Diese Arbeit soll Einblicke gewähren in die Antwortmöglichkeiten auf die Frage: Wie kann man über das Gehalt die Arbeitsmotivation steuern?
Im Forschungsbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung wurde 2016 die Ausnahmeregelung für den Mindestlohn und deren Auswirkungen untersucht. Die interviewten Experten betonten, dass Lohn nicht nur eine finanzielle Motivation darstellt, sondern auch einen Zusammenhang mit Arbeitsmotivation zeigt. Niederstadt schreibt zu dem Thema: „Viele Unternehmen greifen […] zu einem vermeintlich cleveren Trick und koppeln Lob an materielle Versprechen. Wie dressierte Äffchen, die ab und zu eine Banane bekommen.“ Belohnungen am Arbeitsplatz lässt nach Niederstadt die Motivation einbrechen. Dennoch setzen viele Unternehmen noch heute auf den Zusammenhang, dass höhere Löhne auch zu höherer Leistung führen. Sprenger dagegen empfiehlt: „Entkoppeln Sie Geld und Motivation“. Die Begründung liegt im sogenannten Verdrängungseffekt. Modellhaft geht man dabei davon aus, dass extrinsische Anreize auf Dauer die intrinsische Motivation negativ beeinflussen. Bernard versucht in seiner Arbeit ein eigenes Modell zu entwerfen. Die Arbeitsbedingungen des Job Characteristic Modell, die Motivationsdeterminanten nach Locke, z.B. die Zielorientierung, und die Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-(VIE-)Prozesstheorie mit der Anstrengungs-Vergütungs-Erwartung fasst er in einem Zwei-Komponenten-Modell zusammen. Anhand dessen überprüft er, ob das Gehalt sich direkt oder indirekt auf die Arbeitsmotivation auswirkt. Grund hierfür ist, dass bisher bestehende Literatur keine eindeutigen Ergebnisse zur Wirkungsrichtung des Zusammenhangs zwischen Gehalt und Arbeitsmotivation zeigt. Comelli, Rosenstiel und Friedmann (2004) verweisen dazu auf Hackman und Oldham (1975), die mit dem Job Characteristics Modell das Zwei-Faktoren-Modell von Herzberg heruntergebrochen haben. Im Zusammenhang mit dem Faktor monetärer Anreiz ist es laut dem Modell unverzichtbar, den Zusammenhang zwischen Leistung und Zuwendung aufzuzeigen und dennoch für Autonomie und Feedback zu sorgen. Die Kopplung des Gehalts an Leistung kann sich motivationshemmend oder -fördernd auswirken. Als wichtige Komponenten der Erklärungsmodelle dafür werden die Aspekte Fairness und Feedback aufgegriffen. „Bezahlen Sie Ihre Leute gut und fair - und dann tun Sie alles, damit sie das Geld wieder vergessen“.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Relevanz
- Der psychologische Einfluss des Gehalts auf die Arbeitsmotivation
- Wirkungsweise leistungsbezogener Bezahlung auf die Arbeitsmotivation
- Möglichkeiten der Beeinflussung
- Methodisches Vorgehen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, wie das Gehalt die Arbeitsmotivation beeinflussen kann. Dabei wird der psychologische Einfluss des Gehalts auf die Arbeitsmotivation beleuchtet, die Wirkungsweise leistungsbezogener Bezahlung untersucht und Möglichkeiten der Beeinflussung erörtert.
- Psychologischer Einfluss des Gehalts auf die Arbeitsmotivation
- Wirkungsweise leistungsbezogener Bezahlung auf die Arbeitsmotivation
- Möglichkeiten der Beeinflussung der Arbeitsmotivation durch das Gehalt
- Fairness und Transparenz in der Vergütung
- Zusammenhang zwischen Gehalt und intrinsischer Motivation
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, ob und wie das Gehalt die Arbeitsmotivation beeinflusst. Es wird auf die Debatte über extrinsische und intrinsische Motivation eingegangen und verschiedene Modelle und Theorien zur Arbeitsmotivation vorgestellt.
Relevanz
Dieses Kapitel untersucht den psychologischen Einfluss des Gehalts auf die Arbeitsmotivation. Es werden verschiedene Studien und Befragungen vorgestellt, die den Zusammenhang zwischen Gehalt, Arbeitsmotivation und verschiedenen Faktoren wie Leistung, Fairness und intrinsischer Motivation beleuchten.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen Gehalt, Arbeitsmotivation, extrinsische Motivation, intrinsische Motivation, Leistungsbezogene Bezahlung, Fairness, Transparenz, Vergütungssystem, Führungskultur und Motivationstheorien.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Arbeitsmotivation allein über das Gehalt steuern?
Gehalt ist ein Faktor, aber Studien zeigen, dass eine reine Kopplung von Lob an materielle Versprechen die Motivation langfristig sogar dämpfen kann.
Was versteht man unter dem Verdrängungseffekt?
Extrinsische Anreize (wie Geld) können die intrinsische Motivation (den Spaß an der Sache selbst) dauerhaft negativ beeinflussen oder verdrängen.
Was besagt das Job Characteristics Modell von Hackman und Oldham?
Es betont die Wichtigkeit von Autonomie, Feedback und Aufgabenbedeutung für die Motivation, neben monetären Anreizen.
Welche Rolle spielt Fairness bei der Bezahlung?
Fairness und Transparenz sind entscheidend, damit Gehalt nicht als demotivierend empfunden wird; Mitarbeiter müssen das Gefühl haben, gerecht entlohnt zu werden.
Was empfiehlt der Experte Sprenger zum Thema Geld und Motivation?
Sprenger rät dazu, Geld und Motivation zu entkoppeln: „Bezahlen Sie Ihre Leute gut und fair - und dann tun Sie alles, damit sie das Geld wieder vergessen.“
- Citation du texte
- Carina König (Auteur), 2021, Das Gehalt als Motivationsfaktor in der Arbeitswelt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139035