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Merowinger und Bourdieu. Die Gesellschaft der Merowinger im Kontext des Übergangs zwischen Spätantike und Frühmittelalter

Title: Merowinger und Bourdieu. Die Gesellschaft der Merowinger im Kontext des Übergangs zwischen Spätantike und Frühmittelalter

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 41 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Pawel Bornstedt (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Diese Arbeit soll an den Diskurs der Übergangszeit anknüpfen und versuchen anhand des Gesellschaftsmodells nach Pierre Bourdieu die verschiedenen Gesellschaftsschichten gemeinsam darzustellen, wie die früh-merowingische Gesellschaft als Ganzes aufgebaut war und vor allem die Frage klären, wie sie sich zwischen dem 5. und 7. Jhd. entwickelte. Da dies eine Fragestellung ist, die ganze Bücher füllen könnte, kann im Rahmen dieser Arbeit nicht spezifisch auf einzelne Quellen zurückgegriffen werden. Stattdessen wird methodisch quantitativ vorgegangen, um über die diversen Erkenntnisse, Funde und Ergebnisse der Forschung der letzten Jahre das Modell trotz der wenigen Seiten mit möglichst vielen Daten füllen zu können und so zu einem akzeptablen Ergebnis zu kommen. Daher sei dem Verfasser verziehen, wenn sich gelegentlich lediglich auf einen Literaturhinweis beschränkt wird.

Hierfür wird zuerst das Gesellschaftsmodell von Bourdieu in stark komprimierter Form erläutert. Im nächsten Schritt wird die merowingische Gesellschaft in dieses Modell integriert. Da schon dabei nicht vermieden werden kann von den Entwicklungen innerhalb der Gesellschaft zu sprechen, werden die wichtigsten Entwicklungen in dem darauffolgenden Kapitel gebündelt. Abschließend folgt ein Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Gesellschaftsmodell von Pierre Bourdieu

1. Kapitaltheorie

2. Habitus

III. Die Gesellschaft der Merowinger

1. Säkulare Elite

2. Sakrale Elite

3. Die mittleren und unteren Gesellschaftsschichten

4. Frauen und Kinder

IV. Wandel der Gesellschaft

V. Fazit

VI. Literatur

1. Primärliteratur

2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Struktur und den gesellschaftlichen Wandel der merowingischen Gesellschaft zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert, indem sie das theoretische Gesellschaftsmodell von Pierre Bourdieu auf die historischen Gegebenheiten anwendet. Ziel ist es, die verschiedenen sozialen Schichten – von der säkularen und sakralen Elite bis hin zur Mittel- und Unterschicht – in einem holistischen Ansatz zu erfassen und die Transformationsprozesse innerhalb dieses Zeitraums zu beleuchten.

  • Anwendung des Bourdieu’schen Gesellschaftsmodells auf das Frühmittelalter
  • Differenzierung und Analyse der Eliten (säkulare vs. sakrale Führungsschicht)
  • Untersuchung der sozialen Dynamiken und der Rolle der Mittel- und Unterschichten
  • Analyse des kulturellen Wandels, insbesondere der Akkulturation römischer Strukturen
  • Rolle von Frauen und Kindern in der merowingischen Sozialstruktur

Auszug aus dem Buch

1. Kapitaltheorie

Bourdieu nutzt zur Erläuterung seiner Thesen gerne eine Spielmetapher12, die in mancher Literatur zwecks besserer Veranschaulichung zu einem Brettspiel umgeändert wird13. So wird auch hier vorgegangen: Man stelle sich vor, das Leben sei ein Brettspiel. Jeder Spieler besitzt für seine Spielzüge drei verschiedenfarbige Spielsteine, die die jeweilige Kapitalsorte symbolisieren: das ökonomische Kapital, das kulturelle Kapital und das soziale Kapital14.

Das ökonomische Kapital ist alles, was sich mehr oder weniger direkt zu Geld konvertieren lässt – Aktien, Wertpapiere, Schmuck, Geld an sich etc.15.

Kulturelles Kapital lässt sich in drei Formen teilen: inkorporiertes (Allgemeinwissen, Fachwissen, bestimmte erlernte Fähigkeiten und Fertigkeiten und dergleichen), objektiviertes (kulturelle Güter wie Bücher, Instrumente, Maschinen, u.Ä.) sowie institutionalisiertes kulturelles Kapital (Bescheinigungen, Zeugnisse, Diplome, Titel etc.)16.

Soziales Kapital ist das, was im Volksmund „Vitamin B“ genannt wird – Beziehungen, Kontakte, Verwandtschaft u.Ä.17. Es ist nicht nur Kapital, sondern auch ein Multiplikator der anderen Kapitalsorten an sich. Wenn jemand ein neues Auto braucht, sich jedoch weder mit Autos auskennt (kulturelles Kapital) noch genügend Geld für einen Neuwagen hat (ökonomisches Kapital), so hat er ein Problem. Wenn er aber soziales Kapital, z.B. in Form eines befreundeten Mechatronikers hat, der obendrein noch Handelsgeschick besitzt, so kann er ihm helfen mit den eben erwähnten Einschränkungen sein Kapital möglichst effizient einzusetzen und einen möglichst guten Gebrauchtwagen zu einem möglichst billigen Preis zu kaufen18.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Quellenlage ein und definiert das Forschungsziel, die merowingische Gesellschaft anhand des Bourdieu’schen Modells zu analysieren.

II. Gesellschaftsmodell von Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Bourdieus Kapitaltheorie und das Habitus-Konzept, die als analytisches Raster für die Untersuchung dienen.

III. Die Gesellschaft der Merowinger: Das Hauptkapitel gliedert die merowingische Gesellschaft in ihre verschiedenen Klassen und analysiert die spezifischen Charakteristika der säkularen und sakralen Eliten sowie der breiteren Bevölkerungsschichten.

IV. Wandel der Gesellschaft: Dieses Kapitel behandelt die Transformationsprozesse und die Akkulturation im merowingischen Reich, insbesondere den Wandel von spätantiken römischen hin zu fränkischen Strukturen.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und beantwortet die in der Einleitung aufgestellten Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Merowinger, Pierre Bourdieu, Kapitaltheorie, Habitus, Frühmittelalter, Spätantike, Gesellschaftsmodell, Säkulare Elite, Sakrale Elite, Akkulturation, Romanitas, Sozialstruktur, Historische Soziologie, Militarisierung, Transformation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziale Struktur der merowingischen Gesellschaft im Frühmittelalter und untersucht deren Wandel unter Verwendung des theoretischen Gesellschaftsmodells von Pierre Bourdieu.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial) im Kontext der Merowingerzeit, die Abgrenzung und Funktion von Eliten sowie die kulturelle Akkulturation zwischen Spätantike und Frühmittelalter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die merowingische Gesellschaft als Ganzes zu erfassen und die Entwicklungsdynamiken zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert wissenschaftlich zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine methodisch quantitative Vorgehensweise gewählt, um trotz der begrenzten schriftlichen Quellenlage durch die Integration archäologischer Funde und historischer Forschungsergebnisse ein umfassendes Bild der Gesellschaft zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert die Gesellschaft in verschiedene Klassen – insbesondere die säkulare und sakrale Elite sowie die Mittel- und Unterschicht – und untersucht deren spezifische Kapitalausstattung und Habitus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Merowinger, Bourdieu, Kapitaltheorie, Akkulturation, Romanitas und soziale Transformation.

Wie unterscheidet sich die sakrale von der säkularen Elite laut der Arbeit?

Die säkulare Elite definiert sich primär durch militärische Führung und ökonomisches Kapital, während die sakrale Elite aus der gallorömischen Senatsaristokratie hervorging und ihren Status über kulturelles Kapital und religiöse Legitimation definierte.

Welche Rolle spielt die Militarisierung für den gesellschaftlichen Wandel?

Die Militarisierung der Gesellschaft führte dazu, dass fast jeder Mann zum potenziellen Krieger wurde, was die soziale Mobilität beeinflusste und die Rolle von sogenannten Warlords als säkulare Elite stärkte.

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Details

Title
Merowinger und Bourdieu. Die Gesellschaft der Merowinger im Kontext des Übergangs zwischen Spätantike und Frühmittelalter
College
University of Freiburg
Grade
1,7
Author
Pawel Bornstedt (Author)
Publication Year
2021
Pages
41
Catalog Number
V1139126
ISBN (eBook)
9783346512789
ISBN (Book)
9783346512796
Language
German
Tags
Bourdieu Übergang Merowinger Spätantike Antike Frühmittelalter Mittelalter Übergangszeit Gesellschaft Gesellschaftsmodell Wandel Transformationszeit Merowingische Gesellschaft Gallo-römisch warlords Germanen Frankenreich Chlodwig Childerich Gregor von Tours Fredegar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pawel Bornstedt (Author), 2021, Merowinger und Bourdieu. Die Gesellschaft der Merowinger im Kontext des Übergangs zwischen Spätantike und Frühmittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139126
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