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Bunte Scherben im elektromagnetischen Irrenhaus

Keimzeit als Gegenstand im Musikunterricht?

Titre: Bunte Scherben im elektromagnetischen Irrenhaus

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2006 , 7 Pages

Autor:in: Cornelia Richter (Auteur)

Musicologie - Divers
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Résumé Extrait Résumé des informations

Bei einer Betrachtung der Rock- und Popmusik in Deutschland in der Schule muss die Band Keimzeit nicht unbedingt außen vor gelassen werden. Die Brüder Leisegang und ihre über die Jahre teilweise ausgewechselten Bandkollegen haben die deutsche Musiklandschaft möglicherweise nicht entscheidend geprägt, spielten aber besonders in der DDR eine nicht unbedeutende Rolle. Im Dschungel des Musikmarktes in Deutschland, der in den 90er Jahren immer dichter zu werden schien, wurden Keimzeit dann nicht zuletzt durch ihren Hit „Kling Klang“ von einem größeren Publikum wahrgenommen; doch auch ihre Zusammenarbeit mit dem Produzenten Franz Plasa Ende der 90er Jahre brachte sie in den bittersüßen Genuss, viele neue Fans zu gewinnen und gleichzeitig mehrere langjährige zu verlieren, die mit dem neuen – „angepassten“ – Stil nichts mehr anzufangen wussten. Die beeindruckende musikalische Entwicklung ist einer der Faktoren für die Betrachtungswürdigkeit der Band, da sich Keimzeit im Laufe ihrer Karriere neu definiert haben, und das bei gleich bleibendem intellektuellen Anspruch. Oder haben sie sich tatsächlich nur dem Markt angepasst, um überhaupt auf dem gesamtdeutschen musikalischen Umschlagplatz Fuß behalten zu können?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte von Keimzeit

2.1 Anfänge in der DDR

2.2 Konzertleben und Entwicklung

3. Stilistische Entwicklung und künstlerischer Anspruch

3.1 Musikalische Wandlung und Produktion

3.2 Lyrische Analyse und Textarbeit

4. Didaktische Relevanz für den Musikunterricht

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung der deutschen Band Keimzeit als Gegenstand für den Musikunterricht, indem sie deren musikalische und textliche Entwicklung im Kontext ihrer ostdeutschen Herkunft analysiert.

  • Historische Entwicklung der Band von den DDR-Anfängen bis zur Gegenwart
  • Analyse der stilistischen Transformationen und der Rolle des Produzenten Franz Plasa
  • Untersuchung des intellektuellen und metaphorischen Anspruchs der Texte von Norbert Leisegang
  • Bedeutung der Authentizität in der populären Musik
  • Didaktische Potenziale einer Einbindung von Keimzeit in den Musik- und Deutschunterricht

Auszug aus dem Buch

Die musikalische Entwicklung und Stilwende von Keimzeit

Während der 26 Jahre Bandgeschichte haben Keimzeit es geschafft, ihren eigenen Weg zu gehen, zunächst ohne Rücksicht auf den Zeitgeist, später mit Betonung auf demselben. Die ersten Jahre, als reine Live-Band ohne Plattenvertrag, waren musikalisch vorrangig geprägt von Jazz und anderen verwandten Stilen, so auch Latino-Elementen, Rumba, Swing, Blues und Ska. In den ersten Alben sucht man vergebens nach der Art Rock, wie er von anderen ostdeutschen Bands interpretiert wurde. 1998 jedoch brachte eine extreme Stilwende mit sich. Nachdem die Band über ein Jahr lang versucht hatte, Franz Plasa als Produzenten zu gewinnen, willigte dieser ein und leitete so mit Im elektromagnetischen Feld ein neues Kapitel der Keimzeit-Geschichte ein.

Der seichte Blues und Jazz mit Walking Bass, der während der vergangenen 20 Jahre ihre Bühnenakustik ausmachte, wich nun härteren Gitarrensounds, einer präsenteren Schlagzeugspur und dichterem Klang insgesamt. Vor allem aber klingen die Alben seither mehr dem Mainstream angeglichen. Das bedeutete eine Zunahme der Anhängerschaft in den Kreisen, die generell der deutschen Rockmusik wohlwollend gegenübertraten, aber gleichzeitig auch eine Ablehnung von Seiten der alten Fans. Daraus geht nicht unbedingt hervor, dass die Verkaufszahlen stiegen, aber der Bekanntheitsgrad wohl schon. Die Anpassung an die vorherrschende Musikschiene scheint auch provoziert zu haben, dass das Durchschnittsalter der Anhängerschaft sank.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Einbindung der Band Keimzeit in den Musikunterricht und Erläuterung der Bedeutung der Band innerhalb der deutschen Musiklandschaft.

2. Die Geschichte von Keimzeit: Darstellung der Gründungsjahre in der DDR, der Hürden als Amateurband und der Etablierung durch intensive Konzerttätigkeit.

3. Stilistische Entwicklung und künstlerischer Anspruch: Analyse der musikalischen Veränderungen im Laufe der Jahre, insbesondere nach der Zusammenarbeit mit Franz Plasa, sowie Untersuchung der lyrischen Qualität der Texte.

4. Didaktische Relevanz für den Musikunterricht: Erörterung der Eignung der Band als Unterrichtsgegenstand durch ihre Authentizität und die Verknüpfung von Musik und anspruchsvoller Lyrik.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Band als interessantes Studienobjekt, insbesondere für fächerübergreifende Ansätze.

Schlüsselwörter

Keimzeit, Rockmusik, DDR, Musikpädagogik, Deutschunterricht, Songwriting, Authentizität, Stilwende, Franz Plasa, Popularmusik, Musikunterricht, Norbert Leisegang, Lyrik, Bandgeschichte, Ostdeutschland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz der deutschen Band Keimzeit als didaktischer Gegenstand für den Musikunterricht unter Berücksichtigung ihrer historischen und künstlerischen Entwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die historische Entwicklung der Band in der DDR, ihre stilistische Wandlung über zwei Jahrzehnte und die pädagogische Nutzbarkeit ihrer Texte und Musik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, warum die Band aufgrund ihres hohen intellektuellen Anspruchs und ihrer authentischen musikalischen Entwicklung eine bereichernde Ergänzung im Musikunterricht darstellen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der Bandhistorie und ihrer Werke auf Basis von Fachliteratur und biographischen Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Werdegangs, die Analyse der musikalischen Stilistik und die Evaluation der lyrischen Qualität von Norbert Leisegangs Texten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Keimzeit, Musikpädagogik, DDR-Rock, Textanalyse und Authentizität charakterisieren.

Wie hat sich die Rolle des Produzenten Franz Plasa auf die Band ausgewirkt?

Franz Plasa leitete ab 1998 eine stilistische Wende ein, die den Sound härter und mainstream-orientierter machte, was zu neuen Fans, aber auch zur Entfremdung langjähriger Anhänger führte.

Welche Rolle spielt die Lyrik in den Liedern von Keimzeit?

Die Texte werden als hochgradig poetisch, metaphorisch und intellektuell anspruchsvoll bewertet, wodurch sie sich besonders für fächerübergreifende Verknüpfungen mit dem Deutschunterricht eignen.

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Résumé des informations

Titre
Bunte Scherben im elektromagnetischen Irrenhaus
Sous-titre
Keimzeit als Gegenstand im Musikunterricht?
Université
Martin Luther University  (Institut für Musikpädagogik)
Cours
Vom Rock ’n’ Roll bis zur Popakademie – Popularmusik in Deutschland
Auteur
Cornelia Richter (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
7
N° de catalogue
V113863
ISBN (ebook)
9783640151783
Langue
allemand
mots-clé
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Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Cornelia Richter (Auteur), 2006, Bunte Scherben im elektromagnetischen Irrenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113863
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