden aus dem (Grund-)Wasser, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1138417