In der Behindertenhilfe kommen Mitarbeiter zunehmend nicht nur mit geistig, psychisch oder körperlich behinderten Menschen in Kontakt, sondern auch mit Klienten, deren Verhalten dem autistischen Formenkreis zuzuschreiben ist. In der Praxis stellt sich der Umgang mit diesem Klientel als komplexe Aufgabe mit vielen Barrieren in der Kommunikation und der sozialen Interaktion dar, auf die es mit verschiedenen pädagogischen Interventionsmöglichkeiten einzugehen gilt. Diese Interventionsmöglichkeiten haben das Ziel, die Interaktion mit Menschen, die von einer autistischen Störung betroffen sind, zu erleichtern.
Die einleitende Fragestellung lautet daher: Wie können Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung adäquat bei der Kommunikation unterstützt werden? Deshalb wird zunächst der Begriff der Kommunikation genauer definiert. Darauf aufbauend werden zwei verschiedene Modelle von Schulz von Thun und Shannon & Weaver vorgestellt, um sowohl den inhaltlichen als auch den technischen Aspekt von Kommunikation zu berücksichtigen. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich dann der eigentlichen Autismusspektrumstörung. Hier wird zunächst auf die Klassifikation des autistischen Formenkreises nach der ICD-10 eingegangen und der Begriff anhand der sogenannten Trias genauer definiert. Im Folgenden werden vier verschiedene Formen des Autismusspektrums detaillierter beleuchtet, darunter das Asperger-Syndrom, der frühkindliche Autismus, der atypische Autismus und der hochfunktionale Autismus. Der besondere Schwerpunkt des zweiten Teils wird auf den störungsbedingten Interaktionsproblemen, die sich sowohl in der Kommunikation als auch in der sozialen Interaktion niederschlagen, liegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Themeneingrenzung
2. Kommunikation
2.1 Definition
2.2 Kommunikationsmodelle
2.3 Kommunikationsmodell nach Shannon und Weaver
3. Autismus-Spektrum-Störung
3.1 Definition und Klassifikation
3.2 Formen
3.3 Störungsbedingte Probleme
4. TEACCH-Ansatz
4.1 Grundlagen des TEACCH Ansatzes
4.2 Förderung des Verstehens
4.3 Förderung des Mitteilens
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung durch gezielte pädagogische Ansätze adäquat in ihrer Kommunikation und sozialen Interaktion unterstützt werden können, wobei ein besonderer Fokus auf die Überwindung störungsbedingter Barrieren durch den TEACCH-Ansatz gelegt wird.
- Grundlagen der zwischenmenschlichen Kommunikation
- Klassifikation und Merkmale der Autismus-Spektrum-Störung
- Störungsbedingte Probleme in der Kommunikation und Interaktion
- Strukturierung und Visualisierung als Kernmethoden der Förderung
- Einsatz des TEACCH-Ansatzes zur Verbesserung des Verstehens und Mitteilens
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition und Klassifikation
Der Begriff der Autismus-Spektrum-Störung wird in der internationalen Klassifikation ICD-10 (International Classification of Diseases) noch nicht verwendet. Er ist allerdings mittlerweile gebräuchlich und wird daher auch in der Klassifikation in der Zukunft verwendet werden (vgl. insgesamt Bölte, 2009, S. 36f.).
Bisher wird diese Art der Informations- und Wahrnehmungsstörung als tiefgreifende Entwicklungsstörung bezeichnet. Störungsbilder des autistischen Formenkreises sind unter anderem der frühkindliche oder infantile Autismus (F84.0), das Asperger-Syndrom (F84.5) sowie der Atypische Autismus (F84.1) (ebd. S. 36f.).
Die Klassifikation ist anhand spezifischer problematischer Verhaltensweisen aufgebaut. Autistische Verhaltensweisen sind im Wesentlichen in drei kritisch auffällige Bereiche unterteilt. Diese Gliederung wird häufig klassische Trias genannt und erstrecken sich auf soziale, kommunikative und imaginative Aspekte. Letztere schließen auch restriktives, stereotypes und repetitives Verhalten mit ein. Zusätzlich können Menschen, die an einer autistischen Störung leiden, weitere Verhaltensprobleme und körperliche Erkrankungen aufweisen, wobei diese nicht grundsätzlich dem Autismusspektrum zugeordnet werden können (ebd. S. 33f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Themeneingrenzung: Die Einleitung führt in die Herausforderungen der Kommunikation bei Autismus ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. Kommunikation: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der zwischenmenschlichen Kommunikation und stellt die Modelle von Schulz von Thun sowie Shannon und Weaver vor.
3. Autismus-Spektrum-Störung: Hier werden Definitionen, Klassifikationen sowie die spezifischen kommunikativen und sozialen Herausforderungen der verschiedenen Störungsbilder beleuchtet.
4. TEACCH-Ansatz: Das Kapitel widmet sich dem pädagogischen Konzept des TEACCH-Ansatzes, insbesondere der Förderung des Verstehens und Mitteilens durch Strukturierung und Visualisierung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit des TEACCH-Ansatzes für die Unterstützung von Menschen mit Autismus.
Schlüsselwörter
Autismus-Spektrum-Störung, Kommunikation, soziale Interaktion, TEACCH-Ansatz, Kommunikationsmodell, Schulz von Thun, Shannon und Weaver, Strukturierung, Visualisierung, Förderplanung, Asperger-Syndrom, frühkindlicher Autismus, Verhaltensweisen, Behindertenhilfe, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung im Bereich der Kommunikation und sozialen Interaktion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Kommunikationstheorien, die Charakteristika autistischer Störungsbilder und der pädagogische TEACCH-Ansatz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie die Kommunikation mit autistischen Menschen durch spezifische Interventionsmöglichkeiten erleichtert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die theoretische Aufbereitung von Kommunikationsmodellen und therapeutischen Förderansätzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Kommunikationsmodelle erklärt, anschließend das Störungsbild Autismus detailliert klassifiziert und schließlich der TEACCH-Ansatz als Förderstrategie vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Autismus-Spektrum-Störung, Kommunikation, TEACCH, Strukturierung, Visualisierung und soziale Interaktion.
Wie unterscheidet sich der TEACCH-Ansatz von anderen Konzepten?
Der TEACCH-Ansatz fokussiert besonders auf die Stärken in der visuellen Wahrnehmung von Autisten und nutzt konsequente Strukturierung sowie Visualisierung, um den Alltag verständlicher zu machen.
Warum ist das Verständnis der Kommunikationsmodelle für diese Arbeit wichtig?
Die Modelle von Schulz von Thun sowie Shannon und Weaver helfen dabei, die spezifischen Fehlerquellen und Missverständnisse bei der Informationsverarbeitung von Menschen mit Autismus theoretisch zu greifen.
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- Bachelor Benjamin Reingruber (Author), 2016, Kommunikation bei Menschen mit Autismusspektrum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1139893