Die Masterarbeit zeigt auf, wie das Controlling den Aufbau von Resilienz im eigenen Unternehmen bestmöglich unterstützen kann. Dazu sollen unter anderem Faktoren der Resilienz dargestellt werden, die aus Sicht des Controllings besonders relevant sind. Bei dieser Darstellung erfolgt eine Zweiteilung auf zum einen individuelle beziehungsweise teambezogene Faktoren und zum anderen auf vom Controlling beeinflussbare Faktoren, welche sich auf der Ebene des gesamten Unternehmens befinden. Darüber hinaus soll eingehend dargelegt werden, durch welche Eigenschaften ein auf Resilienzerhöhung ausgerichtetes Controlling gekennzeichnet ist und welchen konkreten Beitrag es im Rahmen des Resilienzmanagements zur Förderung der Resilienz und somit zur Krisenvorsorge im Unternehmen erbringen kann.
Als Grundlage stellt die Arbeit zunächst die wesentlichen Aspekte des Controllings beziehungsweise der Unternehmenskrise vor. Anschließend beschäftigt sie sich mit dem Krisenmanagement, wobei der Fokus auf die Darstellung der einzelnen Schritte des Krisenbewältigungsprozesses sowie insbesondere der Ansätze zur Krisenvorsorge gelegt wird. Mit dem Risikomanagement, dem Contingency Planning sowie dem betrieblichen Kontinuitätsmanagement werden hier zunächst eher traditionelle Ansätze dargestellt, welche die Erhaltung des bisherigen Unternehmenszustandes zum Ziel haben, bevor im Anschluss mit der Antifragilität und der unternehmerischen Resilienz innovative Konzepte durchleuchtet werden, welche das Unternehmen von Grund auf widerstandsfähig gestalten sollen.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem Beitrag des Controllings zum Aufbau der unternehmerischen Resilienz. Nach einer Analyse der Rolle des Controllings im Rahmen der Krisenvorsorge werden wichtige controllingrelevante Resilienzfaktoren identifiziert. Hierbei wird zwischen der individuellen beziehungsweise teamspezifischen und der gesamtunternehmerischen Ebene unterschieden, wobei für beide jeweils mehrere Faktoren vorgestellt werden.
Darauffolgend werden wichtige Eigenschaften eines resilienzfördernden Controllings detailliert betrachtetet. Wesentliche Punkte bilden dabei u. a. die zentralen Anforderungen an das Controlling, die von ihm situationsabhängig zu erfüllenden Funktionen sowie eine mögliche Ausgestaltung einer flexiblen Controlling-Organisation. Abschließend befasst sich die Arbeit mit konkreten Aufgaben, die vom Controlling im Rahmen des Resilienzmanagements übernommen werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen des Controllings
2.1 Definition
2.2 Ziele und Funktionen
2.3 Operatives und strategisches Controlling
3 Unternehmenskrise
3.1 Begriffsbestimmung und Arten
3.2 Ursachen für Unternehmenskrisen
3.2.1 Endogene Krisenursachen
3.2.2 Exogene Krisenursachen
3.3 Das Vier-Phasen-Modell des Krisenprozesses nach Krystek
4 Krisenmanagement
4.1 Grundlagen des Krisenmanagements
4.2 Prozess der Krisenbewältigung
4.2.1 Krisenerkennung und Initiierung der Krisenbewältigung
4.2.2 Grobanalyse und Sofortmaßnahmen
4.2.3 Erstellung, Implementierung und Kontrolle eines Restrukturierungskonzeptes
4.3 Gegenstand der Krisenvorsorge
4.3.1 Ansätze zur Erhaltung des bisherigen Unternehmenszustandes (Status Quo)
4.3.1.1 Risikomanagement
4.3.1.2 Contingency Planning
4.3.1.3 Betriebliches Kontinuitätsmanagement
4.3.2 Gestaltung eines widerstandsfähigen (resilienten) Unternehmens
4.3.2.1 Antifragilität
4.3.2.2 Organisationale bzw. unternehmerische Resilienz und Resilienzmanagement
5 Controlling und unternehmerische Resilienz
5.1 Controlling als wichtige Komponente der Krisenvorsorge und beim Aufbau der Unternehmensresilienz
5.2 Identifikation wichtiger controllingrelevanter Resilienzfaktoren
5.2.1 Ausgewählte individuelle/teambezogene Faktoren
5.2.1.1 Aufmerksamkeit gegenüber schwachen Signalen
5.2.1.2 Diversität und eigene Wahrnehmung
5.2.1.3 Feedback
5.2.2 Vom Controlling beeinflussbare Faktoren gesamtunternehmerischer Ebene
5.2.2.1 Unternehmensressourcen
5.2.2.2 Unternehmenskultur
5.3 Resilienzförderndes Controlling in einem resilienten Unternehmen
5.3.1 Zentrale Anforderungen an ein resilienzförderndes Controlling
5.3.2 Angestrebte Positionierung und situationsabhängig zu erfüllende Funktionen
5.3.3 Mögliche Ausgestaltung einer flexiblen Controlling-Organisation
5.4 Konkrete Aufgabenbereiche des Controllings im Rahmen des Resilienzmanagements
5.4.1 Berücksichtigung des Faktors Resilienz bei Unternehmensentscheidungen
5.4.2 Einbettung der Resilienz in die Unternehmenssteuerung
5.4.3 Ausrichtung der Informationssysteme auf Resilienz und ihre Erfassung
6 Abschließende Überlegungen zu einem auf Resilienzsteigerung ausgerichteten Controlling
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, aufzuzeigen, wie das Controlling den Aufbau von Resilienz in einem Unternehmen unterstützen kann. Dabei wird analysiert, wie Controller Faktoren der Resilienz – sowohl auf individueller als auch auf gesamtunternehmerischer Ebene – fördern können, um somit einen aktiven Beitrag zur Krisenvorsorge zu leisten.
- Grundlagen des Controllings und der Unternehmenskrise
- Prozesse und Instrumente des Krisenmanagements
- Identifikation und Förderung controllingrelevanter Resilienzfaktoren
- Anforderungen an ein resilienzförderndes Controlling
- Gestaltung flexibler Controlling-Organisationen
Auszug aus dem Buch
3.3 Das Vier-Phasen-Modell des Krisenprozesses nach Krystek
Ein weiterer, neben den Arten und Ursachen wichtiger Aspekt des Themenkomplexes Unternehmenskrise ist ihr Prozessablauf. Gerade vor dem Hintergrund der Suche nach dem optimalen Umgang mit einer Krise ist es von Vorteil, ihren Verlauf in eindeutig differenzierbare Phasen zu unterteilen. Hierfür existieren verschiedene Ansätze. In der Literatur wird dabei gehäuft auf die Vier-Phasen-Modelle nach R. Müller und U. Krystek Bezug genommen. Müller verfolgt in seinem Ansatz zunächst das Ziel, Arten von Unternehmenskrisen herauszuarbeiten. Dabei kommt das Phasenschema erst anhand der von ihm durchgeführten zeitlichen Vernetzung einzelner Krisenarten zustande. Auf diese wurde bereits in Kapitel 3.1 eingegangen, sodass nun allein die Darstellung des Vier-Phasen-Modells nach Krystek analysiert wird. Grundsätzlich nehmen im Modell von Krystek die beiden Aspekte „Aggregatzustand“ und „Beeinflussbarkeit“ eine zentrale Rolle ein. Während Aggregatzustände die Beschaffenheit der einzelnen Phasen beschreiben, welche Unternehmenskrisen in ihrem Prozessablauf einnehmen können, charakterisiert Beeinflussbarkeit die sich währenddessen bietenden Vermeidungs- und Bewältigungsmöglichkeiten. Unter Berücksichtigung dieser Merkmale teilt Krystek sein Modell in die vier Phasen der potenziellen, latenten, akut/beherrschbaren sowie der akut/nicht beherrschbaren Unternehmenskrise ein. Dabei ist zu beachten, dass das Eintreten der einzelnen Phasen nicht unbedingt einer zeitlichen Reihenfolge nachgehen muss, sondern primär als eine Kette logisch aufeinanderfolgender Vorgänge zu interpretieren ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Resilienz in einer vernetzten Weltwirtschaft und skizziert die Rolle des Controllings als Partner bei der Krisenvorsorge.
2 Grundlagen des Controllings: Dieses Kapitel definiert das Controlling als Führungsunterstützungsfunktion und erläutert seine zentralen Ziele sowie die Abgrenzung zwischen operativem und strategischem Controlling.
3 Unternehmenskrise: Hier werden Definitionen und Arten von Krisen sowie deren Ursachen (endogen/exogen) analysiert, ergänzt durch das Krystek-Modell zur Beschreibung des Krisenprozesses.
4 Krisenmanagement: Das Kapitel behandelt den Prozess der Krisenbewältigung und die verschiedenen Ansätze der Krisenvorsorge, einschließlich Risikomanagement, Contingency Planning und Betrieblichem Kontinuitätsmanagement.
5 Controlling und unternehmerische Resilienz: Dies ist das Kernkapitel, in dem controllingrelevante Resilienzfaktoren auf individueller und Unternehmensebene identifiziert und konkrete Aufgabenbereiche für ein resilienzförderndes Controlling definiert werden.
6 Abschließende Überlegungen zu einem auf Resilienzsteigerung ausgerichteten Controlling: Das Fazit fasst die Rolle des Controllers als "Hüter der Resilienz" zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, sich proaktiv mit diesen dynamischen Entwicklungen auseinanderzusetzen.
Schlüsselwörter
Controlling, Resilienz, Krisenmanagement, Krisenvorsorge, Unternehmenskrise, Risikomanagement, Antifragilität, Resilienzfaktoren, Unternehmenssteuerung, Business Partner, Unternehmenskultur, Flexibilität, Disruption, Kompetenzmanagement, Krisenbewältigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das Controlling gezielt zum Aufbau von Resilienz in Unternehmen beitragen und somit die Krisenvorsorge und -bewältigung stärken kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittmenge von Controlling, Krisenmanagement und Resilienzkonzepten in einem dynamischen wirtschaftlichen Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Controlling-Instrumente und Rollenbilder angepasst werden müssen, um die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens gegenüber Krisen nachhaltig zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und verschiedene Modelle (z.B. Krystek, Antifragilität, ISO-Normen) integriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben den Grundlagen von Controlling und Krisenmanagement konzentriert sich der Hauptteil auf die Identifikation von Resilienzfaktoren und die Ausgestaltung einer flexiblen Controlling-Organisation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Resilienz, Krisenmanagement, Controlling, Unternehmenskrise, Risikomanagement und Resilienzfaktoren.
Wie unterscheidet sich die "latente" von der "potenziellen" Krise in Krysteks Modell?
In der potenziellen Phase ist die Krise nur eine theoretische Gefahr ohne Anzeichen, während sie in der latenten Phase bereits im Verborgenen vorhanden, aber noch nicht durch Standardinstrumente entdeckt ist.
Warum ist das Controlling laut Autor ein "Hüter der Resilienz"?
Controller besitzen durch ihre Informationsdrehscheiben-Funktion und ihr methodisches Fachwissen die Fähigkeit, kritische Abweichungen zu erkennen und resilienzfördernde Investitionen gegenüber kurzfristigen Effizienzzielen zu vertreten.
- Arbeit zitieren
- Kirill Lochbaum (Autor:in), 2021, Controlling und Unternehmensresilienz. Wie das Controlling beim Krisenmanagement unterstützt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1140002