Krimi-Schauplätze am Beispiel von Jacques Berndorfs Eifel-Krimis


Hausarbeit, 2007

21 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Jacques Berndorf und die EifelKrimis

3. Orte und Schauplätze im EifelKrimi

4. der EifelkrimiWanderweg

5. Didaktische Aspekte/Methoden zur Erarbeitung von Krimischauplätzen am Beispiel der EifelKrimis
5.1 Sozialformen im Unterricht
5.2 Die Methode Gruppenarbeit
5.2.1 Definition der Gruppenarbeit
5.2.2 Anlässe für eine Gruppenarbeit
5.2.3 Die Gruppenbildung
5.2.4 Durchführung der Gruppenarbeit
5.2.5 Bewertung der Gruppenarbeit
5.2.6 Vor und Nachteile der Methode Gruppenarbeit

6. Bezug auf den Lehrplan Sekundarstufe I (Gesamtschule)

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

9. Erklärung

1. Einleitung

Geht man heutzutage in eine Buchhandlung und sucht nach einem guten Krimi, fällt die Auswahl nicht leicht. Von englischsprachigen Krimis bis hin zu deutschen Regionalkrimis ist für jeden Krimileser etwas dabei. Bekannt sind vor allem die Henning Mankell Krimis mit Kommissar Wallander, die in Schweden spielen, sowie die Donna Leon Krimis aus Venedig.

Immer mehr Aufmerksamkeit gewinnen nun jedoch auch die deutschen Regionalkrimis, wie zum Beispiel die Eifel-Krimis von Jacques Berndorf oder die Leenders/Bay/Leenders Krimireihe, die am Niederrhein ihren Schauplatz hat.

Nach einem Besuch in einer Buchhandlung zeigte sich, dass es eine Menge Regionalkrimis gibt: Köln-Krimis, Dortmund-Krimis oder auch Inselkrimis, die auf Norderney, Juist und Langeoog spielen.

Doch was ist so besonders an diesen Regionalkrimis, und warum ziehen sie in den letzten Jahren eine so große Leserschaft an? Dieser Frage werde ich im Folgenden nachgehen und auch veranschaulichen, welche wichtige Rolle die Schauplätze, besonders für die Regionalkrimis, spielen.

Des Weiteren werde ich auf didaktische Aspekte eingehen. Wie kann man im Unterricht an das Thema Krimi didaktisch herangehen? Welche Methode eignet sich besonders, um Krimis interessant im Unterricht zu besprechen? Am Beispiel der handlungsund produktionsorientierten Methode Gruppenarbeit, die wir selber im Seminar durchgeführt haben, werde ich die Vorund Nachteile dieser Methode näher erläutern und beschreiben, wie die Gruppenarbeit bei uns im Seminar funktioniert hat.

Letztendlich stellt sich dann noch die Frage, welche Aspekte hinsichtlich der Unterrichtsmethoden in den Lehrplänen für die Sekundarstufen I berücksichtigt werden, die ich exemplarisch am Lehrplan für die Gesamtschule erläutern werde.

2. Jacques Berndorf und die Eifelkrimis

„Nichts ist so spannend wie ein Mord am schönsten Arsch der Welt.“[1]

Im Jahre 1989 schrieb Michael Preute, besser bekannt als Jacques Berndorf, seinen ersten Eifelkrimi „Eifel-Blues“. Seinen Namen wählte er nach dem Eifelort, in dem er sich niedergelassen hatte: dem kleine Städtchen Berndorf in der Eifel. Mittlerweile gibt es 16 Eifel-Krimis, von denen der letzte Band „Eifel-Kreuz“ 2006 im Grafit-Verlag erschienen ist.[2]

2007 erschien noch ein weiterer Siggi-Baumeister Krimi: „Der Bär“, den Jacques Berndorf im Auftrag des Gerolsteiner Brunnens, anlässlich des 111-jährigen ‘Bestehens der Mineralwasserfirma im Jahr 1999, schrieb.

Der Beginn der Eifelkrimis folgt immer dem gleichen Schema: der Journalist Siggi Baumeister wird in seinem Haus im Dorf Brück, wo er mit seiner Katze lebt, mit einem Verbrechen konfrontiert, welches sich in der näheren Umgebung zugetragen hat.[3]

Siggi Baumeister beginnt mit seinen Recherchen, wobei er oft Hilfe von Freunden und Mitbewohnern erhält. Das Verbrechen selbst hat sich immer in der Eifelregion ereignet, die Ermittlungen führen jedoch auch schon mal in eine andere Stadt bzw. ins Ausland (Eifel-Schnee, Eifel-Ralley, Eifel-Feuer).

Am Ende des Krimis kehrt Siggi Baumeister in sein Haus zurück und hat das Verbrechen erfolgreich aufgeklärt.

Eigentlich ist die Eifelkrimi Reihe genau wie viele andere Krimis aufgebaut: ein Mord geschieht und der Detektiv und seine Komplizen versuchen diesen aufzuklären. Doch was ist anders an den Eifelkrimis bzw. die Regionalkrimis? Besonders ist vor allem, dass die Krimireihe ihren Schauplatz in der idyllischen Eifel hat und nicht n einer Großstadt spielt. Und warum sind die Regionalkrimis so beliebt und ziehen solch eine große Leserschaft an? Zum einen liegt dies sicherlich daran, dass die Leser sich mit den jeweiligen Orten identifizieren können. Sei es nun die Eifel, Köln oder andere Städte. Die Leser kaufen die Bücher, weil sie die Umgebung kennen und sich ein Bild davon machen können, wo die Ermittlungen stattfinden.

Je näher man also mit dem Krimi an die persönliche Welt der Lesenden herankommt, desto stärker werden diese involviert und auch fasziniert. Lesen die Leute zum Beispiel einen Wallander Krimi, kennen sie das Land Schweden meist nicht so genau und können sich nicht mit der Umgebung identifizieren. Da dies bei Regionalkrimis anders ist und die Leser sich mit den einzelnen Orten identifizieren können, steigt die Beliebtheit dieser Krimis immer weiter an. Nicht selten schaffen es die Krimis auf die deutschen Bestsellerlisten.

3. Orte und Schauplätze im Eifel Krimi

In Jacques Berndorfs Eifel-Krimis wird auf die reale Region Bezug genommen: die dargestellte Umgebung, sowie die Orte, sind alle authentisch und der Leser kann sich somit mit Ihnen identifizieren, wenn er die Eifelregion kennt. Eigentlich kennen die meisten Menschen die Eifel als eine eher unspektakuläre und ländliche Gegend, und kaum einer vermutet dort eine kriminalistische Handlung. Doch gerade diese Verbrechen machen die Eifel auf einmal interessant und attraktiv.

Strahlend zogen wir heimwärts, strahlend pfiffen wir einen Schlager mit, der aus dem Radio dröhnte, strahlend sagte ich: „Das wird uns kein Schwein glauben“, strahlend und stolz brüllte er: „du brauchst bloß in die Eifel kommen, da ist was los!“[4]

Mit der Eifel verbinden die meisten Menschen die „schöne, heile Welt“ in der es noch viel Natur gibt und die Menschen friedlich zusammen leben.

Allerdings wird die Eifel durch das Verbrechen aufgewertet, da die Aufmerksamkeit für einige Zeit auf die Eifel gerichtet ist: Journalisten und Ermittler aus anderen Städten kommen in die Region, um das Verbrechen aufzuklären und um dar- über zu berichten. Die Natur, die Siggi Baumeisters durchgehend beschreibt, bildet jedoch weiterhin den idyllischen Hintergrund für den Krimi.

Siggi Baumeister selber ist „Wahl-Eifler“, hat sich aber in der Eifel so gut eingelebt, dass er die Region sehr gut kennt und sich dort heimisch fühlt. Dies hilft ihm auch oft bei seinen Ermittlungen. Seine genaue Ortskenntnis macht ihn zum „Reiseführer“ für das Ermittlungsteam. Er kennt alle wichtigen Verbindungslinien zwischen den einzelnen Orten, sowie diverse Waldwege, die meist nicht auf Karten eingezeichnet sind.[5]

Die Jungs, die ihren Vater nicht mögen, haben immer einen zweiten Weg. Wahrscheinlich kommt ein Waldweg von hinten an die Scheune heran, oder es gibt einen Wiesenweg von der anderen Seite durch das Tal.“[6]

Somit ist Siggi Baumeister eine wichtige Person für die Ermittlungspersonen, da sie ohne seine Hilfe mit ihrer Arbeit weniger gut vorankommen würden.

Im Gegensatz zu anderen Krimis, wie zum Beispiel englischsprachigen Krimis, geht es in den Eifelkrimis nicht um große Aufklärungsrätsel um den Täter zu finden. Vielmehr profitieren diese von der „Identifikation des Lesers mit dem Protagonisten und von einer Art spielerischer Teilnahme an seinem komisch-überspitzt dargestellten, liebevollen Verhältnis zu der Region“[7] Auch spielt der Krimi nicht in einer großen Metropole, sondern in der kleinen deutschen Provinz Eifel.

Ich vermute, dass sie den gesamten Innenbereich des Dorfes abgesperrt haben, sie müssen ausschließen, dass Ihnen irgendwer mit einem Trecker dazwischen rollt.[8]

„Ihr habt doch alle die Paranoia. Na gut, dann machen Sie sich auf die Socken und rufen mich aus einer Zelle an, klar? Und innerhalb der nächsten zehn Minuten, bitte.“„Das geht nicht, das geht wirklich nicht. Wir haben hier im Dorf nur eine Zelle, und die ist immer kaputt, weil die Jugendlichen darin rumknutschen. Die nächste ist drei Kilometer weg.“ „Zwanzig Minuten, mehr aber nicht“, sagte er. Dann murmelte er noch verächtlich: „Dorf!“ und „Eifel!“ und hängte ein.[9]

Siggi Baumeisters liebevolles Verhältnis zu der Region zieht sich durch den ganzen Krimi hindurch: er unterbricht auch schon einmal Autofahrten um die Landschaft zu betrachten.[10]

Ich fuhr nicht nach Jünkerath zurück, sondern nach Feusdorf die Steigung hoch. Hier lag der Schnee doppelt so hoch wie unten im Kylltal. Oben bog ich links nach Esch ein, dann ging`s wieder scharf nach rechts, wo wir die schmale Straße zurück nach Jünkertah erreichten. Es war ein Traumweg. Links und rechts Hochwald, links und rechts von schwerem Schnee behängte Weißtannen, eine Traumlandschaft. „Das ist etwas für das romantische deutsche Herz“ sagte ich[11]

Der bäuerlich-provinzielle Charakter der Eifel wird durchgehend überspitzt dargestellt, so dass der Krimi an vielen Stellen humorvoll auf den Leser wirkt. Auch gibt es keine „aggressive Bedrohlichkeit“ wie zum Beispiel in den Wallander Krimis von Henning Mankell.

Die Morde selber jedoch sind meist Furcht erregend oder bedrückend beschrieben und passen nicht in die idyllische Gegend. Die Leichenfundorte erscheinen jedoch nie aggressiv oder bedrohlich. Der Mord selber hätte auch in jeder anderen Stadt passieren können, die landschaftliche Beschreibung jedoch ist nicht auswechselbar, sondern speziell auf die Eifel bezogen.[12]

Ein bizarres Bild bot sich uns: Wolfgang Schuhmacher hatte an dem langen Zaun vor dem Waldrand Obstbäume setzen wollen. Er hatte, in exaktem Abstand von sechs Metern, sehr tiefe Löcher gegraben. Vier Bäume standen schon. Es waren drei Meter hohe Stämme mit üppigem Wuchs. Im vierten Loch lag er selbst in einem schäbigen grauen Trainingsanzug, mit dem Kopf nach unten, die Beine ragten seltsam obszön über den Grubenrand hinaus.

Der Mörder hatte Wolfgang Schuhmacher einen eisernen Pflanzstock mit aller Gewalt in den Mund gerammt.[13]

Des Weiteren werden in allen Eifelkrimis die Landschaft und die Bevölkerung genau beschrieben bzw. charakterisiert, wobei auch der Tratsch und Klatsch der Dorfgemeinschaft in den Vordergrund gesetzt wird.

Ich wette, dass jetzt, um sechs Minuten vor zwölf, mindestens dreihundert Leute bereits wissen, dass hier zwölf Millionen geklaut wurden. Sie werden gleich aus den Wäldern kommen. Scharenweise.[14]

Sie werden zwischen Hillesheim, Wiesbaum, Ahrhütte und anderen Dörfern garantiert Hunderte von Zeugen finden, die ihre Uhr an jedem Samstag danach stellen konnten, wann der Geldtransporter durchfuhr. Die wussten alle, dass der Zaster aus Hillesheim vorbeikam.[15]

„Sehen Sie, die Eifel ist zwar sehr schön, aber sie ist auch ein karges Land, ohne jeden Rummel. Und wenn hier so etwas passiert, reden die Leute, weil es nicht viel Abwechslung gibt. Hier wird schon geredet, wenn der Reißverschluss meiner Hose defekt ist.“[16]

Der tägliche Dorftratsch trägt oft zur Aufklärung der Verbrechen bei. Doch warum wird ein realer Ort bzw. eine reale Region für eine Krimihandlung ausgesucht? Ein Grund dafür ist sicherlich, dass etwas Gewöhnliches dargestellt wird, womit sich die Leser identifizieren können. Ebenso ist die Eifel klein und überschaubar und spiegelt den „normalen“ Alltag wider.[17] Auch dies ist ebenso ein Grund, warum so viele Leser von der Krimireihe begeistert sind. Weiterhin werden neben den realen Ortsangaben auch Klischees eingebaut: da gibt es den Dorfklatsch und die Dorfkneipe, wo sich alle treffen und Bier trinken und jeder kennt jeden im Dorf.

Der Darstellungsstil der Eifelkrimis gleicht an einigen Stellen einem Reiseführer. Einige Stellen des Krimis könnte man auch als Werbematerial für den Eifel- Tourismus verwenden:

Ich quälte mich also durch die Längsachse Jünkertahs, die seit Jahren in einem gleichmäßig saumäßigen Zustand glänzt. Wir bogen nach Esch ab, querten die Eisenbahnlinie auf der Überführung und hielten uns rechts. Ich machte den Fremdenführer. „Dort ist das Gelände der Eisenbahnfreunde Jünkeraths, dann folgt Mannesmann. (…) Hier geht die Straße nach Feisdorf hoch, hier ist der Punkt, wo der Weg zum Birkenhof abzweigt.[18]

4. Der Eifelkrimi-Wanderweg

Die genauen Ortsbeschreibungen der Eifelkrimis hat sich die Tourismus Zentrale des Ortes Hillesheim näher angeschaut und hat daraus einen Eifelkrimi- Wanderweg zusammengestellt. Mit einem Blick auf die verschiedenen Eifelorte, die in den Krimis vorkommen, stellt der Leser fest, dass sich die Schauplätze im Raum Hillesheim häufen: Nicht nur Jacques Berndorf wohnte dort, sondern auch Ralf Kramp (Kramp verfasst ebenfalls Eifelkrimis).

[...]


[1] http://www.jacques-berndorf.de/ (02.08.2007)

[2] http://www.krimi-couch.de/krimis/jacques-berndorf.html (02.08.2007)

[3] Wigbers, Melanie: Krimi-Orte im Wandel, S. 205

[4] Berndorf, Jacques: Eifel-Blues, S. 130

[5] Wigbers, Melanie: Krimi-Orte im Wandel, S. 209

[6] Berndorf, Jacques: Eifel-Schnee, S. 32

[7] Wigbers, Melanie: Krimi-Orte im Wandel, S. 213

[8] Berndorf, Jacques: Eifel-Feuer, S. 293

[9] Berndorf, Jacques: Eifel-Blues, S. 7/8

[10] Berndorf, Jacques: Eifel-Feuer, S. 17

[11] Berndorf, Jacques: Eifel-Schnee, S. 34

[12] Wigbers, Melanie: Krimi-Orte im Wandel, S. 207

[13] Berndorf, Jacques: Eifel-Gold, S. 79/80

[14] Berndorf, Jacques: Eifel-Gold, S. 22

[15] Berndorf, Jacques: Eifel-Blues, S. 45

[16] Berndorf, Jacques: Eifel-Blues, S. 10

[17] Wigbers, Melanie: Krimi-Orte im Wandel, S. 215

[18] Berndorf, Jacques: Eifel-Schnee, S. 33

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Krimi-Schauplätze am Beispiel von Jacques Berndorfs Eifel-Krimis
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V113889
ISBN (eBook)
9783640144754
ISBN (Buch)
9783640145973
Dateigröße
2168 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krimi-Schauplätze, Beispiel, Jacques, Berndorfs, Eifel-Krimis
Arbeit zitieren
Pia Reiners (Autor), 2007, Krimi-Schauplätze am Beispiel von Jacques Berndorfs Eifel-Krimis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113889

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