Diese Hausarbeit entstand im Rahmen des Seminars „Problemlösen in Gruppen“ im Sommersemester 2002. Ziel dieser Hausarbeit ist es, den Leser für das Thema „Aufgabenklassifikation“ zu sensibilisieren und eine Lust „nach mehr“ zu wecken. Dieses Ziel soll Anhand dreier theoretischer Modelle erreicht werden, die im Folgenden vorgestellt und an Bespielen erläutert werden. Die Arbeit kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, da eine Vorstellung aller existierenden Modelle den Rahmen gesprengt hätte. Vielmehr liegt der Fokus auf den zentralen Modellen nach Steiner, McGrath und Tschan. Aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit erlauben diese Modelle einen guten Einblick in die Vielzahl heterogener Ansätze zum Thema Aufgabenklassifikation.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Definition Aufgabenklassifikation
2. Aufgabenklassifikation nach Steiner (1972)
2.1 Teilbarkeit einer Aufgabe
2.2 Schwerpunkt der geforderten Leistung
2.3 Abhängigkeit der Gruppenmitglieder voneinander
2.4 Verhältnis Einzelleistung zur Gruppenleistung
2.5 Vorhersagen der Gruppenproduktivität
2.6 Schlussfolgerungen
3. Aufgaben – Zirkumplex – Modell nach McGrath
4. Aufgabenanalyse nach handlungstheoretischen Kriterien (Tschan)
4.1 Das „Skelett“ einer Aufgabe
4.2 Auflösungsgrad der Beschreibung
4.3 Die sequentielle Struktur
4.4 Kooperationserfordernisse
4.5 Die zyklischen Anforderungen der Handlungsregulation
4.6 Die Vorteile einer Aufgabenanalyse
4.7 Schlussfolgerungen
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Leser in die Thematik der Aufgabenklassifikation in Gruppen einzuführen und die Anwendbarkeit verschiedener theoretischer Modelle aufzuzeigen, um die Gruppenleistung besser zu verstehen und vorherzusagen.
- Grundlegende Definition und Einordnung des Begriffs der Aufgabenklassifikation.
- Detaillierte Analyse des Modells nach Steiner (1972) bezüglich der Gruppenproduktivität.
- Vorstellung des Zirkumplex-Modells nach McGrath zur Einordnung von Aufgabentypen.
- Handlungstheoretische Perspektive nach Tschan zur Analyse von Aufgabenstrukturen.
- Vergleichende Betrachtung der Modelle hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit und Spezifität.
Auszug aus dem Buch
2. Die Aufgabenklassifikation nach Steiner (1972)
Dem Modell der Aufgabenklassifikation nach Steiner als solches müssen einige Informationen vorgeschickt werden.
Nach Steiner hängt die Art, wie ein Individuum oder eine Gruppe eine Aufgabe löst, grundsätzlich von zwei Elementen ab, von den Anforderungen der Aufgabe und den menschlichen Ressourcen.
Die Anforderungen der Aufgabe bestimmen dabei die Ressourcen, die zur Lösung der Aufgabe benötigt werden. Die Ressourcen sind (relevantes) Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Werkzeuge, Zeit, Geld und Mittel, die der Gruppe zur Aufgabenlösung zur Verfügung stehen.
Steiner hat folgende Gleichung zur Ermittlung der Gruppenleistung aufgestellt:
Tatsächliche Gruppenleistung = potentielle Leistung – Prozessverluste
Diese Gleichung bedarf einiger theoretischer Erklärungen.
Die potentielle Leistung ist das Ausmaß, in dem die zur Verfügung stehenden menschlichen Ressourcen dazu ausreichen, den Anforderungen der Aufgabe gerecht zu werden. Oder einwenig anders ausgedrückt: die potentielle Leistung ist die Leistung, die eine Gruppe erbringen kann, wenn sie die ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal (d.h. ohne Prozessverluste) einsetzt.
Prozessverluste sind Gruppenprozesse, die verhindern, dass eine Gruppe ihre potentielle Leistung (= potentielle Produktivität) erreicht. Zu derartigen Verlusten zählen Koordinations- und Motivationsverluste.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Proseminararbeit ab und definiert das Ziel, den Leser anhand zentraler Modelle für das Thema Aufgabenklassifikation zu sensibilisieren.
2. Aufgabenklassifikation nach Steiner (1972): Dieses Kapitel erläutert das klassische Modell von Steiner, welches die Gruppenleistung über die Differenz zwischen potenzieller Leistung und Prozessverlusten bestimmt.
3. Aufgaben – Zirkumplex – Modell nach McGrath: Hier wird das 1984 entwickelte Zirkumplex-Modell von McGrath vorgestellt, das verschiedene Aufgabentypen in einem integrativen System vereint.
4. Aufgabenanalyse nach handlungstheoretischen Kriterien (Tschan): Dieses Kapitel präsentiert den handlungstheoretischen Ansatz von Franziska Tschan, der die Zerlegung von Aufgaben in hierarchische und sequentielle Strukturen fokussiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Unterschiede der behandelten Modelle zusammen und ordnet ihre Bedeutung für die praktische Analyse von Gruppenaufgaben ein.
Schlüsselwörter
Aufgabenklassifikation, Gruppenleistung, Steiner, McGrath, Tschan, Prozessverluste, Gruppenproduktivität, Kooperation, Aufgabenanalyse, Handlungstheorie, Zirkumplex-Modell, Interdependenz, Ressourcen, Arbeitsanalyse, Zielhierarchie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und Klassifizierung von Aufgaben in Gruppen, um die Faktoren zu verstehen, die eine erfolgreiche oder erfolglose Gruppenleistung bedingen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Modelle von Steiner, McGrath und Tschan sowie die Untersuchung von Aufgabenmerkmalen wie Teilbarkeit, Interdependenz und Handlungsregulation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Leser für die Klassifikation von Aufgaben zu sensibilisieren und die verschiedenen theoretischen Ansätze anhand konkreter Beispiele erläuternd darzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und vergleicht die Modelle von Steiner, McGrath und Tschan hinsichtlich ihrer Systematik und Anwendbarkeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die drei genannten Modelle detailliert analysiert, wobei Konzepte wie Prozessverluste, Basisaktivitäten nach McGrath und die hierarchisch-zyklische Aufgabenanalyse nach Tschan erklärt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Aufgabenklassifikation, Gruppenproduktivität, Interdependenz, Handlungsregulation sowie die spezifischen Kriterien der vorgestellten Modelle.
Wie unterscheidet sich Steiners Modell von dem von Tschan?
Während Steiner ein systematisches Schubladensystem zur Klassifizierung von Aufgabentypen bietet, liefert Tschan einen eher prozessorientierten Ansatz, der Aufgaben wie ein Flussdiagramm in hierarchische und sequentielle Einzelschritte zerlegt.
Warum ist die Analyse von Kooperationserfordernissen wichtig?
Die Analyse zeigt auf, ob und wann Kooperation in einer Gruppe notwendig, nützlich oder sogar hinderlich ist, und bildet damit die Basis für die Vorhersage einer effizienten Gruppenhandlung.
- Quote paper
- Eric Kolling (Author), Christoph Salzmann (Author), Kathrin Schneider (Author), Jeannette Schmidt (Author), 2002, Aufgabenklassifikation - Zentrale Modelle nach Steiner, McGrath und Tschan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11386