Ziel der Arbeit soll es vor allem sein, die bestehende Rechtslage und dessen Problematik zu erläutern und den Zusammenhang der Probleme hinsichtlich eines pränatalen Vaterschaftstests über mehrere Rechtsgebiete zu diskutieren.
"Wir werden Eltern" - Ab Beginn einer Schwangerschaft ändert sich das bisherige Leben für die werdenden Eltern komplett. Sie stellt für beide eine neue, unbekannte und intensive Zeit dar. Doch was ist, wenn der Ehemann gar nicht der leibliche Vater des Kindes ist? Was wäre, wenn man solche aufkommenden Probleme bereits im Keim ersticken könnte? Ein Lösungsvorschlag hinsichtlich dieser Problematik bringt der Gesetzesentwurf der FDP vom 30.01.2020, der es ermöglichen soll, dass auch bereits vor der Geburt eines Kindes ein Vaterschaftstest durchgeführt werden kann. Dies soll auch vor allem dem leiblichen, nicht mit der werdenden Mutter verheirateten, Vater die Möglichkeit geben emotional an der Schwangerschaft teilzuhaben.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Vaterschaft
I. Rechtliche Vaterschaft gem. § 1592 BGB
1. Definition
2. Wichtigsten Rechte und Pflichten des rechtlichen Vaters
a) Elterliche Sorge
b) Umgangsrecht
c) Kindesunterhalt
II. Leibliche Vaterschaft
1. Definition
2. Wichtigsten Rechte und Pflichten des leiblichen Vaters
III. Gegenüberstellung
C. Abstammungsgutachten in Form eines Vaterschaftstests
I. Gendiagnostikgesetz als gesetzliche Grundlage
1. Persönlicher Anwendungsbereich
2. Sachlicher Anwendungsbereich
II. Anforderungen an postnatales Abstammungsgutachten
1. Erfolgte Aufklärung gem. § 17 I 1 GenDG sowie Einwilligung
2. Verantwortliche Person i.S.d. § 17 I 2 GenDG
3. Gewinnung der genetischen Probe
4. Genetische Untersuchung der Probe
5. Ergebnismitteilung
III. Anforderungen an pränatales Abstammungsgutachten
1. § 15 GenDG
2. Arztvorbehalt
a) Ärztliche handelnde Person
b) Verantwortliche Person
3. §§ 176 – 178 StGB
4. Zusammenhang zwischen Schwangerschaft und Straftat
5. Gewinnung der genetischen Probe
a) Invasiv (PND)
aa) Chorionzottenbiopsie (Punktion des Mutterkuchens)
bb) Amnionzentese (Fruchtwasserpunktion)
b) Nichtinvasiv (NIPD)
6. Durchführung der genetischen Untersuchung
7. Ergebnismitteilung
D. Problematik des pränatalen Vaterschaftstests
I. Verbindung der Pränataldiagnostik mit Schwangerschaftsabbruch
1.Gesetzliche Regelung des Schwangerschaftsabbruchs
2. Zusammenhang von Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbruch
3. Pränataler Vaterschaftstest und Schwangerschaftsabbruch
II. Verfassungsrechtliche Sicht
1. Rechte des ungeborenen Kindes
a) Menschenwürde, Art. 1 I GG
b) Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, Art. 2 II 1 GG
c) Allgemeines Persönlichkeitsrecht, Art. 2 I i.V.m. Art. 1 I GG
2. Rechte der Eltern
a) Schutz der Ehe und Familie. Art. 6 I GG
b) Schutz der Elternschaft Art. 6 II GG
3. Rechte des werdenden Vaters
4. Abwägung der widerstehenden Interessen
IV. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die bestehende Rechtslage und die damit verbundene Problematik pränataler Vaterschaftstests zu beleuchten. Dabei wird diskutiert, wie pränatale Abstammungsuntersuchungen über verschiedene Rechtsgebiete hinweg – insbesondere im Hinblick auf das Gendiagnostikgesetz und verfassungsrechtliche Aspekte – zu bewerten sind und welche Herausforderungen sich bei der Verbindung von Abstammungsklärung und Schwangerschaftsabbruch ergeben.
- Rechtliche Grundlagen der Vaterschaft (leiblich vs. rechtlich) nach dem BGB.
- Die Rolle des Gendiagnostikgesetzes (GenDG) für Abstammungsgutachten.
- Verfahrensrechtliche Anforderungen an pränatale vs. postnatale Vaterschaftstests.
- Verfassungsrechtliche Abwägung zwischen dem Schutz des ungeborenen Lebens und den Rechten der Eltern.
- Diskussion von Gesetzesvorschlägen zur Ermöglichung vorgeburtlicher Vaterschaftstests.
Auszug aus dem Buch
A. Einleitung
„Wir werden Eltern“. Ab Beginn einer Schwangerschaft ändert sich das bisherige Leben für die werdenden Eltern komplett. Sie stellt für beide eine neue, unbekannte und intensive Zeit dar. Doch was ist, wenn der Ehemann gar nicht der leibliche Vater des Kindes ist? Was wäre, wenn man solche aufkommenden Probleme bereits im Keim ersticken könnte? Ein Lösungsvorschlag hinsichtlich dieser Problematik bringt der Gesetzesentwurf der FDP vom 30.01.2020, der es ermöglichen soll, dass auch bereits vor der Geburt eines Kindes ein Vaterschaftstest durchgeführt werden kann. Dies soll auch vor allem dem leiblichen, nicht mit der werdenden Mutter verheirateten, Vater die Möglichkeit geben emotional an der Schwangerschaft teilzuhaben.
Ziel der Arbeit soll es vor allem sein, die bestehende Rechtslage und dessen Problematik zu erläutern und den Zusammenhang der Probleme hinsichtlich eines pränatalen Vaterschaftstest über mehrere Rechtsgebiete zu diskutieren.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die emotionalen und rechtlichen Herausforderungen bei Zweifeln an der Vaterschaft während der Schwangerschaft und stellt den Gesetzesentwurf der FDP zur pränatalen Testung als möglichen Lösungsansatz vor.
B. Vaterschaft: Dieses Kapitel differenziert zwischen der rechtlichen Vaterschaft nach dem BGB und der biologischen Vaterschaft und beleuchtet die damit verbundenen Rechte und Pflichten, wie etwa Sorge- und Umgangsrecht sowie Kindesunterhalt.
C. Abstammungsgutachten in Form eines Vaterschaftstests: Der Fokus liegt hier auf dem Gendiagnostikgesetz als Rechtsrahmen für Abstammungsgutachten sowie den detaillierten Anforderungen für die Durchführung von postnatalen und pränatalen Tests.
D. Problematik des pränatalen Vaterschaftstests: Hier wird die kritische Verknüpfung von Pränataldiagnostik und Schwangerschaftsabbrüchen analysiert sowie eine verfassungsrechtliche Abwägung der widerstreitenden Interessen von Kind, Eltern und Vater vorgenommen.
IV. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die derzeitige gesetzliche Lage nicht mehr zeitgemäß ist und unter bestimmten Voraussetzungen, wie sie etwa der FDP-Gesetzesentwurf vorsieht, die Zulässigkeit pränataler Vaterschaftstests befürwortet werden sollte.
Schlüsselwörter
Vaterschaft, Abstammungsgutachten, Gendiagnostikgesetz, pränataler Vaterschaftstest, Schwangerschaftsabbruch, rechtliche Vaterschaft, leibliche Vaterschaft, Elternrechte, Ungeborenes Leben, Verfassungsrecht, Art. 6 GG, GenDG, Vaterschaftsanfechtung, Pränataldiagnostik, Umgangsrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die rechtliche Situation und die Problematik von Vaterschaftstests, die bereits vor der Geburt eines Kindes durchgeführt werden sollen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern zählen das Abstammungsrecht, die Regelungen des Gendiagnostikgesetzes, die verfassungsrechtliche Stellung des ungeborenen Lebens sowie ethische Aspekte im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbrüchen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, die aktuelle Rechtslage darzustellen und zu diskutieren, inwieweit ein pränataler Vaterschaftstest unter Berücksichtigung verschiedener Rechtsgebiete rechtlich und ethisch vertretbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine juristische Analyse, die geltende Gesetze, Rechtsprechung und die rechtswissenschaftliche Literatur zur Abstammungs- und Pränatalthematik auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Differenzierung von rechtlicher und leiblicher Vaterschaft, die gesetzlichen Anforderungen des Gendiagnostikgesetzes an Abstammungsgutachten sowie eine detaillierte verfassungsrechtliche Abwägung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Vaterschaft, Gendiagnostikgesetz, Pränataldiagnostik, Abstammungsgutachten und Grundrechte.
Unter welchen Voraussetzungen erlaubt das Gendiagnostikgesetz aktuell eine pränatale Abstammungsuntersuchung?
Nach § 17 VI GenDG ist eine solche Untersuchung nur ausnahmsweise zulässig, wenn nach ärztlicher Erkenntnis an der Schwangeren eine rechtswidrige Sexualstraftat begangen wurde und dringende Gründe für die Annahme bestehen, dass die Schwangerschaft auf dieser Tat beruht.
Warum wird die aktuelle Gesetzeslage im Fazit als nicht mehr zeitgemäß kritisiert?
Der Autor argumentiert, dass moderne, nichtinvasive Methoden (NIPT) eine sicherere Untersuchung ermöglichen und durch geschickte gesetzliche Ausgestaltung, wie sie der FDP-Entwurf vorschlägt, Schutzvorkehrungen gegen eine missbräuchliche Nutzung zur Indikationsstellung für Schwangerschaftsabbrüche getroffen werden können.
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- Julia Kleß (Author), 2020, Können Vaterschaftstests vor Geburt eines Kindes zulässig sein? Aktuelle Probleme des Gesundheits- und Medizinrechts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1138993