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Leserfang und Leserbindung

Die Gratifikationsstrategien der BILD-Zeitung

Título: Leserfang und Leserbindung

Trabajo Escrito , 2008 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Laura Dorfer (Autor)

Medios / Comunicación - Medios impresos, prensa
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Resumen Extracto de texto Detalles

[...] Um die Ursache für den Verkaufserfolg der BILD-Zeitung zu finden, muss zunächst geklärt werden, welche Funktionen das Lesen von Boulevardblättern für die Rezipienten haben kann und wie ihre Zuwendung zu diesen motiviert ist. Da in der Massenpresse die gleichen auf Wirkung zielenden Strategien verwendet werden wie in der Trivialliteratur, kann eine Annäherung an die Funktionen der Lektüre der BILD-Zeitung über eine Analyse von Trivialtexten erfolgen. Im Anschluss daran, werden kommunikationstheoretische Grundlagen zur Medienwirkungsforschung dargelegt: Aufzuzeigen ist, dass die Zuwendung zu Medien stets durch eine Gratifikationserwartung begründet ist. Welche zentralen Faktoren für die Medienzuwendung und unmittelbare Belohnung bei Boulevardformaten von Bedeutung sind, soll im dritten Kapitel erarbeitet werden. Schließlich werden die spezifischen Gratifikationsstrategien der BILD-Zeitung näher eruiert. Es wird sowohl theoretisch als auch praktisch untersucht, mit welchen Techniken es der Zeitung gelingt, die Aufmerksamkeit der Leser zu erregen und sie an sich zu binden. Dabei werden anhand authentischer Materialien – BILD-Schlagzeilen und Artikel – die Strategien und Wirkungsabsichten durchleuchtet. Als Untersuchungsgegenstand dienen BILD-Ausgaben aus den Regionen Frankfurt und Mainz/Wiesbaden vom 24. März 2008 bis zum 7. April 2008.

Extracto


Gliederung

1. Einführung

2. Grundannahme zur modernen Medienwirkungsforschung trivialer Texte

2.1 Funktionen des Lesens trivialer Texte

2.2 Gratifikationen als Motiv der Medienzuwendung

3. Zentrale Faktoren unmittelbarer Gratifikation bei Boulevardmedien

3.1 Inhaltlich-thematische Relevanz

3.2 Kognitiv-intellektuelle Adäquanz

3.3 Unspezifische emotionale Aktivierung und das Prinzip der Abweichung

3.4 Aktivierung durch spezifische Emotionalität

3.5 Emotionale Adäquanz

4. Gratifikationsstrategien der BILD-Zeitung

4.1 Techniken der Herstellung inhaltlich-thematischer Relevanz

4.2 Unspezifische emotionale Aktivierung: Die Narrativierung

4.3 Aktivierung durch spezifische Emotionalität: Das Vokabular der Brachialgewalt

4.4 Komplexitätsreduktion zur Herstellung kognitiv-intellektueller Adäquanz

4.5 Emotionale Adäquanz

4.6 Verunsicherung und Orientierung

5. Schlusswort

6. Bibliographie

6.1 Literatur

6.2 Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die systematischen Gratifikationsstrategien der BILD-Zeitung, um zu erklären, wie es dem Blatt gelingt, trotz eines ambivalenten Images eine außergewöhnlich hohe Leserbindung und einen konstanten Verkaufserfolg zu erzielen, indem es gezielt die Grundbedürfnisse und Wünsche der Rezipienten antizipiert.

  • Analyse der medienpsychologischen Funktionen von Boulevardmedien.
  • Untersuchung von Aktivierungstechniken wie der Narrativierung und Emotionalisierung.
  • Erforschung der Strategien zur Komplexitätsreduktion und kognitiven Adäquanz.
  • Analyse der Leserbindung durch "In-Group"-Identifikation und Verunsicherung/Orientierung.
  • Praktische Untersuchung anhand authentischer BILD-Materialien.

Auszug aus dem Buch

3.3 Unspezifische emotionale Aktivierung und das Prinzip der Abweichung

Das Prinzip der Abweichung stellt ein elementares Prinzip für die Aktivierung der Rezipienten dar. Indem Objekte, Situationen und Ereignisse vom „Normalen“ abweichen, wird die Neugierde der Rezipienten geweckt und ihr Zuwendungsverhalten positiv beeinflusst. Um das Prinzip der Abweichung näher zu erläutern, lohnt es, das Schema der Neuartigkeit, welches selbst auf diesem Prinzip basiert, einzuführen: Inhalte, die ein besonderes Maß an Neuartigkeit aufweisen, lösen bei den Rezipienten eine Erregung aus. Diese Erregung rührt aus einem Konflikt, der aufgrund einer Abweichung zwischen den bestehenden Konzepten und Erwartungen und dem neuen Input im Inneren der Rezipienten entsteht. Um die Zuwendung zu sichern, sollte ein Text folglich in hinreichendem Maße abweichendes Material aufweisen.

Ob das Ausmaß an Neuartigkeit und Abweichung für den einzelnen Rezipienten genügt, hängt jeweils von den kognitiven Prädispositionen der Wahrnehmenden ab. Prinzipiell sollte ein mittleres Aktivationsniveau angestrebt werden, da dieses als angenehm bewertet wird und psychisch die besten Bedingungen für die Reizverarbeitung schafft. Ein Aktivationsniveau, das sich deutlich von dem mittleren Bereich entfernt, wird dem Rezipienten keine Gratifikation bieten, sondern eine Motivationsreduktion einleiten, denn es gilt: Während eine zu geringe Aktivierung Langeweile zur Folge hat, erzielt eine übermäßige Aktivierung Gefühle von Angst und Verwirrung. Eine Ausnahme bilden kalkulierbar kurzfristige Erregungsspitzen, die ebenfalls exploratives Verhalten auslösen können. Die Belohnung entsteht nicht durch die Erregungsspitzen selbst, sondern durch den darauf folgenden erlösenden Spannungsabfall.

Die Abweichung ist demgemäß als ein Grundprinzip der Stimulation zu betrachten. In Boulevardmedien wird von dem Prinzip der Abweichung intensiv Gebrauch gemacht, um eine fesselnde emotionalisierende Erzähldynamik zu schaffen. Für die Produzenten sind diese Techniken von besonderer Bedeutung, um die Konsumierbarkeit des Mediums zu steigern, denn: Je mehr die Neugierde der Nutzern geweckt wird, desto intensiver fällt die Zuwendungsbereitschaft dieser aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung legt die Fragestellung und These fest, dass der Verkaufserfolg der BILD-Zeitung auf der Erfüllung grundlegender Leserbedürfnisse basiert.

2. Grundannahme zur modernen Medienwirkungsforschung trivialer Texte: Das Kapitel vermittelt theoretische Grundlagen zu den psychologischen Funktionen trivialer Medienangebote und zum Uses-and-Gratifications-Ansatz.

3. Zentrale Faktoren unmittelbarer Gratifikation bei Boulevardmedien: Hier werden die Mechanismen wie inhaltlich-thematische Relevanz, kognitive Adäquanz und emotionale Aktivierung als Basis für die Mediennutzung erläutert.

4. Gratifikationsstrategien der BILD-Zeitung: Das Kernkapitel untersucht die konkreten Techniken der Zeitung, von Narrativierung über Brachialvokabular bis hin zur gezielten Verunsicherung und Orientierung.

5. Schlusswort: Das Fazit fasst zusammen, wie BILD durch die Schaffung einer Ersatzrealität und gezielte Bedürfnisbefriedigung die Leser dauerhaft an sich bindet.

6. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendete Literatur und die als Analysebasis dienenden BILD-Quellen auf.

Schlüsselwörter

BILD-Zeitung, Boulevardmedien, Medienwirkungsforschung, Gratifikation, Leserbindung, Narrativierung, Emotionalisierung, Komplexitätsreduktion, Rezipienten, Mediennutzung, Massenpresse, Unterhaltungsbedürfnis, Verunsicherung, Orientierung, Trivialliteratur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Strategien der BILD-Zeitung, mit denen sie die Wünsche ihrer Leser antizipiert, um eine hohe Bindung zu erzeugen und den Verkaufserfolg zu sichern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Medienwirkungsforschung, die Mechanismen der Boulevardberichterstattung sowie die psychologischen Faktoren der Gratifikation bei der Zeitungslektüre.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, mit welchen spezifischen Mitteln es der BILD-Zeitung gelingt, die Bedürfnisse der Rezipienten zu antizipieren und sie langfristig an das Blatt zu binden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verbindet theoretische medienwissenschaftliche Ansätze (wie den Uses-and-Gratifications-Ansatz) mit einer praktischen Analyse authentischer BILD-Texte.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Gratifikationsfaktoren bei Boulevardmedien und eine detaillierte Untersuchung der spezifischen Strategien, wie etwa der Narrativierung oder der Komplexitätsreduktion, innerhalb der BILD-Zeitung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienwirkungsforschung, Gratifikation, Boulevardmedien, Narrativierung und Leserbindung definiert.

Wie erzeugt die BILD-Zeitung eine emotionale Nähe zum Leser?

Die Zeitung nutzt Techniken wie die Personalisierung von Problemen, das WIR-Gefühl in der Berichterstattung sowie eine persönliche Ansprache durch Spitznamen, um eine Nähe zur privaten Erfahrungswelt der Leser vorzutäuschen.

Warum spielt das Prinzip der Verunsicherung eine Rolle für die Zeitung?

Die BILD-Zeitung nutzt die bewusste Verunsicherung der Leser durch die Potenzierung von Gefahren, um sich anschließend als hilfreiche Instanz und Ratgeber zu präsentieren, was die Abhängigkeit und Bindung der Leser stärkt.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Leserfang und Leserbindung
Subtítulo
Die Gratifikationsstrategien der BILD-Zeitung
Universidad
University of Siegen  (Germanistik und Allg. Literaturwissenschaft - Medien- und Literaturtheorie )
Curso
Die BILD-Zeitung und ihre Kritik in der bundesdeutschen Literaturgeschichte
Calificación
1,0
Autor
Laura Dorfer (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
21
No. de catálogo
V113974
ISBN (Ebook)
9783640142903
ISBN (Libro)
9783640143399
Idioma
Alemán
Etiqueta
Leserfang Leserbindung BILD-Zeitung Kritik Literaturgeschichte Gratifikationen Publizistik Rezeptionsforschung Uses-and-Gratification BILD Medienanalyse Journalismus Boulevardjournalismus Emotionalisierung Skandalisierung Praktiken Strategien
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Laura Dorfer (Autor), 2008, Leserfang und Leserbindung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113974
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