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Das Sinken der Geburtenrate als Teil der Agenda der japanischen Regierung

Título: Das Sinken der Geburtenrate als Teil der Agenda der japanischen Regierung

Trabajo Escrito , 2019 , 36 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Franziska Riedel (Autor)

Orientalismo / Sinología - Japonología
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Die Leitfrage der vorliegenden Arbeit ist, welche Faktoren erklären können, dass die japanische Regierung dem umfangreichen Themenbereich des Sinkens der Geburtenrate seit den 1990er Jahren bis hin zur Vorbereitung und Einführung des „Kodomo, kosodate shien shinseido“ stetig politische Aufmerksamkeit zukommen ließ. All dies, obwohl die Auseinandersetzung damit einigen Hindernissen gegenübersteht und die meisten gesellschaftlichen Probleme typischerweise nicht dauerhaft, sondern lediglich episodisch Teil der Regierungsagenda sind.

Eine der höchsten Staatsverschuldungen weltweit, die Folgen der verheerenden Naturkatastrophen von 1995 und 2011, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich bei einer seit den 1990er Jahren andauernden Wirtschaftsstagnation und die damit in Verbindung stehende demografische Entwicklung zu dauerhaft niedrigen Geburtenraten (shōshika) sowie einer zunehmenden Gesellschaftsüberalterung (kōreika) – darüber, dass Japan sich in einer Krise befindet, herrscht in der Wissenschaft wie in den Medien Einigkeit. Insbesondere der demografische Wandel wird in der Forschung als „one of the most serious social problems in contemporary Japan“ und als „the country’s greatest challenge since the start of the Meiji Restoration“ betrachtet und es wurden seit den frühen 1990er Jahren zahlreiche Versuche unternommen, dem Problem politisch zu begegnen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie und Methodik

3 Innere Faktoren

3. 1 Zwang zur regelmäßigen Information von Parlament und Bevölkerung

3. 1. 1 Das Shōshika-Weißbuch

3. 1. 2 Der „Rat für Maßnahmen für eine Gesellschaft mit sinkender Geburtenrate“

3. 2 Interessen der Regierung Abe

4 Äußere Faktoren

4. 1 Interessen der Wähler

4. 2 Themenabdeckung in japanischen Tageszeitungen

5 Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung und Themenfelder

Die Arbeit untersucht die Faktoren, die dazu führten, dass die japanische Regierung das Problem sinkender Geburtenraten (shōshika) trotz vielfältiger Hindernisse seit den 1990er Jahren dauerhaft auf der politischen Agenda hielt. Der Fokus liegt dabei auf dem Zeitraum zwischen dem Amtsantritt von Premierminister Abe im Dezember 2012 und der Einführung des „Neuen Systems zur Unterstützung von Kindern und Kindererziehung“ im April 2015.

  • Analyse politischer Agenda-Setting-Prozesse durch innere und äußere Einflussfaktoren.
  • Untersuchung der Rolle gesetzlich verankerter Informationsinstrumente wie des Shōshika-Weißbuchs.
  • Bewertung des Einflusses von Wählerinteressen und der Medienberichterstattung.
  • Verknüpfung der Familienpolitik mit wirtschaftspolitischen Zielen (Abenomics).

Auszug aus dem Buch

3. 1. 1 Das Shōshika-Weißbuch

An dieser Stelle sei zunächst ein kurzer Überblick über „Weißbücher“ (jap. hakusho) gegeben. Der Begriff stammt von der englischen Bezeichnung white paper und wurde ursprünglich für von der englischen Regierung an ihr Parlament gerichtete Berichte auf weißem Papier verwendet (Nagano 2013:113; National Diet Library 2018a). In Japan bezieht sich das Wort heute auf einen jährlichen Bericht, der von den zentralen Verwaltungsbehörden zusammengetragen wird, die gegenwärtige Lage in einem politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Themenfeld darstellt und über Maßnahmen darin informiert (National Diet Library 2018a; Zenkoku kanpō hanbai kyōdō kumiai 2019). Im Unterschied zu Jahresberichten haben Weißbücher eine gesetzliche Grundlage; ihre Herausgabe in bestimmten Abständen ist also obligatorisch (National Diet Library 2018b).

Dabei wird zwischen Weißbüchern, die dem Parlament vorgelegt werden, um dieses und die Bevölkerung über die Regierungspolitik zu informieren (z. B. das Konsumentenweißbuch (Shōhisha hakusho)), und Weißbüchern, die dem Kabinett als Berichte zu bestimmten Themen vorgelegt werden oder für die Veröffentlichung dessen Einverständnisses bedürfen (z. B. das Polizeiweißbuch (Keisatsu hakusho)), unterschieden (Nagano 2013:113; National Diet Library 2018a). Speziell Weißbücher des ersten Typs entstehen meist auf Initiative des Parlaments, da sie als demokratische Kontrollinstrumente fungieren: Ihre gesetzliche Festlegung inklusive der Verpflichtung zur regelmäßigen Veröffentlichung (sowohl in Buchläden als auch auf den einzelnen Webseiten der herausgebenden Behörden) gewährleistet, dass das Parlament und die Bevölkerung auch in langen Perioden ohne Regierungswechsel auf geordnete und leicht verständliche Weise über regierungspolitische Maßnahmen in einem bestimmten Politikfeld unterrichtet werden und Einfluss auf die weitere Entwicklung nehmen können (Nagano 2013:113).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die demografische Krise Japans, charakterisiert durch niedrige Geburtenraten und eine alternde Gesellschaft, und stellt die Forschungsfrage zur Agenda-Priorisierung dieses Problems.

2 Theorie und Methodik: Dieses Kapitel führt in die Agenda-Setting-Theorie von Jones und Baumgartner ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit mittels Triangulation und Zeitungsanalyse.

3 Innere Faktoren: Der Hauptteil analysiert interne Mechanismen wie das Shōshika-Weißbuch und politische Eigeninteressen der Regierung Abe, die zur stetigen Auseinandersetzung mit der Geburtenproblematik zwingen.

4 Äußere Faktoren: Dieses Kapitel untersucht den Einfluss der Wählerschaft und der Massenmedien auf die politische Agenda und zeigt die Verbindung zwischen demographischen Themen und Abenomics auf.

5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Zusammenspiel aus gesetzlich verankerten Informationszwängen, wirtschaftlichen Interessen und öffentlichem sowie medialem Druck das Thema shōshika dauerhaft auf der Regierungsagenda gehalten hat.

Schlüsselwörter

Japan, Geburtenrate, Demografischer Wandel, shōshika, Agenda-Setting, Regierung Abe, Familienpolitik, Kinderbetreuung, Weißbuch, Wählerinteressen, Medienanalyse, Wirtschaftspolitik, Abenomics, Politikwissenschaft, Sozialpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum das Thema der sinkenden Geburtenrate in Japan seit den 1990er Jahren trotz vielfältiger Widerstände kontinuierlich auf der politischen Agenda blieb.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Analyse fokussiert sich auf die Verknüpfung von Familien- und Bevölkerungspolitik mit wirtschaftspolitischen Strategien sowie auf die Rolle von Medien und Wählerinteressen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die spezifischen inneren und äußeren Faktoren zu identifizieren, die eine dauerhafte politische Priorisierung des Geburtenrückgangs während der Ära Abe (2012–2015) erklärbar machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die Agenda-Setting-Theorie von Jones und Baumgartner und wendet eine methodische Triangulation an, die Literaturanalysen, die Untersuchung politischer Instrumente und eine quantitative Zeitungsanalyse umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in innere Faktoren wie die gesetzlichen Informationsverpflichtungen der Regierung und deren Eigeninteressen sowie äußere Faktoren wie den Einfluss der Wählerschaft und die mediale Berichterstattung in führenden Tageszeitungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben shōshika, Agenda-Setting, Abenomics und demografischer Wandel vor allem die Analyse der politischen Priorisierung durch die Regierung und der Medialisierungsprozess.

Welche Rolle spielt das Shōshika-Weißbuch?

Es fungiert als gesetzlich verankertes Kontrollinstrument, das die Regierung verpflichtet, Parlament und Bevölkerung jährlich über den Stand der Maßnahmen gegen den Geburtenrückgang zu informieren.

Warum wird das Thema shōshika trotz mangelnder Erfolge weiter verfolgt?

Die Arbeit verdeutlicht, dass die Integration des Themas in die wirtschaftspolitischen Ziele (Abenomics) und die Notwendigkeit, dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken, die fortwährende Agenda-Präsenz sichern.

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Detalles

Título
Das Sinken der Geburtenrate als Teil der Agenda der japanischen Regierung
Universidad
Martin Luther University  (Institut für Politikwissenschaft und Japanologie)
Curso
Japan in der Ära Abe (2012 - heute)
Calificación
1,0
Autor
Franziska Riedel (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
36
No. de catálogo
V1139050
ISBN (Ebook)
9783346512970
ISBN (Libro)
9783346512987
Idioma
Alemán
Etiqueta
Japan Geburtenrückgang Sinken der Geburtenrate Überalterung demografischer Wandel Politik Familienpolitik Politische Agenda Regierungsinteresse Faktoren Wählerinteresse Zeitung Analyse
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Franziska Riedel (Autor), 2019, Das Sinken der Geburtenrate als Teil der Agenda der japanischen Regierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139050
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