Psychologie und Ethik haben viele gemeinsame Schnittpunkte, vor allem in der Forschung und der Anwendung.
Im Rahmen der Literatur des Moduls wird vor allem Bezug auf die klinische Praxis genommen, die folgende Hausarbeit wird hingegen die psychologische Forschung behandeln, da auch sie in der Geschichte einen umfassenden Wandel erlebte.
Im Laufe der Zeit erlangte die psychologische Forschung eine größere Sichtbarkeit in der Gesellschaft und stieß eine immer wiederkehrende Debatte um die ethische Vertretbarkeit der psychologischen Forschung an. Besonders drei Experimente der Psychologie gelten als Fehltritte, die für die Wichtigkeit der ethischen Themen sensibilisieren. Darunter das Milgram Experiment von Stanley Milgram, das Stanfort Prison von Philip Zimbardo und das Experiment um Little Albert von John B. Watson.
Nach der Definition von Moral und Ethik werden die drei Experimente im Rahmen der Hausarbeit dargestellt und anhand der Entwicklung ethischer Richtlinien im Hinblick auf das heutige Regelwerk reflektiert, um so die Frage zu beantworten, welchen Einfluss der Wandel der psychologischen Ethik auf die Durchführung von Experimenten hat.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
DEFINITION VON MORAL UND ETHIK
GESCHICHTE DER PSYCHOLOGISCHEN FORSCHUNG
LITTLE ALBERT – JOHN B. WATSON
MILGRAM EXPERIMENT – STANLEY MILGRAM
STANFORD PRISON – PHILIP ZIMBARDO
ENTWICKLUNG DER ETHISCHEN LANDSCHAFT
BERUFSETHISCHE RICHTLINIEN
DIE ROLLE DER ETHIKKOMMISSION
BETRACHTUNG DER EXPERIMENTE UNTER ETHISCHEN RICHTLINIEN
FAZIT
LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel der psychologischen Ethik und deren Einfluss auf die heutige Durchführung wissenschaftlicher Forschung. Dabei wird analysiert, inwiefern frühere, als ethisch fragwürdig geltende Experimente zur Etablierung moderner Regelwerke und Kontrollinstanzen beigetragen haben.
- Historische Entwicklung psychologischer Forschungsstandards
- Analyse klassischer psychologischer Experimente (Watson, Milgram, Zimbardo)
- Bedeutung berufsethischer Richtlinien für die heutige Praxis
- Regulierende Funktion von Ethikkommissionen
- Ethische Reflexion von Täuschung und Belastung in der Forschung
Auszug aus dem Buch
Milgram Experiment – Stanley Milgram
Das Milgram-Experiment wurde 1961 vom amerikanischen Sozialpsychologen Stanley Milgram durchgeführt. Als Basis seines Experiments sah er die Tatsache, dass in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 Millionen Menschen systematisch umgebracht wurden (Milgram, 1982, S. 17). Ein solches Ausmaß ist auf den Gehorsam als psychologischen Mechanismus zurückzuführen, der individuelles Handeln an politische Zwecke bindet (Milgram, 1982, S. 17). Beobachtungen lassen vermuten, dass Gehorsam eine Verhaltenstendenz darstellt, die ethisches Empfinden und das Moralverhalten überlagert (Milgram, 1982, S. 17).
Im Verlauf der Geschichte zeigt sich immer wieder, dass Menschen im Falle eines Befehls in der Lage sind, andere Menschen umzubringen, weil sie sich verpflichtet fühlen, einen Befehl auszuführen (Milgram, 1982, S. 18).
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Schnittpunkte zwischen Psychologie und Ethik und führt in die Fragestellung ein, wie der Wandel ethischer Standards die heutige Forschungslandschaft prägt.
DEFINITION VON MORAL UND ETHIK: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Grundlagen von Moral und Ethik sowie die verschiedenen Anwendungsbereiche wie die normative, Meta- und deskriptive Ethik.
GESCHICHTE DER PSYCHOLOGISCHEN FORSCHUNG: Hier werden die Studien zu Little Albert, dem Milgram-Experiment und dem Stanford Prison Experiment als historische Beispiele für ethische Fehltritte detailliert dargestellt.
ENTWICKLUNG DER ETHISCHEN LANDSCHAFT: Das Kapitel beschreibt die Entstehung universeller ethischer Regelwerke wie des APA Ethics Code und des EFPA-Meta-Codes seit Mitte des 20. Jahrhunderts.
BERUFSETHISCHE RICHTLINIEN: Hier werden die verbindlichen Rahmenbedingungen für Forschung und Publikation sowie die Bedeutung der Einwilligung und des Teilnehmerschutzes erläutert.
DIE ROLLE DER ETHIKKOMMISSION: Es wird die unterstützende und kontrollierende Funktion der Ethikkommission bei der Prüfung von Forschungsvorhaben auf ethische Vertretbarkeit beschrieben.
BETRACHTUNG DER EXPERIMENTE UNTER ETHISCHEN RICHTLINIEN: In diesem Kapitel werden die zuvor genannten historischen Experimente kritisch vor dem Hintergrund heute geltender ethischer Standards reflektiert.
FAZIT: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung und resümiert, wie ein gestiegenes ethisches Bewusstsein zur Einführung verbindlicher Prüfinstanzen geführt hat.
LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Psychologische Ethik, Forschungsethik, Gehorsam, Experimente, Milgram-Experiment, Stanford Prison, Little Albert, ethische Richtlinien, Ethikkommission, Autonomie, Probandenschutz, wissenschaftliche Forschung, Moral, Täuschung, Regelwerk
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel der ethischen Standards in der psychologischen Forschung und analysiert, wie historische Grenzüberschreitungen die heutigen wissenschaftlichen Kontrollinstanzen geformt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die ethische Geschichte der Psychologie, die Anwendung von Richtlinien in der Forschungspraxis und die Rolle von Kontrollinstanzen wie der Ethikkommission.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss des gesellschaftlichen und professionellen Wandels der psychologischen Ethik auf die heutige Gestaltung und Bewilligung von Forschungsexperimenten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse basiert, um historische Entwicklungen und aktuelle Richtlinien systematisch zusammenzuführen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Definition von Moral und Ethik, die Analyse klassischer Experimente, eine Darstellung der Entwicklung ethischer Kodizes sowie eine kritische Reflexion der Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Forschungsethik, Gehorsam, Ethikkommission, Richtlinien, Probandenschutz und das Milgram- oder Stanford-Prison-Experiment.
Warum wird das Experiment von John B. Watson heute kritisch gesehen?
Es wird aufgrund des jungen Alters des Probanden (Little Albert), der fehlenden Aufklärung der Erziehungsberechtigten und der potenziellen psychischen Schädigung durch die Konditionierung der Angstreaktion kritisiert.
Welchen Einfluss hat die Ethikkommission auf die heutige Forschung?
Die Ethikkommission dient als verpflichtende Kontrollinstanz, die Forschungsvorhaben vorab begutachtet, ethische Risiken minimiert und somit die Einhaltung professioneller Standards sicherstellt.
- Arbeit zitieren
- Nele Knauff (Autor:in), 2021, Der Wandel in der psychologischen Ethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139639