Todd Philips’ Film zeigt eine andere Seite des größten Gegenspieler Batmans: einen erfolglosen Stand-up-Comedian am Rande der Gesellschaft, der an psychischen Störungen leidet. Der Film beleuchtet seine tragische Vergangenheit und wirft dabei die Frage auf: Ist der Joker wirklich von Grund auf böse oder lediglich eine missverstandene tragische Figur? In dieser Bachelorarbeit soll dieser Frage nachgegangen werden. Eine weitere Frage, auf die eingegangen werden soll: Ist der Joker eine Verherrlichung eines Mörders oder ein Spiegel der Gesellschaft?
Zunächst soll auf die Bedeutsamkeit der Darstellung mentaler Störungen im Spielfilm sowie ihren möglichen Einfluss eingefangen werden. Thematisiert werden soll aber auch die Frage, welche Schwierigkeiten und Grenzen mit der filmischen Darstellung psychischer Störungen einhergehen. Daraufhin wird der Hintergrund der Figuren Batman und Joker erläutert, wie die Figuren entstanden und warum sie so populär sind. Hier wird insbesondere auf die Faszination eingegangen, die der Mann hinter Clownsmaske weckt. Darauf folgt eine Analyse des Films von 2019, um herauszuarbeiten, was geschehen musste, damit „aus Arthur Fleck der Joker wurde: der Erzfeind Batmans, der offenbar aus reiner Freude heraus wahllos Menschen tötet und dadurch Angst und Chaos in Gotham verbreitet.“ Was sind die Hauptaussagen des Films und warum wurde er „zu einem der umstrittensten Filme des Jahres?“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mentale Störung im Spielfilm
2.1 Einfluss der Darstellung im Film
2.2 Grenzen der Darstellung im Film
2.3 Filmbeispiel: A Beautiful Mind
3. Batman und Joker: Die Entstehung
3.1 Die Faszination um den Joker
4. Filmanalyse Joker(2019)
4.1 Figurenanalyse
4.2 Arthur Fleck
5. Die Hauptaussagen des Films
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Darstellung psychischer Störungen im Film am Beispiel von Todd Phillips' „Joker“ (2019). Ziel ist es zu analysieren, wie der Film die Transformation einer bemitleidenswerten Figur in einen Mörder inszeniert, die Rolle des Mediums Film bei der Vermittlung psychischer Krankheiten zu hinterfragen und die moralische Ambivalenz des Publikums im Umgang mit dieser tragischen Figur zu beleuchten.
- Filmische Darstellung psychischer Störungen und deren Grenzen.
- Historische Entwicklung und Faszination der Figur des Jokers.
- Figurenanalyse von Arthur Fleck und seine Transformation.
- Gesellschaftskritik und Rezeption von „Joker“ (2019).
- Empathie und Identifikation des Zuschauers mit einem psychisch kranken Antagonisten.
Auszug aus dem Buch
4.2 Arthur Fleck
Die Figuren eines Films werden unterschieden in „Haupt- und Nebenfiguren, wobei der Protagonist bzw. die Protagonistin zentrale Wichtigkeit beansprucht.“ Der Protagonist ist die zentrale Gestalt, die Schlüsselfigur und das Wahrnehmungszentrum, so auch im Film „Joker“, in dem Arthur Fleck die zentrale Figur ist. Während der 122 Minuten des Films ist er in jeder Szene zu sehen und die Zuschauer erleben den Film aus seiner Perspektive. Die Nebenfiguren des Films sind eher Impulsgeber für sein Handeln oder seine Fantasien und Wunschvorstellungen. Deshalb konzentriert sich die Figurenanalyse ausschließlich auf Arthur Fleck.
Zu unterscheiden sind drei verschiedene Charakterisierungen. „Die Selbstcharakterisierung: Jede Figur charakterisiert sich als die, die sie ist oder zu sein vorgibt, durch ihr Reden, ihr Handeln, ihre Mimik, Gestik, Stimme, ihre Sprache, ihre Kleidung usw.“ Die Hauptfigur Arthur Fleck nimmt eine Selbstcharakterisierung vor.
Bei einer Fremdcharakterisierung hingegen wird eine Figur von einer anderen Figur vorgestellt und bewertet.
Bei einer Erzählcharakterisierung zuletzt kann eine Figur „durch zahlreiche Bauformen des Erzählens charakterisiert werden, etwa durch die Einstellungsgröße oder die Einstellungsperspektive, durch die Musik, die Beleuchtung und andere Stilmittel.“
Arthur Fleck ist eine mehrdimensionale Figur, ein ,round’ Charakter. Das heißt, dass die Figur Komplexität besitzt. „Die Liste der Eigenschaften und Merkmale ist vergleichsweise lang, gekennzeichnet von großer Vielfalt und durchaus auch von Gegensätzen und Widersprüchen, die eine Figur erst wirklich lebendig erscheinen lassen“. Was der Joker in diesem Film erlebt und was ihn zu einem ,round’ Charakter macht, ist „eine persönlichkeitsmäßige Veränderung“. Arthur Fleck ist gegen Ende des Films nicht länger die Person, die er zu Beginn war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz und Kontroverse um den Film „Joker“ sowie Formulierung der Forschungsfragen zur Darstellung psychischer Störungen.
2. Mentale Störung im Spielfilm: Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen des Mediums Film bei der Darstellung psychischer Erkrankungen und deren Wirkung auf den Zuschauer.
3. Batman und Joker: Die Entstehung: Historische Einordnung der Entwicklung der Comicfiguren Batman und Joker und Analyse ihrer gegensätzlichen Rollen.
4. Filmanalyse Joker(2019): Detaillierte Untersuchung des Films, insbesondere die Analyse des Protagonisten Arthur Fleck und seiner Transformation.
5. Die Hauptaussagen des Films: Diskussion der gesellschaftlichen Rezeption, der Gewaltdebatte und der Hintergründe für das kontroverse Echo des Films.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Transformation Arthur Flecks als Charakterstudie und Reflexion über die gesellschaftliche Bedeutung des Films als Spiegel.
Schlüsselwörter
Joker, Arthur Fleck, psychische Störung, Filmanalyse, Spielfilm, Empathie, Transformation, Gesellschaft, Batman, Darstellung, Medien, Trauma, Gewalt, Identität, Psychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die filmische Darstellung von psychischen Störungen anhand des Films „Joker“ (2019) und untersucht, wie der Film den Zuschauer zur Empathie mit einem Mörder führt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die filmtheoretische Darstellung psychischer Krankheiten, die Entwicklungsgeschichte der Joker-Figur sowie die Analyse von Arthur Flecks Transformation unter dem Einfluss gesellschaftlicher Bedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit möchte klären, ob der Joker eine Verherrlichung von Mördern darstellt oder einen gesellschaftlichen Spiegel bietet, der psychische Erkrankungen und soziale Ausgrenzung thematisiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse angewandt, die Figurenanalyse, psychologische Einordnungen sowie medienwissenschaftliche Aspekte (wie Framing) kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Darstellung psychischer Störungen im Film, eine historische Analyse der Figuren Batman und Joker und eine spezifische Filmanalyse von „Joker“ (2019).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Joker, Arthur Fleck, psychische Störung, Filmanalyse, Transformation, Empathie und gesellschaftliche Randgruppen.
Wie spielt der Film mit Fantasie und Realität bei Arthur Fleck?
Der Film nutzt bewusst unzuverlässige Erzählmomente, etwa durch halluzinierte Beziehungen oder Tagträume, um den Zuschauer über den Status der Ereignisse im Unklaren zu lassen und Arthurs psychischen Zustand erlebbar zu machen.
Warum ist die Tanzszene auf der Treppe für den Film zentral?
Der Tanz markiert die endgültige Transformation Arthurs in den Joker und symbolisiert für ihn Freiheit, Macht und Identität, womit die Treppenszene den Titelcharakter maßgeblich definiert.
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- Nicole Kramer (Autor), 2021, Psychische Störungen im Film am Beispiel von "Joker" (2019), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139577