Das Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, das vernetze Denken in Bezug auf das Planspiel „Ecopolicy“ zu analysieren und aufzuzeigen, welcher Lerneffekt für den Spielenden generiert wird. Zudem soll zu Veranschaulichungszwecken eine Überlagerung der Lebensbereiche aus dem Planspiel „Ecopolicy“ auf die Stadt Mannheim als Anwendungsbeispiel vorgenommen werden.
Schon in der Schule wird dem Menschen in jungen Jahren das Denken in eindimensionalen Mustern vermittelt. Um Probleme zu lösen werden einfache, lineare Ursache-Wirkungs-Beziehungen aufgestellt. Durch diese Detailfokussierung wird die vorhandene Komplexität der Welt fast vollkommen ausgeblendet und das Vorhandensein von Wirkungszusammenhängen missachtet. Diese isolierte Teilbetrachtung bewirkt, dass bei dem Versuch ein vorhandenes Problem zu lösen meistens an anderer Stelle wieder zwei weitere Probleme entstehen. Da im Fokussieren auf Detailfragen das große Ganze verloren gegangen ist. An diesem Punkt kommt das vernetzte Denken ins Spiel. Der Mensch muss sich bewusst werden, dass Vorgänge nicht in linearen Strukturen ablaufen, sondern in komplexen Systemen Wirkungsnetze vorherrschen.
Um nachhaltige Entscheidungen treffen zu können, muss somit die Komplexität der Welt erfasst und nicht verdrängt werden. Dabei ist ein Umdenken notwendig, welches interdisziplinäre Überlegungen beinhaltet. Erst mit einer solchen Betrachtung des Gesamtsystems können nachhaltige Entscheidungen getroffen werden.
Um Denken in diesen Mustern zu verbessern wurde von Frederic Vester das Planspiel „Ecopolicy“ entwickelt. Hierbei wird der Spielende in die Rolle einer Staatsregierung seines eigenen Landes versetzt und muss mittels der Verteilung von Aktionspunkten auf verschiedene Lebensbereiche versuchen das Land über 12 Spielrunden in einem stabilen Zustand zu halten. Hierbei muss der Spieler um erfolgreich zu sein, sein vorausschauendes Können erweisen. Andernfalls kommt es zur Verursachung eines Staatsstreiches, der Spieler wird als Staatsoberhaupt verjagt und das Spiel ist erfolglos beendet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. „Ecopolicy“ – das kybernetische Strategiespiel
2.1 Zweck des Planspiels
2.2 Ablauf des Planspiels
2.3 funktionale Zusammenhänge der Lebensbereiche
2.4 Lernziel des Planspiels
3. Bezug der Lebensbereiche auf das Anwendungsbeispiel der Stadt Mannheim
3.1 Funktionale Zusammenhänge der Lebensbereiche
3.2 Reale Beispiele
3.3 Kritische Reflexion des lokalen Wirkungsnetzes
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse des vernetzten Denkens im Kontext des Planspiels „Ecopolicy“ sowie die Untersuchung des daraus resultierenden Lerneffekts, wobei die Stadt Mannheim als praktisches Anwendungsbeispiel zur Veranschaulichung der theoretischen Wirkungszusammenhänge dient.
- Grundlagen des kybernetischen Denkens nach Frederic Vester
- Funktionsweise und Lernstufen des Planspiels „Ecopolicy“
- Übertragung systemischer Wirkungsnetze auf kommunale Strukturen
- Kritische Analyse lokaler politischer Maßnahmen in Mannheim
Auszug aus dem Buch
2.1 Zweck des Planspiels
Bei der Planspielmethode wird der Teilnehmer in eine künstliche Simulationsumgebung versetzt, welche möglichst realitätsnah konstruiert ist. Hierzu werden spezifische Ausgangsbedingungen festgelegt und dem System ein realistisches Wirkungsnetz hinterlegt. Der Spieler wird dabei in die Rolle des reflektierenden Entscheiders versetzt. Reflektierend, weil er Lösungsmöglichkeiten in einem sanktionsfreien Raum ausprobieren kann und nach einem gescheiterten Spielende sein Vorgehen schrittweise analysieren kann, um zu erkennen, welche Fehler er in einem nächsten Spielversuch vermeiden kann. Mehrere strategische Herangehensweisen können ausprobiert und experimentiert werden.
Der Teilnehmer soll zudem auf Fernwirkungen, welche mit zeitlicher Verzögerung auftreten, sowie auf zufällig auftretende Ereignisse und Rückkopplungen sensibilisiert werden. Dabei führen negative Rückkopplungen zu einer Systemstabilisierung und positive Rückkopplungen zu einer Wirkungsverstärkung.
Dies soll bezogen auf wirtschaftliche Themen bspw. die Erkenntnis hervorrufen, dass eindimensional gerichtete gewinnorientierte Entscheidungen auch Folgewirkungen mit sich ziehen und langfristig nur erfolgreich sein können, wenn die Voraussetzungen und Bedingungen ihrer Durchsetzbarkeit im gesamten System gegeben sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des linearen Denkens ein und stellt die Notwendigkeit des vernetzten Denkens sowie die Zielsetzung der Arbeit im Kontext von „Ecopolicy“ dar.
2. „Ecopolicy“ – das kybernetische Strategiespiel: Hier werden der Ursprung des Spiels, die methodischen Grundlagen, der Spielablauf sowie die Lernziele und das „Edutainment“-Konzept ausführlich erläutert.
3. Bezug der Lebensbereiche auf das Anwendungsbeispiel der Stadt Mannheim: In diesem Kapitel werden die theoretischen Erkenntnisse des Spiels auf die Stadt Mannheim übertragen, in einem Wirkungsnetz visualisiert und kritisch anhand realer Beispiele reflektiert.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und betont die wachsende Bedeutung des vernetzten Denkens für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung.
Schlüsselwörter
Vernetztes Denken, Ecopolicy, Kybernetik, Systemverhalten, Planspiel, Wirkungsnetz, Nachhaltigkeit, Stadt Mannheim, Rückkopplung, Systemtheorie, Lebensbereiche, Entscheidungsfindung, Komplexität, Umweltpolitik, Simulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Planspiel „Ecopolicy“ als Instrument, um die Prinzipien des vernetzten Denkens spielerisch zu vermitteln und die Grenzen rein linearer Problemlösungsansätze aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Systemtheorie nach Frederic Vester, die Kybernetik als Methode der Entscheidungsfindung, die Analyse komplexer Wirkungsnetze sowie die Anwendung dieser Konzepte auf kommunale Politikszenarien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Lerneffekt des „Ecopolicy“-Spiels zu identifizieren und zu belegen, wie systemisches Denken zu nachhaltigeren Entscheidungen führen kann als eindimensionale Teilbetrachtungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode des Planspiels als Simulationsumgebung und führt eine theoretische Analyse der funktionalen Zusammenhänge sowie eine kritische Reflexion auf Basis realer kommunaler Beispiele durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung des Spiels „Ecopolicy“ und die praktische Anwendung der systemischen Wirkungsmechanismen auf die Stadt Mannheim, inklusive einer kritischen Analyse lokaler Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie vernetztes Denken, Kybernetik, Systemanalyse, ökologische Nachhaltigkeit und Komplexitätsmanagement beschreiben.
Wie zeigt das Spiel die Auswirkungen von Entscheidungen auf?
Das Spiel nutzt ein System von Aktionspunkten und mathematischen Modellen, die Rückkopplungen und zeitverzögerte Wirkungen simulieren, um dem Spieler zu zeigen, dass jede Handlung das Gesamtsystem beeinflusst.
Warum ist die Umweltzone in Mannheim laut der Arbeit kritisch zu hinterfragen?
Die Arbeit argumentiert, dass solche Maßnahmen oft isolierte Reparaturversuche sind, die langfristig durch Verlagerung von Schadstoff- und Lärmbelastungen kontraproduktiv wirken können, anstatt präventiv das Kernproblem der Mobilität und Energie zu lösen.
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- Anonym (Author), 2021, Lerneffekte des Planspiels "Ecopolicy". Anwendung auf die Stadt Mannheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1138944